London ist zurück auf der Bühne

Der Wahlsieg des konservativen Premierministers Boris Johnson im Dezember scheint die Akteure am Immobilienmarkt zu beflügelt zu haben, berichtet das HANDELSBLATT am 24.1. Knight Frank zufolge sei das Interesse der Käufer nach der Wahl Boris Johnsons zum Premierminister deutlich angestiegen. In den beiden letzten Dezemberwochen seien so viele Immobilien in der Londoner Innenstadt gehandelt worden wie zuletzt im Vergleichszeitraum 2016. Savills stelle ebenfalls einen Umschwung fest und mache die „erhöhte politische Stabilität“ nach der Wahl für die deutlich verbesserte Stimmung an den britischen Immobilienmärkten verantwortlich. Es sei damit zu rechnen, dass die Dynamik am britischen Immobilienmarkt auch „mittel- und langfristig“ „großenteils positiv bleiben“ werde. Die meisten Beobachter allerdings rechneten aufgrund einer Reihe von Risiken nur mit schwachen Wachstumsraten. Der Brexit Ende Januar sei Oxford Economics zufolge zunächst rein symbolisch zu verstehen, da sich erstmal nichts an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändere. Zeichne sich im Laufe des Jahres der Abschluss eines vorteilhaften EU-Handelsvertrages ab, könne das dem Markt noch einen Schub geben. Langfristig seien die Aussichten den Experten zufolge gut, die infolge des Brexit befürchtete Abwanderung von Unternehmen sei nicht eingetreten. In den zentralen Vierteln Londons mangele es an Büros, weil viele Immobilienentwickler ihre Bautätigkeit nach dem Brexit-Votum 2016 gedrosselt hätten, die Nachfrage aber unerwartet stabil geblieben sei. Wie die FAZ am 23.1. schreibt, planen der britischen Finanzaufsicht FCA zufolge mehr als 1.400 Finanzunternehmen, darunter rund 100 Banken, ein Büro in Großbritannien zu eröffnen, um nach dem Brexit dort geschäftlich aktiv zu werden. 83 % der Antragsteller seien bislang noch nicht in London ansässig. „Das zeigt, dass London und das Vereinigte Königreich ein führender Spieler auf der globalen Finanzbühne sein werden nach dem Brexit“, schlussfolgere das Beratungsunternehmen Bovill.