Wohninvestments,

Wohninvestments in Deutschland – mit Berliner Zinshäuser – Dezember 2020

19. Nov 2020

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

die Immobilienwirtschaft hat dieses Jahr gezeigt, wie stabil sie durch die Krise kommt. Und insbesondere die Wohnungswirtschaft bietet nach wie vor langfristige und sichere Investitionsmöglichkeiten. Indes zeigt jede Krise die Unzulänglichkeiten und Herausforderungen auf, denen sich eine Branche zu stellen hat. Wie funktioniert der Kapitalanlagemarkt in Zeiten allgemeiner Verunsicherung? Wohin steuern Gewerbeimmobilien und Großprojekte, um die sich vormals Investoren geprügelt hätten? Und wie erkennt man zukünftige Potenziale dank digitaler Möglichkeiten? All dies behandeln unsere Experten im aktuellen WID-Newsletter.

Wir wünschen eine informative Lektüre. Bleiben Sie gesund!

JMS und JG

BEITRÄGE

Neu bauen oder modernisieren – was ist nachhaltiger?

Gabriel Khodzitski  |  CEO PREA

Neue Wohnungen benötigen weniger Gebäudeenergie als alte – oder? Schließlich sind die Auflagen der Energieeinsparverordnung (EnEV) immer weiter verschärft worden. Neue Dämmtechniken und energiesparende Heizsysteme erlauben einen klimafreundlicheren Betrieb als früher. Aber differenzieren wir die Frage: Sind neue Wohnungen – ganzheitlich betrachtet – immer noch umweltfreundlicher, wenn ihnen der Abriss eines Bestandsgebäudes vorausgeht? Wenn Abriss und Neubau an die Stelle einer hochwertigen Grundsanierung treten, die Wohnungen (fast) auf Neubauniveau entstehen lässt?

Die Hälfte wird vergessen
Verfechter der Sanierung argumentieren: Der Erhalt der Bausubstanz ist der wichtigste Punkt in Sachen Nachhaltigkeit. Abriss und Neubau sind mit vielen Nachhaltigkeitsaspekten verbunden, die sich nicht in der späteren Energiebilanz finden. Eine vollumfängliche Bilanzierung der Gebäudeenergie im Lebenszyklus wurde viel zu lange vernachlässigt. Stichwort: „graue Energie“ – darunter werden die energiebedingten Aufwendungen für die Herstellung, Instandsetzung und Entsorgung (oder Wiederverwendung) von Baumaterialien verstanden. Heizung, Warmwasser, Lüftung und Hilfsstrom im Gebäudebetrieb machen in Bezug zum Gesamtbedarf bei Neubauten laut einer Studie des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung in vielen Fällen etwa 40 bis 60 Prozent aus. Umgekehrt erfordern konstruktions- und transportbedingte Aufwendungen 60 bis 40 Prozent des Gesamtenergiebedarfs. Etwa die Hälfte der potenziell klimaschädlichen Wirkung eines Gebäudes wird also schlicht vergessen, wenn man nur die Bilanzgrenze der EnEV betrachtet und keine ganzheitliche Sicht wählt.

Intransparenz als Hürde
Allerdings lässt sich graue Energie schwer messen. Zwar gibt es Daten darüber, wie viel CO2 beispielsweise bei der Herstellung einer Tonne Stahl verbraucht wird – 2018 wurden für die Herstellung jeder Tonne Rohstahl 1,7 Tonnen CO2-Emission veranschlagt –, aber nur für eine bestimmte Herstellungsweise. Und selbst dann bemisst sich der CO2-Ausstoß maßgeblich daran, ob für die Produktion grüne Energie verwendet wurde oder nicht. Vielleicht bringt die zunehmende ESG-Berichterstattung mehr Licht ins Dunkel. Immer mehr Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft veröffentlichen nicht-finanzielle Kennzahlen, die sich auf ihre Tätigkeit beziehen, darunter den CO2-Fußabdruck. Je granularer dies erfolgt, desto größer ist die Markttransparenz auch mit Blick auf die Klimawirkung einzelner Baukomponenten der jeweiligen Unternehmen. Und umso besser kann im Einzelfall entschieden werden, welcher Weg tatsächlich der nachhaltigere ist.

Mobilität als Zukunftsfaktor
Vollständig bilanzieren, das hieße aber womöglich auch, noch weiterzugehen, als „nur“ die graue Energie in die Umweltbilanz einzustellen: Welche mobilitätsbedingten Emissionen werden durch die Immobilie induziert? Führen lange Fahrten mit dem Pkw zu ökologischen Nachteilen, weil Supermärkte, Arbeitsplätze und Kindertagesstätten nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft vorhanden sind? Greifen die Bewohner auf ihr eigenes Fahrzeug zurück, weil die Immobilie schlecht an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden ist? Sind Ladesäulen für die E-Mobilität vorhanden? Wenn nicht: Ist die Energieinfrastruktur robust genug, dass sich viele Haushalte für ein E-Fahrzeug entscheiden können? Wie praktikabel sind die gewählten Lösungen? Während dem Energieanbieter Eon zufolge der Einbau einer konventionellen Ladesäule ab rund 5.000 Euro möglich ist, können Schnellladesäulen bis zu 120.000 Euro je Einheit kosten. Insgesamt dürfte bei diesem Thema der Neubau einer Immobilie (oder noch besser: der Neubau eines ganzen Quartiers) im Vorteil sein. Denn es dürfte leichter fallen, die entsprechende Infrastruktur neu zu schaffen, als etwa eine bestehende zu ersetzen. Allerdings gilt auch hierbei: Eine pauschale Antwort gibt es nicht.

Antworten für beide Bereiche finden
Vielmehr müssen sich die Bau- und Immobilienbranche in Zukunft um Lösungen bemühen, wie sich sowohl der Neubau als auch das Sanierungswesen in Sachen Nachhaltigkeit optimieren lassen. Dafür ist es aber umso wichtiger, das Thema bereits jetzt in all seinen Facetten zu analysieren.

Die Kapitalanlagewohnung als neuer Königsweg der Bauträger?

Jens R. Rautenberg  |  Geschäftsführer von CONVERSIO

Die Pandemie hat sich auf den Wohnungsverkauf in Deutschland unterschiedlich ausgewirkt: Der Verkauf an Eigennutzer ist vielerorts stark zurückgegangen. Viele Menschen gerade aus Schwellenhaushalten wohnen derzeit lieber weiterhin zur Miete, statt sich in unsicheren Zeiten langfristig auf die Finanzierung von Wohneigentum einzulassen. Sogar die jahrzehntealte Regel, dass zumindest die attraktiven Penthäuser oder gut gelegenen Gartenwohnungen verhältnismäßig rasch an Eigennutzer verkauft werden, dürfte außer Kraft gesetzt sein.

Wohnung als Kapitalanlage gewinnt an Bedeutung
Die Wohnung als Kapitalanlage jedoch scheint dagegen stärker gefragt als zuvor: Es gibt weiterhin erstaunlich viele eigenkapitalstarke private Anleger, die gerne in eine Wohnung zur Vermietung investieren wollen. Sei es, weil sie schlicht keine attraktiv verzinsten Alternativen am Markt finden. Oder sei es, weil Wohnungen als besonders inflationssicher gelten und gerade jetzt Inflationsängste zurückkehren.

Neue Vertriebskanäle
Diese Spreizung am Markt spüren auch die Bauträger: Die Vertriebskanäle, die sich an Eigennutzer richten, werden entsprechend zurückgefahren. Und neue Wohnungen werden fortan in den Vertrieb an Kapitalanleger gegeben. Allerdings wird dabei oft übersehen, dass der Bauträger hierbei anders vorgehen muss.

Prospektierung gefragt
Die Vertriebsunterlagen sind ein Beispiel: Diese gehen nicht länger nur an einen Makler, sondern nun auch an Finanzdienstleister und Anlageberater. Bauträger liefern dennoch häufig die gleichen Materialen, statt diese in Anlehnung an den IDWS-4-Standard aufzubereiten und so die Bauträgerhaftung zu reduzieren und den Vorgaben der Finanzdienstleister zu entsprechen.

Sales- und After-Sales-Management
Und ist der Bauträger auf ein Sales- und späteres Nachsorgemanagement eingestellt? Sprich: Hat er die personellen Kapazitäten und das Know-how, während des Vertriebs und im Anschluss an den Verkauf jahrelang Ansprechpartner für Berater und Anleger zu sein? Die Ansprüche von Anlageberatern und deren Kapitalanlegern sind mitunter hoch.

Risikostreuung
Auch die Wohnung selbst muss andere Anforderungen erfüllen: Während Eigennutzer tendenziell größere und auch hochwertig ausgestattete Wohnungen nachfragen, eignen sich für die Vermietung eher kleinere und einfacher gehaltene Wohnungen ohne verspielte Grundrisse. Vorausschauende Kapitalanleger erwerben statt einer großen Wohnung daher im Zweifel lieber zwei kleinere an unterschiedlichen Standorten, um ihr Risiko zu streuen.

Etwa 40 bis 90 Quadratmeter
Bauträger, die noch umplanen können, sollten ihre Entwürfe daraufhin noch einmal prüfen und neue Projekte von vornherein auf kleine, gut vermietbare Einheiten ausrichten. Eine attraktive Größenordnung hängt dabei vom Standort ab und liegt zwischen etwa 40 und 90 Quadratmetern.

Preiskalkulation
Auch bei der Kalkulation sollte der Bauträger berücksichtigen, dass Finanzdienstleister und Anlageberater, anders als klassische Makler, es häufig nicht gewohnt sind, eine Maklerprovision den Kunden in Rechnung zu stellen. Die Vergütung erfolgt daher häufig nur über eine Innenprovision. Diese liegt in der Regel leicht höher als die klassische Innenprovision für Makler.

Energie und ESG – auf die Visionskraft kommt es an

Norman Schaaf  |  COO Cells Group

Nicht nur bei den Baustoffen müssen Projektentwickler im Zuge der Energiewende neue Wege finden – auch die Bewirtschaftung über die gesamte Lebensdauer einer Immobilie ist mitentscheidend für die Nachhaltigkeit einer Immobilie. Noch wichtiger sind jedoch Mut und kreative Lösungen.

Die Grundidee ist so simpel wie genial: Ein Haus, das unter dem Strich keine Energie verbraucht, sondern sogar welche zur Verfügung stellt. Auch wenn mittlerweile klar sein dürfte, dass auch im 21. Jahrhundert kein Perpetuum Mobile zu erwarten ist, könnten mit bereits existierenden Technologien in naher Zukunft energieautarke Gebäude entstehen. Für Ingenieure wie für Bauherren verbinden sich damit zentrale Fragen um die Kosten und den Nutzen solcher Lösungen – welcher Ansatz ist wirklich Erfolg versprechend, welche Schwierigkeiten sind zu erwarten, was fehlt zum nächsten Entwicklungsschritt?

Nichts geht ohne Sensortechnik und Vernetzung
Eine wesentliche Gewissheit vorweg: Nicht nur in Sachen Komfort, sondern auch bei der Nachhaltigkeit wird dem aktiven Energiemanagement in Zukunft eine große Rolle zukommen. Das mag zunächst paradox klingen, denn weltweit arbeiten viele Architekten und Ingenieure unter Hochdruck an Möglichkeiten, mit passiven Methoden den Energie- und Wärmehaushalt eines Hauses zu optimieren – und zusätzliche Elektronik mitsamt ihrer Rechenleistung verbraucht natürlich zunächst zusätzlichen Strom.

Doch andererseits ist dieser Ansatz keineswegs neu: ob die Verwendung von Flusswasser für die Brauchwasserversorgung eines Hauses, die Kombination aus Treib- und Wohnhaus oder die Ausnutzung isolierender Erdschichten in sogenannten Earth Ships – spätestens seit den 1970er-Jahren hat die Bauforschung verschiedenste Lösungen erprobt, von denen es einige in die Praxis geschafft haben. Und so wichtig dieser Beitrag auch ist, und so wirkungsvoll beispielsweise eine gute Verschattung durch Außenjalousien gegenüber der energieintensiven Klimatisierung eines Hauses ist: Die allermeisten dieser Ansätze brachten nur kleine Effekte mit sich. Erst ihre Kombination und intelligente Steuerung verspricht einen echten Entwicklungssprung.

Photovoltaik – vom Hoffnungsträger zum Rohrkrepierer?
Ebenfalls lang erprobt und bisher doch nur selten als Allheilmittel gesehen ist die Photovoltaik. Anfang der 2000er-Jahre galt sie vielen noch als großes Versprechen auf eine emissionsfreie Zukunft, doch die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten. Denn die Effektivität einer solchen Anlage hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ausschlaggebend dafür, wie viel Strom eine Photovoltaikanlage generiert, ist unter anderem der regionale Standort. Für Europa gesprochen heißt das: Je südlicher ein Standort liegt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer intensiveren Sonneneinstrahlung – und damit eines großen Effekts der Anlage.

Neben der Lebensdauer einer solchen Anlage ist somit auch ihr Betrieb ein limitierender Faktor: Der Neigungswinkel des Dachs, mögliche Verschmutzungsquellen im direkten Umfeld, zu wenig Wind, was eine effiziente Kühlung der Photovoltaikmodule verhindert, sodass sich ihr Wirkungsgrad verschlechtert – die Liste potenzieller Einschränkungen ist lang. Mit den entsprechenden Folgen für den früheren Hoffnungsträger: Trotz Förderung und rapide gesunkener Preise bleibt auch im ambitionierten Deutschland der Ausbau bisher hinter den Erwartungen zurück. 98 Gigawatt strebt die Bundesregierung als Gesamtleistung dieses Energieträgers in Deutschland bis 2030 an. Doch der dafür notwendige Ausbau ist in keinem der zurückliegenden Jahre erreicht worden.

Hybrides Konzept: Hochhaus und Windrad in einem
Bessere Neuigkeiten findet man hinsichtlich der Energieautarkie im Ausland und abseits der Photovoltaik. Im kleinen Bahrain auf der arabischen Halbinsel etwa wurde bereits 2007 der weltweit erste Netto-Null-Emissions-Wolkenkratzer angekündigt. Der „Burj al-Taqa“ sollte seine gesamte Energie selbst produzieren und in Spitzenzeiten sogar einen Überschuss generieren. Obwohl dieses Projekt der globalen Finanzkrise ab 2008 und wohl auch einigen technischen Möglichkeiten zum Opfer fiel, bleiben die Pläne ein beeindruckendes Projekt.

Denn dass sich solche ambitionierten Projekte in naher Zukunft tatsächlich umsetzen lassen könnten, beweist ein Hochhaus, das gewissermaßen als Vorbild diente: Das „Bahrain World Trade Center“, das 2008 eröffnet wurde und mit 240 Metern in Deutschland auf Platz zwei der höchsten Häuser läge, ist das weltweit erste Hochhaus mit einer integrierten Windkraftanlage. Drei Rotoren befinden sich an den Querstreben, die die beiden Gebäudeteile miteinander verbinden. Ich bin mir sicher: Die Anlagen, von denen sich die höchstgelegene etwa 125 Meter über dem Boden befindet, sind nur ein Vorgeschmack auf künftige Technologien – und ein Beweis dafür, was möglich ist, wenn Menschen ihren Visionen folgen.

And the winner is … Berlin!

Jürgen Michael Schick, FRICS  |  Präsident des IVD, Immobilien Verband Deutschland e.V.

Der Berliner Gutachterausschuss verzeichnet für das erste Halbjahr 2020 einen starken Rückgang der Kauffälle bei Wohn- und Geschäftshäusern um ein Drittel. Das mittlere Kaufpreisniveau lag mit elf Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert des ersten Halbjahres von 2019. Die Nachricht vom deutlich verlangsamten Zinshausmarkt hat viele Marktbeobachter erstaunt. Die Mischung aus Corona und Mietendeckel hat dem heiß gelaufenen Miethausmarkt in der deutschen Hauptstadt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen deutlichen Dämpfer verpasst.

Der Rückgang der Kauffälle ist vor allem durch den allgemeinen Attentismus im ersten Halbjahr 2020 zu erklären. Insbesondere im zweiten Quartal hielten sich viele Marktakteure zurück. Viele fuhren auf Sicht und haben zunächst einfach abgewartet, welchen Verlauf die Pandemie und die wirtschaftlichen Folgen nehmen würden. Der Preisrückgang von elf Prozent sei jedoch ein statistischer Effekt und sei vor allem auf einen vergleichsweise hohen Anteil an verkauften hochpreisigen Neubauten im Jahr 2019 zurückzuführen, wie der Gutachterausschuss betont. Auch mein Eindruck ist, dass die Kaufpreise für klassische Zinshäuser in Berlin erstaunlich stabil geblieben sind und eigentlich keinen Corona-Effekt widerspiegeln. In der zweiten Jahreshälfte hat der Markt wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Es gehört nicht allzu viel Fantasie dazu, vorherzusagen, dass Wohninvestments äußerst stabil durch die Krise kommen werden.

Berlin wird der dominierende Zinshausmarkt in Deutschland bleiben. Zum Größenvergleich mit den anderen deutschen Städten kann auf die aggregierten Daten aller Gutachterausschüsse zurückgegriffen werden, die vollständig aber nur für das Vorjahr vorliegen. Wie in den vorangegangenen Jahren ist das Transaktionsvolumen in der Spreemetropole 2019 zweieinhalbmal so groß gewesen wie in München oder Hamburg. Während in Berlin 4,824 Milliarden Euro für Zinshäuser ausgegeben wurden, waren es in München nur 1,997 Milliarden Euro und in Hamburg 1,932 Milliarden Euro. In der kleinsten Top-10-Stadt Essen waren es gerade einmal 439 Millionen Euro.

Wohn- und Geschäftshäuser sind ein Metropolenprodukt. Wie der aktuelle Zinshaus-Report Deutschland von MICHAEL SCHICK IMMOBILIEN GmbH & Co. KG aufzeigt, sind in den 45 größten Städten in Deutschland 22,26 Milliarden Euro in dieses Marktsegment geflossen. 56 Prozent davon entfielen allein auf die Top-7-Städte, nämlich 12,48 Milliarden Euro. In München, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln, Leipzig, Hannover und Düsseldorf lag das Transaktionsvolumen über dem Vorjahreswert. In Berlin, Dresden und Essen fiel das Transaktionsvolumen. Die teuerste Stadt übrigens bleibt – wie in jeder Preistabelle – die bayerische Landeshauptstadt. In München wurden mit durchschnittlich 6.900 Euro die höchsten Quadratmeterpreise erzielt. In Berlin kostet der Quadratmeter ein Drittel davon.

BERLINER ZINSHÄUSER

Nachrichten

Kabinett beschließt Umwandlungsverbot

In Regionen mit einem angespannten Wohnungsmarkt können Eigentümer eines Mehrfamilienhauses dieses wahrscheinlich bald nur noch mit behördlicher Erlaubnis in Eigentumswohnungen aufteilen. Das Bundeskabinett hat Anfang November ein entsprechendes Umwandlungsverbot beschlossen. Welche Regionen angespannte Wohnungsmärkte aufweisen, beschließen demnach die Länder. Vor allem die SPD hatte auf das Umwandlungsverbot im Baulandmobilisierungsgesetz gedrungen. Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) hatte das Umwandlungsverbot auch zunächst ins Baulandmobilisierungsgesetz hineingeschrieben, strich den Passus dann aber wieder. Die SPD drohte daraufhin mit einer Blockade – und scheint sich durchgesetzt zu haben. Die neuen Regelungen sollen zunächst bis Ende 2025 gelten, allerdings muss noch der Bundestag zustimmen. Danach soll das Gesetz als §250 ins Baugesetzbuch (BauGB) eingefügt werden. Für den Verkauf der Wohnungen an Verwandte und Erben sind Ausnahmen vorgesehen. Die Unionsfraktion kritisiert vor allem, dass das Umwandlungsverbot die Eigentumsrechte von Vermieter einschränke.

Kein Markt für Ausländer?

Ein Forschungsprojekt des Bundesinnen- bzw. Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) will herausfinden, wie sich der Kauf von Wohnungen durch ausländische Käufer auswirkt. Das gehe aus einem Sitzungsprotokoll mit Vertretern weiterer Bundes- sowie Landesministerien aus Berlin und Bayern hervor, wie die Immobilien Zeitung weiß. Im Rahmen des Projekts solle unter anderem geprüft werden, ob ausländische Käufer eine geringere Haltedauer für ihre Immobilien wählen, höher Renditeerwartungen haben oder Immobilien schlechter instand setzen als einheimische Käufer. Woher die nötigen Daten für das Projekt kommen, sei noch nicht bekannt. Bisher dokumentieren weder Notariate noch Gutachterausschüsse, Grundbücher oder Liegenschaftsämter die Staatsangehörigkeit von Käufern. Ob eine Käuferdiskriminierung überhaupt rechtlich umsetzbar und beispielsweise mit der Kapitalverkehrs- und Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU vertretbar ist, bleibt offen.

Berliner Markt wächst unbeeindruckt weiter

Auf dem Berliner Wohnimmobilienmarkt sind die Preise auch in diesem Ausnahmejahr in fast allen Teilmärkten gestiegen, wie aus dem Immobilienpreisservice des IVD Berlin-Brandenburg hervorgeht. Das aktuelle Zahlenwerk basiert ausschließlich auf tatsächlich erzielten Kaufpreisen für Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Metropolregion Berlin-Brandenburg. „Sieben Monate nach Beginn der Corona-Krise zeigt sich der Berliner Immobilienmarkt bislang weitgehend unbeeindruckt“, kommentiert Katja Giller, Vorsitzende des Wertermittlungsausschusses des IVD Berlin-Brandenburg.

Seit Inkrafttreten des Mietendeckels ist das Angebot an Mietwohnungen sehr deutlich eingebrochen. Die Wohnungsmieten im nicht vom Berliner Mietendeckel betroffenen Neubau sind mit durchschnittlich 12,25 Euro pro Quadratmeter in Standardlagen sowie 14,00 Euro pro Quadratmeter in Vorzugslagen um 4,3 Prozent bzw. 3,7 Prozent gestiegen. Für alle weiteren Baujahresklassen wurden aufgrund der Mietendeckelung und der faktischen Aushebelung aller marktwirtschaftlichen Grundsätze keine Neuabschlussmieten erhoben. Eigentumswohnungen in Vorzugslagen in Berlin-Mitte sind nach wie vor am teuersten. Die Wertentwicklung für Bestandsimmobilien in Standardlagen fällt mit plus 6,8 Prozent weiter deutlich positiv aus, wenn auch schwächer als in den Vorjahren (2019: 11,3 Prozent, 2018: 12,8 Prozent, 2017: 12,0 Prozent). Die höchsten Preise für Wohnflächen werden wie in den vergangenen Jahren in den Vorzugslagen von Mitte (5.100 Euro pro Quadratmeter) und Charlottenburg (4.700 Euro pro Quadratmeter) aufgerufen.

Zinshaus-/Forward-Deal-Angebote

Voll vermieteter Altbau und 1980er-Jahre-Bau aus Privatbesitz in gefragter Neukölln-Lage

Bei dem Angebot handelt sich um einen Altbau, ein 1919 errichtetes reines Wohnhaus, und um ein Wohn- und Geschäftshaus aus dem Jahr 1985, das als Vorderhaus und Eckgebäude ausgeführt ist. Der fünfgeschossige Altbau hat 14 Einheiten, die überwiegend mit Balkonen versehen und über einen Treppenaufgang erschlossen sind. Das 1980er-Jahre-Gebäude verfügt über sechs Vollgeschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss mit insgesamt 19 Einheiten, welche über einen Treppenaufgang und einen Aufzug erschlossen sind. Die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ist ideal.

Kaufpreis: 7.700.000 EUR zzgl. 6,96 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)

Vermietbare Fläche: 2.410 m²

JNKM: 225.286 EUR

Angaben zum Energieausweis: Energieverbrauchskennwert lt. Bedarfsausweis 133,3 kWh/(m²*a), Energieeffizienzklasse E, Heizöl, Baujahr 1985/1910  

(Bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 52263)

Schöner Vorderhausaltbau plus Neubau in zentraler Lage von Oranienburg

Bei dem Wohn- und Geschäftshaus handelt es sich um einen sanierten und top gepflegten Altbau aus dem Jahr 1905 und einen an den Altbau herangesetzten Neubau aus den 1990er-Jahren auf einem 1.260 Quadratmeter großen Grundstück. Die Erschließung der Gebäude erfolgt über drei Treppenhäuser. Die Wohnungsgrößen variieren zwischen 36 und 82 Quadratmeter. Die durchschnittliche Wohnungskaltmiete pro Monat und Quadratmeter beträgt 6,76 Euro.

Kaufpreis: 3.990.000 EUR zzgl. 6,96 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)

Vermietbare Fläche: 1.493 m²

JNKM:  123.280 EUR

Angaben zum Energieausweis: Energieverbrauchskennwert lt. Verbrauchsausweis 82 kWh/(m²*a), Energieeffizienzklasse C, Erdgas H, Baujahr 1905

(Bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 52251)

Geschäftshaus in bester Lage von Erfurt

Das Gebäude besticht durch seine moderne Architektur in Form eines Atriums sowie durch den herausragenden Zustand. Es ist sehr gepflegt und ohne erkennbaren Instandhaltungsstau. Die 15 Einheiten im Objekt sind voll vermietet, weiterhin stehen 139 Tiefgaragenstellplätze zur Verfügung. Erschlossen wird das 1995 errichtete Gebäude über drei Treppenhäuser sowie drei Aufzüge. Das Geschäftshaus befindet sich fußläufig vom Erfurter Hauptbahnhof entfernt.

Kaufpreis: 14.100.000 EUR zzgl. 5,8 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)

Vermietbare Fläche: 6.811 m²

JNKM:  836.136 EUR

Angaben zum Energieausweis: Energieverbrauchskennwert lt. Verbrauchsausweis 93 kWh/(m²*a), Energieeffizienzklasse C, Erdgas L, Baujahr 1995

(Bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 51595)

Wohn- und Geschäftshaus in bester Friedrichshain-Lage

Das 1995 renovierte Objekt besteht aus einem Vorderhaus, einem Seitenflügel sowie einem Quergebäude. Die 21 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten werden über insgesamt drei Treppenhäuser erschlossen. Die durchschnittlichen Wohnungsmieten betragen 8,32 Euro pro Quadratmeter, die der beiden Gewerbeeinheiten 11,69 Euro pro Quadratmeter. Das ca. 250 Quadratmeter große Dachgeschoss bietet Ausbaupotenzial. Die Beheizung erfolgt über Gasetagenheizungen.

Kaufpreis: 4.950.000 EUR zzgl. 6,96 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)

Vermietbare Fläche: 1.425 m²

JNKM:  149.003 EUR

Angaben zum Energieausweis: Energieverbrauchskennwert lt. Verbrauchsausweis 137,9 kWh/(m²*a), Energieeffizienzklasse E, Erdgas H, Baujahr 1905

(Bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 52284)