KOMMENTAR AM MONTAG

Keine Angst vor dem Zinswandel

Peter Finkbeiner TLG

Ist das jetzt die Zinswende? In letzter Zeit haben sich die Zinsen in der Eurozone spürbar erhöht. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zum Beispiel hat sich seit Mitte Dezember mehr als verdoppelt. Andererseits sind die Zinssätze noch immer auf einem historisch niedrigen Niveau und die EZB wird ihre expansive Geldpolitik auch noch eine Weile fortsetzen. Niemand kennt die Zukunft, aber die zunehmende Unsicherheit an den Kapitalmärkten ist offensichtlich.

Wohl dem, der die sehr günstigen Refinanzierungsbedingungen im Herbst vergangenen Jahres genutzt und sich für alle Zinsszenarien gewappnet hat. Einige börsennotierte Gewerbeimmobilien-AGs haben rechtzeitig Anleihen begeben – teilweise mit Kupons von 1,5 % pro Jahr und weniger -, und damit vergleichsweise teure Altschulden abgelöst. So konnten sie ihre durchschnittlichen Fremdkapitalkosten langfristig und deutlich senken, zum Teil auf unter 2 %.

Hätten die Gesellschaften bei der günstigen Gelegenheit nicht noch wesentlich mehr Fremdkapital aufnehmen und sich deutlich stärker verschulden sollen? Schließlich würde eine höhere Verschuldung auch zu höheren Eigenkapitalrenditen und damit zu höheren Erträgen je Aktie führen. Die Aktionäre müsste das eigentlich freuen, doch das ist häufig nicht der Fall: Immobiliengesellschaften mit relativ hohem Verschuldungsgrad haben oftmals eine in Relation zum Net Asset Value (NAV) niedrigere Aktienbewertung. Ein aus Sicht des Kapitalmarktes zu hoher Verschuldungsgrad schlägt sich unmittelbar in höheren Kapitalkosten nieder, und zwar sowohl auf der Eigen- als auch auf der Fremdkapitalseite. Zudem hat ein zu hohes Leveraging gegebenenfalls negative Auswirkungen auf das Rating – und erhöht damit abermals die Refinanzierungskosten. Hinzu kommt, dass aufgenommene Mittel zeitnah investiert werden müssen, um einen entsprechenden Ertrag zu generieren. Rentable Zielobjekte sind aber nicht so einfach in großer Zahl zu finden und müssen vor dem Ankauf eingehend auf ihre tatsächliche Attraktivität geprüft werden. Eine höhere Liquiditätsreserve indes wirkt sich kontraproduktiv auf die Eigenkapitalrendite aus.

Kein Patentrezept für den optimalen Verschuldungsgrad

Der Finanzvorstand steht immer in dem Spannungsfeld, einerseits die Ansprüche der Aktionäre nach möglichst hohen Eigenkapitalrenditen und damit hohem Leverage und andererseits die Wünsche der Investoren nach einem nachhaltigen, krisenresistenten Wirtschaften und damit nach höheren Eigenkapitalquoten zu erfüllen. Ein Patentrezept für einen optimalen Verschuldungsgrad, der für alle Geschäftsmodelle und über alle Marktphasen hinweg Gültigkeit besitzt, kann es natürlich nicht geben. Einige Gewerbeimmobilien-AGs bevorzugen derzeit ein Verhältnis mit einem moderaten Leveraging bei einer Höchstgrenze von 45 % Loan-to-Value (LTV) und behalten diese Relation auch bei weiteren Schritten zur Kapitalaufnahme bei.

Derart finanzierte Gesellschaften wären selbst gegen plötzliche, heftige Zinsschocks eher gefeit. Davon zu sprechen wäre angesichts der derzeitigen Bewegung an den Zinsmärkten aber übertrieben. Ein realistischeres Szenario wäre eine Phase sukzessive und moderat steigender Zinsen im Euroraum auf weiterhin niedrigem, inflationsbereinigt zum Teil negativem Niveau. Auch ein Szenario wieder rückläufiger Zinsen kann nicht ausgeschlossen werden, das dann gegebenenfalls für weitere Umschuldungsrunden genutzt werden könnte.

Kaum Bewertungsdruck durch Zinsanstieg

Sollte ein leichter Zinsanstieg einen gewissen Druck auf die Immobilienpreise ausüben, könnten auch die LTVs der Immobiliengesellschaften rein rechnerisch leicht steigen. Vorsichtig bilanzierende Unternehmen werden jedoch kaum Bewertungsdruck in ihren Bestandsportfolien spüren. Denn die Marktzinsen und Mietrenditen für Gewerbeimmobilien liegen heute weiter auseinander als noch vor zehn Jahren und halten damit nun einen gewissen Puffer vor, der einen leichten Zinsanstieg abfedern könnte. In einem Szenario wieder rückläufiger Zinsen hingegen würde sich dieser Puffer entweder vergrößern oder zusätzliches Potential für weitere Wertzuwächse liefern.

Dieser Artikel erschien bereits IMMOBILIENMANAGER 5/2018.

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MARKT-NEWS

Deutsche mögen amerikanische Immobilien

Im vergangenen Jahr 2017 haben Real Capital Analytics (RCA) zufolge 18,2 Mrd. Euro Deutschland zum Zwecke des Eigentums- oder Portfolio-Erwerbs verlassen, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 17.5. Das meiste Geld sei mit 3,7 Mrd. Euro in die USA geflossen. Gerd Johannsen von der Commerz Real sage: „Der Markt ist sehr liquide, transparent und zeichnet sich durch eine hohe Professionalität aus.“ Sowohl die Prognosen bzgl. der Flächennachfrage als auch die Mietpreisprognosen seien positiv. In Österreich seien 2,6 Mrd. Euro deutschen Geldes investiert worden. Johannsen sehe dort ähnlich wie in Tschechien und Polen eine große wirtschaftliche Dynamik und ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis bei den Einstiegspreisen. In Großbritannien seien von deutscher Seite ebenfalls 2,6 Mrd. Euro investiert worden. Andreas Schulz von der Warburg-HIH Invest halte Großbritannien zwar auf lange Sicht für einen interessanten Markt mit Wachstumschancen, sehe aber „mit Blick auf die mit dem EU-Austritt verbundene wirtschaftliche wie politische Verunsicherung“ derzeit von neuen Engagements ab. In chinesische Immobilien hätten die Deutschen 1,1 Mrd. Euro investiert, rund zehnmal mehr als noch vor zehn Jahren.

Immobilien lassen Vermögenswerte steigen

Im Q1 2018 hat der Wert von Häusern, Aktien und anderen Vermögenswerten laut einer Analyse des Flossbach von Storch Research Institutes um 8,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugenommen, schreibt die FAZ am 15.5. Die der FAZ vorab vorliegende Analyse führe die hohe Steigerungsrate vor allem auf Wertsteigerungen der Häuser und Wohnungen im Besitz deutscher Haushalte zurück, die sich Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken zufolge um 9,1 % verteuert hätten. Gewinner seien folglich vor allem Wohlhabende und Ältere, also Personengruppen, die anteilig mehr Immobilien besäßen und weniger Spareinlagen.

Baugenehmigungszahlen sehen auch zurechtinterpretiert ernüchternd aus

Die Zahl der Baugenehmigungen ist dem Statistischen Bundesamt zufolge im Q1 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 % auf rund 77.800 Wohnungen zurückgegangen. Das schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 18.5. Der Rückgang sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Zahl der in Wohnheimen entstandenen Wohnungen um 42,9 % zurückgegangen sei. Rechne man dies heraus, sei die Zahl der Baugenehmigungen binnen Jahresfrist um 1,2 % gestiegen.

Eigeninitiative für mehr Baugenehmigungen

Über die nach wie vor schwierige Situation in den Bauämtern der Republik schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 17.5. ausführlich. Das Hauptproblem sei der vielerorts weiterhin bestehende Personalmangel, die Zahl der Bauanträge steige schneller als die der Mitarbeiter. Ein Grund hierfür sei der Abbau von Stellen in der Vergangenheit. Doch könnten freie Stellen oft auch nicht schnell genug mit geeigneten Fachleuten besetzt werden, da die Ämter im Vergleich zu Arbeitsgebern aus der freien Wirtschaft oft weniger zahlten. Zusätzlich zum Wettbewerb mit der Bau- und Immobilienwirtschaft machten sich die Kommunen gute Leute mitunter gegenseitig abspenstig. Um dem Problem effektiv zu begegnen, seien kreative Lösungen notwendig. So schlage etwa Nils Olov Boback von Bonava vor, die fünf größten Akteure der Bau- und Immobilienwirtschaft sollten sich „zusammensetzen und überlegen, welche Leistungen wir den Ämtern abnehmen könnten“. Mitarbeiter der Unternehmen könnten allen Ämtern, die mit dem Thema Bau zu tun hätten, zuarbeiten und so Engpässe pragmatisch überbrücken helfen, bis die Ämter ihr Personal aufgestockt hätten.

Serielle Lösung für mehr Wohneigentum

Über die neue Beliebtheit der Einfamilienhäuser schreibt das HANDELSBLATT am 18.5. Ein Grund hierfür seien die starken Preisanstiege gerade bei Eigentumswohnungen in den Zentren der Großstädte, die dazu führten, dass normal verdienende Familien dort kaum noch Eigentum erwerben könnten. Dank serieller Produktion könnten Reihenhäuser vergleichsweise günstig gebaut und angeboten werden. Allerdings seien die Preise von Stadt zu Stadt deutlich unterschiedlich, je nachdem, wie teuer der Baugrund jeweils sei. Gerade bei jungen Paaren und Familien seien Bonava zufolge neue Reihenhäuser begehrt. Bonava habe im vergangenen Jahr in Deutschland 906 Wohneinheiten für institutionelle Investoren sowie gut 1.500 Wohneinheiten für private Käufer gebaut und verkauft, darunter knapp 300 Reihenhäuser. 80 % der Käufer seien junge Familien mit Kindern gewesen.

Studentenwohnungen stark nachgefragt

Cushman & Wakefield (C&W) zufolge sind im Jahr 2017 europaweit Studentenwohnungen im Wert von rund 13,6 Mrd. Euro gehandelt worden, also 29 % mehr als im Vorjahr. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 17.5. Untersucht worden seien die Studentenwohnungsmärkte in neun EU-Ländern (ohne UK). Die niedrigsten Spitzenrenditen sind demnach in Deutschland (3,75 %) und Schweden (4 %) zu erzielen, die höchsten in Portugal (6 %) und Polen (7 %). In Deutschland gebe es infolge der steigenden Studentenzahlen einen wachsenden Baubedarf, doch gelte dies auch für Großstädte kleinerer EU-Staaten wie etwa Warschau in Polen, Dublin in Irland oder Stockholm in Schweden. CBRE zufolge würden in 50 Städten Deutschlands derzeit insgesamt 12.300 Wohnheimplätze gebaut oder saniert, weitere 19.500 seien in Planung. Knapp 90 % dieser 2.500 Plätze würden für das gehobene Segment entwickelt.

Berliner Mietpreise steigen besonders stark

Dem Wohnungsmarktbericht 2017 der Investitionsbank Berlin (IBB) zufolge ist im vergangenen Jahr die mittlere Berliner Angebotsmiete um 12 % auf 10,15 Euro/qm gestiegen, womit sich der Quadratmetermietpreis von Mietwohnungen gegenüber dem Vorjahr um mehr als einen Euro/qm erhöht hat. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 17.5. Nur 2.056 Wohnungen bzw. 3,4 % seien für weniger als sechs Euro/qm, nur jede zehnte Wohnung sei für weniger als sieben Euro/qm Nettokaltmiete angeboten worden. Überdurchschnittlich hoch seien die Mieten in Pankow (10,86 Euro/qm), Charlottenburg-Wilmersdorf (11,86 Euro/qm), Friedrichshain-Kreuzberg (12,50 Euro/qm) und Mitte (12,77 Euro/qm). Die Mieten von Neubauten hingegen stagnierten seit vier Jahren bei 13 Euro/qm. Die Angebotspreise von neuen und gebrauchten Eigentumswohnungen stiegen immer weiter und hätten mit im Schnitt 3.924 Euro/qm im Q4 2017 einen neuen Höchstwert erreicht. Hier sei der Anstieg vor allem auf die Neubauten zurückzuführen, die sich binnen Jahresfrist um 26,5 % auf durchschnittlich 4.819 Euro/qm verteuert hätten. Berliner Bestandswohnungen hätten sich im gleichen Zeitraum um 13 % verteuert und kosteten im Schnitt 3.612 Euro/qm.

Gewerbeimmobilien sind begehrt

Die großen Gewerbeimmobilienvermittler sind gut ins Jahr 2018 gestartet, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 17.5. „Dank der weiterhin guten Verfassung der Gesamtwirtschaft sowie des Immobilienmarkts im ersten Quartal konnten wir unsere erfolgreiche Entwicklung 2017 fortsetzen“, sage Alexander von Erdély von CBRE. Immer mehr Kunden würden den Mehrwert fachübergreifender integrierter Dienstleistungen über alle Assetklassen und Phasen des Lebenszyklus einer Immobilie hinweg erkennen und nutzen. Grund für die gute Entwicklung seien die weiter zunehmende Nachfrage nach ausgelagerten Immobiliendienstleistungen und die zunehmende Umschichtung von Kapital durch institutionelle Investoren in die Assetklasse Gewerbeimmobilien. Darüber hinaus spiele Konsolidierung eine Rolle.

Ansprüche an Gewerbeimmobilien steigen

Der Studie ‚EMEA Occupier Survey 2018′ von CBRE zufolge werden Unternehmen Immobilientechnologien, die die Produktivität ihrer Mitarbeiter erhöhen und eine effizientere Raumnutzung erlauben, immer wichtiger, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 17.5. So wollten 62 % der von CBRE befragten 110 Unternehmen aus Europa und den USA in den kommenden drei Jahren stärker in Technologien wie Navigations-Apps, Klima- und Anwesenheitssensoren oder Sitzplatzreservierungssysteme investieren als bisher. „Dieser Trend zeigt deutlich, dass die Unternehmen davon Abstand nehmen, Immobilientechnologien rein für operative Ziele wie das Energiemanagement einzusetzen“, sage Oliver Küppers von CBRE. Wellnessangebote und Coworking-Flächen gewönnen ebenfalls an Bedeutung. So werde immer wahrscheinlicher, dass große Unternehmen auf den Trend zu flexiblen Büroflächen reagierten, indem sie ihre eigenen Coworking-Umgebungen entwickelten. Martina William von CBRE sehe Herausforderungen auf das Immobilienmanagement zukommen, da die Unternehmen immer bessere Dienstleistungen erwarteten.

Innerhalb Berlins wird es eng

Aufgrund mangelnder Flächen ist der Umsatz mit Logistikimmobilien innerhalb Berlins im Q1 2018 deutlich gesunken, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 17.5. BNPPRE nenne einen Flächenumsatz von 80.000 qm, CBRE nur 62.000 qm. Im Berliner Speckgürtel habe CBRE nur 21.000 qm vermittelt, doch sei davon auszugehen, dass diese Zahl infolge innerstädtischen Flächenmangels steigen werde. „Die mangelnde Verfügbarkeit an Bestandsobjekten innerhalb der Stadt lässt keine andere Entwicklung zu“, sage Colette Bodendorf von CBRE. Sehr bald werde sich die Nachfrage auf Neubauten im Umland fokussieren. Die Durchschnittsmiete sei BNPPRE zufolge um 15 % auf 4,70 Euro/qm gestiegen.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

Entspannt auch bei Zinswende

Über die unterschiedlichen Reaktionen der Immobilienunternehmen auf die sich mehrenden Anzeichen für eine Zinswende schreibt der IMMOBILIENMANAGER am 15.5. online. Wertgrund habe Ende 2017 rund 35 % des im offenen Fonds Wohnselect D versammelten Wohnungsbestandes verkauft. „Wir haben durch die aktuelle Arrondierung das Portfolio so ausgerichtet, dass ein möglicher Marktrückgang einkalkuliert ist und wir für neue Ankäufe vorbereitet sind“, sage Thomas Meyer von Wertgrund. Er erwarte zwar keinen dramatischen Preiseinbruch bei Immobilien, halte aber eine Korrektur in den Metropolen und Schwarmstädten für möglich. Auch bei TLG Immobilien fühle man sich gut vorbereitet auf einen möglichen Zinsanstieg. Niclas Karoff von TLG gebe zu bedenken, dass „eine solche Marktentwicklung unseren Wachstumskurs zusätzlich unterstützen könnte“, indem sinkende Preise Ankaufschancen eröffneten. Mario Schüttauf von Commerz Real sehe es ähnlich: „Sinkende Verkaufspreise werden für denjenigen zum Problem, der gezwungen ist, zu verkaufen.“ Für den von ihm gemanagten offenen Fonds ‚Hausinvest‘ habe man bereits in den vergangenen Jahren die Marktlage genutzt, um sich von Objekten zu trennen. Darüber hinaus sei zu bedenken, dass steigende Zinsen in der Regel mit Wirtschaftswachstum und hoher Flächennachfrage einhergingen, was Leerstände weiter sinken und die Mieten weiter steigen lasse. Und eben das seien für Bestandshalter die entscheidenden Erfolgskriterien.

Crowdinvesting hat sich etabliert

Einer Umfrage von EY Real Estate zufolge können sich 75 % der Projektentwickler und nahezu die Hälfte der Investoren vorstellen, Crowdfunding zur Finanzierung von Projekten einzusetzen. Das schreiben die IMMOBILIEN ZEITUNG, THOMAS DAILY, CASH.ONLINE und weitere Online-Medien am 16.5. „Das Instrument hat sich in Deutschland erstaunlich schnell etabliert“, sage Paul von Drygalski von EY Real Estate. Doch nur 13 % der befragten Entwickler stünden bereits in Kontakt mit Schwarmfinanzierungsplattformen, unter den befragten Investoren seien es 42 %. Insgesamt hätten sich 64 Investoren, Projektentwickler und Crowdfinanzierer an der Umfrage beteiligt.

Gute Rendite bei moderatem Risiko

Warum Immobilienkreditfonds für Investoren auf der Suche nach guten Renditen bei moderaten Risiken eine gute Alternative sind, erklärt Lahcen Knapp von der Empira AG in seinem Artikel in der CASH. 6/2018. Als mögliche Alternative verspreche die Fremdkapitalseite von Immobilien-Investments nicht nur eine auskömmliche Rendite von 4 % oder mehr und ein derzeit oftmals attraktiveres Rendite-Risiko-Profil als die Eigenkapitalseite. Gerade für institutionelle Investoren böten sich daher Immobilienkreditfonds an. Nach Angaben von Creditreform betrage das Volumen solcher Fonds in ganz Europa mehr als 47 Mrd. Auch in Deutschland seien sie mehr verbreitet, auch, weil es geschlossenen Spezialfonds seit dem Jahr 2016 vom Gesetzgeber und der BaFin ausdrücklich gestattet sei, selbständig Darlehen zu vergeben, d. h. ohne Begleitung einer Partnerbank als Mittler.

Wald für die Portfolio-Diversifikation

Über Finnlands Wälder als Investitionsziel schreibt Nils von Schmidt von Aquila Capital am 18.5. auf GLOBAL INVESTOR. Da es sich bei Wald um ein nachhaltiges und langfristiges Investment handele, das keine oder nur sehr geringe Korrelationen zu anderen Anlageklassen oder konjunkturellen Entwicklungen aufweise, sei er ein gutes Instrument zur Portfolio-Diversifikation. Anders als in Deutschland, wo Wald nur selten zum Verkauf und dann zu Liebhaberpreisen angeboten werde, und darüber hinaus die Flächen oft nicht groß genug seien, um sie wirtschaftlich gewinnbringend zu nutzen, ließen sich in anderen Ländern durchaus attraktive Investitionsziele finden. Innerhalb Europas sei etwa Finnland interessant, da das Land sehr waldreich sei und die Heimat von UPM-Kymmene, einem der größten Holz-, Zellstoff- und Papierkonzerne Europas. Investoren könnten den Wald kaufen, UPM kümmere sich weiterhin um seine Bewirtschaftung. Der Investor profitiere somit von den Skaleneffekten eines riesigen Forstbetriebes, ohne selbst Flächen in der für eine kosteneffiziente Bewirtschaftung nötigen Mindestgröße halten zu müssen.

VERSCHIEDENES

Berlins verstecktes Potenzial

In Berlin gelten andere Renditegesetze, schreibt Marcus Buder von der Berliner Sparkasse am 17.5. in der IMMOBILIEN ZEITUNG. Internationale Investoren, denen das föderale System fremd sei, konzentrierten sich auf die Hauptstadt, was dazu führe, dass die Rendite in Berlin anderen Regeln unterliege als in anderen Metropolregionen Deutschlands. Die Rendite sei in Berlin anfangs niedrig, doch nähmen das die Investoren gerne in Kauf, da sie mittel- bis langfristig Steigerungen und eine Anpassung Berlins an das Niveau anderer Großstädte erwarteten. Mit sinkenden Renditen sei aufgrund der niedrigen Anfangsrenditen und der weiterhin relativ niedrigen Preise nicht zu rechnen. Das knappe Bauland in der Stadt tue sein Übriges zur Stabilität des Berliner Marktes.

Deutsche Metropolen als internationale Topstandorte

Anita Gärtner von Sotheby’s International Realty erklärt im Interview mit der FAZ vom 18.5., dass der Markt für deutsche Premiumimmobilien vor allem infolge der Internationalisierung wächst. Berlin, München und andere deutsche Metropolen internationalisierten sich immer mehr und hätten im Ausland den Ruf europäischer Topstandorte, in denen es sich gut leben lasse. Die Käufer hätten oft für Studium oder Beruf bereits einige Zeit in Deutschland verbracht, denn die deutschen Arbeitsmärkte seien inzwischen global geprägt. Deutschstämmige Käufer hätten oft ebenfalls einen internationalen Werdegang und entschieden sich dann dafür, ihren Erst- oder Zweitwohnsitz wieder nach Deutschland zu verlegen. Für die nähere Zukunft sei eine Ausweitung und Ausdifferenzierung des Premiumsegments zu erwarten.

Nachverdichtung braucht Fingerspitzengefühl

Über seine Erfahrungen mit Nachverdichtungen in Berlin und Leipzig berichtet Patrick Herzog-Smethurst von der DKW-Gruppe im IMMOBILIENMANAGER 5/2018. Bei Altbauten werde üblicherweise das Dach ausgebaut oder ein Geschoss aufgesetzt, ebenfalls relativ häufig sei die Lückenschließung. Die rückwärtige Bebauung sei die schwierigste Lösung. Entscheidend für den Erfolg sei eine sorgfältige Auswahl der Objekte und die genaue Beachtung der Bauordnung, für die ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden sollte. Ärger mit den Anwohnern sei in den seltensten Fällen zu vermeiden, weshalb die Beachtung des rechtlichen Rahmens umso wichtiger sei.

Mittelstandsstädte rücken ins Blickfeld

Warum sich südkoreanische Investoren zunehmend für Gewerbeimmobilien in Deutschlands Mittelstandsstädten interessieren, erklärt Stefan Kalmund von Accom Immobilien in seinem Artikel in der FINANZIERUNG & INVESTMENT 5/2018. Bislang hätten asiatische Investoren vor allem deutsche A-Städte bevorzugt, doch infolge mangelnden Angebots und hoher Preise seien immer mehr von der Tragfähigkeit und Stetigkeit etwa Dresdens, Hannovers, Nürnbergs oder Darmstadts überzeugt. Die rund 30 mittelgroßen Städte Deutschlands erwirtschafteten etwa 60 % des Bruttoinlandsproduktes, und es ließen sich dort höhere Anfangsrenditen erzielen als in den Metropolen.

Termine

BERLINER IMMOBILIENRUNDE in Kooperation mit der IREBS Immobilienakademie

Sonderveranstaltung: Basisseminar Projektentwicklung

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung richtet sich an (neue) Mitarbeiter von Projektentwicklern / Bauträgern / Projektsteuerern, Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (v. a. jene, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Mitarbeiter von Generalunternehmern / Bauunternehmen. Wenn Sie mehr als drei Mitarbeiter Ihres Unternehmens anmelden, erhalten Sie ab dem vierten Mitarbeiter einen Rabatt von 30 %. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.

REFERENTEN
Dr. Philipp Feldmann (Cilon GmbH) und Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer. Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

THEMEN
Am ersten Tag werden folgende Themen behandelt: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen, Definition, klassische Aufgaben); idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (prozessuale Aspekte); der Markt für Projektentwickler (Typen, Strategien, Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse, Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (von der „Bierdeckel-Kalkulation“ bis hin zur dynamischen Developer-Rechnung).

Am zweiten Tag geht es um Projektentwicklung / Projektmanagement (Ablauf und Leistungsbilder); Standortanalyse/Due Diligence (Baurecht, Grundstücksanalyse,); Planungskonzepte (Untersuchungen vorhandener Bausubstanz, Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung, Bildung von Gebäudemodellen); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI, Baukostenplanung in der Projektentwicklung, Rahmenterminplanung); Start der Projektmanagementaktivitäten (360°-Analyse als Einstieg, Objektplanung – durch wen? Projektorganisation – ist alles geregelt?).

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 6. und 7. Juni 2018 im Rilano Hotel München statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: info@immobilienrunde.de

HAMBURGER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Wohnungsprojekte in Hamburg - und besondere Chancen in der Metropolregion

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung richtet sich an Investoren (Institutionelle Investoren und Family Offices), weitere Bauträger/Projektentwickler, Banken und andere Finanzierer, Makler/Transaktionsberater/Vertriebe, Architekten die in Hamburg bzw. der Hamburger Metropolregion in den Wohnungsneubau investieren wollen. Zudem sollten Projektentwickler kommen, die sich einen aktuellen Marktüberblick verschaffen wollen.

THEMEN
Die Referenten stellen aktuelle und geplante Wohnungsneubauprojekte in Hamburg und der Metropolregion vor und sprechen über folgende Themen: Welches sind die Alleinstellungsmerkmale der Projekte/Besonderheiten der Architektur/Grundrisse etc.? Wie verliefen die Genehmigungsprozesse bzw. die Abstimmung mit den Behörden? Wer sind die Käufer: Selbstnutzer, Anleger, institutionelle Investoren? Wie erfolgt die Vermarktung? Welche Preise sind erzielbar? (qm-Preise, Faktoren bei Forward-Deals) Wann erfolgte der Grundstückskauf? Wann gab es das Baurecht? Wie schnell erfolgt der Abverkauf? Außerdem geht es um die Inanspruchnahme von Fördermitteln/Förderprogrammen sowie Fragen zu Kommunikation/PR und Marketing. Begrüßung und Einführung durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

REFERENTEN
Einleitender Vortrag durch Dr. Joseph Frechen (bulwiengesa AG): Aktuelle Marktentwicklung, Preise und Mieten am Hamburger Wohnungsmarkt. Projektvorstellungen von Michael Jordan (LIP Ludgar Inholte Projektentwicklung GmbH), Albrecht Sonnenschein (Instone Real Estate Development GmbH), Henrik Diemann (Metropol Grund GmbH), Sven Ole Koch (Bauplan Nord GmbH & Co. KG), Tomislav Karajica (Imvest Projektentwicklung GmbH), Torsten Rieckmann (SENECTUS GmbH), Peter Jorzick (Hamburg Team Gesellschaft für Projektentwicklungen GmbH), Fabian von Köppen (Garbe Immobilien-Projekte GmbH), Stefan Wulff, Otto Wulff Bauunternehmung GmbH), Achim Nagel, PRIMUS developments GmbH).

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 11. September 2018 im Radisson Blu Hotel Hamburg statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Investitionskriterien von Family Offices im Immobiliensegment

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung richtet sich an Vertreter von weiteren Family Offices, Projektentwickler, AIF-Vertreter (Spezialfonds, geschlossene Fonds), Immobilien-Bestandshalter, Transaktionsberater / Makler und Asset-Manager

THEMEN
Die Referenten stellen die Immobilienstrategie ihres Family Offices vor und sprechen über Fragen wie: In welche Nutzungsarten wird investiert (Wohnen, Büro, Einzelhandel etc.)? Welche Standorte und Lagen sind interessant? In welcher Losgrößen wird investiert? Werden auch Projektentwicklungen im Forward-Deal erworben? Zu welchen Faktoren wird gekauft (maximal)? Wie läuft der Prüfprozess ab? Begrüßung und Einführung von Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

REFERENTEN
Tassu M. Degen (DERECO – Real Estate Private Wealth Management), Maik Rissel, Family Office Bank Marcard, Stein & Co AG), Dr. Matthias Mittermeier (Commodus Real Estate Capital GmbH), Lutz H. Peper (Peper & Söhne GmbH), Hans Hünnscheid (Famos Immobilien GmbH), Robert Hahlweg (ICN Immobilien Consult Nürnberg GmbH & Co. KG), Dr. Henning Schröer, Merz Immobilien Management GmbH), Lars Osterhoff (RI Partners – Real Estate Value Investing), Stefan Brimmers (Devario Invest GmbH), Hanspeter Beißer, Wittelsbacher Ausgleichsfonds), Christian Iwanky (Peter Möhrle GmbH & Co. KG), Christian Schraub, Hardtberg Grundstücksgesellschaft mbH, Dr. Christoph Pitschke, Deutsche Oppenheim Family Office AG, Dr. Jürgen Schäfer, CORESIS Management GmbH.

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 20. September 2018 im Steigenberger Hotel Berlin statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: info@immobilienrunde.de