Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

alle jammern, wir schauen nach vorn. Denn auch vor dem Immobilienmarkt machen Innovationen nicht Halt. Zweierlei muss dabei beachtet werden: Wie wir bauen und für wen wir bauen. Die Nutzungsarten und Zielgruppen von Wohnimmobilien haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert – das bestätigt Helmut Bayer von Bonava, einer der größten Projektentwickler Deutschlands, und weist auf die Tücken und Herausforderungen beim Vertrieb von Mikroapartments und Wohnen auf Zeit hin.

Dass Berlin übrigens auch der aktuellen Debatte um Enteignungen und die Wiedereinführung des Sozialismus trotzen kann, weiß Marcus Buder, Bereichsleiter Gewerbliche Immobilienfinanzierung bei der Berliner Sparkasse. Allen Unkenrufen zum Trotz steht die deutsche Hauptstadt nämlich erst am Anfang ihres großen Aufhol-Marathons – wie denn auch nicht nach Zerstörung im Krieg und vierzigjähriger Teilung?!

Wir wünschen eine informative Lektüre

Josef Girshovich Jürgen Michael Schick

Beiträge

John Bothe Gesellschafter, Silverlake

Innovativ geht anders

In Madrid war zur Weihnachtszeit 2018 die Innenstadt für Autos gesperrt. Das führte dazu, dass der stationäre Handel in ganz Madrid 3,3 Prozent und auf der Haupteinkaufsstraße 9,5 Prozent mehr Umsatz verzeichnete. Können Sie sich eine ähnliche Aktion in Deutschland vorstellen? Einzelhandel und Anwohner wären auf die Barrikaden gegangen. Von ökologischer und ideologischer Bevormundung wäre die Rede, von freier Fahrt für freie Bürger, von drohenden Umsatzeinbußen. Dabei hat der radikale Bruch mit tradierten Vorstellungen urbanen Lebens in der spanischen Hauptstadt genau das Gegenteil bewirkt: Die Menschen zog es auf die Straßen und in die Läden, sie nahmen vermeintlich längere Wege in Kauf und erhielten im Gegenzug mehr Lebens- und Einkaufsqualität.

Innovationen und insbesondere Innovationen der Urbanisierung sind in Deutschland seit jeher Streitthema. Das hat nicht nur mit des Deutschen Lieblingsspielzeug, dem Automobil, zu tun, sondern insgesamt damit, dass wir zu häufig in starren Gegensätzen denken. Unsere Metropolen und Ballungsgebiete wachsen, aber wehe, wenn es heißt, wir müssen mehr bauen. Wir wollen, dass unsere Häuser weniger Energie verbrauchen, aber wehe, wenn Wärmedämmung die Mietkosten treibt. Wir ärgern uns über die vielen Funklöcher im deutschen Mobilfunknetz – selbst in den Großstädten –, aber wehe, wenn dafür Sendemasten aufgestellt werden müssen. Wir wollen alles bis vor die Haustür geliefert bekommen, regen uns aber über die vielen Lieferdienste und verstopften Straßen auf, die unser eigenes Verhalten zur Folge hat. So stellen wir Fortschritt derzeit dar: als Gegensatz aus Bewahrung von Althergebrachtem und stetiger Gewinnmaximierung. Von diesem Schwarz-Weiß-Denken müssen wir uns lösen.

Denn die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber den zahlreichen digitalen und technologischen Neuerungen kann sich am Ende sogar als Segen für unsere Städte erweisen. Viele der Trends, die derzeit entwickelt werden, haben eine flächendeckende Marktreife noch nicht erreicht. Klar ist nur, dass die Vernetzung von Menschen und Maschinen unseren Umgang mit Energie, Mobilität und Interaktion radikal verändern wird. Heißt das aber, dass wir jedem neuen Trend hinterherlaufen müssen, wie das etwa in den 1950er- und 1960er-Jahren bei der Abtragung ganzer Stadtteile zugunsten einer autogerechten Stadt geschehen ist – Städte wie Hannover und Düsseldorf können ein trauriges Lied davon singen.

Und heute? Wir verlegen wieder Tausende Schienenkilometer in den Städten für Trams, in China aber werden derzeit schienenlose Straßenbahnen erprobt, denen das Vorhandensein von Schienen lediglich digital suggeriert wird. Wir bauen gewaltige Stromtrassen quer durch die Republik, dabei kann schon bald jeder Haushalt seine eigene Energie produzieren. Projektentwickler werben mit Smart-Home-Technologien, sind aber ratlos, wenn Apple die Stecker seiner Endgeräte von 30 pin auf 8 pol ändert. Diese Liste ließe sich ohne Weiteres fortführen.

Für mich steht fest: Innovationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie weder erwartbar sind noch allseits auf Konsens stoßen. Das Großstadtleben von morgen stellen sich viele als Wimmelbuch vor: kunterbunt, biologisch und lokal. Es wäre auch eine Aufgabe der Immobilienwirtschaft, Wege und Lösungen zu entwickeln, wie diese Wünsche der Bevölkerung in Einklang zu bringen sind mit einer rapide steigenden und gleichzeitig alternden Bevölkerung. Das wäre dann eine echte Innovation.

 

Helmut Bayer Regionalmanager, Bonava Deutschland

Darauf sollten Anleger beim Kauf eines Mikroapartments achten

Neben dem herkömmlichen Wohnungsbau legt in unseren Städten das Marktsegment der Mikroapartments deutlich zu. Das kann auch für Kapitalanleger interessant sein.

Für das „Wohnen auf Zeit“ gelten allerdings bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein sollten. Für Entwickler und für Anleger ist es daher wichtig, zu wissen, worauf es bei Mikroapartments wirklich ankommt.

Welche Zielgruppen erreicht werden

Mikroapartments bieten zu klassischen Ein- und Zweizimmerwohnungen in unseren Metropolen eine willkommene Alternative für Auszubildende, junge Berufstätige, Pendler sowie für Geschäftsleute. Das trifft auch immer häufiger auf Schwarmstädte zu. Besonders bei Studenten sind die Einraum-Apartments sehr begehrt. Das hat eindeutige Gründe. Allein im Wintersemester 2018/2019 waren an deutschen Hochschulen 2,87 Millionen Studierende eingeschrieben – so viele wie noch nie.1

Was Anleger in Sachen Ausstattung wissen sollten

Professionell betriebene Mikroapartments können sich von der Ausstattung her im Hinblick auf ihre Zielgruppe in Details durchaus unterscheiden. Ein größerer Teil der Bedürfnisse wird mit einer voll möblierten Variante abgedeckt: Neben einem großen Bett verfügt der Wohnraum über einen Schreibtisch, eine Sitzgruppe oder ein Sofa und über einen strapazierfähigen Bodenbelag. In der Küchenzeile stehen meist ein leiser Kühlschrank mit Eisfach, ein Cerankochfeld, ein Backofen und eine Mikrowelle. Zu jedem Apartment gehört idealerweise ein eigenes Bad mit Dusche. Geht es um eine vorwiegende Nutzung durch Studenten, sollte sich auf jeder Etage ein Gemeinschaftsraum zum Austausch oder auch eine Gemeinschaftsküche befinden. Dadurch werden Apartmenthäuser nicht gleich zu klassischen Wohngemeinschaften. Sie stärken aber ein Zusammenleben, ähnlich wie in einer WG. Das gesamte Haus sollte ein leistungsfähiges WLAN-Netz bieten. Für jüngere, nicht so zahlungskräftige Mieter sollte die Apartmentgröße zwischen 20 und 25 Quadratmeter betragen und nicht – wie teilweise in Luxusapartments zu beobachten – um die 35 Quadratmeter. Außerdem mögen es viele Menschen nicht, in allzu hohen, anonymen Wohntürmen zu leben. Gebäude mit bis zu sechs Stockwerken haben eine angemessene Höhe. Je mehr Details für die Bewohner passen, umso eher entscheiden sie sich für ein Mikroapartment.

Mikroapartments – Chancen und Risiken

Kapitalanleger sollten berücksichtigen, dass Mikroapartments eine höhere Mieterfluktuation haben als ein gewöhnliches Mehrfamilienhaus. Wenn die Apartmenthäuser gut nachgefragt sind, bedeutet es keinen Nachteil. Damit sich Investoren nicht um jede einzelne Vermietung oder sonstige Alltagsprobleme kümmern müssen, sollten zwei Punkte geklärt sein: Der Projektentwickler sollte die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner von vornherein baulich ausreichend berücksichtigen und einen erfahrenen Betreiber wählen. Es ist sehr wichtig, dass Angebote wie eine flexible Größe des Apartments, aber auch solche wie ein Fitnessraum zu den Mietern passen. Für Anleger bedeutet die richtige Betreiberwahl vor allem: Das Risiko eines Leerstands bleibt durch eine schnelle Neuvermietung gering, die Stabilität der Rendite ist gewährleistet.

Mikroapartments sind „All inclusive“-Angebote. Mieter zahlen keine Extrakosten für den Internetanschluss und für Wasser, Strom oder Gas. Daher liegt die durchschnittliche Miete oberhalb der Bestandsmieten einer Stadt. Für Kapitalanleger ist das Mikroapartment ein risikoarmes Produkt. Bis zu vier Prozent Rendite sind derzeit am Markt erzielbar.

Baukosten und Lage sind ebenso wichtige Punkte: Grundstücke am Stadtrand sind in der Regel günstiger als mitten in der City. Entscheidend ist dann eine gute ÖPNV-Anbindung zur Universität und zur Innenstadt. Einsparpotenziale sind zudem durch eine ökonomische, plattformbasierte Bauweise möglich. In dem Fall werden zum großen Teil Kalksandsteine in einer Fabrik vorgefertigt, was auch die Bauzeit deutlich verringert.

Wenn Kapitalanleger ein ganzes Bündel an Maßnahmen wie eben Lage, Mietkosten und Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigen, steht einem erfolgreichen Investment nichts mehr im Wege.

 

Marcus Buder Marcus Buder, Bereichsleiter Gewerbliche Immobilienfinanzierung, Berliner Sparkasse

Jeder Kiez ist anders

Ist das Rad am Berliner Wohnimmobilienmarkt bald überdreht? Je länger die jahrelange Boomphase andauert, desto häufiger ist diese Frage zu hören. Schließlich sind Kaufpreise und Wohnungsmieten in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich, mitunter sogar zweistellig gestiegen. Das starke Wachstum ging sowohl auf einen Berlin-bezogenen Boom als auch auf den preislichen Abstand gegenüber den übrigen deutschen A-Städten zurück – von anderen europäischen Metropolen ganz zu schweigen. Dieser Abstand ist nun deutlich kleiner geworden. Da ist es nur logisch, dass auch die Wachstumsdynamik leicht nachlässt.

Bleibt die Frage, ob damit schon das Ende der Berlin-Story, eine Trendumkehr eingeläutet wird. Der „Forschung + Beratung-Wohn-Index“ konstatierte für das erste Quartal 2019 einen Rückgang der durchschnittlichen Angebotsmieten im Berliner Wohnungsmarkt um 1,7 Prozent. Nach Jahren des Anstiegs ist dieser Rückgang zwar bemerkenswert, sollte aber noch nicht überbewertet werden: Er bezog sich nur auf den Vergleich zum Vorquartal – also zum vierten Quartal 2018 – und nicht zum Vorjahresquartal. Auf Zwölf-Monats-Sicht verzeichnete der Index immer noch einen Anstieg um 5,7 Prozent.

Laut neuem Berliner Mietspiegel ist die durchschnittliche Nettokaltmiete im vergangenen Jahr weiter gestiegen, auch wenn sich das Wachstum halbiert hat. Demnach liegt die Miete im Durchschnitt noch unter sieben Euro. Bei den Preisen für Eigentumswohnungen verlangsamt sich das Wachstum ebenfalls, betrug laut jüngstem Immobilienmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin zuletzt jedoch noch immer 13 Prozent. Berlin wird langfristig gesehen ein spannender Wohnungsmarkt bleiben, hauptsächlich aus zwei Gründen.

Erstens ist und bleibt Berlin ein Einwohnermagnet mit einem einzigartigen Kultur- und Freizeitangebot, vielfältigen Bildungsmöglichkeiten und immer größeren wirtschaftlichen Perspektiven. Jahr für Jahr kommen 30.000 bis 40.000 Neuberliner in die Hauptstadt. Und die gewinnt sogar noch an Anziehungskraft: Die Ansiedlung des Deutschen Internet-Instituts, einer Niederlassung der Oxford University und das Millionenprojekt Siemensstadt 2.0 sind dafür aktuelle Beispiele. Zweitens wird es der Größe und Vielfalt Berlins nicht gerecht, nur von „dem“ Berliner Wohnungsmarkt zu sprechen.

Tatsächlich werden nun in der einen oder anderen Lage übersteigerte Preise – speziell in Milieuschutzgebieten – nach unten korrigiert. Parallel dazu rücken immer wieder neue Mikrolagen ins Rampenlicht von Mietern und Investoren. Diese Entwicklungen halten den Gesamtmarkt im Gleichgewicht. Ein Kiez, der vor Kurzem noch ein Schattendasein fristete, kann sich in kürzester Zeit zu einem angesagten Trendviertel entwickeln. Zudem gibt es auch unterhalb des Radars der breiten Öffentlichkeit – zum Beispiel außerhalb des S-Bahn-Rings – sehr attraktive Wohnlagen mit relativ überschaubaren Wohnungsmieten und Kaufpreisen, die selbst Vermietern noch vergleichsweise auskömmliche Renditen ermöglichen. Um diese Trendviertel von morgen oder die unterschätzten Randlagen zu erkennen, braucht man vor allem eines: lokales Know-how.

Diese Vor-Ort-Kompetenz ist auch für erfolgreiche Immobilienfinanzierer unverzichtbar. Geht der Plan des Kreditnehmers auf? Wird er die Zinsen über eine längere Laufzeit und unterschiedliche Marktzyklen hinweg aus den laufenden Mieterträgen zahlen und den Kredit vereinbarungsgemäß tilgen können – oder drohen im schlimmsten Fall Leerstände und Mietausfälle? Wird die Immobilie bis zum Ende der Laufzeit ihren Wert erhalten oder erhöht haben – oder wird ein späterer Verkauf nur zu einem niedrigeren Preis möglich sein? In Berlin stehen die Ampeln nach wie vor überwiegend auf Grün. Doch das Risikomanagement muss bei allen Assetklassen in der deutschen Hauptstadt – wie bei jeder Kreditvergabe – genau hinsehen und jeden Einzelfall individuell bewerten.

 

Jürgen Michael Schick Präsident, IVD

Gefahr für Projektentwickler: Mietdeckel auch für Neubauten vorgelegt

Projektentwickler sollten sich die jüngst veröffentlichten Gesetzentwürfe aus dem Bundesjustizministerium zur Änderung des Mietrechts ganz genau studieren. Denn zum ersten Mal ist darin ein Mietendeckel auch für Neubauimmobilien geplant. Ein Vorhaben mit weitreichenden Folgen, das trotz der allgemeinen Berichterstattung über die sonstigen Inhalte der Gesetzentwürfe vielen Branchenakteuren und auch in der Fachpresse noch kaum bekannt ist.

Anstelle des bisherigen § 5 WiStG soll eine Regelung zur Mietpreisüberhöhung kommen, die nicht mehr auf das subjektive Tatbestandsmerkmal der Ausnutzung eines geringen Angebots durch den Vermieter setzt. In Zukunft genügt die Überschreitung der ortsüblichen Vergleichsmiete um 20 Prozent, wenn es in einem Gebiet ein geringes Angebot an vergleichbaren Wohnungen gibt. Ein geringes Angebot wird sich in fast allen attraktiven größeren Städten feststellen lassen. Als Grundlage genügt übrigens schon die Knappheit in einem Stadtteil, es kommt nicht auf die ganze Gemeinde an.

Eine Ausnahme soll für Neubauten gelten. In den ersten fünf Jahren ab der erstmaligen Nutzung soll keine Mietpreisüberhöhung vorliegen. Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt: Erfolgt eine Wiedervermietung im Anschluss an diese Frist, muss sich der Vermieter an den neuen Mietendeckel halten. Auf die Tatsache, dass es sich bei der Wohnung um einen Neubau im Sinne der Ausnahme von der Mietpreisbremse handelt (§ 556f BGB), kann sich der Vermieter zwar berufen. Das nützt ihm jedoch nichts, wenn die Miete nach der parallel laufenden Regelung überhöht ist. Auch eine höhere Vormiete gewährt keinen Bestandsschutz. Zwar gibt es eine Ausnahme in der Form, dass eine höhere Miete zulässig wäre, wenn die Miete zur Deckung der laufenden Aufwendungen erforderlich ist. Die Beweislast liegt jedoch beim Vermieter. Im Kern ist es also so: Sollten die Pläne aus dem Justizministerium tatsächlich umgesetzt werden, gilt die 120-Prozent-Grenze für Neubauimmobilien nach fünf Jahren.

Jeder Projektentwickler weiß, dass er mit den gestiegenen Bodenpreisen und der herrschenden Baukosteninflation nicht zu 120 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete vermieten kann, selbst wenn es eine Galgenfrist von fünf Jahren geben sollte. In der Folge werden sich Projektentwickler aus dem Mietwohnungsbau nach einer kurzen Boomphase wieder zurückziehen müssen und notgedrungen nur noch Eigentumswohnungen oder eben Gewerbeimmobilien bauen.

Während sich Fachleute und die rationalen Baupolitiker überall im Land überlegen, wie man den Mietwohnungsbau ankurbeln kann, lässt sich das ideologisch linksorientierte Justizministerium davon nicht beeindrucken, sondern plant den Mietendeckel auch für Neubauten. Seit 2015 fordern Grüne, Linke und SPD zusammen mit Mieteraktivisten, die „Ausnahmen“ von der Mietpreisbremse abzuschaffen. Die scheidende Justizministerin Katharina Barley hat jetzt geliefert. Ein Gesetzentwurf, der in seiner Tragweite von vielen noch nicht erkannt ist. Hoffentlich wird die Union diesen Unsinn verhindern. Auf die anderen schädlichen Verschärfungen des Mietrechts (inklusive der Mietspiegelmanipulation durch die Ausweitung des Bezugszeitraums von vier auf sechs Jahre) kann ich hier aus Platzgründen nicht weiter eingehen.

 

Hass auf Immobilieneigentümer

Für die Wohnungsknappheit und steigende Mieten braucht es einen Sündenbock. Und das sind die Immobilieneigentümer. Der „Miethai“ war eines der beliebtesten Motive bei den großen Demonstrationen gegen „Mietenwahnsinn“ und für Enteignung in Berlin und anderen Städten. Was mit dem Miethai geschehen soll, war auf vielen Plakaten zu lesen: „Miethaie zu Fischstäbchen“. Die Linkspartei plakatiert dies ebenfalls deutschlandweit: „Wir beißen jetzt zurück“ heißt es etwa auf Plakaten der Linken. Daneben abgebildet: Messer und Gabel. Und dann in großer Schrift: „Miethaie zu Fischstäbchen“. Um Fischstäbchen aus einem Miethai zu machen, muss dieser zuerst getötet werden. Menschen, die sich sonst für das Tierwohl einsetzen, vegan leben und zu Recht sensibel sind, wenn gegen Minderheiten gehetzt wird, haben kein Problem mit solchen Sprüchen.

Für die diesjährige Revolutionäre 1.-Mai-Demo in Berlin wurde in der ganzen Stadt mit Plakaten „Gegen die Stadt der Reichen“ geworben. Auf den Plakaten war eine Guillotine abgebildet. Mit der Guillotine wurden in der Französischen Revolution zahlreiche Menschen hingerichtet, beispielsweise auch der französische König Ludwig XVI. Ein Jahr zuvor wurde auf der linken Demonstration am Vorabend des 1. Mai ein Plakat mit der Aufforderung „Kill your landlord“ mitgeführt, also ein Mordaufruf gegen Vermieter.

Zu Recht war die Empörung groß, als rechtsextreme Pegida-Demonstranten einen für Angela Merkel oder Sigmar Gabriel bestimmten Galgen bei ihrer Demonstration mitführten. Damals wurde das in den „tagesthemen“ und allen Medien breit und kritisch kommentiert. Im Gegensatz zum Galgen bei der Pegida-Demo habe ich aber noch kein einziges Statement eines Politikers gehört, das die Werbung für eine Anti-Reichen-Demo mit der Guillotine verurteilt hätte.

Am Hass gegen Immobilieneigentümer stören sich auch die Medien nicht. Im Gegenteil. Vor einigen Wochen fand sich ein „Witz“ in der Zeitschrift „Stern“, auf der Humorseite: Man sieht zwei Damen in einem Café. Die eine sagt stolz zur anderen: „Mein Sohn ist im Vorstand eines Berliner Wohnkonzerns.“ Erwidert die andere: „Schade, dass es damals noch keine Fruchtwasseruntersuchungen gab.“ Der Immobilienverband Deutschlands hat gegen den „Stern“ Beschwerde beim Deutschen Presserat eingelegt:

„Vorstände von Wohnkonzernen werden mit dieser Karikatur pauschal stigmatisiert. Der Hinweis auf die Fruchtwasseruntersuchung impliziert die Entscheidung zwischen lebenswürdigem und lebensunwürdigem Leben und dass die Vorstände zu letzterem gehören. In Konsequenz – diese Interpretation erlaubt der Autor – wäre Abtreibung diese bessere Lösung … Schon jetzt erhalten diese Vorstände Morddrohungen, umgeben sich mit privatem Personenschutz und deren Autos werden in Brand gesteckt. Mit dieser Karikatur fühlen sich die Täter bestätigt.“

Berliner Zinshäuser

Berlin-Nachricht

Kommt der Mietendeckel? Und wenn ja, wie?

Der ursprünglich von der Berliner SPD geplante Mietendeckel spaltet die Gemüter. Die befristete Mieterhöhung bezugsfertiger Wohnungen in Berlin stellt einen Versuch dar, um sicherzustellen, dass allen Berlinern auch in innerstädtischen Kiezen bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht. In der ursprünglichen Fassung wurde dafür das Ziel formuliert, die durchschnittliche Nettokaltmiete auf etwa sechs bis sieben Euro je Quadratmeter zu begrenzen. Dafür sollten die Mieten „eingefroren“ werden. Nach längeren rechtlichen Grundsatzdiskussionen wagte Senatorin Katrin Lompscher (Linke) einen Vorstoß: Anfang Mai wurde ein Papier erarbeitet, das sowohl für Neuvertragsmieten als auch für Bestandsmieten eine Obergrenze vorsieht. Wird diese überschritten, würde eine Gebühr fällig werden. Ein entsprechendes Gesetz soll noch in der aktuellen Legislaturperiode in Kraft treten. Mieterhöhungen sollen jedoch grundsätzlich weiterhin möglich sein. Namhafte Branchenvertreter äußerten sich übereinstimmend kritisch zu dem geplanten Gesetzesentwurf. So beklagt beispielsweise der Verein Haus & Grund, dass ein Mietendeckel private Eigentümer verunsichern und dadurch ein investorenfeindliches Klima erzeugen könnte. IVD-Präsident Jürgen Michael Schick kritisiert, dass Projektentwickler dadurch ausgebremst würden. Ein Mietdeckel komme damit einer Neubaubremse gleich, weshalb ein entsprechendes Gesetz den Mangel von erschwinglichem Wohnraum perspektivisch noch verschärfen würde.

 

Streit um Enteignungen

Über 20.000 Unterschriften wurden in Unterstützung der Bürgerinitiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ dem Initiator Rozbeh Tahiri zufolge inzwischen gesammelt. Damit wäre die Einleitung eines Volksbegehrens möglich. Katja Kipping, Bundesvorsitzende der Linken, erhofft sich von einem solchen Volksbegehren eine Signalwirkung auch für andere deutsche Metropolen. Die Initiative plant, Immobilienunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen im Bestand zu enteignen. Insgesamt sind etwa 245.000 Wohneinheiten betroffen. Ziel sei es, die Preisniveaus für Immobilien und Grundstücke nachhaltig zu senken. Die Deutsche Wohnen, als größter privater Immobilieneigentümer in Berlin, verwies darauf, dass ein solches Vorgehen enorme Kosten in Höhe von 36 Milliarden Euro mit sich bringt, aber keinerlei Neubauwohnungen schafft. Somit werden die angespannten Märkte der Deutschen Wohnen zufolge nicht entlastet. Ähnlich kritisch sieht auch der IVD den geplanten Volksentscheid: Einzig durch Neubauvorhaben könne der Wohnungsnot Einhalt geboten werde. Enteignungen jedoch würden künftige Investitionen beeinträchtigen und die für den Neubau benötigte Beteiligung privatwirtschaftlicher Unternehmen gefährden. Einem Gutachten des namhaften Berliner Verfassungsrechtlers Helge Sodan zufolge wäre eine Enteignung privatwirtschaftlicher Immobilienunternehmen verfassungswidrig.

 

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Zinshaus-/Forward-Deal-Angebote

Zinshaus in Friedrichshain inklusive Dachausbaugenehmigung

Das Mehrfamilienhaus, welches 1909 erbaut und Mitte der 1990er-Jahre saniert wurde, befindet sich im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg und liegt im Milieuschutzgebiet.

Die Immobilie verfügt über sechs Vollgeschosse sowie einem nichtausgebauten Dachgeschoss. Im Angebot enthalten sind eine Baugenehmigung für den Dachgeschossausbau inkl. weiterer Terrassen, sowie die Anbaumöglichkeit eines Personenaufzugs.

Kaufpreis: EUR 2.950.000,- zzgl. 7,14 % Maklerprovision (inkl. MwSt.)

Vermietbare Fläche: 916 m²

Aktuelle Durchschnittsmiete: 6,44 EUR/m²

Angaben zum Energieausweis: Energieverbrauchskennwert lt. Verbrauchsausweis 96,4 kWh/(m²*a), Energieeffiziensklasse C, Warmwasser enthalten, wesentlicher Energieträger Fernwärme, Baujahr 1900.

(bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 51602)

 

Renditestarker Gewerbepark mit Erweiterungspotential in NRW

Auf dem knapp 70.000 m² großen Grundstück wurden zahlreiche Gebäude errichtet, die den Anforderungen verschiedener Nutzer gerecht werden (Büro, Einzelhandel, Lager).

Weiterhin besteht die Möglichkeit leerstehende, teilweise denkmalgeschützte Hallengebäude für eine künftige Nutzung zu entwickeln. Der Gewerbepark befindet sich nördlich von Recklinghausen.

Jahresnettokaltmiete: 1.263.397 EUR

Vermietbare Fläche: 16.620 m²

Preis pro m²: 902 EUR

Angaben zum Energieausweis: liegt nicht vor

(bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 51933)

 

Schlüsselfertige Projektentwicklung einer Wohnanlage bei Berlin

Wir bieten in Form eines klassischen Forward-Deals den Erwerb einer zu errichtenden Wohnanlage an, bestehend aus sechs dreigeschossigen Gebäuden mit je 14 Wohnungen. Die Gesamtwohnfläche wird circa 6.491 m² betragen. Ferner wird es 68 Pkw-Außenstellplätze geben.

Der Bauantrag ist gestellt. Der Baubeginn ist für dieses Frühjahr, die Fertigstellung zum vierten Quartal 2020 vorgesehen.

Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 59 m² und 98 m². Die monatliche Wohnraummiete ist mit 11,00 EUR/m² kalkuliert. Die monatliche Stellplatzmiete ist mit 45,00 EUR pro Pkw-Stellplatz berechnet.

Grundstücksfläche: 7.753 m²

Wohnfläche: 6.491 m²

Angaben zum Energieausweis: liegtnicht vor

(bei Interesse bitte Objekt-Nr. angeben: 51817)