Wohninvestments,

Wohninvestments in Deutschland – mit Berliner Zinshäuser – März 2021

11. Mär 2021

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

irgendwie ist alles im Fluss: Die Städte wandeln sich, aber es gibt keine Wohnungen. Das Angebot steigt, aber die Nachfrage auch. Die Banken sitzen auf Geld, und doch gibt es immer mehr alternative Finanzierer. Die Welt ist scheinbar so bipolar wie selten und gleichzeitig dem Ying und Yang verbunden. Wir haben daher für diese Ausgabe unterschiedliche Blickwinkel zusammengetragen, die das breite Spektrum der Immobilienwirtschaft spiegeln: den Blick auf zinsgetriebene Preise und Erschwinglichkeiten, den Blick auf alternative Finanzierer und wo deren Bedeutung steigt sowie den Blick auf das kluge Zusammenspiel zwischen Bestand und Neubau.

Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre,

Ihr JMS und JG

BEITRÄGE

Die Zinsen bestimmen die Preise

Oliver Koch  |  Vorstand Fortis Real Estate AG

Je weiter die Zinsen sinken, desto mehr werden Anleger in Immobilien gedrängt, desto stärker wächst die Nachfrage, desto mehr steigen die Preise. So weit, so verständlich. Und auch altbekannt. Dass das niedrige Zinsniveau zu einer Flucht in Immobilien und in die Aktienmärkte führt, lesen wir beinahe täglich. Die Folge, die dann immer wieder suggeriert wird, erleben wir ebenfalls: Wohneigentum wird Monat für Monat teurer, Neubauten kann sich ohnehin so gut wie niemand leisten, und der Bestand in begehrten Lagen geht weg wie warme Semmeln.

Was also sollte man fordern, damit die Preise am Wohnungsmarkt wieder sinken – etwa die Zwangserhöhung der Garantiezinsen am Anlage- und Versicherungsmarkt? Oder vielleicht gleich eine sprunghafte Korrektur der Leitzinsen nach oben?

Ich zweifle an diesem Lamento ebenso wie an dem einseitigen Blick auf die Entwicklung der Immobilienpreise. Niemand kauft eine Immobilie in bar. Bei jeder Transaktion von Wohneigentum sind Banken und Sparkassen involviert. Eine solche Investition ist für 99 Prozent der Menschen die größte ihres Lebens und wird mit mindestens einem Kredit finanziert. Daher sind für mich auch die absoluten Preise am Wohnungsmarkt relativ. Zumindest müssen sie in ein faires Verhältnis gesetzt werden – zu Angebot und Nachfrage, gewiss, aber vor allem auch zum Zinsumfeld und der Finanzierungslandschaft.

Wer heutzutage eine Wohnung erwirbt, zahlt aktuell bei einer normalen Bonität Zinsen zwischen einem halben und einem Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als noch im Jahr 2015 und vier Prozent weniger als im Jahr 2011. Man kann also derzeit weitaus mehr finanzieren als in der Vergangenheit. Eine Beispielrechnung bei einer klassischen Tilgung von zwei Prozent, zehn Jahren Zinsbindung und einer monatlichen Rate von 1.500 Euro. Wir nehmen als Grundlage Zinssätze von fünf, drei und einem Prozent. Im Jahr 2011 erhielt man dafür 257.000 Euro. Im Jahr 2015 360.000 Euro, und heute bekäme man 600.000 Euro an Finanzierungskredit. Alle Achtung, zumal neben Eigentumsförderungen wie dem Baukindergeld und KfW-Krediten ab Dezember 2020 zudem die Provisionsteilung bundesweit greift und so die Kaufnebenkosten gesenkt werden. Überdies ist eine Reform der Grunderwerbsteuer nach wie vor auf der politischen Agenda, auch wenn die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellten Steuerfreibeträge für den Ersterwerb von Wohneigentum in dieser Legislaturperiode wohl kaum noch umsetzen wird.

Die wichtigste Herausforderung liegt für mich in dem mangelnden Vertrauen der Menschen in ihre eigenen Vermögensfähigkeiten. Die abstrakte große Zahl macht Angst, weil sich viele ob der größten Investition ihres Lebens nicht vorstellen können, dass ein solcher Kredit tatsächlich auch abbezahlt werden kann. Dabei ist der Euro-Preis allein eben kein aussagekräftiges Indiz für Preissteigerungen am Immobilienmarkt. Erst das Preis-Zins-Verhältnis gibt Aufschluss über die wahren Kosten von Wohneigentum. Würde sich diese Erkenntnis durchsetzen, wäre vielen Menschen geholfen, die Wohneigentum erwerben wollen, mit dem Sprung ins Eigenheim aber hadern.

Alternative Immobilienfinanzierer sind auf dem Vormarsch

Maximilian Könen & Lucas Boventer  |  Managing Directors Investments &
Institutional Coverage, Linus Digital Finance

Die Finanzierungsstrukturen am Immobilienmarkt verändern sich. Vor allem weil Banken und Sparkassen als klassische Fremdkapitalgeber immer risikoaverser werden und sich bei der Beleihung von Bestandsankäufen und Projektentwicklungen weiter zurückziehen. An ihre Stelle treten immer öfter alternative Fremdkapitalgeber.

Klassische Kreditinstitute sind aktuell vorsichtiger denn je. Damit ergeben sich für alternative Fremdkapitalinstrumente von Kreditfonds oder institutionellen Investoren neue Möglichkeiten. Bislang beschränkten sich die Aktivitäten alternativer Anbieter zumeist auf das Nachrangkapital und die höheren Beleihungsausläufe. Eine klassische Finanzierungsstruktur bestand traditionellerweise aus der Seniortranche bis etwa 60 Prozent, die von Banken und Sparkassen bereitgestellt werden, und dem Mezzanine-Anteil mit der Juniortranche bis etwa 85 Prozent. Der Rest wurde durch haftendes Eigenkapital aufgestockt.

Neue Opportunitäten für Fremdkapitalgeber
Da die finanzierenden Banken aktuell vermehrt nur noch bei geringeren Beleihungsausläufen mitgehen, rücken die alternativen Fremdkapitalgeber nach. Diese gehen durch die neuen Entwicklungen wesentlich geringere Risiken ein. Auch die Investitionsmöglichkeiten für Fremdkapitalgeber wachsen stetig. Im Gegensatz zu vor der Corona-Krise sind sie nicht mehr vordergründig nur bei der Finanzierung von Projektentwicklungen gefragt. Stattdessen werden alternative Fremdkapitalgeber immer häufiger zur Finanzierung von Bestandsankäufen abgerufen, ein weiterer Indikator für den Vormarsch in risikoaversere Bereiche.

Und noch ein weiterer großer Vorteil besteht: Während bei Banken und Sparkassen oftmals Wochen oder Monate vergehen, bis eine Finanzierung steht, sind Fremdkapitalgeber liquide und ob ihrer schlanken Strukturen in der Lage, schnell Entscheidungen zu treffen. Wer in Zeiten von Corona-Pandemie und Lockdown vereinzelt auftauchende Opportunitäten zum Markteinstieg nutzen möchte, kann sein Vorhaben durch alternative Kapitalgeber umsetzen, anstatt die Chance durch zu späte Kreditzusagen zu verpassen.

Die Konsequenz: Klassische Banken kommen immer häufiger gar nicht mehr zum Zuge, auch nicht für eine sehr konservative Seniortranche von 50 bis 60 Prozent Beleihungsauslauf. Eine weitere Chance für alternative Kapitalgeber, denn in solchen Fällen werden diese oftmals für die gesamte Finanzierung angefragt, also den Whole-Loan. Somit nehmen sie vollständig den Platz einer klassischen Bank oder Sparkasse ein.

Das Zusammenspiel mit Banken und Versicherungen
Allerdings geht ein geringeres Risiko-Exposure zwangsläufig auch mit niedrigeren Zinssätzen einher. Selbst wenn der alternative Kreditgeber eine gewisse Prämie für seine schnelleren Genehmigungsprozesse am Markt durchsetzt, sind die Zinssätze für die unteren Beleihungsausläufe in Niedrigzinszeiten dennoch nicht besonders attraktiv für einen Mezzanine-Kreditfonds. Deshalb syndizieren Kreditfonds die Seniortranchen oftmals. An dieser Stelle kommen tatsächlich wieder Banken und Versicherungen ins Spiel. Warum sich diese zuerst in Zurückhaltung üben, um die Seniorfinanzierungen dann am Ende doch zu übernehmen? Zum einen geht es vor allem kleineren Instituten um die Diversifizierung des bestehenden Immobilienfinanzierungsportfolios. Zum anderen erhalten Banken ohne eigene Immobilienfinanzierungssparte und entsprechende Infrastruktur Zugang zu attraktiven Seniorfinanzierungen.

Wer jedoch denkt, dass die aktuelle Pandemie einen neuen Trend heraufbeschworen hat, der irrt sich. Kreditfonds und Mezzanine-Instrumente waren schon auf dem Vormarsch. COVID-19 hat den bereits bestehenden Trend lediglich verschärft und seine Entwicklung beschleunigt. Insbesondere der Faktor Geschwindigkeit, der in einem Marktumfeld aus vereinzelten Opportunitäten entscheidend sein kann, spielt den alternativen Anbietern derzeit in die Karten. Und auch nach der Krise werden uns diese Entwicklungen weiter begleiten. Alternative Finanzierungsgeber sind durch die hohe Nachfrage von Bestandsinvestoren und Projektentwicklern auf dem besten Weg, sich als entscheidende Akteure am Finanzierungsmarkt mit kurzen Entscheidungswegen zu etablieren. Vor allem deshalb, weil sie die durch aktuell sehr vorsichtig agierende Banken auftretende Finanzierungslücke füllen und durch liquides Kapital schnelle Entscheidungen ermöglichen. Zugleich erlauben sie regionalen Banken und Sparkassen eine stärker diversifizierte Aktivseite. Argumente, die nicht nur in Zeiten der Pandemie überzeugen.

Freiflächen zu Kommunikationsstätten

Philipp Pferschy  |  Vorstand Gieag Immobilien AG

Die Entwicklung von Quartieren hat in Deutschland eine lange Tradition. Schon die Stadtplaner Anfang des vergangenen Jahrhunderts haben dieses Konzept bei ihren Entwicklungen bedacht. Impulsgeber waren damals die großen Industriebetriebe, wie Siemens, AEG oder die großen Stahlbetriebe, um die herum Werkssiedlungen gebaut wurden. In den vergangenen Jahren hat diese Idee eine Renaissance erlebt, vereint sie doch alles, was eine moderne Stadtentwicklung ausmacht: Gewerbe, Wohnen und Soziales. Zudem berücksichtigen durchdachte Quartiersentwicklungen ein völlig neues Lebensgefühl: Waren früher Familie und Beruf strikt getrennt, vermischen sich Arbeiten und Leben heutzutage immer deutlicher. Durch intelligente Konzepte lässt sich dieser Trend so abbilden, dass er statt als Belastung als Nutzen empfunden wird. Denn ist es nicht eigentlich ein schöner Gedanke, dass man von der heimischen Wohnung nur wenige Meter bis zum Büro zurücklegen muss und auf dem Weg noch schnell ein paar wichtige Besorgungen im nahe gelegenen Supermarkt machen und/oder das Kind in die Kita bringen kann? In der Mittagspause ein schneller Snack in der Gastronomie vor Ort. Und abends auf dem Weg zurück ins heimische Wohnzimmer schnell eine Runde Sport im Fitnessstudio.

Ein gut durchdachtes Quartier fügt sich nicht nur in das bestehende Erscheinungsbild eines Viertels ein – es bietet einen echten Mehrwert. Nicht nur für die Bewohner, auch für die Anwohner

Das moderne Quartier wird zur eigenen kleinen Gemeinschaft. Aus Kollegen werden Nachbarn, aus Nachbarn werden Freunde. So die Idee. Und auch die Stadtplaner freuen sich, werden doch sämtliche, für eine funktionierende Stadt wichtigen Aspekte berücksichtigt. So verfügen die meisten Quartiere zudem über zeitgemäße Mobilitätskonzepte und bieten immer häufiger durch soziale oder kulturelle Einrichtungen einen wichtigen Mehrwert.

Plätze zu Teeküchen
Doch reicht es wirklich aus, dass sich Menschen dort auf dem Weg von A nach B begegnen? Werden so Kontakte geknüpft? Dafür braucht es mehr als ein vermeintliches Wir-Gefühl in Form eines ansprechenden Namens und einer gemeinsamen Adresse. Benötigt werden Orte, an denen man sich treffen, in Austausch treten oder gemeinsam aktiv sein kann. Und dafür bieten gerade gut durchdachte Quartiere die richtige Grundlage, denn dort wird den Freiflächen ebenso viel Aufmerksamkeit zuteil wie den Gebäudeensembles und deren „Innenleben“.

Um in den Dialog zu treten, bedarf es des richtigen Rahmens. Und diesen bieten Freiflächen zwischen den einzelnen Gebäuden. Allerdings genügt es nicht, diese einfach nur zur Verfügung zu stellen. Man muss sie ebenso entwickeln wie das Quartier selbst beziehungsweise als festen Bestandteil dessen. Dabei reicht es nicht aus, dass dort eine Grünfläche und drei Bänke zur Verfügung stehen – es braucht vielmehr ein Konzept, um den Austausch und die Begegnung zu fördern. Sei es in Form von Sport- und Spielplätzen, aber auch Ruhezonen sind elementar. Ein weiterer Trend ist das „Urban Gardening“, das man gut und mit wenig Aufwand in Quartieren umsetzen kann. Bei gemeinsamer Gartenarbeit, der Pflege von Blumen und Gemüse, wird nicht nur den Kindern Lehrreiches geboten, sondern Gemeinschaft spür- und gestaltbar. Damit kehrt der Quartiersplatz auch wieder zu seiner Ursprungsidee zurück – denn einstmals war er als Alternative zum eigenen Garten innerhalb der Stadt gedacht.

Während viele Jahre auf eine möglichst dichte Bebauung gesetzt wurde, um Flächen optimal zu nutzen, zeichnen sich moderne Quartiere durch Raum für Begegnungen aus

Alte Ideen im neuen Gewand
Inzwischen kommt ihm eine völlig neue Bedeutung zu: Prof. Dr. Ludger Basten, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeographie an der Technischen Universität Dortmund, sieht in der Gestaltung von Quartiersplätzen die Möglichkeit eines individuellen Identifikationspunkts für die Bewohner und das Viertel. Und um diese so zu gestalten, dass sie eben dieser Bedeutung wieder gerecht werden, braucht es in erster Linie eins: Den Mut, sich nicht an alten Mustern zu bedienen, sondern immer wieder individuell zu entscheiden, wo auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden kann – und wo es neue Ansätze und Ideen braucht. Man muss sich neuen Aufgaben stellen, Veränderungen und innovative Geschäftsideen wagen, um dem Wandel der Zeit gerecht zu werden. Und erst durch solch ein ganzheitliches Konzept wird aus der Entwicklung eines Objekts eine neue und erfolgreiche Assetklasse.

Der Berliner Mietendeckel zeigt Wirkung – wirklich?

Jürgen Michael Schick, FRICS  |  Präsident des IVD, Immobilien Verband Deutschland e.V.

Vor Kurzem hat die Immobilienzeitung in ihrem Artikel „Der Berliner Mietendeckel zeigt Wirkung“ über eine Auswertung des Onlinemarktplatzes Immobilienscout berichtet. Wörtlich heißt es:

„Der vor knapp einem Jahr eingeführte Berliner Mietendeckel zeigt Wirkung. Das jedenfalls geht aus einer Analyse des Onlineportals Immobilienscout24 zum einjährigen Bestehen des Gesetzes zur Mietenbegrenzung im Wohnungswesen in Berlin hervor. Die Angebotsmieten sind demnach gesunken. Die Berliner Angebotsmieten sind der Untersuchung zufolge binnen Jahresfrist um 7,8% gesunken. Gleichzeitig aber überschreiten ein Jahr nach Inkrafttreten des Mietendeckels gut Dreiviertel aller Vermieter die zulässigen Obergrenzen in neuen Mietinseraten. Hinzu kommt: Das Angebot auf dem Portal ist drastisch gesunken.“

Analysen wie diese sind doppelt falsch.
Sinken die Mieten wegen des Berliner Mietendeckels? Ich vermute, dass viele Vermieter ihre Wohnungen gar nicht mehr inserieren. Für frei werdende Wohnungen gibt es im Haus selbst meist schon geeignete Nachmieter. Durch die Kampagne gegen die sogenannte Schattenmiete, mit der linke Mieteraktivisten lautstark dagegen ankämpfen, dass Vermieter eine höhere Miete vereinbaren, die für die Dauer des Mietendeckels abgesenkt wird, scheuen sich viele Vermieter, ihre Wohnung öffentlich zu annoncieren. Stattdessen finden sie einen neuen Mieter unproblematisch über private Kanäle, zumeist über den Vormieter. Gerade für höherwertige Wohnungen gibt es immer weniger Bedarf an öffentlichen Anzeigen. Bei guten Wohnungen in guten Lagen sind zumeist auch die Vormieter referenzfähig und benennen einen Nachmietinteressenten. Im einfachen Wohnungssegment ist das deutlich seltener der Fall. Im Ergebnis werden höherwertige Wohnungen seltener öffentlich angeboten als Wohnungen im einfachen Segment. In meinem eigenen Bestand ist das so. Wenn es nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Eigentümern der Fall ist, dann wäre die Folge, dass der Anteil im unteren Marktsegment an allen öffentlich angebotenen Wohnungen zugenommen hätte. Dann würde – oh Wunder – die durchschnittliche Angebotsmiete im Median aller Scout-Inserate natürlich niedriger ausfallen als in der Vergangenheit. Die Schlussfolgerung, der Mietendeckel zeige Wirkung, weil die Angebotsmieten bei Immobilienscout sinken, ist augenscheinlich zu kurz gedacht. Solche Mitteilungen von Online-Portalen nutzen niemandem. Es wäre eine schöne Forschungsaufgabe, den Rückgang der mittleren Angebotsmiete einmal wissenschaftlich und systematisch zu analysieren.

Ich habe gesagt, dass Meldungen wie diese doppelt falsch sind. Der zweite Grund ist, dass sie außer Acht lassen, dass in ganz Deutschland die Mieten nachlassen – und nicht nur in Berlin, das von dem Mietendeckel geplagt ist. Erst kürzlich hat das Forschungsinstitut F+B veröffentlicht, dass die Neuvertragsmieten in Deutschland auf Jahressicht stagnierten. Von den 50 teuersten Städten hätten sich in 27 die Neuvertragsmieten sogar verbilligt. Auch der IVD-Research bestätigt, dass sich sogar in den Top-6-Städten die Mieten unter dem Bundesdurchschnitt entwickeln. Die Zeiten der sprunghaft ansteigenden Mieten („Mietenexplosion“) sind Geschichte. Der Neubau in Deutschland hat so stark zugelegt, dass das breitere Angebot Wirkung zeigt. Die Zahl der neu gebauten Wohnungen in Deutschland hat sich im Vergleich der zurückliegenden Jahre nahezu verdoppelt.

Es ist der wieder funktionierende Neubau, der jetzt zu einer Entlastung auf den Mietmärkten führt, und nicht das linkspopulistische Instrument Mietendeckel. Dass aber gerade in Berlin der Neubau lieber verhindert wird, gehört mit ins Bild. Würde es in der Hauptstadt laufen wie im Rest von Deutschland, hätten die Wohnungssuchenden mehr Angebot zur Verfügung. Die Linken verlören aber auch ihr Wahlkampfthema. Und daran haben sie kein Interesse.

BERLINER ZINSHÄUSER

Nachrichten

Wohnungspreise trotzen weiter Corona

Trotz der Coronakrise sind Immobilien im Jahr 2020 teurer geworden, in den Großstädten flacht sich der Anstieg der Mieten jedoch ab. Das zeigen aktuelle Daten vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Dem vdp zufolge verteuerten sich Immobilien im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent. Noch im vierten Quartal ging es um 6,0 Prozent nach oben. 2019 war auf Jahressicht noch ein Plus von 6,4 Prozent verzeichnet worden. Auf den zweiten Blick zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede bei den Preisentwicklungen einzelner Assetklassen und Teilmärkte. Während die Preise für Wohnimmobilien im vierten Quartal 2020 um 7,5 Prozent anzogen, verteuerten sich Gewerbeimmobilien lediglich um 0,6 Prozent. Auf Jahressicht belief sich das Plus auf 6,8 beziehungsweise 3,1 Prozent. Das Plus bei den Wohnungspreisen in den sieben größten Städten Deutschlands fiel etwas undeutlicher aus. Die Preise für Wohnimmobilien stiegen in den Top 7 insgesamt um 3,5 Prozent und im vierten Quartal um 4,7 Prozent, bei selbst genutzten Immobilien waren es sogar 4,9 und 5,7 Prozent.

Mehr Förderung, mehr energetische Sanierung?

Deutsche Eigentümer kommen bei der energetischen Sanierung ihrer Gebäude voran. Die Zahl der Anträge für die verschiedenen Gebäudeeffizienzprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums habe sich nach Angaben des Ministeriums im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 auf 600.000 annähernd verdoppelt. Die förderbedingten CO2-Einsparungen verdoppelten sich nach Angaben des Ministeriums auf 14 Millionen Tonnen bis 2030. Hinter den Zahlen stehen eine massive Aufstockung der Mittel und verbesserte Förderbedingungen. Für die Förderung der energetischen Sanierung standen 2019 insgesamt 1,85 Milliarden Euro zur Verfügung. 2020 waren es 8,6 Milliarden Euro. Der Betrag umfasst verschiedene Programme, etwa das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW und das Marktanreizprogramm (MAP). Einer der Haupttreiber der Entwicklung war die rege Nachfrage nach Fördermitteln für den Einbau von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. Allein dort stieg die Zahl der Anträge laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) von 76.000 im Jahr 2019 auf mehr als 280.000 im vergangenen Jahr. Der Gebäudebereich spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Klimaschutzziele. Fast 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf den Gebäudesektor.

Enteignungsdebatte geht in die nächste Runde

Die Diskussion um die Enteignung großer Immobilienunternehmen in Berlin ist zurück. Die Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ erklärte, dass sie die Durchführung der zweiten Stufe ihres Volksbegehrens beantragt habe. In einer ersten Phase waren 2019 gut 77.000 Unterstützerstimmen gesammelt worden. Jetzt wäre die Unterstützung von mindestens sieben Prozent der zum Berliner Abgeordnetenhaus wahlberechtigten Stimmen nötig. Das entspricht rund 175.000 Unterschriften, die innerhalb von vier Monaten zusammenkommen müssten. Gelingt das, sollen die Berliner am 26. September über die

Frage der Enteignung von Wohnungsunternehmen ab 3.000 Wohnungen abstimmen – zeitgleich mit den Bundestagswahlen und den Wahlen zum neuen Berliner Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlung. Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD, warnte vor den investitions- und zukunftsfeindlichen Folgen: „Kein Investor wird mehr das Risiko eingehen, im sozialistischen Berlin zu investieren, mit ruinösen Folgen für Wohnungsbestand, Wohnungsneubau und die Wirtschaft.“

Zinshaus-/Forward-Deal-Angebote

Saniertes Bestandshaus mit bezugsfreien Wohnungen und Neubaupotenzial in Charlottenburg-Wilmersdorf

Das 1965 errichtete Wohn- und Geschäftshaus wurde 2016 umfassend modernisiert. Die Sanierung umfasste unter anderem den Dachgeschossausbau, die Anbindung eines Aufzugs sowie die Sanierung der Fassade und des Kellers. Das Bestandshaus setzt sich zusammen aus einem Vorderhaus und einem linken Seitenflügelteil. Das Gebäude besteht aus sechs Vollgeschossen sowie einem Staffelgeschoss und verfügt über 16 Wohneinheiten und fünf Gewerbeeinheiten. Die Grundstücksfläche beträgt 1.089 m², der Innenhof wird für 22 Pkw-Stellplätze genutzt. Ein Teil dieser Stellplatzflächen ist zugleich die Baureserve zur Errichtung eines Neubaus mit ca. 700 m² Wohnfläche, welcher als rechter Seitenflügel an das bestehende Gebäude angebaut wird. Die Planung für den Neubau sieht fünf Geschosse plus ein Staffelgeschoss mit Dachterrassen vor. Geschäfte des täglichen Bedarfs, diverse Cafés und Restaurants sind innerhalb weniger Gehminuten zu erreichen. Über den S- und U-Bahnhof besteht eine hervorragende Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Die Autobahn A 100 ist über die nahe gelegene Anschlussstelle sehr gut zu erreichen.

Kaufpreis: 8.000.000 EUR zzgl. 7,14 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)
Vermietbare Fläche: 2.047 m²
JNKM:  206.838 EUR

Angaben zum Energieausweis: Energieverbrauchskennwert lt. Verbrauchsausweis 106,3 kWh/(m²*a), Energieeffizienzklasse D, Öl, Baujahr 1965  

(Bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 52363)

Projektentwicklung mit zwei attraktiven Mehrfamilienhäusern in Falkensee

Die in Errichtung befindliche Wohnanlage besteht aus zwei Mehrfamilienhäusern mit jeweils 20 Einheiten auf zwei Geschossen. Die vollständig unterkellerten Massivbauhäuser werden unter anderem mit bodentiefen Fenstern und Solarkollektoren auf den Dächern modern und hochwertig errichtet. Die durchschnittliche Wohnfläche je Einheit wird 52,5 m² betragen. Insbesondere dieses Wohnungssegment ist in Falkensee unterrepräsentiert. Jeder Wohnung werden ein Kellerabteil sowie ein Pkw-Stellplatz zugeordnet. Falkensee ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort und einer der am besten angebundenen Standorte im Umland von Berlin. Der Bahnanschluss sowie die Busverbindungen bieten gute Anbindungen nach Berlin und Potsdam.

Kaufpreis: 8.500.000 EUR zzgl. 7,14 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)
Vermietbare Fläche: 2.100 m²
JNKM SOLL:  340.200 EUR

Kein Energieausweis vorhanden, da es sich um ein Neubauprojekt handelt.

(Bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 52256)

Schöner Altbau als Eckgebäude in bester Lage von Chemnitz

Das 1909 erbaute und 1996 aufwendig sanierte Wohn- und Geschäftshaus befindet sich auf einem 960 m² großen Grundstück. Das Eckgebäude besteht aus vier Geschossen und einem nicht ausgebauten Dachgeschoss. 13 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten verteilen sich auf einer vermietbaren Fläche von circa 1.312 m². Das Objekt grenzt direkt an die Chemnitzer City, die mit ihren vielen kleinen Kneipen und Bars zu den begehrtesten Wohngegenden der Stadt gehört. Weiterhin befinden sich in unmittelbarer Nähe mehrere Kindergärten, Schulen und Spielplätze. Buslinien verbinden das Viertel mit dem Stadtzentrum, welches auch zu Fuß in etwa 20 Minuten erreichbar ist.

Kaufpreis: 1.800.000 EUR zzgl. 7,14 % Käuferprovision (inkl. MwSt.)
Vermietbare Fläche: 1.312 m²
JNKM SOLL:  75.260 EUR

Angaben zum Energieausweis: Energieverbrauchskennwert lt. Verbrauchsausweis 144,3 kWh/(m²*a), Energieeffizienzklasse E, Erdgas H, Baujahr 1909

(Bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 52316)