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Wie groß ist die Gefahr einer Immobilienblase?

28. Mär 2021

Die staatliche Förderbank KfW warnt in ihrem neuesten Marktbericht davor, dass die Hinweise auf regionale Spekulationsblasen am Wohnimmobilienmarkt zunehmen, schreiben das HANDELSBLATT und die IMMOBILIEN ZEITUNG am 25.3. Investoren, die darauf spekulierten, dass sich die bisherigen starken Anstiege bei Mieten und Wohnimmobilienpreisen auf Jahre hinaus fortsetzten, liefen Gefahr, sich zu verkalkulieren. Als Hauptgründe für ihre Einschätzung nenne die KfW die nachlassende Zuwanderung in die Ballungszentren, die Zunahme des Wohnraumangebotes infolge von verstärktem Neubau, den starken Anstieg der Durchschnittspreise für Wohnimmobilien in den letzten 15 Jahren und die im Vergleich zu den Mieten teils überhöhten Immobilienpreise in deutschen Großstädten. Das HANDELSBLATT gibt einen Überblick über die Signale für eine Immobilienblase und fragt, wie diese einzuschätzen seien. Tatsächlich gehe die Bertelsmann Stiftung davon aus, dass in Deutschland 2030 eine halbe Mio. Einwohner weniger leben würde, was sich erfahrungsgemäß am Wohnungsmarkt mit sinkenden Immobilienpreise bemerkbar mache. Dabei gebe es allerdings deutliche regionale Unterschiede. Dem Institut für Regionalwirtschaft zufolge sei damit zu rechnen, dass Leipzig bis 2035 einen deutlichen Bevölkerungszuwachs erfahren werde, und auch Metropolen wie Berlin oder Hamburg weiterwüchsen, wenn auch schwächer als bislang. Ein weiteres Signal für eine mögliche Überhitzung des Marktes sei, dass stetig steigende Preise dazu führten, dass die Käufer von Wohnimmobilien immer höhere Darlehen aufnehmen müssten. Dies sei derzeit aufgrund der sehr niedrigen Zinsen unproblematisch, doch stiegen die Zinsen bei der Anschlussfinanzierung wieder deutlich an, könne das langfristig für mehr Kreditausfälle sorgen, was sich auch auf dem Immobilienmarkt bemerkbar machen könne. Auch könnten steigende Zinsen die Nachfrage dämpfen, da der Kauf einer Wohnimmobilie dann weniger erschwinglich werde. Doch bedeute all dies nicht, dass der deutsche Immobilienmarkt bereits überhitzt sei und Preiseinbrüche in einigen Regionen bevorstünden. Entsprechend gelassen seien Branchenteilnehmer auch gelassen blieben. So zeigt sich Michael Zahn von der Deutschen Wohnen im Interview mit dem HANDELSBLATT vom 26.3. überzeugt, dass in einem Marktumfeld mit niedrigen Zinsen Immobilien weiterhin zu den gefragtesten Anlageklassen gehören werden, und dass die Kaufpreise für Immobilien in den nächsten Jahren wohl nicht sinken würden.