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KOMMENTAR AM MONTAG

Wege aus dem PropTech-Dschungel

Julian Hagenschulte und Susanne Hügel CBRE

Digitalisierung – ein großes Wort, das verschiedene Dimensionen umfasst. Dazu zählt der Einsatz von neuen Technologien, erstens zur Optimierung der Kundeninteraktion und -kanäle, zweitens zur Automatisierung und Effizienzsteigerung der internen Prozesse sowie drittens zur Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle. Für beinahe jeden Einzelaspekt von der Bauplanung bis zum Vermietungsmanagement bieten PropTechs inzwischen innovative Leistungen an. Auf der Suche nach neuen Innovationsquellen oder bestehenden Lösungen für Unternehmensprozesse werden Kooperationen mit den richtigen PropTechs immer wichtiger. Dies ist eine Chance, jedoch aufgrund der hohen Komplexität für viele Unternehmen auch eine große Herausforderung.

Online-Plattformen wie gewerbe-quadrat.de oder proptech.de geben eine erste Übersicht, wie vielfältig die PropTech-Landschaft inzwischen geworden ist. Letztere zählte im April 2018 allein 246 deutsche PropTechs in 13 Kategorien, beginnend mit allen möglichen Buchstaben des Alphabets – von Architrave, einem Provider für Datenräume, bis Zinsbaustein, einer Crowdfunding-Plattform. Genauso unterschiedlich wie die Produkte sind auch die Geschäftsmodelle und der jeweilige Reifegrad der Unternehmen. Für etablierte Immobilienunternehmen stellt sich also die Frage, wie sie sich in diesem PropTech-Dschungel zurechtfinden, um über die Entwicklungen auf dem aktuellsten Stand zu bleiben und Impulse für die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells zu finden.

Die Vielzahl der PropTechs und die schnelle Weiterentwicklung ihrer Leistungen steht der begrenzten personellen Kapazität der etablierten Unternehmen gegenüber: Selbst bei den Branchenführern gibt es auf Führungsebene häufig keinen zentralen Ansprechpartner für Digitalisierungs- und Innovationsfragen, der sich mit einem eigenen Team um die Identifikation relevanter technologischer Entwicklungen und möglicher PropTech-Partner kümmert. Wichtig ist aber nicht nur, das passende Unternehmen zu identifizieren, sondern auch die Art und Weise der Kooperation richtig zu strukturieren. Hier kommt die sogenannte „Build-Buy-Borrow“-Entscheidung ins Spiel: Dient das jeweilige PropTech als Rollenmodell für die Umsetzung eigener IT-Lösungen („build“)? Ist es sinnvoll, das Unternehmen aufzukaufen („buy“)? Oder sollten besser Rahmenverträge abgeschlossen werden („borrow“)? Nicht alle Unternehmen innerhalb der Branche können oder wollen diese Fragen auf sich allein gestellt beantworten. Daher haben einige Immobiliendienstleister inzwischen Methoden entwickelt, um möglichst effizient die PropTechs zu finden, die zum Anforderungsprofil des jeweiligen Unternehmens passen. Um dabei so präzise wie möglich vorzugehen, sollte dieser Scouting-Prozess in die folgenden vier Phasen untergliedert werden:

So gut wie nie ist von vorneherein klar, welche digitalen Lösungen ein Unternehmen tatsächlich benötigt. Daher steht zunächst eine Analyse der eigenen Wertschöpfungskette beziehungsweise des Geschäftsmodells an, bei der der Status Quo mit einer konkret zu lösenden Herausforderung abgeglichen wird. Hierbei sollten sowohl interne als auch kundenzentrierte Aspekte einfließen. Als erstes muss der Markt beziehungsweise die Kundenzielgruppe herausgearbeitet werden, die vom jeweiligen Angebot des Unternehmens profitieren soll. Anschließend wird der mögliche Mehrwert, der dem Kunden versprochen wird, detailliert betrachtet. Des Weiteren wird entlang der Wertschöpfungskette analysiert, auf welche Weise der Mehrwert zukünftig geschaffen wird und wie der Kunde direkt davon profitiert. Darauf basierend wird das Erlösmodell unter die Lupe genommen, also die Frage, wie sich durch die Qualität der Dienstleistung Umsätze generieren lassen. Beispielsweise könnten durch die technologische Übersetzung von bisher manuellen Abläufen Daten anfallen, die sich in neue Services überführen lassen und einen Mehrwert für den Kunden bedeuten.

Anschließend muss Übersetzungsarbeit geleistet werden, indem auf Grundlage der betriebswirtschaftlichen Erkenntnisse aus der ersten Phase die richtigen Technologien gefunden werden, um die konkreten Herausforderungen für dieses Unternehmen zu lösen. Zusätzlich müssen die Technologien weiteren Anforderungen genügen, beispielsweise mit den anderen Anwendungen innerhalb des Unternehmens kompatibel sein. Können die einzelnen IT-Lösungen nicht miteinander „kommunizieren“, drohen Insellösungen und Datenfriedhöfe. Ziel muss es sein, dass zwei verschiedene Anwender an unterschiedlichen Punkten im Lebenszyklus der Immobilie auf dieselben Daten zugreifen und damit effizient agieren können – zum Beispiel, wenn die Daten in einer zentralen Datenbank gespeichert sind.

Bei der Auswahl der Technologie stellt sich stets auch die Frage, ob eine etablierte und bereits erfolgreiche State-of-the-Art-Anwendung nicht mittelfristig durch eine neue Lösung aus dem Bereich der „emerging technologies“ verdrängt werden könnte. Die Analyse identifiziert daher Technologien, die keine zeitnahen Nachrüstungen erfordern und langfristig praktikabel sowie angemessen dimensioniert für das Anforderungsprofil des Unternehmens sind. Ein Indikator dafür, welche weiteren Entwicklungspotenziale eine Technologie haben kann, ist beispielsweise das Volumen des in sie investierten Risiko- beziehungsweise Venture-Kapitals.

Ausgehend von der jeweils zugrundeliegenden Geschäftsidee muss anschließend herausgefunden werden, bei welchem Unternehmen sich die Kontaktaufnahme lohnt. Damit einher gehen die Fragen, welche PropTechs und Startups – gegebenenfalls auch ohne Immobilienschwerpunkt – die betreffende Technologie anbieten und wie sie diese einsetzen. Anschließend werden die potenziellen Kandidaten nach relevanten Unterscheidungskriterien wie beispielsweise dem Wirkungsbereich des Unternehmens oder dem Reifegrad des Produktes eingeordnet.

Sobald der Weg durch den PropTech-Dschungel bewältigt und Transparenz hinsichtlich der geeigneten Technologie und passenden Kooperationspartner für die unternehmensspezifische Herausforderung geschaffen wurde, kann die eingangs erwähnte „Build-Buy-Borrow“-Frage gestellt werden. Schließlich ist die Form der Zusammenarbeit entscheidend dafür, wie effizient die konkreten Prozesse ablaufen und wie schnell die IT-Lösung vom Pilotprojekt zur flächendeckenden Nutzung gebracht werden kann.

Im Kooperationsmodell agiert das PropTech innerhalb der Partnerschaft als Dienstleister, was eine temporäre Beschränkung der Zusammenarbeit ermöglichen kann. Da das PropTech nicht in das eigene Unternehmen eingegliedert wird, fällt nicht nur die hohe Einmalinvestition einer Übernahme weg, sondern auch ein großer Teil des Verwaltungsaufwands. Das Modell „Borrow“ eignet sich daher insbesondere für schnell umzusetzende Projekte, bei denen ein zentraler Ansprechpartner mit dem jeweiligen Dienstleister in ständigem Kontakt steht. Oft entstehen dadurch auch langfristige Partnerschaften.

Wenn der Use Case oder die entsprechende Technologie für das Unternehmen derart wichtig oder zukunftsweisend ist, dass die Kompetenzen innerhalb der eigenen Reihen abgebildet werden sollen, bietet sich hingegen eine Übernahme an. Dafür sind eine detaillierte vertragliche Regelung und viel Vorlaufzeit nötig, ebenso wie ein hoher Kapitaleinsatz, wobei das geistige Eigentum u. a. in Form von Patenten erworben wird. Bei einer Eingliederung ist aufgrund der unterschiedlichen Kulturen und Strukturen oft ein intensives Change Management in beiden Unternehmen nötig. Manchmal müssen sogar erst die nötigen Strukturen geschaffen werden, um eine solche Übernahme zu ermöglichen.

Sofern Unternehmen die nötige Kompetenz und digitalen Fähigkeiten – zum Beispiel gebündelt in einer eigenen digitalen Unit – also beispielsweise einem Digital Lab – besitzt, ist die Entwicklung einer eigenen IT-Lösung häufig die richtige Variante. Dabei können die Spezialisten auf die Erkenntnisse zurückgreifen, die im Rahmen des oben genannten Vier-Phasen-Scans gewonnen wurden. Auf dieser Basis ermessen sie, welcher Technologie sie den Vorzug geben und welches PropTech ihnen als Best Practice dient. Natürlich muss in diesem Fall sichergestellt werden, dass das geistige Eigentum nicht angetastet wird – das Unternehmen darf eine Idee also nicht einfach kopieren, sondern muss sie adaptieren und entscheidend modifizieren. Dies erfordert viel Zeit und in der Regel die Bildung eines eigenen Spezialteams. Allerdings ermöglicht dieses Vorgehen, eigene Kapazitäten und Kompetenzen aufzubauen, damit die entscheidenden Impulse zur Weiterentwicklung des Geschäftsfelds auch aus den eigenen Reihen kommen.

Dieser Artikel ist erschienen im IMMOBILIENMANAGER 12/2018.

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen?

Dann schreiben Sie an den Leiter unserer Redaktion Dr. Josef Girshovich.

MARKT-NEWS

Britische Wohnimmobilienpreise steigen weiter

Anders als erwartet hat der bevorstehende Brexit sich bislang nicht nennenswert auf die Preise am britischen Wohnimmobilienmarkt ausgewirkt, schreibt die FAZ am 7.12. Seit dem Referendum im Juni 2016 bis Ende Oktober 2018 seien die Immobilienpreise in 19 der 20 größten britischen Städte weiter gestiegen. Der einizige Fall eines Rückgangs der Preise in Aberdeen (Schottland) werde allein auf die Ölpreisentwicklung und nicht auf den Brexit zurückgeführt. Sogar in London, wo die Transaktionszahlen deutlich zurückgegangen seien, seien die Preise insgesamt betrachtet um 5,2 % gestiegen.

Kritik an den Vorschlägen zur Grundsteuerreform

Über die Kritik an den Vorschlägen der Landesfinanzminister zur Grundsteuerreform schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.12. Vonseiten der Immobilienbranche werde bemängelt, dass die im Juni vorgelegten Vorschläge nahezu unverändert übernommen worden seien und so die Hoffnung auf eine Entschärfung der Neuregelung enttäuscht worden sei. Auch sei unklar, ab wann das neue Gesetz gelten und wie eine Übergangsregelung aussehen würde, sodass es derzeit Rechtssicherheit nicht gewährleistet sei. Klar sei nur, dass Share-Deals unattraktiver werden sollten, um dem Fiskus Einnahmen aus Grunderwerbsteuern zu sichern. Beschlossen worden sei erstens, dass, wie es jetzt schon bei Personengesellschaften üblich sei, auch bei Kapitalgesellschaften der Verkäufer „in nennenswertem Umfang beteiligt bleiben“ müsse, was den vollständigen Erwerb einer Objektgesellschaft durch einen Investor und seinen mitgebrachten Co-Investor unmöglich mache. Zweitens solle die für das Auslösen der Grunderwerbsteuer relevante Beteiligungshöhe bei sämtlichen Ergänzungstatbeständen von derzeit 95 % auf 90 % der Anteile gesenkt werden. Drittens sollten die restlichen Minderheitsanteile erst nach Ablauf von zehn Jahre statt wie bislang von fünf Jahren übertragen werden dürfen. Olaf Scholz‘ Vorschlag, die Höhe der Grunderwerbsteuer von der jeweiligen Nettokaltmiete abhängig zu machen, wird vonseiten der Politik ebenso wie von der Immobilienbranche kritisiert, schreiben die FAZ und die IMMOBILIEN ZEITUNG in einem weiteren Artikel am 6.12. Thomas Schäfer (CDU) habe gemahnt, die Grundsteuer müsse gerecht, einfach und verfassungskonform sein, was aber mit dem von Scholz vorgeschlagenen Modell nicht gewährleistet sei. Jürgen Michael Schick von IVD sehe vor allem die Gefahr steigender Mieten und warne vor einem „bürokratischen Albtraum“.

Im neuen Jahr bleibt alles beim Alten

CBRE, Domicil und Primus Immobilien zufolge wird sich der Wohnungsmarkt im kommenden Jahr in etwa so gestalten wie in diesem, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 5.12. online. Die Nachfrage und folglich die Preise würden weiterhin hoch bleiben, habe Michael Schlatterer von CBRE auf einer gemeinsamen Webkonferenz gesagt. Nur neue Auflagen vonseiten der Politik, Bodenspekulation und Proteste Einzelner könnten sich störend auswirken. Doch weder der Handelsstreit zwischen den USA und China noch der Brexit würden negative Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt haben, prognostiziere Andre Schmöller von Domicil. Sebastian Fischer von Primus zufolge sei die „Grundstücksverfügbarkeit zwar schwierig“, doch werde seines Erachtens „mehr geklagt, als das Problem vorhanden ist“.

Wie Immobilienunternehmen von Proptechs profitieren können

Über die verschiedenen Ansichten zur Kooperation mit Proptechs, wie sie auf der ‚Mipim Proptech‘ in New York vertreten wurden, berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.12. Ric Clark von Brookfield Property sehe in der technologischen Entwicklung einen Hinweis darauf, dass sich Immobilienunternehmen vielseitiger und etwa vom bloßen Gebäudeanbieter zum Dienstleister entwickeln sollten, um nicht von Mitbewerbern im Internet unter Druck gesetzt zu werden. Scott Rechler von RXR warne ebenfalls davor, Zeit zu verlieren, sehe aber auch enorme Chancen für etablierte Unternehmen, da dank der Proptechs schon heute auf funktionierende und erprobte Technologie aufgebaut werden könne. Wichtig bei Proptech-Investitionen sei aber, dass das jeweilige Proptech nahezu von Anfang an Geld verdiene. Jeff Stein von Aecom hingegen habe angegeben, er investiere überhaupt nicht in Proptechs, sei aber für Pilotprojekte jederzeit offen.

Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof ist vollbracht

Signa und HBC haben den Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof vollzogen, berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.12. Signa habe 57 Kaufhof-Warenhäuser zu je 50 % sowie zwei weitere Häuser zur Gänze erworben. CBRE und BNPPRE zufolge sei dies die größte Gewerbeimmobilientransaktion dieses Jahres in Deutschland.

Hoch hinaus auf dem Ku'damm?

Signa hat dem Berliner Baukollegium einen Entwurf für ein neues Hochhaus auf dem Berliner Kurfürstendamm vorgestellt, berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.12. Der Plan sehe drei Türme mit jeweils einer Höhe von 100 m, 120 m und 150 m vor, die aus einem Sockelgebäude wüchsen, das an die teils noch vorhandene historische Bebauung anschließe. In das gemischt genutzte Quartier wolle Signa 900 Mio. Euro investieren. Das Baukollegium lehne Hochhäuser an dem Standort ab, doch sei noch abzuwarten, was aus dem Projekt werde, da die Diskussion um den Hochhausrahmenplan gerade erst begonnen habe.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

Warren Buffett baut Immobiliengeschäft aus

Warren Buffetts Berkshire Hathaway zeigt sich am Immobilienmarkt expansiv, berichtet die FAZ am 7.12. Um seine internationale Reichweite auszudehnen habe Berkshire Hathaway Homeservices sich mit Kay & Co. aus London zusammengetan, das so zum zweiten Franchisenehmer in Europa nach Rubina Real Estate aus Berlin geworden sei. Das neue Unternehmen mit dem Namen Berkshire Hathaway Homeservices Kay & Co. wolle nun weiter expandieren. Berkshire Hathaway Homeservices suche weitere Franchisepartner in anderen deutschen Großstädten, sage Mitch Lewis von Berkshire Hathaway Homeservices. Man denke dabei auch an Frankfurt.

CBRE erwirbt KWG-Lizenz

Die CBRE-Tchter Capital Advisors hat eine KWG-Lizenz erhalten, um künftig Finanzdienstleistungen im Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG) anbieten zu können, berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 7.12. Bislang habe CBRE Deutschland bei der Anlagevermittlung für regulierte Produkte eine sogenannte Passport-Lizenz über in London ansässige Kollegen genutzt, was aber sehr aufwendig und kostenintensiv gewesen sei und sich zudem nach erfolgtem Brexit nicht mehr so einfach werde machen lassen. Eine eigene KWG-Lizenz erleichtere CBRE Deutschland den Zugang zu möglichen Investoren und befördere das Vertrauen bei Geschäften im regulierten Bereich. Mit der Lizenz verfüge CBRE am Markt der Immobilienberater „über ein Alleinstellungsmerkmal“, sage Fabian Klein von CBRE.

Wie investieren trotz sinkender Renditen?

Wie Investoren damit umgehen, dass die Mieten in den Großstädten nicht mehr viel Steigerungspotenzial haben, die Kaufpreise weiter steigen und entsprechend die Renditen sinken, ist Thema in der IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.12. Das Interesse der Investoren an Wohnimmobilien sei nach wie vor hoch, auch neue Akteure beträten den Markt. So etwa Wealthcap, die kürzlich einen Wohnimmobilienfonds für institutionelle Anleger aufgelegt habe, der 200 Mio. Euro investieren solle. Vonseiten institutioneller Investoren sei die Nachfrage nach Wohnungen zum Zwecke der Diversifikation stark gestiegen. Dem wolle man nun Rechnung tragen, sage Harald Schaller von Wealthcap. Um die sehr hohen Preise in den Innenstädten zu vermeiden und rentabel zu sein, kaufe man verstärkt in Randlagen und im Umland von Großstädten und verfolge eine eher konservative Strategie. Aufgrund der gestiegenen Mieten habe die Fluktuation abgenommen, was Mieterhöhungen erschwere. Dr. Lübke & Kelber zufolge liege sie in Großstädten derzeit bei nur noch 5 %.

Vonovia setzt auf Neubau statt auf Modernisierung

Vonovia will künftig in die Modernisierung des Bestandes in Deutschland weniger investieren als bislang, berichtet die BÖRSEN ZEITUNG und das HANDELSBLATT am 7.12. Vom kommenden Jahr an würden keine energetischen Sanierungen mehr vorgenommen, die sich in einer Mieterhöhung von mehr als zwei Euro/qm auswirkten. Statt dessen solle verstärkt in Neubau und in Modernisierungen in Schweden investiert werden. An seinen Gewinnzielen für 2018 halte Vonovia fest.

Neuer Wohnfonds von Redevco

Der bislang auf Einzelhandel spezialisierte niederländische Immobilieninvestmentmanager Redevco will nun in den europäischen Wohnimmobilienmarkt einsteigen und einen Fonds auflegen. Das berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.12. Redevco wolle 500 Mio. Euro zunächst in Bestandsimmobilien und Projektentwicklung in den Niederlanden und Deutschland investieren, später dann auch in Spanien und Großbritannien. Zusammen mit dem niederländischen Projektentwickler AM Real Estate Development wolle Redevco 300 Mietwohnungen im mittleren Mietpreissegment bauen, die bis 2022 fertiggestellt sein sollten. Der Erwerb von Bauland im Großraum Amsterdam für den Fonds sei bereits erfolgt.

WirtschaftsHaus und WI ImmoGroup fusionieren

WirtschaftsHaus und WI ImmoGroup wollen sich zu einem Spezialisten für die Entwicklung von Pflegeimmobilien mit einem Projektvolumen von rund 1,2 Mrd. Euro zusammenschließen, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.12. Die Private-Equity-Gruppe ActivumSG Capital Management, zu der die WI ImmoGroup bereits gehöre, habe sich über einen ihrer Fonds die Projektentwicklungsaktivitäten von WirtschaftsHaus gesichert, um so ihr Engagement bei den Pflegeimmobilien weiter auszubauen.

Zum Stand der Dinge in der Wölbern-Insolvenz

Über den derzeitigen Stand der juristischen Aufarbeitung der Insolvenz von Wölbern Invest berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 6.12. Im Juni dieses Jahres hätten die Gläubiger von Wölbern Invest den Insolvenzplan von Insolvenzverwalter Tjark Thies von Reimer Rechtsanwälte akzeptiert, sodass die Fondsgesellschaften nun ihre Forderungen durch wechselseitige Ausgleiche befriedigen könnten und ein weiterer Rechtsstreit abgewendet worden sei. Das Verfahren bzgl. verschiedener Schadenersatzklagen, die die Paribus-Gruppe im Auftrag von 31 Wölbern-Gesellschaftern und der Insolvenzverwalter Thies gegen die Kanzlei Bird & Bird und deren ehemalige Anwälte erhoben hätten, sei allerdings noch nicht abgeschlossen.

VERSCHIEDENES

Gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft

Prof. Dr. Alexander von Erdély von CBRE fordert im Interview mit RETHINKING REAL ESTATE am 5.12. die Immobilienbranche auf, zusammenzuwachsen und die vorherrschenden „Insellösungen“ aufzugeben. Die Immobilien von heute marktfähig für morgen zu machen, werde nur gelingen, wenn die einzelnen Prozesse einer Wertschöpfungskette aufeinander abgestimmt würden. So müssten etwa zukunftsfähige Angebote von Büroflächen flexibel und einfach nutzbar sein und digitales Arbeiten ermöglichen. Das aber lasse sich nur mittels relevanter Daten über die Nutzung eines Objektes realisieren, die für alle Beteiligten zugänglich würden. Die intelligente Technologie hierfür sei bereits vorhanden, doch scheitere es oft an der Frage, wem diese Daten eigentlich gehörten.

Betreutes Wohnen braucht differenziertes Angebot

Michael Held von Terragon erklärt im Interview mit CARE INVEST 25/26 2018, warum er mit seinem Unternehmen im Bereich Betreutes Wohnen expandiert und wie er hierbei vorgeht. Der Markt weise ein sehr hohes Investitionspotenzial auf, sei aber lange unterschätzt worden. Zusammen mit der Sax-Gruppe wolle man die derzeit vollkommen unzureichende Versorgungslage verbessern und ein differenziertes Angebot entwickeln, das Auswahl biete. In den nächsten drei bis fünf Jahren wolle man 500 Mio. Euro bis 600 Mio. Euro in das Service Wohnen im Premiumsegment investieren. Die vermieteten Objekte sollen dann über einen noch zu gründenden Fonds an institutionelle Investoren und Family Offices platziert werden, wobei sich Terragon und die SAX Gruppe gemeinsam als langfristiger Bestandhalter weiter beteiligen würden.

Sparen lohnt sich nicht

Warum man sich auf Online-Bewertungen von Immobilien nicht zu sehr verlassen sollte, erklärt Martin Röser von der DKW Gruppe auf WALLSTREET ONLINE am 3.12. Zu bedenken sei, dass diese nur wenige Seiten umfassenden Online-Analysen allein auf Grundlage rein statistischer oder auf Angebotspreisen basierender Werte vorgenommen würden und in keinem der Fälle von einem Gutachter am Standort. Sowohl bei der geschätzten Bewertung einer Gebrauchtimmobilie nach Baujahr wie auch bei ihrem Verkehrswert erlaube eine Online-Bewertung allenfalls eine grobe Preisorientierung. Ein Gutachten eines geprüften Gutachters vor Ort koste mind. 400 Euro. Günstiger sei ein Kurzgutachten, das aber häufig mit einem Haftungsausschluss einhergehe.

Termine

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Aktuelle Sonderveranstaltung: Die verschärfte Mietpreisbremse und die Gesetzesänderung zur Modernisierungsumlage – was ändert sich in der Praxis?

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung richtet sich an Immobilieneigentümer bzw. Wohnungsgesellschaften und Rechtsanwälte. Wir bitten um sehr rasche Anmeldung zu dieser hochaktuellen Veranstaltung.

THEMEN
Thema der Sonderveranstaltung sind die Gesetzesänderungen, die in der 48. KW im Deutschen Bundestag beschlossen werden sollen und wahrscheinlich schon zum 1. Januar in Kraft treten werden. Es handelt sich dabei um eine Verschärfung des Mietrechts, so etwa weitreichende Änderungen der Mietpreisbremse und die Einführung einer Kappungsgrenze für Modernisierungsmieterhöhungen. Zudem werden Schadenersatzpflichten beim sogenannten „Herausmodernisieren“ eingeführt. Besprochen werden deshalb u. a. die Fragen: Worüber muss der Vermieter informieren? Wie kann die Informationspflicht erfüllt werden? Mit welchen Rechtsfolgen ist bei einem Verstoß? Zudem wird bei der Veranstaltung ein Überblick über bisherige Gerichtsurteile zur Mietpreisbremse gegeben und es findet eine rechtliche Auseinandersetzung mit weit verbreiteten Irrtümern über Ausnahmen von der Mietpreisbremse statt (z. B. bei „umfassender Modernisierung“ oder möblierter Vermietung).

REFERENTEN
Hans-Joachim Beck, Vorsitzender Richter Finanzgericht Berlin-Brandenburg a. D. und Leiter der Abteilung Steuern beim IVD und Dr. Christian Osthus, Leiter der Abteilung Recht beim IVD. Begrüßung und Einführung von Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am am 11. Dezember 2018 im Steigenberger Hotel Berlin statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: info@immobilienrunde.de