Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich die politische und ökonomische Welt um uns herum mit immer größer werdendem Tempo ändert, beobachtet Hendrik Staiger.
Man kann auf Veränderungen reagieren, indem man versucht, diese Entwicklung aufzuhalten, sich von ihr abkapselt oder sich ein vergangenes goldenes Zeitalter zurückwünscht. Sie ahnen es bereits: Das ist nicht mein Ansatz. Ich möchte dazu aufrufen, dass wir alle eine aktive Rolle bei der Gestaltung unserer Zukunft einnehmen. Das trifft natürlich alle Bereiche der Gesellschaft und der Industrie. Und damit trifft es auch uns als Immobilienwirtschaft. Mich interessiert hier einmal nicht die Weiterentwicklung unserer Branche oder unserer Prozesse. Mich interessiert der Blick auf die Nutzer. In meinem Bereich, dem Corporate Real Estate beziehungsweise den Unternehmensimmobilien, sind das die deutschen Unternehmen. Wenn die deutsche Industrie ihre Transformation schaffen soll, braucht sie die passenden Immobilien mit einem Maximum an Flexibilität. Denn auch in Zukunft werden sich die Anforderungen in immer kürzerer Zeit verändern.
Das erfordert aber nicht nur Weitblick und Innovationskraft von allen Beteiligten, es erfordert auch eine enge Kooperation zwischen den Nutzern und der Immobilienwirtschaft. Dabei reicht es nicht aus, nur mit den klassischen Industrienutzern zusammenzuarbeiten. Erforderlich ist auch der Austausch mit Start-ups und Universitäten, die neue Technologien entwickeln.
Zukunftsstärke schaffen
Es braucht die richtigen Strukturen, die richtigen Lagen, damit die Industrie dort die notwendigen Innovationen umsetzen kann. Zu dieser Transformation gehören die Umnutzung von bestehenden Gebäuden, die Nutzung von Brachflächen, innovative Multi-Use-Konzepte bis hin zu ganzen Campuslösungen. Wir dürfen dabei nicht vor Komplexität zurückscheuen, die zum Beispiel dort entsteht, wo Labore, Reinräume oder Ähnliches benötigt werden. Gerade lebendige, durchmischte Industrie- und Gewerbeparks bieten ideale Voraussetzungen für Vernetzung, Innovation und Wirtschaftswachstum. Und nicht zuletzt leisten wir durch die Revitalisierung von Gewerbebrachen und die Entwicklung von Arealen mit vielfältigem Nutzungsmix auch einen essenziellen Beitrag zur Zukunftsstärke unserer Städte.
Entscheidend wird sein, dass wir in der Immobilienwirtschaft viel stärker zusammenarbeiten als bisher. Nur so lassen sich Best Practices vorantreiben, Know-how teilen und Fehler vermeiden. Denn eines zeichnet sich immer klarer ab: Zeit und Spielraum für Irrwege gibt es nicht mehr. Plattformen wie die Expo Real zeigen dabei, welchen Wert ein offener Austausch und das Zusammenbringen unterschiedlichster Perspektiven haben. Sie bieten die Chance, Kooperationen zu vertiefen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Wir müssen Immobilien schaffen, die nachhaltig, flexibel und langfristig nutzbar sind, damit sie auch in Zukunft ihre Aufgaben erfüllen können – und im Zweifel auch immer wieder neue. Dann können wir als Immobilienwirtschaft einen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland in Summe innovativer wird.
Dieser Artikel erschien am 21. 11. 2025 auf immobilienmanager.de.
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