KOMMENTAR AM MONTAG

So sehen die Wohnquartiere von morgen aus – die vier wichtigsten Trends

Prof. Dr. Winfried Schwatlo FRICS CD Deutsche Eigenheim AG

Wer braucht morgen noch Parkplätze?
Projektentwickler kennen das: Ein neues Wohngebiet ist erschlossen, die geplante Bebauung wird den Nachbargemeinden und deren Bewohnern vorgestellt, und schon hagelt es Kritik. „Wie viele Stellplätze haben Sie eingeplant? – So wenig! Dann werden die ‚Neuen‘ alle bei uns parken!“ Dahinter steckt der traditionelle Ansatz, dass pro Wohneinheit mindestens ein Auto benötigt wird und dass jedes Haus im Grünen eine Doppelgarage hat – und belegt. Dabei wissen wir, wohin der Trend geht: Autos werden in Zukunft nicht nur autonom fahren, wir werden sie zudem immer seltener kaufen und sie lediglich zeitweise nutzen. Natürlich wird es weiterhin Autos im Eigentum geben, als Liebhabergefährt und Oldtimer, aber eher so, wie es heutzutage noch Pferdekutschen gibt. Die Digitalisierung des Verkehrs und die Vernetzung des Verkehrsflusses werden radikale Auswirkungen auf unsere Städte haben. Autos werden seltener parken und bis auf Wartung und Austausch von Batterien (sofern das noch notwendig sein wird) beinahe ständig unterwegs sein. Weniger parkende Automobile bedeuten auch immer weniger benötigte Parkplätze. Projektentwickler von Wohnquartieren können diesen Trend bereits aktuell berücksichtigen, etwa durch Kooperationen mit Car-Sharing-Unternehmen oder Ladestationen für Elektroautomobile und E-Bikes. So werden nicht nur die Flächen in Quartieren effizienter genutzt, sondern überdies die Quartiersbewohner an die Zukunft der Mobilität herangeführt.

Abholboxen ersetzen den Kiez-Supermarkt
Supermarkt, Bäcker und Drogerie – so preisen noch viele Projektentwickler ihre Quartiere an. Zugegeben, das war richtig für die analoge Zeit, als man noch nicht online bestellen und einkaufen konnte. Mittlerweile befinden wir uns aber inmitten einer digitalen Einzelhandelstransformation. Immer mehr Dinge des täglichen Gebrauchs werden im Internet bestellt, zunehmend auch Nahrungsmittel – das belegen die Vorstöße der großen deutschen Einzelhändler in die Welt des E-Commerce. Die größte Herausforderung für die Lieferdienste ist dabei die Zustellung, die berühmte „letzte Meile“. Immer mehr Einzelhändler führen daher kühlbare Abholstationen ein. Die darin enthaltenen Boxen können effizient beliefert und die Waren zu jeder Zeit vom Kunden abgeholt werden. Ein solcher Test läuft beispielsweise derzeit im Hauptbahnhof Stuttgart, durchgeführt wird er von der Deutschen Bahn in Kooperation mit Edeka. Von diesem Trend können Quartiersentwicklungen profitieren. Statt eines einzelnen Supermarkts mit unpraktischen Öffnungszeiten sollten Projektentwickler von vornherein Kooperationen mit Einzelhändlern prüfen und zentrale, kühlbare Abholstationen im Quartier anbieten, beispielsweise im Gegenzug für Einkaufsgutscheine für die neuen Bewohner. Solchen Stationen sind im Übrigen keine Grenzen gesetzt: Neben Kühlboxen bieten sich Paketstationen der Post ebenso an wie Wäschereistationen und weitere individualisierte Transferstationen für die Belange des täglichen Bedarfs.

Lokale Coworking-Spaces
In Zukunft arbeiten alle im Homeoffice – das hört man immer wieder. Doch dieser Schein trügt. Wer ausschließlich daheim arbeitet, wird letztlich doch demotiviert und abgelenkt; die betriebsame Atmosphäre des Büros ist nach wie vor für uns Menschen von Vorteil. Weiter tägliches Pendeln und starre Anwesenheitspflichten im innerstädtischen Büro sind freilich nicht die einzige Antwort. Und hier kommt die Digitalisierung ins Spiel. Wenn man nämlich Wohnquartiere mit Coworking-Spaces ausstattet, die punktuell gebucht werden können, können die Bewohner eigenverantwortlich und in Absprache mit ihren Arbeitgebern entscheiden, von welchem Büro aus sie arbeiten wollen: heute in der Zentrale, morgen vom Campus-Büro aus. Denn Coworking-Spaces stellen die gleiche Infrastruktur zur Verfügung wie in einem normalen Büro, sind aber weitaus effizienter, da on demand buchbar und abrechenbar. Auch das ist ein klarer Vorteil zum starren und individualisierten Homeoffice, das aufwendig eingerichtet werden muss. So trägt das Arbeiten im Quartier nicht nur zur Zufriedenheit der Mitarbeiter bei, sondern erhöht dank kürzerer Wege die Lebensqualität. Apropos: Ich selbst habe mein Büro für drei Monate verlassen und mich in dieser Zeit testweise bei „Workrepublic“ eingemietet. Noch nie zuvor habe ich so motiviert arbeitende Start-ups und Coworker erlebt. Respekt.

Fokus auf Quartier-Amenities
Arbeit erledigt, Einkauf abgeholt – jetzt lockt die Freizeit. Natürlich werden viele Bewohner von Wohnquartieren auch in der Zukunft in die Stadt oder in Naherholungsgebiete fahren. Aber wer eine gemeinschaftliche und gesunde Community erschaffen möchte, sollte verstärkt auf Angebote vor Ort setzen. Gemeinsame Urban-Gardening-Flächen, Outdoor-Fitness-Geräte, ein zentraler Grillplatz in Sichtweite zum Kinderspielplatz – von solchen Annehmlichkeiten können Quartiere nur profitieren. Denn da wir dank der Digitalisierung in Zukunft weniger Stellplätze und weniger Flächen für analoges Gewerbe benötigen werden, bleibt mehr Raum für die gemeinsame Freizeit im Quartier.

Dieser Artikel erschien bereits in der WOHNUNGSWIRTSCHAFT HEUTE Juni 2017.

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Dann schreiben Sie an den Leiter unserer Redaktion Dr. Josef Girshovich.

MARKT-NEWS

Politik will Wohnraum schaffen

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.7. schreibt, sollen laut Bundeskanzlerin Angela Merkel in der nächsten Legislaturperiode 1,5 Mio. Wohnungen entstehen, indem mittels Steuerabschreibungen der Neubau gefördert wird. Darüber hinaus wolle die Union ein Baukindergeld einführen. Die SPD plane ebenfalls eine Förderung von Wohneigentum, aber in Form eines sozial gestaffelten Familienbaugeldes.

Bundesregierung denkt über Wohngelderhöhung nach

Sollten die Mieten in der nächsten Wahlperiode weiter steigen, will die Bundesregierung dem neuen Wohnungs- und Immobilienbericht des Bauministeriums zufolge das Wohngeld erhöhen, schreibt die FAZ am 6.7. Der GdW kritisiere die hohen Baukosten, den Mangel an Grundstücken und Planungskapazitäten, die steigenden Grunderwerbsteuern, die hohen energetischen Anforderungen und die Diskussionen über eine Verschärfung des Mietrechts. Axel Gedaschko vom GdW fordere eine Willkommenskultur für Bagger und Neubau. Dass Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen die Mietpreisbremse jetzt wieder abschafften, sei ein gutes Signal. Notwendig seien weniger Regulierungen und „mehr und vor allem bezahlbare Grundstücke“, sage Gedaschko. Das Bundesbauministerium fordert in seinem aktuellen Bericht eine verbilligte Grundstücksabgabe durch Bund, Länder und Gemeinden, schreibt die FAZ am 5.7.

Wettbewerb um Konzepte für serielles Bauen

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.7 schreibt, veranstalten der GdW, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, die Bundesarchitektenkammer und das Bundesbauministerium einen Wettbewerb um die besten Konzepte für serielles Bauen. Teilnehmen dürften Planer und Baufirmen, die in Teams preisgünstige und zugleich hochwertige und schöne Wohngebäude entwürfen. Die besten Teams erhielten als Preis einen Rahmenvertrag „Serielles Bauen“. In den Entwürfen müssten Vorgaben zu Nachhaltigkeit, Energiestandards und Grundrissen beachtet werden. Auch sollten die Lösungen flexibel genug sein, um sie verschiedenen Lebenslagen und den regionalen Wohnungsmärkten anzupassen.

Spezialisten hätten Sachkundenachweis begrüßt

Einer Umfrage von Immowelt.de unter 315 zufällig ausgewählten Maklern, Bauträgern und weiteren Immobilienspezialisten zufolge hätten sich 73 % einen weitergehenden Sach- und Fachkundenachweis gewünscht, als er beschlossen worden sei. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.7. 81 % hätten einen Sachkundenachweis als vorteilhaft für ihre Kunden betrachtet, 79 % die Möglichkeit einer Marktbereinigung begrüßt.

Die begehrtesten Standorte der Bundesrepublik

Im Rahmen der Serie zu den begehrtesten Standorten der Bundesrepublik schreibt das HANDELSBLATT ausführlich am 6.7. über Düsseldorf und am 7.7. über München. Düsseldorf sei in Deutschland nach München die Stadt mit der zweithöchsten Lebensqualität und stehe in dieser Hinsicht weltweit auf dem sechsten Platz. Die Einwohnerzahl steige seit Jahren, so im vergangenen Jahrzehnt um mehr als 43.000 bzw. 7,5 %. Der Wohnungsmarkt sei angespannt, Aengevelt zufolge fehlten in der Stadt fast 19.000 Wohneinheiten. Zwar habe sich die Zahl der Baugenehmigungen im Jahr 2016 mit rund 4.500 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht, und auch die Zahl der Fertigstellungen liege mit rund 3.500 Wohnungen etwa dreimal so hoch wie im Vorjahr. Einer aktuellen Prognose zur Bevölkerungsentwicklung zufolge sei damit zu rechnen, dass im Jahr 2040 etwa 677.000 Menschen in Düsseldorf leben würden, was einen weiteren deutlichen Anstieg der Nachfrage bedeute. Über München schreibt das HANDELSBLATT, die Stadt sei schon immer der teuerste Immobilienstandort der Republik gewesen, was die Preise nicht daran hindere, weiter zu steigen. Michael Schlatterer von CBRE sage: „Die Angebotsmieten in München fangen dort an, wo sie in Berlin aufhören. So ist am Hasenbergl in München die durchschnittliche Angebotsmiete so hoch wie am Potsdamer Platz in Berlin“, nämlich in beiden Fällen rund 13 Euro/qm. Dass diese Entwicklung weiter gehen werde, gelte als sicher. Sieben Dax-Konzerne seien hier angesiedelt, so viele wie in keiner anderen deutschen Stadt. Große US-Konzerne betrachteten München mittlerweile als erste Anlaufstelle, wenn es um Neuansiedlungen geht. Das Planungsreferat gehe von 300.000 zusätzlichen Einwohnern bis zum Jahr 2035 aus, was hieße, dass dann rund 1,85 Mio. Menschen in der Stadt wohnen würden. Weitere 200.000 Neuankömmlinge, mit denen zu rechnen sei, würden in den Speckgürtel ziehen.

Bei Lebensmitteln kommt es auf den Standort an

Investitionen in Immobilien für den Lebensmitteleinzelhandel sind trotz des Renditerückgangs für Investoren attraktiv, wenn sich die Investoren auf langfristig aussichtsreiche Standorte konzentrieren, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.7. Der Studie ‚Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland – Marktstrukturdaten 2016‘ von bulwiengesa im Auftrag der TLG Immobilien über die Rahmenbedingungen in diesem Segment zufolge stehe Deutschland mit insgesamt 123,7 Mio. qm Lebensmittelverkaufsfläche europaweit an vierter Stelle. Der Umsatz in der Branche habe seit 2010 nominal um 16,6 % zugelegt, während der Anteil der Lebensmittelausgaben am Gesamtbudget der privaten Haushalte etwas gesunken sei. Während damit zu rechnen sei, dass Großstädte bis 2030 gleichbleibende oder steigende Bevölkerungszahlen verzeichneten, sei in ländlichen Gegenden Ostdeutschlands mit einem Rückgang um bis zu 20 % möglich. Auch der Onlinehandel bleibe ein Unsicherheitsfaktor für Investoren. Mit einem Anteil von 1,5 % am gesamten Lebensmittelumsatz sei seine Bedeutung bislang jedoch gering. Supermärkte und Biomärkte hätten ihre Marktanteile ausgebaut.

Deutsche Logistik bleibt begehrt

Im H1 2017 wurden CBRE zufolge in Deutschland Lagerhallen und Verteilzentren im Wert von 4,9 Mrd. Euro gehandelt, was einen neuen Rekord darstellt, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG online am 5.7. „Das außergewöhnliche Ergebnis schlägt sich auch in dem relativen Anteil der Immobilienklasse Logistik am gesamten gewerblichen Immobilieninvestitionsvolumen nieder“, sage Kai Oulds von CBRE. Deren Anteil habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozentpunkte auf jetzt fast ein Fünftel erhöht. Das zeige, wie wichtig diese Immobilienklasse und der Logistikmarkt Deutschland als Anlageziele in Europa seien. Das gestiegene Interesse habe zu einem weiteren Rückgang der Spitzenrenditen geführt, die so niedrig wie nie zuvor seien. In den etablierten Logistikmärkten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München seien sie bei langfristig vermieteten Objekten mit modernen Ausstattungsqualitäten um 0,15 Prozentpunkte gesunken und lägen für erstklassige Lager- und Logistikobjekte bei 4,75 %. Die Anleger reagierten mit Ausweichbewegungen auf moderne, neu errichtete und langfristig vermietete Lager- und Logistikimmobilien an B-Standorten oder nähmen in den etablierten Logistikmärkten bei Bestandsobjekten kürzere Mietvertragslaufzeiten in Kauf.

Von PropTechs lernen

Über den digitalen Wandel, der der Immobilienbranche in den kommenden Jahren bevorsteht, berichtet die IMMOBILIENWIRTSCHAFT 7-8/2017. Prozesse müssten besser strukturiert und effizienter gestaltet, organisatorische Abläufe passgenauer zugeschnitten werden, sage Jochen Schenk von Real I.S. PropTechs lieferten hierfür wichtige Anstöße und innovative Ideen. Für Gerald Kremer von EY Real Estate gehe es hauptsächlich um die Frage, wie die immensen Datenströme von Immobilien intelligent genutzt werden könnten, beispielsweise um Betriebskosten transparenter zu machen. Insgesamt ließen sich vier Themengebiete abstecken: Vermietung, Planung und Bau, Nutzung und Bewirtschaftung sowie Finanzierung und Transaktion. Letzteres Thema habe das PropTech 2IP Institutional Investment Partners aufgegriffen und Tools zur Optimierung des Immobilienmanagements und zur Abwicklung der Transaktionen entwickelt. So lasse sich jederzeit online auf aktuelle Kennzahlen wie Cashflow oder den Leerstand von Immobilien zugreifen. Mehr als 100 Investoren würden das Angebot bereits in Anspruch nehmen.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

Bislang größtes Crowdinvesting-Projekt gestartet

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.7. und die BÖRSEN ZEITUNG am 7.7. schreiben, will die Online-Immobilien-Investmentplattform iFunded für die Revitalisierung einer Bestandsimmobilie in Berlin-Wilmersdorf mittels besicherter Inhaberteilschuldverschreibungen zehn Mio. Euro einsammeln. Zeichnen könnten die Anleihe zunächst institutionelle bzw. semiprofessionelle Anleger in Tranchen ab 100.000 Euro. In der zweiten Phase werde das Angebot für den Schwarm freigeschaltet, womit iFunded als eine der ersten Immobilien-Investmentplattformen in Deutschland den Schritt in die regulierte Finanzanlagenwelt mache. „Wir haben unsere Plattform umgestellt und erfüllen nun die Anforderungen des Wertpapierhandelsgesetzes“, sage Michael Stephan von iFunded der BÖRSEN ZEITUNG zufolge. Insgesamt sollten 49,6 Mio. Euro in das Projekt ‚Eisenzahnstraße Beautique Apartments‘ investiert werden. Die Rendite liege bei 5,5 %.

Scope bewertet Länder der Eurozone

Wie die BÖRSEN ZEITUNG am 4.7. schreibt, hat die Ratingagentur Scope, die sich selbst als europäische Alternative zu den großen amerikanischen Ratingagenturen sieht, ihre ersten Länderratings für die wichtigsten Länder der Eurozone veröffentlicht. Bewertet worden seien Verbindlichkeiten sowohl in lokaler Währung als auch in Fremdwährungen. Die Länderrisiken seien im Kontext der europäischen Wirtschaft, der Währungs- und Fiskalpolitik sowie ihrer Institutionen analysiert worden, da ein detailliertes Verständnis der Europäischen Währungsunion und ihrer Institutionen Scope zufolge „entscheidend für eine treffsichere Analyse und Bewertung der Länderrisiken“ sei. Deutschland habe die Bestnote AAA erhalten, ebenso Österreich und die Niederlande.

WealthCap startet neuen Fonds für institutionelle Investoren

Der geschlossene Spezial-AIF der UniCredit-Tochter ist 550 Mio. Euro groß, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.7., und in elf Immobilien aus dem Max-und-Merle-Portfolio investiert, das WealthCap Ende 2016 aus drei offenen SEB-Immobilienfonds, die abgewickelt worden seien, übernommen habe. Knapp 300 Mio. Euro Eigenkapital sollten akquiriert werden, angestrebt werde eine Rendite von mehr als 5 % p. a. nach Kosten.

Swiss Life startet offenen Immobilienfonds

Wie die BÖRSEN ZEITUNG am 6.7. schreibt, investiert ‚Living and Working‘ in europäische Immobilien und steht in dieser Woche erstmals auch Anlegern in Deutschland offen.

Pflegeimmobilien sind etablierte Assetklasse

Wie Jan Linsin von CBRE in der IMMOBILIENWIRTSCHAFT 7-8/2017 schreibt, haben sich Pflegeimmobilien längst als Assetklasse etabliert. 2016 seien rund drei Mrd. Euro in dieses Segment investiert worden, was mehr als 6 % des gesamten Transaktionsvolumens am Gewerbemarkt ausmache und damit mehr als jemals zuvor sei. Bis 2030 seien Neubau- und Ersatzinvestitionen in Höhe von gut 55 Mrd. Euro nötig, um den Bedarf an Pflegeplätzen zu decken, doch investiere die öffentliche Hand immer weniger in Pflegeeinrichtungen. Umso wichtiger würden private Investoren, die mittlerweile 42 % des Marktes abdeckten. Vor allem langfristig ausgerichtete Anleger hätten das Wachstumspotenzial dieser Assetklasse für sich entdeckt.

VERSCHIEDENES

Pflegemarkt braucht Neubau und Bestand

Im Jahr 2016 sind in Deutschland zwar 25 % mehr Pflegeplätze entstanden als im Jahr zuvor, aber immer noch viel zu wenige, schreibt Jens Nagel von Hemsö in der IMMOBILIENWIRTSCHAFT 7-8/2017. Neubauprojekte seien notwendig, um moderne Maßstäbe und erfolgsversprechende Konzepte umzusetzen, doch könne Neubau allein die Angebotslücke nicht schließen. Vorhandene Bestandsbauten müssten, auch wenn dies aufwendig sei, saniert und erweitert werden, um zusätzliche Pflegeplätze zu schaffen. Pro Jahr seien mind. 12.000 neue Pflegeplätze nötig. Bestandsbauten hätten den Vorteil, dass keine Baugrundstücke gefunden werden müssten, sie bereits etabliert seien und von ihrer häufig zentralen Lage profitierten. Die Politik müsse dazu beitragen, Sanierung und Neubau von Pflegeheimen zu fördern. Dies könne durch höhere Refinanzierungssätze, Baukostenzuschüsse oder Steuersubventionen geschehen.

Talente finden und binden

Wer Talente für sein Unternehmen interessieren will, muss sie möglichst früh erreichen und ihnen Aufstiegschancen bieten, um sie zu binden, schreibt Holger Matheis FRICS von BEOS in der IMMOBILIENWIRTSCHAFT 7-8/2017. Zunächst müsse ein Unternehmen die eigenen Ansprüche herausarbeiten und ein klares Profil als Arbeitgeber entwickeln. Den Führungskräften komme die zentrale Rolle zu, die Unternehmenskultur nach innen und außen zu leben. Praktika oder Stellen für Studierende böten beiden Seiten die Gelegenheit, sich kennen zu lernen.

Termine

HAMBURGER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Wohnungsprojekte in Hamburg - und besondere Chancen in der Metropolregion

ZIELGRUPPEN
Das Seminar richtet sich insbesondere an Institutionelle Investoren und Family Offices, die bzw. der Hamburger Metropolregion in den Wohnungsneubau investieren wollen, weitere Bauträger/Projektentwickler, Banken und andere Finanzierer, Makler/Transaktionsberater/Vertriebe und Architekten

THEMEN
Die Referenten stellen aktuelle und geplante Wohnungs-Neubau-Projekte in Hamburg und der Metropolregion vor und sprechen über folgende Themen: Welches sind die Alleinstellungsmerkmale der Projekte / Besonderheiten der Architektur / Grundrisse etc.? Wie verliefen die Genehmigungsprozesse bzw. die Abstimmung mit den Behörden? Wer sind die Käufer? Selbstnutzer, Anleger, institutionelle Investoren? Wie erfolgt die Vermarktung? Welche Preise sind erzielbar? (qm-Preise, Faktoren bei Forward-Deals) Wann erfolgte der Grundstückskauf? Wann gab es das Baurecht? Wie schnell erfolgt der Abverkauf? Außerdem geht es um die Inanspruchnahme von Fördermitteln / Förderprogramme sowie Fragen zu Kommunikation / PR und Marketing. Begrüßung und Einführung durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

REFERENTEN
Einleitender Vortrag durch Dr. Joseph Frechen (bulwiengesa AG): Aktuelle Marktentwicklung, Preise und Mieten am Hamburger Wohnungsmarkt. Projektvorstellungen von Mark Tommes (Bonava Deutschland GmbH), Torsten Lietz (Waterbound Real Estate GmbH (WBRE)), Fabian von Köppen / Georg Nunnemann (Garbe Immobilien-Projekte GmbH), Achim Nagel (PRIMUS developments GmbH), Torsten Rieckmann (SENECTUS GmbH), Ludger Inholte (LIP Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH), Peter Jorzick (Hamburg Team Gesellschaft für Projektentwicklungen GmbH), Henrik Diemann (Metropol Grund GmbH), Konstantin Klein (PROJECT Immobilien Hamburg GmbH), Davis Liebig / Joachim Rieder (MAGNA Immobilien AG), Albrecht Sonnenschein (Instone Real Estate Development GmbH & Co. KG)

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 12. September 2017 im Steigenberger Hotel in Hamburg statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE in Kooperation mit der IREBS Immobilienakademie

Sonderveranstaltung Basisseminar: Projektentwicklung

ZIELGRUPPEN
Das Seminar richtet sich insbesondere an neue Mitarbeiter bei Projektentwicklungsunternehmen, die aus anderen Bereichen (oder direkt von der Uni) kommen und die sich an zwei Tagen einen Gesamtüberblick über die Tätigkeit eines Projektentwicklers verschaffen wollen. Es richtet sich aber auch an Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (besonders solche, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Mitarbeiter von Generalunternehmern / Bauunternehmen. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.

REFERENTEN
Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer und Carsten Sellschopf, formart GmbH & Co. KG

THEMEN
Erster Tag: „Grundlagen der Projektentwicklung und Projektmanagement“: Projektentwicklung / Projektmanagement (Ablauf und Leistungsbilder); Standortanalyse / Due Diligence (Baurecht; Grundstücksanalyse); Planungskonzepte (Untersuchung vorhandener Bausubstanz; Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung; Bildung von Gebäudemodellen); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI; Baukostenplanung in der Projektentwicklung; Rahmenterminplanung) Start der Projektmanagementaktivitäten (360°-Analyse als Einstieg; Objektplanung – durch wen? Projektorganisation – ist alles geregelt? Zweiter Tag: „Die Arbeit eines Projektentwicklers und einfache Developerrechung“: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen; Definition; Klassische Aufgaben); Idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (Prozessuale Aspekte; Idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung); Der Markt für Projektentwickler (Typen; Strategien; Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse; Wettbewerbsanalyse; Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (Von der „Bierdeckel-Kalkulation“ bis zur dynamisches Developer-Rechnung). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 26. und 27. September 2017 im Steigenberger Hotel Hamburg statt. Weitere Informationen zum Programm und den Kosten sowie Anmeldeformular unter: hier