Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Liebe Leserinnen und Leser,

bereits im Februar berichtete ein Banker der Royal Bank of Canada von möglichen Korrelationen zwischen Kryptowährungen und dem Goldpreis. Die Entwicklungen von Bitcoin und Gold in den letzten Tagen und Wochen machen nun tatsächlich neugierig: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Wert einer Digitalmünze und dem einer Feinunze Gold? Und wie würde er wohl aussehen? Beide „Metalle“, ob virtuell oder materiell, haben zuletzt einen parallelen Trend (nach unten) genommen, beide sind unabhängig von staatlichen Reglements. Vor allem aber scheint das besondere spekulative Moment zu begeistern – die Idee, Münzen könnten von selbst ihren Wert vermehren, macht uns kirre. Sei es dass sie golden, sei es dass sie digital schimmern.

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Ihr JG

Leihräder aus Fernost

Im Grunde eine gute Sache: Um das Verkehrsaufkommen in chinesischen Metropolen einzudämmen, wurden in den letzten Jahren immer mehr Bikesharing-Anbieter im Reich der Mitte gegründet. Anfangs setzten sie vorwiegend auf Masse. Wer die meisten Räder aufstellte, versprach sich davon die höchsten Nutzerzahlen. Welche Folgen der Leihrad-Boom nun allerdings hat, zeigt gruenderszene in einem Bericht auf. In Großstädten in ganz China wurden Millionen von Fahrrädern aufgestellt – dieses Überangebot konnte die Nachfrage nicht bedienen: Die Übersättigung des Marktes ließ viele Anbieter schnell kollabieren. Nun füllen die Räder die Mülldeponien des Landes. Und auch in den Städten bleiben die Räder ungenutzt stehen. Allein für den Anbieter Mobike, der mit seinen orangefarbenen Zweirädern auch deutschen Nutzern bekannt sein sollte, wurde eine halbe Million Räder auf den Straßen Chinas aufgestellt. Defekte Räder zügig auszutauschen, ist nun kaum mehr möglich. Die kaputten Räder zu entsorgen, bleibt oft den Städten überlassen. Im Juli berichtete das Handelsblatt über die Konkursanmeldung des singapurischen Leihradanbieters O-Bike, der Tausende ungenutzte Räder in der Münchner Innenstadt zurückließ. Wie diese Problematik in Zukunft gehandhabt wird, bleibt zu klären.

Smart Home legt zu

Der Branchenverband Bitkom veröffentlichte kürzlich eine Umfrage von rund 1.600 Teilnehmern zum Thema Smart Home. Über den aktuellen Stand sowie die Wünsche deutscher Verbraucher berichtete die FAZ. Demnach nutzt bereits jeder Vierte ein Smart-Home-Gerät. Mehr als ein Drittel plant zudem im kommenden Jahr eine solche Anschaffung. Als Hauptgründe der Nutzer für die neuen Technologien wurden Sicherheit, Komfort und Energieeffizienzsteigerung genannt. Besonders hoch im Kurs liegen daher „intelligente“ Beleuchtungssysteme (bei 17 Prozent der Befragten), Videoüberwachung (14 Prozent) und Sprachassistenten (13 Prozent). Jene, die noch keine Smart-Home-Anwendung nutzen, gaben als Gründe dafür die Kosten (36 Prozent), eine komplizierte Installation (37 Prozent), eventuelle Sicherheitsrisiken (26 Prozent) und den Eingriff in die Privatsphäre (24 Prozent) an. Bitkom-Präsident Achim Berg merkte an, dass es bei der Entwicklung von Smart-Home-Geräten nicht um „Technikspielereien“ gehe, sondern beispielsweise auch darum, Menschen im Alter ein selbstbestimmtes Leben zu Hause zu ermöglichen.

Kryptowährungs-Kontroversen in Venezuela

Laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters soll die venezolanische Regierung planen, die Konstitution des Landes zu ändern, um eine neue Zentralbank zur Verwaltung der nationalen Kryptowährung einzuführen. Wie crowdfundinsider berichtete, soll die neue Zentralbank der Währung El Petro international zu besserem Ansehen verhelfen. Nach ihrer Einführung im Februar 2018 war El Petro beispielsweise in Indien auf Ablehnung gestoßen. Doch auch innerhalb des Landes wurden Stimmen gegen die Digitalwährung laut. In einem Bericht der Financial Times hatte sich der venezolanische Politiker Jorge Millán kritisch zu den Plänen der Maduro-Regierung geäußert. Laut Millán sei die Währung „wie für die Korruption geschaffen“.

Facebook verliert Besucher – so schnell wie keine andere Webseite

Das hat nicht einmal Yahoo geschafft: Seit August 2016 ist die Zahl der monatlichen Facebook-Aufrufe von 8,5 auf 4,7 Milliarden gesunken. Das berichtete die FAZ. Noch keine andere Webseite verlor innerhalb eines solchen Zeitraums so stark an Besuchern. Gleichzeitig gewann die ebenfalls zum Facebook-Konzern gehörende Plattform Instagram an Bedeutung. Nutzer verbringen inzwischen etwa 56 Minuten pro Tag mit dem Teilen von Fotos und Videos auf Instagram – etwa doppelt so lange wie noch vor einem Jahr. Den Nutzerverlust bei Facebook schrieb der Konzern vor allem der Cambridge-Analytica-Affäre sowie der neuen Datenschutz-Grundverordnung zu. YouTube hat den Abstand zu dem Social-Media-Riesen damit fast aufgeholt: Die Videoplattform zählte in den vergangenen Monaten rund 4,5 Milliarden Aufrufe. Am erfolgreichsten bleibt weiterhin Google mit etwa 15,2 Milliarden Aufrufen pro Monat.