Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Bundestagswahl steht bevor. Am 24. September entscheidet sich, von wem und in welcher Konstellation das Land in den folgenden vier Jahren regiert wird. Die Immobilienbranche schaut gespannt auf diesen Tag, denn was passiert, wenn die Regierungsbank rot, dunkelrot und grün angestrichen ist, lässt sich gut in Berlin beobachten. Der Senat dort winkt Regulierung um Regulierung durch, die Baugenehmigungen sinken, Nachverdichtung wird immer schwieriger. Auch in solchem Umfeld bleibt der Wohnimmobilienmarkt attraktiv, wird aber zur Herausforderung. In welche Richtung sich die Bundesrepublik nach dem 24. September bewegen wird? So oder so: Wer gut gerüstet ist, wer Markt- und Sachverstand hat, dem muss nicht bang sein.

Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre mit der neuen Ausgabe unseres gemeinsamen Newsletters,

Ihr

Holger Friedrichs und Jürgen Michael Schick

Beiträge

Jacopo Mingazzini Vorstand der Accentro Real Estate AG

Das Problem mit dem Vorkaufsrecht

Premiere in Berlin-Neukölln: Im Juni haben die Behörden dort zum ersten Mal ihr Vorkaufsrecht ausgeübt. Ein privater Investor wollte ein Wohnhaus im Reuterkiez erwerben, doch für den Milieuschutz ist der Bezirk dem Investor zuvorgekommen. Die Grünen in Neukölln feiern sich für diese Entscheidung selbst (der Neuköllner Baustadtrat ist von den Grünen) und verbreiten die von den Medien gern aufgenommene Meinung, die Mieter seien nun vor den Immobilienspekulanten sicher. Aber ist die Welt wirklich so schwarz-weiß?

Investoren werden erpresst und verteufelt

In Milieuschutzgebieten wie dem Reuterkiez bekommen potenzielle Investoren von den Behörden regelmäßig sogenannte Abwendungsvereinbarungen vorgelegt. In diesen Vereinbarungen müssen Investoren zahlreiche Selbstbeschränkungen akzeptieren, etwa bezüglich Modernisierungen oder Umwandlungen. Tun sie das nicht, droht die Kommune, ihr Vorkaufsrecht auszuüben. Dies war auch der Fall bei dem angesprochenen Wohnhaus im Berliner Reuterkiez: Der Investor wollte die Abwendungsvereinbarungen nicht unterzeichnen, also machten die Behörden ihre Drohung wahr und nutzten das Vorkaufsrecht.

Dass manche Investoren die Abwendungsvereinbarungen nicht akzeptieren wollen, lässt sich leicht als Profitgier auslegen, dabei wollen sie sich oft schlicht und ergreifend nicht erpressen und verteufeln lassen. Denn um nichts anderes handelt es sich, gerade wenn sich die Behörden für die Abwendungsvereinbarung beziehungsweise das Ausüben des Vorkaufsrechtes im Anschluss medial feiern lassen.

Wenn die Fassade bröckelt

Und das ist schade. Nicht nur für den Investor, sondern auch für die Mieter. Denn wo nicht investiert wird, da verfällt der Bestand. Da bröckelt die Fassade, da funktionieren die sanitären Anlagen nicht richtig, da geht wegen mangelnder Energieeffizienz viel Wärme verloren und der Stromverbrauch ist hoch, da müssen sich Senioren über Treppen in den fünften Stock schleppen. Das passiert, wenn Investoren ausbleiben oder sich nicht mehr um ihren Bestand kümmern.

Die Einschränkungen für Modernisierungen sind in Milieuschutzgebieten auch so schon äußerst umfassend, die von den Behörden vorgelegten Abwendungsvereinbarungen und das Drohpotenzial des Vorkaufsrechts verschärfen die Regulierungen noch zusätzlich. Die Behörden tun mittlerweile alles, um Investitionen in den Berliner Wohnvierteln zu verhindern. Das wird ihnen und den Berliner Bürgern irgendwann auf die Füße fallen.

Patrick Herzog-Smethurst Geschäftsführender Gesellschafter, DKW Gruppe

60er-Jahre Wohnhäuser: Renditeaussichten für Geduldige

Wer aktuell in Berlin eine Wohnimmobilie kaufen möchte, hätte natürlich am Liebsten entweder ein prunkvolles Objekt aus der Gründerzeit oder eine moderne Immobile aus den 2000er-Jahren. Die Realität sieht aber häufig anders aus: Die Märkte sind ausgedünnt, und die wenigen Spitzenobjekte, die noch zum Verkauf stehen, erzielen teils astronomische Preise. Aus diesem Grund rücken die bisher eher stiefmütterlich behandelten 1960er-Jahre-Bauten immer stärker in den Fokus zahlreicher Investoren. Sie haben erkannt, dass es sich dabei um eine der wenigen unterbewerteten Assetklassen auf den deutschen Immobilienmärkten handelt – und dass unterbewusste Schönheitsvorstellungen kein Ausschlusskriterium für ein lohnenswertes Investment darstellen.

Aufgrund des anhaltenden Nachfrageüberhangs nach Wohnraum in den deutschen Metropolregionen und der niedrigeren Investitionskosten für ein 60er-Jahre-Objekt können sich attraktive Renditepotenziale ergeben. Um diese Potenziale zu verwirklichen und eine erfolgreiche Wertschöpfung zu erreichen, sind Geduld und Vorsicht nötig: Ähnlich wie bei Vorkriegsimmobilien gelten für Wohnhäuser aus den 1960er-Jahren spezielle Regeln und Besonderheiten, die Investoren stets im Auge behalten sollten.

Ein wichtiger Aspekt ist die oftmals schwache Bausubstanz: Die Objekte sind ein Abbild ihrer Zeit, in der die Wohnungsnot enorm und Baumaterial Mangelware war. Häufig wurde dünn und mit Schutt gebaut. Die Folge davon sind krumme Aufzugsschächte, weshalb niemals entkernt, sondern stets modernisiert und instandgesetzt werden sollte. Moderne Aufzüge lassen sich nur mit großem Mehraufwand und zusätzlichen Investitionskosten einbauen. Für den Laien sind die Unterschiede zwischen einer neuen Anlage und einer fachmännisch instandgesetzten zudem kaum zu erkennen.

Vorsicht sollte man auch bei geplanten Aufbauten walten lassen. Häufig lässt sich die Geschossflächenzahl nicht im Penthouse-Stil erhöhen, obwohl die meisten Immobilien der 1960er mit Flachdächern gebaut wurden. Ein Holzständewerk mit Staffelgeschoss ist hingegen in einigen Fällen möglich. Das müssen keine schlechten Neuigkeiten sein: Immerhin erhalten Sie dadurch ein Penthouse mit einem Rundum-Galerie-Balkon.

Ein weiterer Aspekt, bei dem Kompromisse nötig sind, ist die Frage nach dem Schallschutz. Aufgrund der dünnen Wände der 1960er Jahre können die Wohnungen auch mit nachträglichen Isolierungen und dem Einbau neuer Fenster kaum die heutigen Standards erreichen. Doch selbst mit einer teilweisen Reduzierung der Straßengeräusche sind vor allem junge Mieter zufrieden, sie empfinden die Geschäftigkeit der Metropole ohnehin nicht als akustische Störung.

Einige Investoren treten sofort von der Kaufabsicht zurück, wenn sie das Schlagwort Asbest hören. Meiner Meinung nach zu Unrecht. Ja, es ist wichtig, sich den Zustand des Gebäudes genau anzusehen. Asbest wurde relativ häufig verwendet, vor allem für die Flachdächer von Wohnhäusern und Garagen, aber auch als Beimischung im Klebstoff für Linoleumböden. Schließlich galt er als hervorragend isolierender Baustoff, die Gesundheitsgefahren waren damals nicht hinreichend bekannt. Solange Asbest jedoch nicht austrocknet, bröckelt und somit Asbestfasern in die Luft gelangen oder aber Asbeststaub zum Beispiel durch Bohren freigesetzt wird, geht von dem Material keine Gefahr aus. Eine übereifrige Sanierung eins Daches kann also mehr schaden als nutzen.

Mithilfe von ästhetischen Akzenten haben geduldige Investoren die Möglichkeit, den Charme der 1960-Jahre wiederzubeleben, sei es durch Kachelmosaiken, runde Schaufenster oder alte Leuchtreklamen. Durch eine umsichtige Sanierung wird ein hohes Maß an Wohnqualität geschaffen werden, die den Vergleich zu anderen Assetklassen im Wohnsegment nicht scheuen müssen. Diese Qualität rechnet sich für den Eigentümer häufig in barer Münze, und die Bewohner schätzen die architektonische Zeitreise in die 1960er-Jahre.

Michael Stephan Geschäftsführer iFunded

Digitale Immobilieninvestments für Institutionelle feiern in Berlin Premiere

Über digitale Plattformen vermittelte Schwarmfinanzierungen sind eine der am schnellsten wachsenden Investmentmethoden für private Kleinanleger im Immobiliensektor. Neben Nachrangdarlehen für Endkunden bieten einige ausgewählte Plattformen mittlerweile auch großvolumige Investmentmöglichkeiten in Form von besicherten und festverzinslichen Anleihen an. Dadurch werden Vehikel für eine gut verzinste Immobilienanlage mit kurzer bis mittelfristiger Haltedauer zwischen 12 Monaten und bis zu 5 Jahren geschaffen. Das derzeit einzige Finanzierungsprojekt dieses neuen Typs geht nun in der Berliner Eisenzahnstraße an den Start.

Während die deutschen Crowdinvesting-Plattformen 2016 zirka 41,2 Millionen Euro von privaten Anlegern eingesammelt haben, lag das Volumen allein im ersten Halbjahr 2017 bereits bei rund 45,8 Millionen Euro. Das Endkundengeschäft boomt – allerdings sind die Fundingschwellen für institutionelle und semi-institutionelle Investoren häufig zu gering. Aus diesem Grund entsteht derzeit ein neues Produkt speziell für den institutionellen Bereich. Dabei handelt es sich um besicherte Wertpapiere in Form von Teilschuldverschreibungen für Projekte mit einem Gesamtfinanzierungsvolumen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich. So werden aus den ursprünglich reinen Crowdinvesting-Plattformen mittelfristig professionelle Investmentplattformen.

Gute Rendite bei hoher Transparenz

Eine besicherte und festverzinsliche Inhaberteilschuldverschreibung vermindert das Risiko eines Totalausfalls, verglichen mit den für Endkunden häufig ausgegebenen Nachrangdarlehen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die für Wertpapierinvestments übliche Prospektpflicht. Diese gewährleistet ein hohes Maß an Transparenz, beispielsweise in Bezug auf die Gewinn- und Verlustprognose sowie die juristische Beziehung zwischen Emittent und Projektentwickler.

Mit der genauen Auswahl der finanzierten Objekte wird das Anlagerisiko weiter reduziert. Es bietet sich beispielsweise an, umfangreiche Revitalisierungs- und Sanierungsmaßnahmen an einer Bestandsimmobilie an einem bereits etablierten Standort mit einem hohen Gegenwert vorzunehmen. Im Wohnsegment kann dies die Neupositionierung eines Gebäudekomplexes in Vorzugslage sein.

Startschuss fällt in der Berliner Eisenzahnstraße

Mit den „Eisenzahnstraße Beautique Apartments“, eine circa 13.000 Quadratmeter große Bestandsimmobilie bestehend aus drei Objekten mit Wohn- und Gewerbeflächen, bringt die Online-Immobilien-Investmentplattform iFunded nun Deutschlands größtes Crowdfunding-Projekt für Immobilien an den Start: Für das Objekt nahe des Berliner Kurfürstendamms werden insgesamt zehn Millionen Euro über eine Anleiheemission eingesammelt. Mithilfe des eingesammelten Kapitals sollen die Gebäude revitalisiert und rund 281 moderne Mikroapartments vertrieben werden.

Die Laufzeit der Anleihe beträgt 3,5 Jahre. Zunächst können institutionelle sowie semi-professionelle Anleger mit einem Mindestanlagevolumen von 100.000 Euro im Zuge des Private-Placements in das Projekt investieren. In der zweiten Phase werden auch private Investoren per Crowdfunding ab einer Summe von 1.000 Euro zur Zeichnung der Anleihe zugelassen. Anleger erhalten eine jährliche Rendite von 5,5 Prozent, wobei der Emittent der Anleihe über iFunded.de auch bei diesem Projekt halbjährlich Zinszahlungen vorsieht. Die Plattform erweitert damit ihr Produktportfolio, bietet den Anlegern besicherte Wertpapiere in Form von Anleihen zur Zeichnung an und geht als eine der deutschlandweit ersten digitalen Immobilien-Investmentplattformen den Schritt in die regulierte Finanzanlagenwelt.

Jürgen Michael Schick Inhaber MICHAEL SCHICK IMMOBILIEN GmbH & Co. KG

Berlin bleibt Deutschlands wichtigster Zinshausmarkt

Der Markt für Zinshäuser in Deutschland wird nach wie vor von den hohen Verkaufszahlen Berlins dominiert. Der Markt für Wohn- und Geschäftshäuser in der deutschen Hauptstadt ist der mit weitem Abstand größte Markt in der Bundesrepublik. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Zinshausmarktbericht des Immobilienverbandes IVD hervor. Nach der Analyse der Berichte der Gutachterausschüsse in den 50 wichtigsten Städten ergab sich 2016 ein gesamtdeutscher Zinshausumsatz von 15,092 Milliarden Euro. Das Umsatzvolumen Berlins betrug dabei 4,2 Milliarden Euro. Damit liegt der Anteil Berlins am Gesamtvolumen in Deutschland bei 26 Prozent. Die herausragende Stellung Berlins im deutschen Zinshausmarkt hat jedoch leicht abgenommen. Im Vorjahreszeitraum betrug der Anteil Berlins am Gesamtmarkt noch 33 Prozent.

Insgesamt sind in Berlin 1.155 Wohn- und Geschäftshäuser verkauft worden. Auch im Ranking der Zinshauskauffälle ist Berlin damit weiterhin auf dem ersten Platz. Insgesamt sind in Deutschland in 2016 11.464 Miethäuser verkauft worden. Auf Platz zwei folgt bei den Zinshauskauffällen Köln mit 611 verkauften Objekten vor Leipzig (594), Essen (495), Wuppertal (493) und Hamburg (438). 1.155 Kaufverträge sind in Berlin jedoch kein Spitzenwert. Insgesamt ist die Tendenz an der Spree eher rückläufig. Im Jahr 2013 wurden noch 1.790 Kaufverträge für Wohn- und Geschäftshäuser gezählt, im Jahr 2011 waren es 1.863 verkaufte Zinshäuser.

In Berlin macht der Markt für Miethäuser damit einen Anteil von 47 Prozent bei den bebauten Grundstücken aus. Das ist ein im Verhältnis zu anderen deutschen Städten extrem hoher Wert. Bezogen auf das Transaktionsvolumen liegt Hamburg im Deutschland-Vergleich mit einem Zinshausumsatz von 1,5 Milliarden Euro auf Platz zwei gefolgt von München (0,98 Mrd. EUR), Dresden (0,95 Mrd. EUR) und Köln (0,77 Mrd. EUR).

Ein durchschnittliches Zinshaus kostet in Berlin 3,64 Millionen Euro (-1,36 %, im Jahr 2015 waren es 3,69 Mio. EUR). Teurer sind Zinshäuser in Potsdam (4,34 Mio. EUR) und München (6,2 Mio. EUR).

Wie geht es weiter mit der Mietpreisbremse?

In einem Punkt sind sich alle einig, Immobilienverbände und Mieterbund ebenso wie CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne, Linke und AfD: Die Mietpreisbremse funktioniert nicht. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage ist stärker als das Gesetz zur Mietpreisbremse. Wegen des knappen Wohnungsangebotes in den Metropolen steigen die Mieten weiter.

Viele private Vermieter ignorieren die Mietpreisbremse, zumal vielfach unklar ist, wie sie angewendet werden soll. So gilt diese beispielsweise bei „umfassenden Modernisierungen“ nicht, aber der Gesetzgeber hat es versäumt, das Gesetz zu schreiben, was er darunter versteht. Die zentrale Bezugsgröße im Gesetz ist die ortsübliche Vergleichsmiete, die bei Neuvermietungen im Bestand maximal um zehn Prozent überschritten werden darf. Aber in vielen Städten gibt es keine Mietspiegel, in anderen Städten gibt es welche, die auf zweifelhafter Datenbasis basieren.

Wahlausgang entscheidet

Wie geht es nun weiter? Das hängt vom Wahlausgang ab – einmal im Bund und dann in den Ländern. Im Mietpreisbremsengesetz werden die Landesregierungen ermächtigt, Durchführungsverordnungen zu erlassen. Das heißt aber auch: Die Mietpreisbremse kann auf Länderebene wieder abgeschafft werden. Das haben gerade Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein angekündigt. Dort ist die FDP Koalitionspartner, die die Mietpreisbremse abschaffen will. In Ländern wie Berlin, das rot-rot-grün regiert wird, ist ein solcher Schritt natürlich nicht zu erwarten. Vermieter, die in solchen Ländern ihre Immobilienbestände haben, können nur auf die Bundestagswahl hoffen. Deren Ausgang wird darüber entscheiden, wie es mit der Mietpreisbremse weitergeht. Bei dem wahrscheinlichen Szenario einer von Merkel geführten Regierung ist davon auszugehen, dass sich die CDU/CSU an den jeweiligen Koalitionspartner anpasst. Hier die möglichen Szenarien:

Fortsetzung der Großen Koalition

Falls CDU/CSU und SPD wieder zusammengehen sollten, ist nicht damit zu rechnen, dass die Mietpreisbremse abgeschafft wird. Angela Merkel hat zwar erklärt, die Mietpreisbremse wirke nicht und es gibt Kritik aus der Union. Aber die SPD will unbedingt eine massive Verschärfung. Die Erfahrung der letzten Legislaturperiode war, dass sich die SPD bei vielen Vorhaben eher durchgesetzt hat als die Union, insofern ist auch eine deutliche Verschärfung durchaus möglich. Im besten Fall gibt es einen Kompromiss, nachdem das bestehende Gesetz im Großen und Ganzen zwar bleibt, aber in manchen Punkten „scharfgestellt“ wird. So könnte der Vermieter verpflichtet werden, die Vormiete zu nennen.

Rot-Rot-Grün

Im – derzeit zum Glück unwahrscheinlichen – Szenario einer Regierung aus SPD, Grünen und Linken würde die Mietpreisbremse massiv verschärft. Das wollen Vertreter aller drei Parteien. Insbesondere würde vorgeschrieben, dass die Mietspiegel künftig auf Basis der Mieten der vergangenen zehn Jahre berechnet werden. Zudem dürften dann Mieter auch rückwirkend ab Mietbeginn zu viel gezahlte Mieten zurückfordern.

Schwarz-Gelb

Falls es zu einer Koalition von CDU/CSU und FDP kommt, gibt es eine Chance, dass die Mietpreisbremse abgeschafft wird oder zumindest nach fünf Jahren ausläuft, ohne verlängert zu werden. Die FDP fordert als einzige Partei deren Abschaffung in ihrem Wahlprogramm. Viele Unionspolitiker halten auch nichts von der Bremse. Sicher ist dies jedoch nicht, da insbesondere die CSU traditionell Positionen des Mieterbundes vertritt und man nicht weiß, was bei dem „Geben und Nehmen“ in Koalitionsverhandlungen herauskommt. Eine Verschärfung halte ich in dieser Konstellation aber für fast ausgeschlossen.

Schwarz-Grün

Bei einer Koalition aus CDU/CSU und Grünen würde die Mietpreisbremse nicht abgeschafft. Entweder sie würde in der derzeitigen Form beibehalten oder aber verschärft, wie das die Grünen wollen.

Berliner Zinshäuser

Berlin-Nachricht

Politik greift härter gegen Wohnungsleerstand durch

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung prüft derzeit, ob Eigentümer, die ihre Wohnungen dauerhaft leer stehen lassen, zeitweise enteignet werden können. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck hervor. Hierfür müsste das Berliner Zweckentfremdungsverbot überarbeitet und durch eine Treuhänderregelung ergänzt werden. Vorbild ist Hamburg, das im Mai einem Vermieter die Verfügungsgewalt über sechs Wohnungen, die seit dem Jahr 2012 leer stehen, entzog und derzeit über einen Treuhänder zwangssaniert und -vermietet. Anschließend soll der Eigentümer das Verfügungsrecht über die Wohnungen zurückerhalten, muss aber die Kosten der Sanierung tragen. Carsten Brücker vom Verband Haus & Grund kritisiert die Treuhänderregelung und sieht die Schuld für den unerwünschten Leerstand nicht allein bei den Eigentümern. Demnach gehe es den Behörden nur noch um die „Zwangsmaßnahmenkeule“, statt den oftmals überforderten Vermietern kompetente Beratung anzubieten. Nach Angaben der Eigentümerverbände seien altersbedingte Überforderung, Unstimmigkeiten zwischen den Erben oder Angst vor enormen Sanierungskosten die häufigsten Gründe für längere Leerstände.

Maßnahmen gegen den Wohnungsmangel

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase und die Parteien versuchen mit unterschiedlichen Strategien gegen den Wohnungsmangel bei den Wählern zu punkten. Für Union und FDP ist vor allem eine stärkere Förderung von Wohneigentum wichtig. Ein Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro, so der CDU-Plan, soll die Belastung durch die Grunderwerbsteuer der Länder mindern. Außerdem will die CDU für Familien einen Eigenkapitalzuschuss in Form eines Baukindergelds einführen. Die FDP verspricht einen Freibetrag von der Grunderwerbsteuer von bis zu 500.000 Euro. Um einen Verfall leerstehender Wohnungen auf dem Land zu verhindern, kündigte die SPD an, Familien beim Kauf von Bestandsbauten in Ortskernen zu unterstützen. Die Grünen hingegen wollen Genossenschaften, kommunale Wohnungsunternehmen und private Investoren anhand von Zulagen und Steuerförderung für den sozialen Wohnungsbau gewinnen. Auch die Mietpreisbremse spaltet die Parteien: Während sie bei der Union unpopulär bleibt, und die FDP ihre Abschaffung vorantreibt, wollen SPD und Grüne sie weiter verschärfen.

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Zinshaus-/Forward-Deal-Angebote

Aufgeteiltes Mietwohnhaus in Berlin-Schöneberg

Bei dem Objekt handelt es sich um ein fünfgeschossiges Mietwohnhaus, das bereits in Eigentumswohnungen aufgeteilt ist. Das reine Vorderhaus ist voll vermietet und verfügt über insgesamt 14 Wohneinheiten mit einer Wohnfläche von rund 753 m². Die Mieten von 50% der Wohnungen sind stark steigerungsfähig. Das Gebäude wurde 1956 erbaut und befindet sich in einem sehr ordentlichen Zustand.

Die Wohnungsgrößen variieren zwischen 33 m² und 72 m². Alle Wohnungen haben Balkone. Zwei Wohnungen im Erdgeschoss verfügen über Terrassen zur Hofseite. Zusätzlich stehen auf dem Hof zehn Stellplätze zur Verfügung, die über ein verschließbares Tor gesichert sind. Das Dachgeschoß erscheint ausbaubar auf das Niveau der Umgebungsbebauung.

Angaben gemäß Energieausweis: Energieverbrauchsausweis, Verbrauch: 157 kWh, Warmwasser enthalten, Energieträger: Erdgas; Baujahr 1956.

Kaufpreis: € 2.500.000 zzgl. 7,14 % Maklerprovision (inkl. MwSt.)

Preis/m²: € 3.320

(bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 1937)

Schlüsselfertiger Neubau in Potsdam

Von einem erfahrenen Bauträger bieten wir die Realisierung eines schlüsselfertigen Mehrfamilienhauses mit 20 Wohneinheiten in Potsdam an. Das Haus ist Bestandteil einer Quartiersentwicklung, welche zwölf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt über 200 Wohneinheiten umfasst. Die angebotene Stadtvilla verfügt über insgesamt ca. 1.360 m² Wohnfläche mit 2- und 3- Zimmerwohnungen in Größen zwischen ca. 48 m² und ca. 83 m². Alle Wohnungen werden mit erstklassigen Materialien und Einbauten ausgestattet, wie z. B. Fußbodenheizung, hochwertiges Parkett, Marken-Einbauküche, bodengleiche Duschen und verfügen über Balkone und Terrassen. Sämtliche Einheiten werden über zwei Hauseingänge mit großzügigem Treppenhaus sowie einem integrierten barrierefreien Aufzug erschlossen. Zur Erschließung des Gebäudes wird eine neue Straße mit 17 PKW-Stellplätzen angelegt.

Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2018, die Fertigstellung für 2019 geplant. Mit der Baugenehmigung wird im September dieses Jahres gerechnet.

Kaufpreis:: € 4.895.000 zzgl. € 255.000 für 17 Stellplätze (Provisionsfrei für den Käufer)

Rendite: 4,1 % SOLL

(bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 51469)

Gewerblich genutzter Altbau in Berlin-Spandau

Bei dem zum Verkauf stehenden Objekt handelt es sich um einen Altbau, der ca. 1912 auf einem 424 m² großen Grundstück errichtet wurde und über eine vermietbare Fläche von 1.187 m² verfügt. Das Haus besteht aus einem reinen Vorderhaus mit ansprechender Fassade und drei Gewerbeeinheiten, die über ein Treppenhaus erschlossen werden. In den Jahren 1998 bis 2002 wurden verschiedene Modernisierungsarbeiten vorgenommen sowie im Jahre 2014 eine neue Gaszentralheizung installiert. Das Gebäude befindet sich insgesamt in einem guten Gesamtzustand. Der Mietvertrag des Hauptmieters ist mit einer jährlichen Mietsteigerung von 3 % p.a. versehen.

Angaben gemäß Energieausweis: Der Energieausweis wird nachgereicht.

Kaufpreis: € 3.200.000 zzgl. 7,14 % Maklerprovision (inkl. MwSt.)

Rendite: 4,4 % SOLL

(bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 7222)