KOMMENTAR AM MONTAG

Mein Nachbar, der Supermarkt

Lars Jähnichen, IPH Handelsimmobilien
Lars Jähnichen IPH Handelsimmobilien

Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Nicht nur der Wohnraummangel in den deutschen Metropolen verschärft sich. Gleiches scheint auch auf die innerstädtischen Einzelhandelsflächen zuzutreffen, besonders die Lebensmittelketten. Immer aggressiver und mit neuartigen Flächenkonzepten eröffnen sie Märkte an Standorten, wo vermeintlich kein Platz mehr ist, beispielsweise in klassischen Wohn- und Geschäftshäusern. Immer mehr Bauherren machen sich diesen Trend zunutze: Statt reine Mehrfamilienhäuser zu bauen, sparen sie die Erdgeschosse bewusst aus und belegen sie etwa mit einem Bio-Supermarkt für Lifestyle-bewusste Großstädter – gerne gekoppelt an gastronomische Angebote, wie die Testkooperation von Rewe und Starbucks in einzelnen Großstädten zeigt. Bisher scheint diese Reurbanisierung der Lebensmittelhändler Erfolg zu haben. Zwar gab es in den Innenstädten schon zuvor vereinzelt kleinflächige Lebensmittelmärkte, sogar Discounter. In Städten wie München oder Berlin ist der Trend zum Supermarkt im Mehrfamilienhaus aber schon so weit fortgeschritten, dass die Ladendichte mittlerweile sogar wächst, je zentraler der Stadtteil gelegen ist.

Wer die Liebe der Lebensmittelhändler für innerstädtische Wohn- und Bürogebäude verstehen will, muss sich den Transformationsdruck vergegenwärtigen, der seit einigen Jahren auf der Branche lastet. Seit dem Jahr 2008 beobachten Lebensmittelhändler wieder eine Verlagerung ihrer Umsätze von den Fachmarktlagen in die hochverdichteten Zentren der großen und mittleren Städte – eine Folge der anhaltenden demografischen Wanderung in urbane Räume, aber auch weicherer Faktoren wie dem Bedeutungsverlust eines eigenen Autos bei jüngeren Menschen. Kunden, die einst bereit waren, am Wochenende mit dem Pkw zum Großeinkauf an den Stadtrand zu fahren, lassen sich dort immer seltener blicken.

Außerdem reagieren die Händler mit ihren veränderten Standortansprüchen auf die herannahende „Amazonisierung“ ihrer Branche. Denn obwohl sich der Online-Handel mit Lebensmitteln noch immer schwertut – der Umsatz der digitalen Supermärkte wuchs im vergangenen Jahr um vergleichsweise geringe 1,5 % –, wächst selbst unter Größen wie Rewe, Edeka oder Lidl die Furcht vor den Expansionsgelüsten von Lieferdiensten wie Amazon Fresh. Hinzu kommt, dass diesen Filialisten längst klargeworden ist, dass der Online-Handel den Kunden nicht einfach nur einen alternativen Vertriebskanal zum stationären Handel bietet. Einige von ihnen haben sich ohnehin schon mit eigenen Online-Angeboten positioniert. Vielmehr hat der Trend zum bequemen Bestellen über das Internet dazu geführt, dass sich die Einkaufsgewohnheiten und -ansprüche der Kunden grundlegend ändern: Der Gang in den großflächigen Supermarkt mit seinen langen Warteschlangen an der Kasse ist unbeliebt. Viele Kunden stellen sich gerade in den Großstädten ihren Einkauf mittlerweile anders vor. Für die Händler bedeutet das, mit kleineren und flexibleren Konzepten näher am urbanen Kunden sein zu müssen, als es früher der Fall war. Gefragt sind Frische- und Convenience-Produkte für den schnellen Verzehr unterwegs sowie besondere Sortimente mit regionalen, lactosefreien oder glutenfreien Artikeln – und das am besten immer und überall.

Die Folge ist die besagte Reurbanisierung des Lebensmittelfilialisten und eine Erprobung passgenauer Verkaufs- und Flächenkonzepte, die sich angesichts knappen Baulands in den Innenstädten auch in zentrumsnahe Wohn- und Geschäftshäuser einfügen lassen. Rewe testet seit einigen Monaten unter den Marken ‚ReweCity‘ und ‚Rewe to go‘, Netto mit ‚Netto City‘ und ‚Mein Markt‘ urbane Verkaufsformate. Edeka wartet nach der Übernahme von Tengelmann mit ‚Edeka Xpress‘ und Verkaufsflächen unter 600 qm auf. Zudem sind die Anforderungen an die Parkplatzsituation vor dem Geschäft meistens nicht so hoch wie bei freistehenden Geschäften. Statt der sonst eher funktional gehaltenen Fassaden werden die Außenbereiche der Filialen aufwendig gestaltet, damit sich die Geschäfte optisch in das jeweilige Wohn- oder Geschäftshaus einfügen.

Besonderen Auftrieb erhalten die Lebensmittelhändler in der City durch das Andocken zusätzlicher gastronomischer Angebote. Sie sind durchaus als Teil ihrer Convenience-Strategie zu sehen und sollen die Verweildauer der Kunden im und um das Geschäft erweitern. Damit einher geht ein Rollenwandel der Geschäfte in urbanen Lagen: Der Supermarkt wird vom Versorger zum Gastgeber oder zumindest zur Anlaufstelle für den Hunger zwischendurch. Dem neuesten EHI-Whitepaper ‚Handelsgastronomie in Deutschland‘ zufolge entfällt mittlerweile mehr als die Hälfte der Gastronomieumsätze – insgesamt rund 5,2 Mrd. Euro – auf den Lebensmittelhandel. Hierzu zählen nicht nur Cafés und Restaurants in den Filialen der Ketten (drei Mrd. Euro), sondern auch verzehrfertig zubereitete Speisen zum Mitnehmen (zwei Mrd. Euro) und neuerdings Gastronomie auf der Handelsfläche (200 Mio. Euro), etwa durch eine Showküche mit frischen Lebensmitteln und Kochideen, die den Einkauf zum Lifestyle-Event macht.

Aus Sicht von Projektentwicklern sind diese gemischt genutzten Objekte ein marktgängiges Produkt, ermöglicht die geschickte Integration gewerblich genutzter Flächen im Erdgeschoss doch einen breiteren Mietermix. Außerdem erbringen Lebensmittel- und Gastronomieangebote eine wichtige Versorgungsfunktion, die den Anwohnern zugutekommt und den Wohnwert erhöhen kann. Ganz ohne Stolpersteine ist die spätere Mischnutzung nicht, gerade für Eigentümer, die bislang auf reine Wohn- oder Büroinvestments gesetzt haben. Selbst wenn die Geschäftsräume in gutem Zustand sind und von einem langjährigen Bestandsmieter genutzt werden, können mittelfristig Änderungen nötig sein. Im Zuge des wachsenden E-Commerce entwickeln immer mehr Einzelhändler Omnichannel-Konzepte, die auf eine Vernetzung von Online- und Offline-Angeboten abzielen. Gerade in Vorzugslagen mit viel Laufkundschaft können diese sowohl die persönliche Beratung als auch den Zugang zum breiten Online-Warensortiment gewährleisten. Hierfür muss sich das Vermietungsmanagement Umbauten gegenüber flexibel zeigen, wenn es eine langfristige Mietertreue erreichen will.

Dieser Artikel erschien bereits am 2.2.2018 im IMMOBILIEN MANAGER.

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Dann schreiben Sie an den Leiter unserer Redaktion Dr. Josef Girshovich.

MARKT-NEWS

Koalitionäre gründen Arbeitsgruppe für Wohnthemen

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 1.2. berichtet, haben die Unionsparteien und die SPD für die Koalitionsgespräche eine Arbeitsgruppe ‚Wohnungsbau, Mieten‘ gegründet. In ihr sollten die Details der Sondierungsergebnisse ausgehandelt werden, nach denen die Mietpreisbremse ab 2020 überprüft und die EnEV 2016 nicht weiter verschärft werden sowie Anreize für den Wohnungsbau geschaffen und ein Budget von rund vier Mrd. Euro für eine Wohnungsbauoffensive bereitgestellt werden sollten.

Chinesen lieben deutsche Wohnungen

Deutschlands ohnehin angespannter Wohnungsmarkt bekommt zusätzlichen Druck von Käufern aus aller Welt, schreiben neben anderem die FAZ und die DEUTSCHE WELLE am 1.2. Ein Beispiel für den Ansturm sei der Grand Tower, Deutschlands höchstes Wohngebäude, das derzeit in Frankfurt errichtet werde. Zwar stünden erst wenige Stockwerke des Rohbaus, doch seien fast alle Wohnungen bereits verkauft, vor allem an internationale Kunden. Wichtigste Käufergruppe sei die chinesische Mittelschicht, für die der Standort Deutschland für Rechtsstaatlichkeit, Stabilität und eine starke Wirtschaft stehe. Bevorzugt würden Städte mit globaler Strahlkraft wie Berlin, Frankfurt am Main oder München. Mittlerweile prägten die Investoren aus Übersee mit ihren hohen Ansprüchen den Markt für Neubauten. Dieser ziele oft auf solvente Käufer und weniger auf Normalverdiener ab. „In den Ballungszentren entstehen auffällig viele kleine Wohnungen mit hohen Quadratmeterpreisen“, konstatiere Christian Schulz-Wulkow von EY Real Estate.

Zahl der Ferienwohnungen in Berlin gesunken

Wie die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 2.2. berichtet, zeigt das Berliner Zweckentfremdungsverbot Wirkung. Dies gehe aus Zahlen der Senatsverwaltung hervor. Insgesamt seien in den vergangenen zwei Jahren 3.953 privat vermietete Touristenunterkünfte wieder in Mietwohnungen umgewandelt worden. Wie viele illegale Ferienwohnungen es noch gebe, sei offen.

Aldi baut jetzt auch Wohnungen

Wie das HANDELSBLATT, DIE WELT und die FAZ am 1.2. berichten, plant der Discounter, an zwei Standorten in Berlin schon in Kürze rund 200 Wohnungen über seinen Märkten zu errichten. Weitere 15 Standorte in Berlin prüfe das Unternehmen derzeit. Insgesamt wolle man in der Zukunft 2.000 Wohneinheiten bauen. Die Verbindung der eigenen Märkte mit Wohnungen dürfte es dem Discounter angesichts der Wohnraumknappheit leichter machen, Baugenehmigungen in urbanen Lagen zu erhalten.

Experten sehen Einzelhandelsentwicklung mit gemischten Gefühlen

Nach dem Rekordjahr 2017 rechnet der Einzelhandelsbranchenverband HDE auch für 2018 mit steigenden Einzelhandelsumsätzen. Das berichtet die BÖRSEN ZEITUNG am 1.2. Das Umsatzplus werde auf 2 %, preisbereinigt auf 0,5 % geschätzt. Der Zuwachs komme vor allem durch das Online-Geschäft: 2017 sei der Umsatz im Internet um 4,2 % nach oben geklettert. Wie es in der IMMOBILIEN ZEITUNG vom 1.2. heißt, sind Flächenumsätze und die Zahl der Mietverträge im stationären Handel 2017 zurückgegangen. BNPPRE zufolge sei in den 27 größten Städten der Flächenumsatz um 11 %, die Zahl der Mietverträge um 4 % gesunken. Seit 2014 sei die durchschnittliche Größe pro Vermietung um ein Drittel auf rund 500 qm zurückgegangen. Ungeachtet der wachsenden Konkurrenz aus dem Internet ist die Laune der Investoren am Transaktionsmarkt weiterhin gut, schreibt DIE WELT am 28.1. „Das Vertrauen der Investoren in den stationären Handel ist grundsätzlich vorhanden, sonst würden sie ihr Geld in andere Anlageklassen investieren“, sage Jan Schönherr von CBRE. Innerstädtische Objekte wechselten alle paar Jahre den Besitzer, und solange die Häuser gepflegt seien und genug Kunden kämen, könnten die Investoren weiterhin auf Wertsteigerungen hoffen.

Hamburg und München erwarten kaum neue Logistikflächen

Während sich der Logistikmarkt in diesem Jahr aufgrund spekulativ errichteter Flächen leicht entspannt, stagniert das Flächenangebot in München weiter. Das berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 1.2. In Hamburg kämen ab dem Frühjahr zwei größere Logistikprojekte im Hafen auf den Markt, benötigt würden aber vor allem kleinere Einheiten. „Schwierig ist es, Hallen mit 2.000 qm bis 5.000 qm zu finden“, sage Frank Freitag von CBRE. Entwickler scheuten sich ob der höheren Baukosten, kleinere Segmente zu schaffen. „Grundstücke und Baukosten werden teurer, nur die Mieten steigen nicht“, sage Freitag weiter. In München sei die Marktsituation ähnlich. Zwar seien laut Maximilian Sänger von CBRE mehrere Logistikprojekte in der Entwicklung. Er erwarte jedoch, dass diese sehr schnell vermietet würden. Die derzeitige Spitzenmiete von sieben Euro/qm werde dabei übertroffen werden, vermutet er.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

Basel III treibt Digitalisierung der Banken voran

Aufgrund des starken Wettbewerbs deutscher Immobilienbanken sind die Geldhäuser nicht in der Lage, die erhöhten regulatorischen Kosten von Basel III, die durch erhöhte Eigenkapitalanforderungen entstehen, an ihre Kunden weiterzugeben. Das berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 1.2. Viele Banken versuchten daher, verstärkt Geld einzusparen, indem sie ihr Geschäft digitalisierten. Der Verband Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) rechne vor, dass den Banken durch den Aufschlag auf das Eigenkapital ein Mehraufwand von deutlich oberhalb 10 % entstünde. Louis Hagen von der vdp spreche von einem „regulatorischen Dauerdruck“. Dem gegenüber stünden beachtliche Einsparungspotenziale, die etwa durch die Digitalisierung des Vertragsmanagements und des Dokumentenaustauschs gehoben werden könnten.

Commerz Real wächst weiter und flirtet mit der Crowd

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 1.2. berichtet, ist Commerz Real auch 2017 in allen Geschäftsfeldern gewachsen. Das Ankaufsvolumen liege mit 1,8 Mrd. Euro etwa 400 Mio. Euro über dem Vorjahreswert (ca. 1,4 Mrd. Euro). Den überwiegenden Anteil an den Transaktionen machten wiederum Immobilien aus. Die Verkäufe hätten sich produktübergreifend auf ca. 1,5 Mrd. Euro (2016: ca. 2,7 Mrd. Euro) summiert. Mehr als die Hälfte der An- und Verkäufe (ca. 2,4 Mrd. Euro) sei wie im Vorjahr auf den offenen Immobilienfonds Hausinvest entfallen. Dessen Volumen sei, auch dank 1,2 Mrd. Euro Nettomittelzuflüssen, auf über 13 Mrd. Euro angewachsen (2016: 11,8 Mrd. Euro). 2018 wolle Commerz Real ihre Position als einer der führenden Assetmanager für Sachwerteinvestments weiter ausbauen. Schwerpunkt sei der Ausbau des institutionellen Geschäfts und der Umbau zum ersten digitalen Assetmanager. Das beinhalte auch den Direktvertrieb via Crowdinvesting. „Crowdfunding zeigt, dass auch komplexe Produkte komplett online vertrieben werden können“, sage Andreas Muschter von Commerz Real. Das sei besonders vor dem Hintergrund der Vertriebsrichtlinie Mifid II entscheidend. Viele der bisherigen Vertriebspartner des Unternehmens würden deswegen ihr Geschäft nicht fortführen oder die Produkte der Commerz Real nicht mehr verkaufen.

VERSCHIEDENES

Kürzere Mietlaufzeiten bieten Chancen

Wie Niclas Karoff von TLG Immobilien in einem Interview mit der FAZ vom 2.2. erklärt, sieht er keine Gefahr der Blasenbildung am Markt für deutsche Gewerbeimmobilien. Wenn überhaupt, lasse sich eine gewisse Überhitzung derzeit nur in einigen Teilmärkten beobachten. Dass viele Investoren stärker ins Risiko gingen, indem sie etwa kürzere Mietlaufzeiten akzeptierten, sehe er nicht per se als negativ, da kürzere Laufzeiten den Investoren die Chance gäben, die hohen Mietsteigerungspotenziale besser zu nutzen.

Mögliche Risiken beim Eigenheimkauf

Sebastian Fischer von Primus analysiert auf CAPITAL.DE mögliche Risiken, die auf Kunden beim Kauf eines Eigenheims zukommen können. Bauträger stünden bei der Finanzierung unter Druck, einen möglichst hohen Anteil der Einheiten eines neuen Projektes schnell zu veräußern. Daher veranschlagten sie zunächst künstlich niedrige Preise, die letztlich noch stiegen. Kunden sollten zudem sicherstellen, dass anfallende Reservierungsgebühren bei Nichtzustandekommen des Kaufvertrages erstattungsfähig seien. Bauträger und Projektgesellschaften sollten auf ihren Track-Record hin geprüft werden.

Wohnungsmangel in der Hauptstadt

Dass Aldi 2.000 Wohnungen in Berlin bauen will, ist nicht genug, um dem akuten Wohnungsmangel in der Hauptstadt entgegenzuwirken, schreibt Patrick Herzog-Smethurst von der DKW Gruppe am 2.2. auf FOCUS ONLINE. Bundesweit sei die Anzahl der Bauanträge im vergangenen Jahr um 8 % gesunken. In Berlin sei ihre Zahl zwar in den ersten drei Quartalen um 5 % angestiegen, jedoch sei das bei einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von 50.000 Menschen zu wenig. Für den geringe Neubautätigkeit sei vor allem ein Mangel an Aktivität im Senat verantwortlich. Im Gegensatz zu Berlin habe Hamburg 2017 eine Möglichkeit gefunden, Baugenehmigungen durch Kooperationen zwischen Wirtschaft und Politik zu steigern. Zwischen Januar und September sei die Zahl der Genehmigungen in der Hansestadt um 48 gestiegen. Damit habe Hamburg, das nur etwa halb so groß wie Berlin sei, etwa die gleiche Anzahl an Bauvorhaben genehmigt wie die Bundeshauptstadt im gleichen Zeitraum.

Shoppingcenter im Fokus

Katharina von Schacky von Commerz Real Shopping spricht im Interview mit ACROSS über den Ankauf von Einzelhandelsimmobilien und die wichtigsten Aspekte eines erfolgreichen Portfoliomanagements. Angebot und Nachfrage im Bereich Shoppingcenter seien derzeit völlig unausgewogen, was stellenweise zu unrealistischen Preisen führe, sage von Schacky. Trotzdem sei es wichtig und möglich, das Portfolio stetig zu optimieren. Dazu müssten Bestandsimmobilien individuell auf ihr Marktumfeld und Wertsteigerungspotenzial überprüft werden. Besonders bei Standorten im Ausland, rate von Schacky, solle man sich um verlässliche Partnerschaften vor Ort bemühen. Neben einer soliden Digitalstrategie seien auch gezielte Werbemaßnahmen wie besondere Events für ein jüngeres Publikum wichtig.

Das Potenzial der Millenials

Die vergleichsweise niedrige Wohneigentumsquote in Deutschland könnte bald steigen, schreibt Thomas Zabel von JLL am 31.1. auf MEDIUM. Die steigenden Mietpreise in deutschen Metropolen machten es in Zukunft lohnenswerter, zu kaufen, statt zu mieten. Zabel verweist auf Trends unter Millenials in den USA und China, die sich hierzulande ebenso durchsetzen könnten. So seien in den Vereinigten Staaten bereits über 66 % der sogenannten Generation Y Eigenheimbesitzer. In China liege der Anteil sogar bei 70 %. In Europa habe der rasante Anstieg bei Hauspreisen viele jüngere Menschen in letzter Zeit vom Markt ausgeschlossen. Mit voraussichtlichen Nachlasszahlungen von 400 Mrd. Euro, die in Deutschland bis 2027 ausgezahlt werden sollen, könnten viele Millennials aber auch hierzulande in die Lage kommen, in ein Eigenheim investieren zu können.

Fondsmanager sollten loslassen können

Manager von Immobilienfonds sollten nicht mehr lange damit warten, sich von Assets zu trennen, schreibt Thomas Meyer am 2.2. im IMMOBILIEN MANAGER. Trotz sehr hoher Preise und Faktoren blieben viele Eigentümer passiv und wögen ab. Er sehe daher die Gefahr, dass eine ähnliche Situation wie vor zwei Jahren entstehen könnte. Damals habe unter Investoren der Konsens geherrscht, nicht zu viel Kapital aufzunehmen. Zusammen mit dem Liquiditätsanteil sei daraufhin auch der Anlagedruck auf die Fonds gestiegen, während die Renditen gesunken seien. Auch damals hätten viele gezögert, „Nein“ zu sagen, also einen Cash-Stop durchzuführen. Für die Anleger sei das ungünstig gewesen. Jetzt bestehe wieder die Gefahr, dass ein zu langes Zögern schlechte Ergebnisse fördere. Die Fonds sollten daher den Verkäufermarkt nutzen und mögliche Verkaufserlöse für ihre Anleger realisieren.

Termine

FRANKFURTER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Wohnungsneubau in Frankfurt - Die elf interessantesten Projekte

ZIELGRUPPEN
Die Sonderveranstaltung richtet sich an Institutionelle Investoren und Family Offices, die im Rhein-Main-Gebiet (besonders Frankfurt) in den Wohnungsneubau investieren wollen. Zudem sollten Projektentwickler aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen, die sich einen aktuellen Marktüberblick verschaffen wollen, sowie Banken und andere Finanzierer, Makler/Transaktionsberater/Vertriebe und Architekten.

THEMEN
Die Referenten stellen aktuelle und geplante Wohnungs-Neubau-Projekte in Frankfurt/Main sowie im Rhein-Main-Gebiet vor und sprechen über folgende Fragen: Wie verliefen die Genehmigungsprozesse bzw. die Abstimmung mit den Behörden? Wer sind die Käufer? Selbstnutzer, Anleger, institutionelle Investoren? Welche Faktoren und Mietansätze wurden beim Globalverkauf / Forward-Deal veranschlagt, welche Quadratmeter-Preise beim ETW-Vertrieb erzielt? Wie erfolgt die Finanzierung, aus dem Cashflow, Bankenfinanzierung, Mezzanine o. ä.) Wann erfolgte der Grundstückskauf? Wann gab es das Baurecht? Wie schnell erfolgt der Abverkauf?

REFERENTEN
Martin Büttner (GWH Bauprojekte GmbH), Volker de Boer (IFM Immobilien AG), Christoph Gröner (CG Gruppe), Hans-Peter Unmüßig (UNMÜSSIG Bauträgergesellschaft Baden mbH), Jörg Werner (GEG German Estate Group AG), Peter Haller (6B47 Real Estate Investors AG), Wolfgang Ries (BIEN-RIES AG), Jürgen Blankenberg (gsp Städtebau GmbH), Marc Bosch (Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH), Özkan Demir (PROJECT Immobilien Rhein-Main GmbH), Ralf Werner (Instone Real Estate Development GmbH). Sven Carstensen (bulwiengesa AG) gibt einen Überblick über die aktuelle Marktentwicklung sowie die Preise und Mieten im Rhein-Main-Gebiet. Begrüßung und Einführung durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 22. Februar 2018 im Steigenberger Frankfurter Hof in Frankfurt statt. Fordern Sie weitere Informationen zu Programm und Kosten sowie das Anmeldeformular an unter: info@immobilienrunde.de

NRW IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Die 12 wichtigsten Wohnungsneubau-Projekte in NRW

ZIELGRUPPEN
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Projektentwickler/Bauträger, Institutionelle Investoren, Family Offices, Finanzierer/Mezz-Geber und Architekten.

REFERENTEN
Andreas Schulten (bulwiengesa AG), Nina Reiter (BERND REITER GRUPPE), Reinhold Knodel (PANDION AG), Andreas Gräf (Instone Real Estate Development GmbH), Martin Koll (WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH), Ulrich Tappe (Grafental GmbH & Co. KG), Tanja Kilger (BPD Immobilienentwicklung GmbH), Klaus Franken (Catella Project Management GmbH), Timo Wess (BAUWENS GmbH & Co. KG), Stefan Frey (Frey AG), Christoph Gröner (CG Gruppe AG), H.-Jürgen Rodehüser (PARETO GmbH), Achim Bassa (Koschany + Zimmer Projektentwicklung KZP)

THEMEN
Die Referenten stellen aktuelle und geplante Wohnungs-Neubau-Projekte in NRW vor und berichten über ihre Erfahrungen: Wie verliefen die Genehmigungsprozesse bzw. die Abstimmung mit den Behörden? Wer sind die Käufer? Selbstnutzer, Anleger, institutionelle Investoren? Wie erfolgt die Vermarktung? Preisgestaltung: Welche Preise sind erzielbar? (qm-Preise, Faktoren für Institutionelle) Wann erfolgte der Grundstückskauf? Wann gab es das Baurecht? Wie schnell erfolgt der Abverkauf? Außerdem geht es um die Alleinstellungsmerkmale der Projekte, Besonderheiten der Architektur, Grundrisse etc. sowie Fragen zu Kommunikation, PR und Marketing.

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 27. Februar 2018 im Radisson BLU Hotel Köln statt. Fordern Sie weitere Informationen zu Programm und Kosten sowie das Anmeldeformular an unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE in Kooperation mit der IREBS Immobilienakademie

Sonderveranstaltung Basisseminar: Projektentwicklung

ZIELGRUPPEN
Das Seminar richtet sich insbesondere an neue Mitarbeiter bei Projektentwicklungsunternehmen, die aus anderen Bereichen (oder direkt von der Uni) kommen und sich an zwei Tagen einen Gesamtüberblick über die Tätigkeit eines Projektentwicklers verschaffen wollen. Es richtet sich aber auch an Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (besonders solche, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Mitarbeiter von Generalunternehmern/Bauunternehmen. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.

THEMEN
Erster Tag: „Grundlagen der Projektentwicklung und Projektmanagement“: Projektentwicklung/Projektmanagement (Ablauf und Leistungsbilder); Standortanalyse/Due Diligence (Baurecht; Grundstücksanalyse); Planungskonzepte (Untersuchung vorhandener Bausubstanz; Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung; Bildung von Gebäudemodellen); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI; Baukostenplanung in der Projektentwicklung; Rahmenterminplanung); Start der Projektmanagementaktivitäten (360°-Analyse als Einstieg; Objektplanung – durch wen? Projektorganisation – ist alles geregelt?

Zweiter Tag: „Die Arbeit eines Projektentwicklers und einfache Developerrechung“: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen; Definition; klassische Aufgaben); idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (prozessuale Aspekte; idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung); der Markt für Projektentwickler (Typen; Strategien; Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse; Wettbewerbsanalyse; Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (von der „Bierdeckel-Kalkulation“ zur dynamischen Developer-Rechnung).

REFERENTEN
Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer und Carsten Sellschopf, formart GmbH & Co. KG. Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 11. und 12. April im Maritim Hotel Berlin statt. Informationen zu Programm und Kosten sowie das Anmeldeformular finden Sie unter: www.tvs-berlin.de/downloads/Einladung26091701.pdf

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Immobilien-Transaktionsrecht

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung, die wir bereits zum neunten Mal durchführen, richtet sich an alle Marktteilnehmer, die professionell Immobilien kaufen und verkaufen. Sie vermittelt an zwei Tagen sowohl Grundlagen als auch Wissen zu aktuellen Entwicklungen im Immobilien-Transaktionsrecht. Kommen sollten Projektentwickler, Bauträger, Investoren, Asset-Manager, Geschäftsführer von Immobilienunternehmen, Transaktionsberater, Makler, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

REFERENTEN
Dr. Peter Decker ist Rechtsanwalt und Partner von Gibson, Dunn & Crutcher LLP und berät in nationalen und internationalen Immobilientransaktionen. Er ist qualifiziert als Chartered Surveyor (MRICS) und leitet die Real Estate Praxis im Münchner Büro von Gibson Dunn, eine der führenden internationalen Anwaltskanzleien.

Dr. Christian Schmidt ist Rechtsanwalt und seit 2014 Mitarbeiter in der Steuerabteilung der Deutschen Pfandbriefbank AG. Zuvor war er 14 Jahre als Rechtsanwalt für die internationale Anwaltssozietät Shearman & Sterling LLP und Gibson, Dunn & Crutcher LLP auf dem Gebiet des nationalen und internationalen Steuerrechts tätig. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten gehört u.a. das Immobiliensteuerrecht.

Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

THEMEN
1. Tag: Steuerliche Strukturierung der Transaktion: Asset Deal; Steuerliche Aspekte einer Immobilientransaktion; Asset Deal aus Sicht des Veräußerers (Veräußerungsgewinnbesteuerung); Asset Deal aus Sicht des Erwerbers (Abschreibung der Anschaffungskosten); Grunderwerbsteuer (Grunderwerbsteuerpflichtige Rechtsgeschäfte, Bemessungsgrundlage, Steuerausnahmen); Umsatzsteuer (Geschäftsveräußerung im Ganzen, Umsatzsteueroption); Haftung (Betriebssteuern, Grundsteuer, Haftungsregelung im Kaufvertrag). Steuerliche Strukturierung der Transaktion – Share Deal: Share Deal aus Sicht des Veräußerers (Veräußerungsgewinnbesteuerung); Share Deal aus Sicht des Erwerbers (Abzugsfähigkeit der Akquisitionsfinanzierung, Schicksal der Verlust- und Zinsvorträge); Besteuerung mit Auslandsbezug; Umsatzsteuer (Umsatzsteuerfreiheit des Share Deals); Grunderwerbsteuer (Grunderwerbsteuerpflichtigkeit der Anteilsübertragung und Anteilsvereinigung; gem. §§ 1 Abs. 2a, Abs. 3 und Abs. 3a GrEStG, Strukturierungsmöglichkeiten); Haftung (Steuerklausel im Kaufvertrag); Geplante Änderungen zur Grunderwerbsteuer bei Share Deals – wie können Investoren ggf. vorausschauend darauf reagieren? Vereinbarungen im Vorfeld der Transaktion: Letter of Intent, Memorandum of Understanding, Term Sheet, Exklusivitätsvereinbarung; Vertraulichkeitsvereinbarung. Due Diligence: Käufer Due Diligence/Verkäufer Due Diligence; Red Flag List; Executive Summary; Report; Datenraumanforderungen. Asset Deal: Kaufgegenstand (Bestimmtheit, Dingliche Belastungen, Bauverpflichtung); Kaufpreis (Gestaltung, Fälligkeit, Sicherstellung, Verkäuferdarlehen); Dingliche Sicherung der Kaufpreisfinanzierung (Belastungsvollmacht, Sicherstellung der Löschung); Übergang von Vertragsverhältnissen (Mietverhältnisse, Service Verträge, Versorgungsverträge, Nachvereinbarungen); Garantiehaftung versus Haftungssystem des BGB; Rechtsfolgen der Haftung (Basket, Cap, Selbstbehalt, Vertragsstrafen); Übergang von Nutzen und Lasten; Rücktrittsrechte (Verzug des Käufers, Nichteintritt der Fälligkeitsvoraussetzungen, Rechtsfolgen); Auflassungsvormerkung und Auflassung; Kostenregelung; Zusammenschlusskontrolle.

2. Tag: Share Deal – Ankauf einer Immobilie: Abgrenzung zum Asset Deal; Anwendbares Recht; Sprache der Transaktionsdokumente; Erforderlichkeit der notariellen Beurkundung; Kaufpreisgestaltung, Ablösung von Verbindlichkeiten und Kaufpreisanpassung; Physisches Closing versus reales Closing; Haftungssystematik beim Share Deal; Optionsvereinbarungen. Joint Venture für ein Immobilienprojekt: Arten von Immobilien-Joint Ventures; Wirtschaftliche Grundlagen von Joint Ventures (Objektbeschaffung, Asset Management, Exit, Budget); die Joint Venture Vereinbarungen (Master Vereinbarung, gesellschaftsrechtliche Vereinbarungen, Geschäftsbesorgungsverträge, Leistungsverträge); die Master Vereinbarung, gesellschaftsrechtliche Regelungen (Kapitalausstattung, Stimmrechte, Tag along, Drag along, Vorkaufsrechte, Gewinnverteilung); Geschäftsbesorgungsverträge (Verwaltung des Joint Ventures, Beschaffung, Verwaltung, Wertschöpfung, Finanzierung, Verkauf).

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 18. und 19. April 2018 im Steigenberger Hotel in Berlin statt. Fordern Sie weitere Informationen zu Programm und Kosten sowie das Anmeldeformular an unter: info@immobilienrunde.de