Wohninvestments,

Wohninvestments in Deutschland – mit Berliner Zinshäuser – März 2020

3. Mär 2020

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

„Und ich dachte, der Sozialismus sei Geschichte“ – so kommentierte vor Kurzem ein US-amerikanischer Investor die neuerliche Regulierungswut am deutschen Wohnungsmarkt und meinte damit den Berliner Mietendeckel. In der Tat: Wer in Wohnraum in Deutschland investiert, muss sich auskennen, denn der Markt hat viele, manche sagen auch zu viele, Schranken und Beschränkungen – Stichwort Umwandlungsverbot. Dabei gilt es, klar auf langfristige Wertsteigerungen zu setzen und nicht den Weg des leichtesten Widerstands zu gehen, sprich nur dort zu investieren, wo just jetzt die politischen Regulierungen einem entgegenkommen, erklärt Jürgen Schorn von Bauwerk Capital. Dass Käufer bei Prüfung und Investment immer mehr „alternative Daten“ berücksichtigen sollten, ergänzt Gabriel Khodzitski, Geschäftsführer von PREA. Und wie Neubau und Altbau beide nachhaltig sein können, und zwar unter energetischen wie ökonomischen Gesichtspunkten, fasst Mark Heydenreich von Fortis zusammen. Fest steht also: Es gibt genug zu tun und zu prüfen im Immobilienjahr 2020.

Wir wünschen informative Lektüre

 

Jürgen Michael Schick und Dr. Josef Girshovich

BEITRÄGE

Die Immobilienbranche muss ihre Datengrundlage hinterfragen“

Gabriel Khodzitski  |  CEO PREA

Zahlreiche Akteure der Immobilienwirtschaft zeigen ein erstaunliches Maß an Treue, wenn es um ihre Datengrundlagen geht. Seit Jahren verlassen sie sich beispielsweise auf einen langfristigen WAULT (Weighted Average Unexpired Lease Term) als Indikator für ein besonders stabiles Investment. Und die möglichen Mieteinnahmen werden auf Basis von Comparables berechnet – also anhand der Betrachtung, welche Preise in anderen Immobilien am Standort zuletzt erzielt wurden.

Indes müssen wir uns die Frage stellen, wie zeitgemäß solche Ansätze der Datenerhebung heutzutage überhaupt noch sind – und ob sich die Branche nicht besser von ihren lieb gewonnenen Datengewohnheiten trennen sollte. Denn viele der klassischen immobilienbezogenen Zahlen, Daten und Fakten sind erstens sehr unpräzise. Sie haben wenig mit den konkreten Alleinstellungsmerkmalen der eigentlichen Immobilie zu tun. Zweitens spiegeln sie lediglich Informationen aus der Vergangenheit wider – und lassen kaum Rückschlüsse über die Potenziale und Risiken zu, die für die Zukunft ausgeschöpft werden könnten. Drittens schließlich entgeht der Branche viel, wenn sie zu starr an den althergebrachten Gewohnheiten festhält: Wir versäumen es, alternative Daten zu erheben, anhand derer Risiken und Chancen für die Zukunft verlässlich identifiziert werden könnten.

Für die langfristige Entwicklung einer Immobilie wäre – anstatt einer Betrachtung der restlichen Mietvertragslaufzeiten – eine Analyse ausgewählter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Informationen viel aussagekräftiger. Wie verliefen die Arbeitsplatzentwicklung, die Kaufkraft und die Kriminalitätsstatistik der vergangenen Jahre? Wie viel Potenzial bietet die Neuansiedlung von renommierten Unternehmen. Welche Ausbauten der Verkehrsinfrastruktur sind für die kommenden Jahre geplant? Mit diesen Informationen in der Hinterhand kann eine Immobilie zielgerichtet für die Bedarfssituation in fünf oder zehn Jahren (weiter-)entwickelt werden.

Ähnliches gilt für die politische Situation am Standort. Inzwischen werden selbst vermeintlich verlässliche Baugenehmigungen nachträglich hinterfragt, und eine politische Initiative kann schnell dafür sorgen, dass ein eigentlich baureifes Projekt gekippt wird. Informationen zu Bürgervereinen und -versammlungen und auch der Zeitraum bis zur nächsten Wahl – und damit einer möglichen kommunalen Interessensverschiebung – sind also essenziell. All diese alternativen Daten sind frei verfügbar, fließen aber nur in den seltensten Fällen tatsächlich in die Bepreisung und Bewertung eines möglichen Immobilieninvestments mit ein.

Noch mehr – aktuell weitgehend ungenutztes – Potenzial verbirgt sich hinter dem Schlagwort Smart Data. Inzwischen existieren intelligente Algorithmen und eine Machine-Learning-Technologie, die viel präzisere Prognosen treffen kann, als es die althergebrachten Berechnungsmethoden vermögen. Die gesamte Bandbreite der Möglichkeiten, die sich auf Basis dieser Anwendungen bieten, kann jedoch nur dann ausgenutzt werden, wenn nicht nur die Prozesse, sondern auch die Datengrundlagen optimiert werden. Ansonsten kann auch die künstliche Intelligenz nur auf konventionelles Halbwissen zurückgreifen.

Nachhaltige Immobilieninvestments: Neubau oder Altbau?

Mark Heydenreich  |  Vorstand der FORTIS Real Estate Investment AG

Mit der Generation Y wird eine der umweltbewusstesten Generationen aller Zeiten zu potenziellen Immobilienkäufern. Der ökologische Fußabdruck wird also zu einem immer wichtigeren Entscheidungskriterium für oder gegen eine Eigentumswohnung – denn mit energieeffizienten Häusern lässt sich ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Wenn es lediglich um den Energieverbrauch im laufenden Betrieb geht, scheint der Neubau gegenüber einem Altbau die ökologischere Variante zu sein. Doch bei einer solchen Betrachtung vergisst man von der Klima-Rechnung den wichtigsten Teil. Denn ein Altbau muss nicht erst mit großem Energie- und Ressourcenaufwand neu errichtet werden: keine Tonnen von Material, die um die halbe Welt verschifft werden, keine Kräne und Bagger, die die Luft verschmutzen. Ein nachhaltiger Ansatz ist daher, das Bestehende zu erhalten und auf ein energetisch besseres Niveau zu bringen. Ein Altbau, der auf den aktuellen Stand der Technik saniert oder modernisiert wird, ist darum unterm Strich oft klimafreundlicher als ein frisch hochgezogener Neubau.

Modernisierung mit Hebelwirkung

Auf diesem Stand sind jedoch natürlich noch längst nicht alle Altbauten. Aber es gibt eine Reihe von Modernisierungsmaßnahmen, die eine enorme Hebelwirkung haben und damit den charmanten Stuck-Palast aus der Gründerzeit auf die Höhe der Zeit katapultieren. Zunächst sollte man sich um die Heizung kümmern: Fernwärme und Gas arbeiten wesentlich energieeffizienter als die alte Ölheizung, deren Neueinbau und Austausch zudem ab 2026 zugunsten der Klimafreundlichkeit stark reglementiert wird. Auch das Isolieren der Zu- und Abwasserleitungen schont die Umwelt beträchtlich. Fassaden und Dachgeschosse sind ebenfalls wichtige Faktoren: Mit der richtigen Dämmung kann hier einiges an Energie gespart werden – und der Altbaucharme bleibt unangetastet.

Doch Käufer sollten genau überlegen, ob sie ihre Altbauwohnung selbst sanieren und modernisieren, oder schon in eine energetisch optimierte Altbauwohnung ziehen wollen. Denn wer das später selbst erledigen will, kann darüber nicht allein entscheiden, sondern muss sich erst mit den anderen Eigentümern im Haus einigen. Aber selbst in diesem Fall haben umweltbewusste Wohnungseigentümer noch Wege, um in Eigenregie für etwas mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. Die Stellschraube ist hier besonders der Wasserverbrauch: Setzt man wassersparende Perlatoren in die üblichen Einhebelmischer in Dusche und Waschbecken, kann man den Verbrauch um etwa die Hälfte senken. Die richtigen Duschköpfe liefern zudem bei einem Drittel des Wasserverbrauchs das gleiche Duscherlebnis. Und natürlich sind neue Toiletten mit effizienten Spülkästen erheblich sparsamer als ältere.

Begrenztes Angebot, stabiler Preis

 Nachhaltigkeit bedeutet jedoch nicht nur, den Energieverbrauch zu senken. Nachhaltig ist auch das, was lange seinen Wert behält oder ihn sogar noch steigern kann. Mehr Menschen denn je wollen heute in Altbauten leben, doch das Angebot ist begrenzt. Wenn diese begehrten Immobilien dann noch in angesagten Kiezen liegen, dann bleibt der Preis dieser Häuser wahrscheinlich selbst dann mindestens stabil, wenn die Konjunktur ins Stocken geraten sollte. So sind laut einer Untersuchung des Maklerunternehmens Homeday in den letzten drei Jahren die Preise für Altbauten im Durchschnitt um rund 30 Prozent gestiegen. Damit liegt ihre Preissteigerung noch um fünf Prozentpunkte über der aller anderen Immobilien in den 80 größten deutschen Städten. Das umweltfreundliche Investment in den Altbau kann somit auch noch höchst lukrativ sein, wenn man sein Heim am Ende einmal veräußern will.

Mehr Mut!

Jürgen Schorn  |  Geschäftsführender Gesellschafter der Bauwerk Capital GmbH & Co. KG

Deutschland lebt auf großem Fuß – oder zumindest in großen Wohnungen. Wobei sich beides kaum voneinander trennen lässt: Einerseits verfügt der durchschnittliche Deutsche mit rund 50 Quadratmetern pro Kopf im Vergleich zu den europäischen Nachbarn in Polen, Frankreich oder Österreich über mehr Wohnfläche. Andererseits schrumpft dieser Abstand vor allem in den sieben größten deutschen Städten: Von 40,9 Quadratmetern sank der Wert zwischen 2010 und 2018 auf 39,2, vermeldete Ende 2019 das Statistische Bundesamt. Angesichts steigender Wohnkosten und einer höheren Zahl an Singlehaushalten ist es nicht überraschend, dass sich offenbar immer mehr Menschen entscheiden, doch lieber auf kleinerem Fuß zu leben. Vorbei die Zeiten, in denen die Pro-Kopf-Wohnfläche auch in Städten scheinbar unweigerlich stieg.

Das muss sie aber auch gar nicht mehr: Anders als häufig behauptet, kann man mit klugen Grundrissen und kreativen Einrichtungslösungen auf kleiner Fläche eine hohe Wohnqualität erzielen. Dennoch verstummt die Kritik an Ein-Zimmer-Wohnungen nicht. Zu klein, zu teuer und zu elitär – sie zerstörten die soziale Struktur der Städte, indem sie die angestammte Bevölkerung verdrängten. Aus meiner Sicht ist diese Argumentation nicht nur falsch, sondern auch kontraproduktiv. Denn an der Tatsache, dass immer mehr Menschen in die Metropolen ziehen, wird sich so schnell nichts ändern. Seriöse Bevölkerungsprognosen sind zwar nur für überschaubare Zeiträume möglich, doch die allermeisten Szenarien sagen ein deutliches Wachstum der deutschen Metropolen in den kommenden Jahrzehnten voraus.

Dabei treten sich schon heutzutage die verschiedensten Akteure in Städten wie München, Hamburg und Köln im wahrsten Sinne gegenseitig auf die Füße. Es fehlt schlicht der Platz, um den Bevölkerungszuwachs mit konventionellem Wohnungsneubau auffangen zu können – zumal auch für Gewerbe und Freiflächen neuer Raum benötigt wird. Ich bin mir sicher: Bleibt die Drei-Zimmer-Wohnung mit knapp 80 Quadratmetern und zwei Bewohnern aus Sicht von Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit der Maßstab, werden sich die drängendsten sozialen und ökologischen Probleme beim Wohnen nicht lösen. Stattdessen würde ein „Weiter so!“ vor allem den Baulandmangel verschärfen. Und damit die Wohnkosten weiter in die Höhe schrauben.

Eine aktuelle Erhebung besagt: In vielen kleineren bis mittelgroßen Städten und Landkreisen in Deutschland wird erstaunlich rege Wohnraum geschaffen. Mehr als nötig, sagt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) – auf 50 Prozent über dem Bedarf wird die Bautätigkeit in 69 ländlichen Untersuchungsräumen beziffert. In den großen Städten dagegen wird weiterhin zu wenig gebaut. Die Spitzenreiter Düsseldorf und Hamburg decken zumindest 86 Prozent des Bedarfs durch Neubau ab. Wenn man das Niveau der vergangenen drei Jahre für weitere drei Jahre halten könne, werde es hier bald wieder Entspannung geben. Auch Frankfurt am Main steht einigermaßen gut da. In Berlin, München, Stuttgart und Köln sei man aber von einer Entwarnung weit entfernt. Warum ist das so?

Nicht genug Vertrauen

Ich denke: Viele private Entwickler haben zu lange das Risiko gescheut, auch vermeintlich unbequeme Lagen anzugehen. Standorte etwas abseits der Zentren, sozial angespannte Kieze oder Quartiere mit Leerstand, aber eben innerhalb der Stadt, nicht um Umland oder in B-Städten noch weiter weg. Dabei war es doch abzusehen, dass sich diese Risiken lohnen würden – für den Entwickler und die Stadtgesellschaft. Denn dass zu wenige neue Wohnungen in den Großstädten entstehen, ist kein junges Phänomen. Seit geschätzten zehn Jahren und länger kennt man die Gefahr, in eine Wohnungsknappheit zu steuern. Medien und Fachöffentlichkeit haben vor einer Dekade schon darüber diskutiert. Und mit jedem Monat, in dem nicht oder zu wenig gebaut wurde, vergrößerte sich die Gefahr immer mehr, bis sie äußerst real wurde.

Die üblichen Gründe

Unbequeme Lagen – man könnte auch sagen: Es fehlte zu oft an Visionen, an Weitblick, an Glauben an die Dynamik und Entwicklung in den großen Städten wie Berlin oder Köln. In München und Stuttgart spielten sicherlich die hohen Bodenpreise eine größere Rolle, aber es gab auch dort mitunter zu wenig Mut. Betrachten wir die teilweise langen Planungs- und Realisierungsphasen bei komplexen Wohnprojekten, die viele Marktteilnehmer zu Recht bemängeln, vor diesem Hintergrund doch vielleicht als Plus. So gibt man seinem Projektumfeld die Zeit, sich zu wandeln, noch ehe das eigene Projekt als weiterer Baustein und Impuls dazukommt. Im Übrigen sollten die langen Zeiträume auch einmal weniger emotional diskutiert werden. Es ist doch gerade bei komplexen Projekten der intensive Dialog von öffentlicher Hand und privatem Partner unumgänglich, auch die Abstimmung mit der Stadtgesellschaft. Außerdem ist in nahezu allen größeren Genehmigungsbehörden ein zunehmendes Engagement und ein klarer Beschleunigungswille zu verzeichnen, sei es über zusätzliches Personal oder das Erkennen der Dringlichkeit.

Ausweichbewegung zu groß

Fakt ist: Die Ausweichbewegung, die viele Bauherren heutzutage machen, und im ländlichen Raum oder nicht mehr ganz nahe liegenden Umlandgemeinden der attraktiven Metropolen tätig werden, wird uns langfristig Leerstände bereiten. Im nordbayrischen Landkreis Rhön-Grabfeld etwa sind laut IW zuletzt viermal so viele Wohnungen gebaut worden, wie eigentlich nötig gewesen wären. Jeder Ort ist individuell, und die Chancen jedes Ortes sind es ebenfalls. Aber die grundsätzliche demografische Entwicklung liegt weiterhin auf der Hand, die Urbanisierung schreitet voran. Das Problem einer insgesamt sinkenden Bevölkerungszahl ist zwar zwischenzeitlich durch die Zuwanderung etwas abgepuffert worden, aber im Grundsatz immer noch vorhanden. Es wird weiterhin kleine Gemeinden im strukturschwachen Raum geben, die der sogenannten Wüstung anheimfallen. Orte, in denen die Infrastruktur und auch die derzeit noch vorhandenen Immobilienwerte nicht aufrechterhalten werden können. Orte, die man komplett aufgeben wird.

Fazit

Daher: Lassen wir die Ausweichbewegung wieder kleiner werden. Niemand kann aktuell erwarten, dass überteuerte Grundstücke in den Top-Lagen der großen Metropolen gekauft und dort bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Aber die Städte bieten doch auch im weiteren Stadtgebiet Potenzial – sei es durch Umnutzung, vielleicht auch die Bereinigung von kontaminierten Grundstücken oder bestehender Bausubstanz. Sicherlich gibt es auch Entwickler, die ihre Pläne doch nicht heben können und ihre Areale kommen zurück auf den Markt. Der alte Grundsatz Lage, Lage, Lage hat seine Gültigkeit nicht verloren. Denken wir langfristiger. Immobilien sind langfristig. Bauen wir sie dort, wo sie auch langfristig benötigt werden.

Bundesweites Umwandlungsverbot?

Jürgen Michael Schick  |  IVD-Präsident

Die Große Koalition plant, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zu erschweren. Nach zahlreichen Mietregulierungen sahen sich viele Eigentümer zuletzt gezwungen, ihre Häuser aufzuteilen und als Eigentumswohnungen zu verkaufen. Dem wollen Union und SPD jetzt bundesweit einen Riegel vorschieben. Auch außerhalb von sozialen Erhaltungsgebieten („Milieuschutzgebieten“) soll die Umwandlung demnach unter Genehmigungsvorbehalt gestellt werden. Was das bedeutet, wissen alle Akteure, die mit den Ämtern in München, Hamburg oder Berlin zu tun haben. Ein Genehmigungsvorbehalt wäre de facto ein Umwandlungsverbot. Je rigider eine Behörde auftritt, umso mehr kann sie zeigen, dass sie die Interessen der Mieter uneingeschränkt schützt.

Bereits auf dem Wohngipfel im Bundeskanzleramt im September 2018 wurde das Ziel formuliert, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zu erschweren. Danach hat auch der Koalitionsausschuss im vergangenen Jahr das Vorhaben noch einmal bekräftigt. Derzeit sind das Justizministerium und das Innenministerium in der Abstimmung. Geplant ist demnach eine Regelung im BauGB. Gelten soll die Bestimmung in bestimmten Regionen. Wie die genauen Gebietskulissen aussehen, kann heute noch niemand abschließend sagen.

Ich halte das für ein weiteres populistisches Regulierungsinstrument, mit dem die Politik Aktivität zeigen will, ohne dass sie eine genaue Kenntnis davon hat, ob Mieter in umgewandelten Wohnungen tatsächlich verdrängt werden oder nicht. Belastbare Zahlen gibt es nicht. Es reicht wieder einmal die Behauptung, Mieter würden verdrängt.

Mieter besitzen nach Umwandlung bereits heute ein Vorkaufsrecht. Sie haben einen Schutz vor Kündigung wegen Eigenbedarfs für die Dauer von drei bis zehn Jahren, und die Behörden in den sozialen Erhaltungsgebieten können die Genehmigung davon abhängig machen, dass die Wohnung sieben Jahre lang nur an die Mieter veräußert werden darf. Mieter in Eigentumswohnungen sind besser geschützt als Mieter in normalen Mietwohnungen.

Wohnungspolitisch ist die geplante Maßnahme noch weniger verständlich. Mit Milliardensummen wird mit dem umstrittenen Baukindergeld Wohneigentumsförderung betrieben. Gleichzeitig würde mit dem „Umwandlungsverbot“ das Angebot an Eigentumswohnungen drastisch eingeschränkt. Käufer, die sich ihre eigenen vier Wände kaufen wollen, wären gezwungen, auf das teuerste Segment im Markt auszuweichen, nämlich Neubauten.

Immobilieneigentümer mit Beständen außerhalb von Milieuschutzgebieten sollten die schnelle Umwandlung in Wohneigentum prüfen, bevor es zu spät ist. Natürlich müssen eventuelle steuerliche Folgen berücksichtigt und bedacht werden. Wenn aber die Mietrenditen wegen der immer schärferen Mietenregulierung kleingehalten werden (von der Manipulation der Mietspiegel bis zum Mietendeckel Berlin), ist der Verkauf einzelner Wohnungen teilweise ein notwendiges Geschäftsmodell.

Ordnungspolitisch halte ich dieses übrigens für sinnvoll. Denn Deutschland ist keine Mieternation, wie uns oft erklärt wird, sondern eine verhinderte Eigentümernation. Wie der IVD gerade ermittelt hat, würden 50 Prozent der Mieter in Deutschland gerne Wohneigentum erwerben. Das gefällt natürlich weder dem Mieterbund noch den linken Parteien. Die einen verlören Mitglieder, die anderen Wähler, wenn man die Menschen einfach mal machen ließe, was sie sich wünschen – den Erwerb von Immobilien ohne Fallstricke und Behinderungen. Auf die Frage an die Mieter, warum sie Wohneigentum erwerben wollen, antworten die meisten übrigens: Aus Gründen der Altersvorsorge.

BERLINER ZINSHÄUSER

Berlin-Nachrichten

ZIA-Frühjahrsgutachten: heiter mit vereinzelten Regenwolken

Im neuesten Frühjahrsgutachten des ZIA diagnostizieren die Immobilienweisen erste Anzeichen für eine Entspannung auf den deutschen Mietmärkten. Nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Städten ließen sich eine verlangsamte Mietpreisentwicklung und ein Anstieg des Wohnungsneubaus beobachten. Als Bedingung für eine Verfestigung dieses Trends sehen die Weisen, dass die „hohe Investitionsneigung und die Investitionsmöglichkeiten bestehen bleiben“. Der in Berlin beschlossene Mietendeckel sei in dieser Hinsicht kontraproduktiv. Der Anstieg der Kaufpreise setzte sich dagegen in allen A-Städten fort. Zugleich steigt der Nachfragedruck in einigen gewerblichen Sektoren: Der Bedarf an Büro- und Logistikimmobilien in Deutschland kann nach Ansicht der Autoren immer schwerer gedeckt werden und behindert die wirtschaftliche Entwicklung. Besonders kritisch sei die Situation in Berlin und München, wo der Leerstand mit 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent unterhalb einer gesunden Angebotsreserve liegt. ZIA-Präsident Andreas Mattner fordert als Gegenmaßnahme einen „Baufrieden“, also einen Stopp der staatlichen Regulierung, die den Bau neuer Wohnungen verteuere.

Überrascht? Eigentümer wollen das Sagen über ihre Immobilie behalten

Die Bundesregierung hatte im August 2019 eine Reform des Wohnungseigentumsgesetzes angekündigt. Sie soll in Eigentümergemeinschaften etwa den Einbau einer Ladesäule für Elektroautos erleichtern. Das Gesetz soll im Herbst 2020 in Kraft treten. Es mehren sich aber die kritischen Stimmen aus dem Kreis der Eigentümer selbst. Einer Umfrage des Verbraucherschutzverbands Wohnen im Eigentum zufolge lehnen 94 Prozent der befragten Eigentümer einen erweiterten Entscheidungs- und Handlungsrahmen für Verwalter ab. Die Verwalterstärkung ist aus ihrer Sicht ein „No-Go“. 95 Prozent möchten sich einfacher von unqualifizierten Verwaltungen trennen können. An der Umfrage, die dem Tagesspiegel exklusiv vorlag, nahmen 3.500 Wohnungseigentümer teil. Der Fragebogen umfasste 31 geschlossene und eine offene Frage.

Wie tiefgreifend wird die Share-Deal-Reform?

Vertreter von Union und SPD sind zwar im Gespräch darüber, wie Share-Deals künftig besteuert werden sollen, doch liegen die Positionen in der Großen Koalition noch weit auseinander. Einigkeit gibt es nur in dem Punkt, dass das neue Gesetz nicht rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 gelten soll. Angestrebt wird, bis Mitte dieses Jahres ein Gesetz zu beschließen, das Anfang 2021 in Kraft treten kann. Die Hauptstreitpunkte sind zum einen die Höhe der Steuern auslösenden Anteilsgrenze und zum anderen die Frage, ob die neuen Regelungen auch für Kapitalgesellschaften gelten sollen oder nur wie bislang für Personengesellschaften mit Grundbesitz. Dabei fordern die Grünen mit dem Quotenmodell eine sehr weitgehende Änderung der Besteuerung, was mit den Kosten auch die Immobilienpreise und Mieten weiter steigen lassen könnte. In den nächsten Wochen soll intensiv an Lösungen gearbeitet werden – unter Einbeziehung der Erkenntnisse, die eine vor einigen Monaten bereits erfolgte Anhörung von Verbänden und Experten vor dem Finanzausschuss erbracht hat. Bislang allerdings ist bei den Gesprächen der entscheidende Durchbruch ausgeblieben, was die Verunsicherung der Akteure der Immobilienwirtschaft steigert.

Zinshaus-/Forward-Deal-Angebote

Attraktive Wohnanlage am künftigen Campus Berlin TXL

Die sehr gepflegte und komplett vermietete Wohnanlage aus dem Jahr 1982 wird über vier Aufgänge mit Aufzügen erschlossen. Auf 4.012,48 m² Fläche befinden sich 40 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten. Die Wohnungen verfügen über Balkone bzw. Terrassen und zum Teil sogar über Mietergärten.

Die Wohnungsmieten befinden sich auf einem niedrigen Niveau von durchschnittlich 6,39 EUR/m².

Kaufpreis: 12.000.000 EUR zzgl. 4,76 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)

TG-Stellplatzanzahl: 35

JNKM IST: 361.296 EUR

Angaben zum Energieausweis: Energieverbrauchskennwert lt. Bedarfsausweis 123,7 kWh/(m²*a), Energieeffizienzklasse D, Gaszentralheizung, Baujahr 1982.

(bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 52028)

Mehrfamilienhaus mit 17 Wohneinheiten in Erfurt

Das Mehrfamilienhaus wurde 1997 auf einem knapp 1.500 m² großen Grundstück errichtet. Das Objekt verfügt über 17 Wohnungen, die über zwei Treppenhäuser erschlossen werden. Die Zwei- und Drei- Zimmerwohnungen variieren von 52 bis 80 m². 15 Einheiten verfügen über Balkone oder Terrassen.

Weiterhin befinden sich 17 PKW Stellplätze auf dem Grundstück.

Kaufpreis: 2.200.000 EUR zzgl. 7,14 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)

Vermietbare Fläche: 1.129 m²
Preis pro m²: 1.948 EUR

Angaben zum Energieausweis: Energieverbrauchskennwert lt. Verbrauchsausweis 82,4 kWh/(m²*a), Energieeffizienzklasse C, Gasheizung, Baujahr 1997.

(bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 52163)

Zwei hochwertig ausgestattete Mehrfamilienhäuser an der Berliner Stadtgrenze

Die zwei Objekte verfügen über insgesamt 19 Wohneinheiten, welche zwischen 40 m² und 110 m² variieren. Ein Neubau wurde im Jahr 2010 errichtet und ein Altbau 2010 modernisiert. Beide Objekte verfügen über großzügige Balkone oder Terrassen, neue moderne Bäder sowie Einbauküchen. Jedes Haus ist mit einem behindertengerechten Aufzug ausgestattet.

Kaufpreis: 4.900.000 EUR zzgl. 5,35 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)

Stellplatzanzahl: 20
JNKM IST: 190.022 EUR

Angaben zum Energieausweis liegen für beide Häuser vor.

(bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 51762)