KOMMENTARE AM MONTAG

Berlin: Willkommen in der DDR

Jacopo Mingazzini Accentro

Stolz positioniert sich Berlin als „beste Stadt der Welt“. Und mit 113.000 Mitarbeitern ist die Landesverwaltung der deutschen Hauptstadt tatsächlich die bei weitem größte Arbeitgeberin in der gesamten Region. Wer will da nicht für den Staat arbeiten? Als Beamter kann man die Geschicke der Stadt mitprägen und mitgestalten – langsam, geduldig mahlen die Mühlen der Verwaltung, aber mit dem notwendigen Personal am Ende doch erfolgreich.

Die Berliner Verwaltung hat nun zwei neue Stellen ausgeschrieben. Gesucht werden zwei Sachbearbeiter für die – man lese und staune – Enteignungsbehörde. Zum Aufgabenbereich gehören laut Stellenbeschreibung die „Bearbeitung von allgemeinen Angelegenheiten und Einzelfällen des Enteignungsrechts; Durchführung von Enteignungs- und Besitzeinweisungsverfahren sowie Entschädigungsverfahren nach Bundes- und Landesrecht“.

Natürlich sieht das deutsche Baurecht auch Enteignungen vor, diese werden von den öffentlichen Verwaltungen betreut. Aber gerade jetzt Enteignungsbeamte für Berlin suchen? Das geht zu weit. Der Wohnungsmarkt in den deutschen Großstädten und insbesondere in Berlin ist angespannt – alle wissen das: die Kommunen, die Bewohner, die Wohnungswirtschaft. Was wir brauchen, sind mehr Baugenehmigungen, vereinfachte und schnellere Verfahren, flächendeckende Aufstockungen und die Überprüfung sämtlicher für den Wohnungsbau in Betracht kommender Grundstücke. Dass Berlin über fünf kommunale Wohnungsgesellschaften verfügt, die immerhin 300.000 Wohnungen im Bestand halten und weiter wachsen sollen, hat bisher nichts bewirkt. Über 90 % ihrer Neubauten haben in den vergangenen Jahren private Projektentwickler geplant und gebaut. In dieser katastrophalen Gemengelage will also Berlin nicht den Neubau, sondern die Enteignung ankurbeln – mit zwei unbefristeten Beamten. Das macht wütend. Viel wichtiger wären Sachbearbeiter, die Bauanträge prüfen und genehmigen. Viel wichtiger wäre es, die Sprechzeiten der Bauämter von derzeit rund sechs Stunden pro Woche auszuweiten.

Ich finde die Entwicklung geradezu tragisch. Der Berliner Verwaltungsapparat und insbesondere die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen erleben einen ideologisch motivierten internen Strukturwandel, und das Ziel ist klar: Berlin will seine Wohnungspolitik sozialistisch gestalten. Keine 30 Jahre nach dem Ende des Kommunismus im Ostteil Deutschlands stehen wieder Enteignungen und Volkseigentum auf der Agenda.

Dieser Artikel erschien bereits am 7.6. in der IMMOBILIEN ZEITUNG.

Keine Angst vor der Zinswende

Andreas Muschter Commerz Real

Wann steigen die Zinsen und hat der Preisboom ein Ende? Schließlich dauert die kräftige Hausse bei den Immobilienpreisen nun schon sehr lange an. Irgendwann muss einmal Schluss sein, wird in den Medien und am Markt diskutiert. Man schaue sich nur die Aktienmärkte an: sinkende Kurse, steigende Volatilitäten, erhöhte Anleihezinsen, wenn auch auf historisch weiterhin niedrigem Niveau. Sind das nicht vorweggenommene Reaktionen auf eine mögliche neue Zinslandschaft?

Mir machen steigende Zinsen keine Angst. Sicherlich: Der reinen Lehre zufolge werden die Immobilienwerte wieder sinken, wenn die Zinsen steigen. Und dass das anhaltend niedrige Zinsniveau in den vergangenen Jahren seinen Anteil an der Wertentwicklung von Immobilien hatte und vereinzelt zu Übertreibungen geführt hat, wird niemand ernsthaft bestreiten: Erstens sind Immobilienfinanzierungen bei niedrigen Zinsen günstiger, was die Nachfrage angekurbelt hat. Zweitens sind Investoren in einem Niedrigzinsumfeld auch mit geringeren Mietrenditen zufrieden und daher zu höheren Kaufpreisen bereit.

Aber nun im einfachen Umkehrschluss zu meinen, dass sich diese Effekte bei steigenden Zinsen ins Gegenteil verkehren, greift viel zu kurz. Etwaige Erhöhungen finden nicht im luftleeren Raum statt, und derzeit befinden wir uns in einem konjunkturellen Umfeld, das beinahe weltweit von positivem Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosigkeit geprägt ist. Die Flächennachfrage steigt, die Leerstände sinken – und damit erhöhen sich tendenziell die Mieten. Für langfristige Bestandshalter ist dies ausschlaggebender als kurzfristige Wertkorrekturen. Letztere muss sowieso nur derjenige fürchten, der zum Verkauf gezwungen ist, und ich sehe keine Entwicklung, die eine Verkaufswelle hervorrufen könnte. Und selbst wenn: Käufern bieten sich dann eher attraktive Gelegenheiten.

Aus meiner Sicht ist es aber ohnehin noch viel zu früh, um in der Eurozone schon vom Durchbruch der Zinswende zu sprechen. Die Zinsen für Bundesanleihen haben sich auf einem aktuell zwar etwas höheren, aber im historischen Vergleich weiterhin niedrigen Niveau eingependelt. Die Europäische Zentralbank hat ihr Anleihekaufprogramm bis Oktober 2018 verlängert und wird Anhebungen des Leitzinses, die angesichts der aktuellen Italienkrise alles andere als sicher sind, frühestens 2019 ins Auge fassen. Für Immobilieninvestoren bleibt damit noch genug Zeit, ihr Portfolio auch für ein möglicherweise ungünstigeres Szenario wetterfest zu machen.

Dieser Artikel erschien am 7.6. in der IMMOBILIEN ZEITUNG.

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MARKT-NEWS

Rätselraten um die Mietpreisbremse

Darüber, was aus der Mietpreisbremse wohl werden wird, schreiben am 6.6. die FAZ und am 7.6. die IMMOBILIEN ZEITUNG. Ob die beiden im Koalitionsvertrag beschlossenen Punkte, nämlich eine Verschärfung der Auskunftspflicht für Vermieter bzgl. der Vormiete und eine Evaluierung des Instruments Mietpreisbremse als solche, noch in diesem Jahr umgesetzt würden, sei fragwürdig. Experten für Mietrecht verwiesen auf Auslegungsschwierigkeiten hinsichtlich des ersten Punktes, bei dem zweiten stehe dessen generelle Sinnhaftigkeit in Frage, da eine gleichzeitige Verschärfung und Überprüfung möglicherweise nicht zielführend sei. Die Ausarbeitung des neuen Gesetzentwurfes durch das Justizministerium bleibe abzuwarten. Hinzu kommt, dass die Mietpreisbremse ohnehin schon unter Vorbehalt steht, insofern das Bundesverfassungsgericht sich auf Antrag der 67. Zivilkammer des Berliner Landgerichts zu einem noch nicht vereinbarten Zeitpunkt mit der Bremse befassen will, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 7.6. in einem weiteren Artikel. Die Berliner Kammer habe ihren Antrag damit begründet, dass ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz aus Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz (GG) vorliege. Michael Psotta warnt in seinem Kommentar in der FAZ vom 6.6. davor, mit einer verschärften Mietpreisbremse Investoren zu verschrecken. Das werde nicht nur den Neubau drosseln, sondern auch Modernisierungen verhindern, die aus ökologischen Gründen geboten wären. Am meisten aber irritiere an dem Gesetzentwurf, dass darin eine Geldbuße von bis zu 100.000 Euro vorgesehen sei, die denjenigen Eigentümern drohe, die bauliche Veränderungen in missbräuchlicher Weise vornähmen oder ankündigten, etwa um Mieter zu vergraulen. Aus der Unklarheit, was damit im konkreten Fall gemeint sein könne, ergebe sich ein unabsehbares Risiko für Investoren.

Berliner Senat will noch schärfer bremsen

Der Berliner Senat hat auf Vorlage von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) und von Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) eine Bundesratsinitiative mit dem Ziel beschlossen, die Mietpreisbremse stärker zu verschärfen als von der Regierungskoalition vereinbart. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 7.6. So sollten die Befristung der bis Ende 2020 geltenden Mietpreisbremse aufgehoben und zwei Ausnahmeregelungen gestrichen werden, die bislang erlaubten, eine Miete deutlich über den Mietspiegelwerten zu verlangen. Dies sei zum einen die sogenannte Modernisierungsumlage, die auf 6 % gesenkt und hinsichtlich ihres Geltungsbereiches eingeschränkt werden solle, und zum anderen die Ausnahmeregelung, nach der die Mietspiegelwerte dann nicht maßgeblich seien, wenn bereits im Vorfeld eine höhere Miete gezahlt worden sei. Zudem sehe der Berliner Gesetzentwurf vor, dass die Miete nur noch alle fünf statt wie derzeit alle drei Jahre erhöht werden dürfe. Der Berechnungszeitraum der ortsüblichen Vergleichsmiete solle auf zehn Jahre ausgeweitet werden.

Hessen will Modernisierungsumlage deckeln

In Hessen wiederum hat die schwarz-grüne Landesregierung mit Blick auf die Wahl im Oktober das Thema Mietpreise für sich entdeckt, berichtet die FAZ am 6.6. Im Zuge einer „Initiative für bezahlbaren Wohnraum“ sollten in den kommenden fünf Jahren ein Großteil der Mieten des mehrheitlich landeseigenen Unternehmens Nassauische Heimstätte nicht stärker als 1 % p. a. steigen und zudem 2.000 Sozialwohnungen der Heimstätte, die eigentlich aus der Bindung fallen würden, um weitere zehn Jahre gefördert werden. Außerdem sollten Mieterhöhungen nach Modernisierungen gedeckelt werden.

Die Bima gibt zu wenig ab

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) wird vonseiten einiger Bundesländer kritisiert, weil sie seit Start der Verbilligungsrichtlinie im Jahr 2015 für den preiswerten Wohnungsbau zu wenige Grundstücke abgegeben hat, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 7.6. Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gehe hervor, dass die Bima bis zum Stichtag 31. März 2018 nur zwölf Mal Liegenschaften vergünstigt für den Sozialwohnungsbau abgegeben habe. Die FDP, die ebenfalls, wie die FAZ am 7.6. berichtet, eine Kleine Anfrage bzgl. der unbebauten Grundstücke im Eigentum des Bundes an die Bundesregierung gesendet hat, fordere die große Koalition auf, Grundstücke im Bundesbesitz zu verkaufen, zu entwickeln oder zu bebauen, um keine Zeit mehr in der Wohnungsbaupolitik zu verlieren.

Expertenkommission für nachhaltige Baulandausweisung geplant

Im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat soll zeitnah eine Expertenkommission eingerichtet werden, um Vorschläge für nachhaltige Baulandausweisung zu erarbeiten, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 7.6. Unter anderem solle sie klären, ob künftig eine neue Baulandsteuer, die ‚Grundsteuer C‘, für baureife, aber unbebaute Grundstücke erhoben werde und wie eine solche konzeptioniert sein könnte. Die Bundesregierung habe dies in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Grünen im Bundestag erklärt.

Erneuerbare Energie sind Standard geworden

In knapp 65 % der im Jahr 2017 fertiggestellten rund 110.100 neuen Wohngebäude in Deutschland wurden dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zufolge Heizanlagen installiert, die mit erneuerbaren Energien arbeiten. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 7.6. In rund 43 % der neuen Wohngebäude seien erneuerbare Energien die primäre Energiequelle, womit diese auf Rang zwei hinter Gas (rund 47 %) lägen.

Wie vorgehen bei Investitionen in Gewerbeimmobilien?

Wo auf dem Gewerbeimmobilienmarkt noch aussichtsreiche Investitionsgelegenheiten zu finden seien, fragt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 7.6. Viele Marktakteure sähen preislich ein Plateau erreicht und vermuteten, dass das derzeitige Renditeniveau sich im Zuge einer wirtschaftlichen Abschwungphase oder einer Normalisierung der Leitzinsen absenken werde. Es sei jedoch die Frage, ob es zu einer Korrektur schon bald oder erst in ein paar Monaten oder Jahren kommen werde. Marius Schöner von CBRE habe sich für dieses Jahr vorgenommen, rund 500 Mio. Euro, also etwa so viel wie in den Vorjahren, in deutsche Gewerbeimmobilien zu investieren. Dabei konzentriere sich sein Unternehmen auf Lagen mit einem möglichst geringen Leerstandsrisiko, also auf die Top-7-Städte, auf citynahe Standorte und die großen Transportdrehscheiben. „Was wir nie machen, sind Lagekompromisse“, sage Schöner: „Wir glauben, dass sich die sieben Metropolen weiterhin wirtschaftlich überdurchschnittlich dynamisch entwickeln werden und man dort auch in einer Abschwungphase leichter Mieter finden wird.“

Hotels sind begehrt wie selten

Der Marktwert der investmentrelevanten Hotels in Deutschland ist einer aktuellen Marktwertanalyse von Union Investment und bulwiengesa zufolge im Jahr 2017 um 6 % auf rund 52,6 Mrd. Euro gestiegen, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 7.6. Damit habe sich das Marktvolumen binnen zehn Jahren verdoppelt. Grund hierfür sei, dass die von den Investoren bevorzugte Markenhotellerie in Deutschland eine immer wichtigere Rolle spiele und generell ein anhaltendes Angebotswachstum festzustellen sei. So sei die Zahl der Hotelbetten binnen der letzten zehn Jahre um 16,6 % gestiegen. Der Umsatz, der pro verfügbarem Zimmer bei den Hotelketten vor zehn Jahren noch bei 49,90 Euro gelegen habe, liege heute bei 66,70 Euro. Das Transaktionsvolumen allerdings sei von 5,2 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf 4,2 Mrd. Euro im Jahr 2017 gesunken. Grund hierfür sei die abnehmende Bereitschaft von Bestandshaltern, sich von Hotel-Assets zu trennen.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

Private Investitionen in den Gesundheitssektor nehmen deutlich zu

Der Wert von Private-Equity-Transaktionen im Gesundheitssektor in Europa hat sich einer Studie von Bain & Company zufolge binnen eines Jahres nahezu verdreifacht, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 7.6. Im Jahr 2017 seien von Private-Equity-Anbietern in Europa 12,8 Mio. USD in die Branche investiert worden, wovon ein Teil auf Pflege- und Seniorenimmobilien entfallen sei.

Investieren über die Crowd hat weiteres Potenzial

Im Interview mit CROWDFUNDING.DE erklären die beiden Studienautoren Paul von Drygalski und Benedikt Huber, beide von EY Real Estate, am 7.6. die wichtigsten Ergebnisse der ‚EY Real Estate Immobilien-Crowdfunding-Studie 2018′ und geben einen Ausblick auf die künftige Marktentwicklung. Huber erkläre, dass der entscheidene Vorteil der digitalen Investmentprozesse beim Crowdinvesting dass er losgelöst von Intermediären wie Banken oder Investmenthäusern funktioniere. Neben Privatanlegern könnten auch semiprofessionelle und kleinere institutionelle Investoren hierüber investieren. Dass jeder vierte Investor plane, Immobilienprojekte über die Crowd zu finanzieren, zeige, dass weiteres Marktpotenzial vorhanden sei, sage von Drygalski. Doch müssten viele Investoren und Projektentwickler erst noch Vertrauen zu dem Vehikel entwickeln, gebe Huber zu bedenken. Hinsichtlich der Transaktionssicherheit, der Konditionen und der Platzierungsgeschwindigkeit würden aber keine Unterschiede zu anderen Kapitalquellen wahrgenommen. Crowdinvesting sei also durchaus vergleichbar mit Mezzanine Fonds oder Finanzierungen über Family Offices.

VERSCHIEDENES

Eile mit Bedacht und Weile

John Bothe von Silverlake Real Estate erklärt im Interview mit der IMMOBILIEN ZEITUNG vom 7.6. sein Geschäftsmodell und warum er sein Unternehmen in der Öffentlichkeit nun bekannter machen will. Ein wichtiges Geschäftsprinzip sei, Objekte aus einem nicht funktionierenden Markt durch Umwandlung in einen funktionierenden Markt zu überführen. So habe er es bei seinem ersten Objekt gemacht, indem er ein leer stehendes Hotel in ein Mietshaus mit Studentenwohnungen und Mikro-Apartments verwandelt habe. Eine andere Strategie sei, einzelne Mehrfamilienhäuser zu Paketen zu bündeln und so attraktiv für größere Investoren zu machen. Vor allem aber sehe sich Silverlake Real Estate als Bestandshalter. Perspektivisch solle das Unternehmen weiter wachsen, das aber organisch und in einer vernünftigen Geschwindigkeit.

Aus alt mach neu

Gerade in Zeiten des Flächenmangels bei mittlerweile allen Immobilienarten wird die Revitalisierung von alten Industrie- und Lagerimmobilien immer wichtiger, schreibt Martin Czaja von BEOS in der AIZ 6/2018. Insbesondere Industrie- und Produktionsareale aus der Gründerzeit seien interessant, weil besonders vielseitig. Sie könnten dank ihrer Deckenhöhen und Flächentiefen zu Produktions- ebenso wie zu Lagereinheiten umgebaut werden, aber auch zu Büros, wenn man eine Zwischendecke einziehe. Solch moderne Bürolofts mit Industriecharme seien besonders geeignet, verschiedene Nutzungsarten miteinander zu vereinen. Zudem seien diese historischen Gebäude oftmals innerstädtisch gelegen und verkehrstechnisch gut angebunden. Gerade bei spezielleren Immobilien wie Laborflächen sei es aber besser, die ursprüngliche Nutzungsart zumindest teilweise beizubehalten, auch wenn dies zunächst mit höheren Nachrüstungskosten verbunden sein könne als ein Rück- und Neuausbau.

Individualität löst Sterne ab

Welchen Nutzen der Einsatz von Sensoren auf Basis des Internets der Dinge (IoT) im Bereich des Vermietungsmanagements hat, erklärt Martin Czaja von BEOS in der LOGREAL.DIREKT 2/2018. Die automatisierte Erhebung von Daten wie Nutzungsintensität der Räume oder Energieverbrauch seien der Schlüssel für die digitale Revolution des Vermietungsmanagements, und das zum Vorteil von Mietern und Vermietern, da Flexibilität und Transparenz deutlich gesteigert und darüber hinaus neue Geschäftsmodelle wie etwa Pop-up-Lager entwickelt werden könnten..

Verstecktes Potenzial

Warum Sterne als Bewertungsraster, Preisindikator und Entscheidungshilfe für oder gegen eine Investition in ein Hotel weitestgehend überholt sind, erklärt Oliver Soini von Soini Asset Immobilien auf GLOBAL INVESTOR am 6.6. Tatsächlich definiere sich die Hotellerie derzeit neu. Wichtigstes Kriterium für Gäste sei mittlerweile eine Verbindung aus erschwinglichen Preisen und ansprechendem, progressivem Design. Die Betreiber kombinierten die Funktionalität einer günstigen Übernachtungsmöglichkeit mit einer dennoch einzigartigen Atmosphäre. Die Sternekategorien mit starren Mindestkriterien spielten dabei nur eine sehr geringe Rolle. Auch die Digitalisierung trage hierzu bei, dank der Bewertungen anstatt von zentraler Stelle von einer Vielzahl von Gästen auf Bewertungsportalen vorgenommen würden. Um die neuen Potenziale auszuschöpfen, sei entscheidend, dass Projektentwickler und Investoren den Markt genau beobachteten und offen gegenüber unkonventionellen Ansätzen seien.

Mittelstandsstädte bieten Chancen

Wie sich auch in einer Hochpreisphase Renditen von mehr als 5 % erzielen lassen, erklärt Stefan Kalmund von Accom Immobilien in seinem Artikel in der AIZ 6/2018. Es sei an der Zeit, sich auch den schwierigeren Objekten zuzuwenden. Zuviel Phantasie sei riskant, doch wenn sie auf ein Fundament aus soliden immobilienbezogenen makro- und mikroökonomischen Rahmendaten treffe, lohne sich eine Ankaufsprüfung durchaus. Wenn die Rahmendaten und die Lage innerhalb der Stadt es zuließen, sei Value-Add heute durchaus denkbar. Dabei sei die Größe eines Standorts weniger wichtig als die Liquidität des jeweiligen Immobilienmarktes in Relation zu seiner Größe. Vor diesem Hintergrund empfehle sich ein Ankauf in Mittelstandsstädten wie Karlsruhe, Erlangen oder Sindelfingen, also in Städten, die eine überschaubare Einwohnerzahl, aber auch eine Wachstumsgeschichte hätten und in eine aufstrebende Wirtschaftsregion eingebettet seien.

Kämpfen wir weiter!

Dass sich Verbandsarbeit auszahlt, sieht man an den Erfolgen, die die Immobilienbranche im Allgemeinen und der IVD im Speziellen in Sachen Wohnungspolitik erzielt haben, schreibt Jürgen Michael Schick in der AIZ 6/2018. Das Baukindergeld werde die erste wohnungspolitische Regelung sein, die die Bundesregierung in ihrer neuen Amtszeit beschließen werde, was bedeute, dass eine IVD-Forderung den Aufschlag der neuen Legislaturperiode markiere. Doch auch der parlamentarische Wohnungsgipfel, der für die Zeit nach der Sommerpause geplant sei, lasse sich auf politische Überzeugungsarbeit, die man geleistet habe, zurückführen. Deshalb gelte es, weiter zu kämpfen.

Termine

BERLINER IMMOBILIENRUNDE in Kooperation mit der IREBS Immobilienakademie

Sonderveranstaltung: Basisseminar Projektentwicklung

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung richtet sich an (neue) Mitarbeiter von Projektentwicklern / Bauträgern / Projektsteuerern, Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (v. a. jene, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Mitarbeiter von Generalunternehmern / Bauunternehmen. Wenn Sie mehr als drei Mitarbeiter Ihres Unternehmens anmelden, erhalten Sie ab dem vierten Mitarbeiter einen Rabatt von 30 %. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.

REFERENTEN
Dr. Philipp Feldmann (Cilon GmbH) und Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer. Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

THEMEN
Am ersten Tag werden folgende Themen behandelt: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen, Definition, klassische Aufgaben); idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (prozessuale Aspekte); der Markt für Projektentwickler (Typen, Strategien, Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse, Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (von der „Bierdeckel-Kalkulation“ bis hin zur dynamischen Developer-Rechnung).

Am zweiten Tag geht es um Projektentwicklung / Projektmanagement (Ablauf und Leistungsbilder); Standortanalyse/Due Diligence (Baurecht, Grundstücksanalyse,); Planungskonzepte (Untersuchungen vorhandener Bausubstanz, Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung, Bildung von Gebäudemodellen); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI, Baukostenplanung in der Projektentwicklung, Rahmenterminplanung); Start der Projektmanagementaktivitäten (360°-Analyse als Einstieg, Objektplanung – durch wen? Projektorganisation – ist alles geregelt?).

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 6. und 7. Juni 2018 im Rilano Hotel München statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: info@immobilienrunde.de

HAMBURGER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Wohnungsprojekte in Hamburg - und besondere Chancen in der Metropolregion

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung richtet sich an Investoren (Institutionelle Investoren und Family Offices), weitere Bauträger/Projektentwickler, Banken und andere Finanzierer, Makler/Transaktionsberater/Vertriebe, Architekten die in Hamburg bzw. der Hamburger Metropolregion in den Wohnungsneubau investieren wollen. Zudem sollten Projektentwickler kommen, die sich einen aktuellen Marktüberblick verschaffen wollen.

THEMEN
Die Referenten stellen aktuelle und geplante Wohnungsneubauprojekte in Hamburg und der Metropolregion vor und sprechen über folgende Themen: Welches sind die Alleinstellungsmerkmale der Projekte/Besonderheiten der Architektur/Grundrisse etc.? Wie verliefen die Genehmigungsprozesse bzw. die Abstimmung mit den Behörden? Wer sind die Käufer: Selbstnutzer, Anleger, institutionelle Investoren? Wie erfolgt die Vermarktung? Welche Preise sind erzielbar? (qm-Preise, Faktoren bei Forward-Deals) Wann erfolgte der Grundstückskauf? Wann gab es das Baurecht? Wie schnell erfolgt der Abverkauf? Außerdem geht es um die Inanspruchnahme von Fördermitteln/Förderprogrammen sowie Fragen zu Kommunikation/PR und Marketing. Begrüßung und Einführung durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

REFERENTEN
Einleitender Vortrag durch Dr. Joseph Frechen (bulwiengesa AG): Aktuelle Marktentwicklung, Preise und Mieten am Hamburger Wohnungsmarkt. Projektvorstellungen von Michael Jordan (LIP Ludgar Inholte Projektentwicklung GmbH), Albrecht Sonnenschein (Instone Real Estate Development GmbH), Henrik Diemann (Metropol Grund GmbH), Sven Ole Koch (Bauplan Nord GmbH & Co. KG), Tomislav Karajica (Imvest Projektentwicklung GmbH), Torsten Rieckmann (SENECTUS GmbH), Peter Jorzick (Hamburg Team Gesellschaft für Projektentwicklungen GmbH), Fabian von Köppen (Garbe Immobilien-Projekte GmbH), Stefan Wulff, Otto Wulff Bauunternehmung GmbH), Achim Nagel, PRIMUS developments GmbH).

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 11. September 2018 im Radisson Blu Hotel Hamburg statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Investitionskriterien von Family Offices im Immobiliensegment

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung richtet sich an Vertreter von weiteren Family Offices, Projektentwickler, AIF-Vertreter (Spezialfonds, geschlossene Fonds), Immobilien-Bestandshalter, Transaktionsberater / Makler und Asset-Manager

THEMEN
Die Referenten stellen die Immobilienstrategie ihres Family Offices vor und sprechen über Fragen wie: In welche Nutzungsarten wird investiert (Wohnen, Büro, Einzelhandel etc.)? Welche Standorte und Lagen sind interessant? In welcher Losgrößen wird investiert? Werden auch Projektentwicklungen im Forward-Deal erworben? Zu welchen Faktoren wird gekauft (maximal)? Wie läuft der Prüfprozess ab? Begrüßung und Einführung von Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

REFERENTEN
Tassu M. Degen (DERECO – Real Estate Private Wealth Management), Maik Rissel, Family Office Bank Marcard, Stein & Co AG), Dr. Matthias Mittermeier (Commodus Real Estate Capital GmbH), Lutz H. Peper (Peper & Söhne GmbH), Hans Hünnscheid (Famos Immobilien GmbH), Robert Hahlweg (ICN Immobilien Consult Nürnberg GmbH & Co. KG), Dr. Henning Schröer, Merz Immobilien Management GmbH), Lars Osterhoff (RI Partners – Real Estate Value Investing), Stefan Brimmers (Devario Invest GmbH), Hanspeter Beißer, Wittelsbacher Ausgleichsfonds), Christian Iwanky (Peter Möhrle GmbH & Co. KG), Christian Schraub, Hardtberg Grundstücksgesellschaft mbH, Dr. Christoph Pitschke, Deutsche Oppenheim Family Office AG, Dr. Jürgen Schäfer, CORESIS Management GmbH.

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 20. September 2018 im Steigenberger Hotel Berlin statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Ankaufskriterien von Investoren für Projektentwicklungen im Wohnungsneubau (Forward-Deal)

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung richtet sich an Projektentwickler im Bereich Wohnungs-Neubau und weitere Investoren, die in den Wohnungsneubau investieren.

THEMEN
Immer mehr Investoren setzen auf den Wohnungsneubau. Sie investieren dabei vor allem in Forward-Deals. Die wichtigsten Investoren aus ganz Deutschland stellen sich und ihre Projekte vor, nennen ihre Ankaufskriterien (Lagen, Projektvolumen, Einkaufsfaktoren etc.), zeigen Beispiele von bereits durchgeführten Transaktionen und geben Informationen zur Abwicklung von Forward-Deals. Erfahrungsgemäß sind weitere Investoren im Publikum.

REFERENTEN
Fabian Klingler (Aberdeen Asset Management Deutschland AG), Maik Rissel (Family Office Bank Marcard, Stein & Co AG), Klaus Betz (Württembergische Lebensversicherung AG), Nikolas Jorzick CFA MBA (HAMBURG TEAM Investment Management GmbH), Christoph Thumm (AACHENER GRUNDVERMÖGEN Kapitalverwaltungsges. mbH), Thomas Meyer, (WERTGRUND Immobilien AG), Klaus-Niewöhner-Pape (INDUSTRIA WOHNEN GmbH), Florian Mundt (Deutsche Investment Kapitalanlagegesellschaft mbH), Lutz Wiemer (HanseMerkur Grundvermögen AG). Begrüßung und Einführung von Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 29. November 2018 im Maritim proArte Hotel Berlin statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: info@immobilienrunde.de