Das Comeback der geschlossenen Immobilienfonds

Deutsche Privatanleger zeichnen wieder häufiger geschlossene Immobilienfonds, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 27.2. Zwar seien sie weiterhin ein Nischenprodukt, doch hätten sie infolge der Niedrigzinsen und des Anlagedrucks für Anleger deutlich an Attraktivität gewonnen. Das Volumen des 2019 platzierten Eigenkapitals sei 60 % größer als im Vorjahr, womit die Immobilienfonds die durchaus beachtliche Wachstumsrate des Gesamtmarkts getoppt hätten. Mit einem Platzierungsergebnis von 1,25 Mrd. Euro dominierten sie mit einer Quote von 81 % sogar den regulierten Beteiligungsmarkt. Für das gute Ergebnis sorge nicht zuletzt der Renditevorsprung gegenüber offenen Immobilienfonds. Doch ob dies weiterhin so bleiben werde, sei unter Experten umstritten. So habe Jochen Schenk von Real I.S. auf dem diesjährigen Sachwerte-Kolloquium zu verstehen gegeben, er plane derzeit keine weiteren geschlossenen Fonds, da das aktuelle Preisniveau für hochwertige Immobilien kaum Anfangsrenditen von mehr als 3 % zulasse. „Diskontiert man diese Rendite über zehn bis fünfzehn Jahre, ist eine Gesamtverzinsung von über 4 % nicht darstellbar. Diese 4 % sollten Anleger aber als Illiquiditätsprämie dafür erhalten, dass ihr gebundenes Kapital über lange Zeit nicht fungibel ist“, sage Schenk. Wealthcap habe sich von der 4 %-Marke bereits verabschiedet. „Angebote in sehr guten Städten mit Core-Lagen im Bürosegment liegen seriöserweise unter 4 % Ausschüttung. Das entspricht bei aktuellen Renditen unter 0 % bei einer zehnjährigen Bundesanleihe einem historisch hohen Aufschlag von über 230 bis 400 Basispunkten“, sage Julian Schnurrer von Wealthcap.