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KOMMENTAR AM MONTAG

Norbert Preuß CBRE PREUSS VALTEQ GmbH

Wie vor 30 Jahren

Es sind nur drei Buchstaben: BIM. Sie stehen für Building Information Modeling, was frei übersetzt informationsgestützte Gebäudemodellierung heißt. Das Prinzip besteht darin, eine Immobilie dreidimensional am Computer darzustellen. Zudem kann jedes einzelne digital aufgeführte Bauteil um Daten ergänzt werden, auf die alle Projektbeteiligten zugreifen können.

Ob Stahlträger, Fassadenelement oder Klimaanlage – nicht nur Maße, Kosten, Materialeigenschaften können hinterlegt werden, sondern auch Brandschutzeigenschaften, Liefer- und Einbauzeit sowie Auswirkungen auf andere Bauteile bis hin zum jeweiligen Einfluss auf Gesamtenergiebedarf oder Lebenszykluskosten. Planänderungen während des Bauprozesses lassen sich damit deutlich leichter realisieren, weil die Folgen sofort für alle relevanten Parteien sichtbar werden.

Auch wenn die Verwendung des BIM sinnvoll ist, das System steckt in Deutschland immer noch in den Kinderschuhen. Das hat meiner Meinung nach viel mit einer Abwehrhaltung oder Unsicherheit der Beteiligten zu tun. Eine Abwehrhaltung, wie wir sie vielleicht vor 30 Jahren das letzte Mal in der Baubranche erlebt haben.

Auch damals waren es nur drei Buchstaben, die für Widerstand sorgten: Das sogenannte Computer-Aided Design (CAD), also mehr oder weniger das Prinzip des computergestützten Bauzeichnens. Architekten, Ingenieure und Fachplaner hatten bis dahin noch per Hand gezeichnet. Einige Planer hatten keine Lust, alles auf CAD umzustellen. Es ging doch bislang ohne. Und heutzutage? BIM ist eine Evolutionsstufe von CAD, mit noch ganz anderen, vielversprechenden Perspektiven für Planung, Bau und Bewirtschaftung von Projekten.

Vielleicht ist es die generelle Furcht vor Veränderungen, wie wir sie in vielen Bereichen der Gesellschaft sehen, sicherlich handelt es sich aber auch um konkrete Hürden auf Unternehmensebene, beispielsweise Schnittstellenprobleme. Jeder Planungs- und Baubeteiligte mag mit eigenen IT-Lösungen arbeiten, und man kann nicht jedem Unternehmen zumuten, in ein neues BIM-kompatibles System zu investieren, damit alle Parteien den entsprechenden Zugriff haben. Aber erneut: Das Argument gab es vor 30 Jahren schon einmal. Die Lösung – manch einer mag es noch wissen – war damals das sogenannte DXF-Format. CAD-Pläne ließen sich so plattformunabhängig nutzen, ähnlich wie das heute bei Open-Office-Dateien funktioniert. Das Schnittstellenproblem ist bei BIM mittlerweile ebenfalls gelöst, versprechen die Softwarespezialisten. Statt DXF heißt es diesmal übrigens IFC (Industry Foundation Classes).

Es gibt sicher noch sehr viel mehr Klärungsbedarf in der Risikoeinschätzung durch initiierende Investoren, wie zum Beispiel zusätzliche Leistungserfordernisse im BIM-Management auf Bauherren-, Architekten-, sowie Fachplanungs- und Ausführungsebene. Aber auch vertragliche Definitionen und die Anwendung methodischer Ansätze in der Projektsteuerung gehören dazu, genau wie neue IT-Voraussetzungen und Anwendungserfordernisse sowie Haftungsfragen. Diese können und müssen überwunden werden. Denn es ist paradox, dass sich die deutsche Branche über die seit Jahren ansteigenden Baukosten beschwert, ohne selbst Maßnahmen zu ergreifen, die langfristig Geld sparen können. Die Umstellung benötigt sicherlich anfangs viele Kapazitäten und erfordert eine Neuausrichtung der Kompetenzen, doch letztlich ermöglicht sie eine höhere Effizienz auf der Baustelle. Außerdem kann das Risiko teurer und zeitraubender Fehlplanungen bereits im Vorhinein deutlich verringert werden.

Während andere Länder BIM für bestimmte Bauvorhaben bereits verpflichtend eingeführt haben, ist mir in Deutschland nicht ein einziges Projekt bekannt, das von Anfang bis Ende konsequent BIM-gestützt war. Man bedenke, dass in Südkorea bereits seit 2008 eine rapide Entwicklung bei der großflächigen Benutzung des BIM eingesetzt hat und beispielsweise in Dubai seit 2014 gesetzliche Regelungen für die Verwendung bei größeren Neubauprojekten in Kraft sind – die zudem stetig verschärft werden. Deshalb komme ich einfach nicht umhin, der deutschen Baubranche eine gewisse Behäbigkeit zu attestieren. Auch die hiesige Politik wirkt bei diesem Thema nicht übermäßig motiviert: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt plant lediglich, alle verkehrsinfrastrukturellen Großprojekte ab 2020 verbindlich unter Zuhilfenahme des BIM umzusetzen. Wie Dobrindt selbst bestätigte, handelt es sich um einen Versuch, gegenüber anderen Staaten aufzuholen.

Wobei man wissen muss, dass im Ausland nicht überall BIM vorliegt, wenn über BIM gesprochen wird – nicht jedes Computerprogramm, das zur Darstellung von Gebäuden am PC verwendet wird, erreicht die nötige technische Komplexität. Zudem sind die Diskussionen über Definitionen im Anwendungslevel von BIM in den meisten Nationen noch in vollem Gange. Unabhängig davon wird sich die Digitalisierung im Planen und Bauen nicht aufhalten lassen und die Zögerer und Zauderer innerhalb der deutschen Baubranche überholen. Sollte ich mich irren, freue ich mich über eine Nachricht.

Dieser Artikel erschien bereits in der IMMOBILIEN WIRTSCHAFT 05-2017

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Dann schreiben Sie an den Leiter unserer Redaktion Dr. Josef Girshovich.

MARKT-NEWS

Der Brexit und seine Auswirkungen auf den Londoner Immobilienmarkt

Wie DIE WELT am 11.5. und die IMMOBILIEN ZEITUNG online am 9.5. schreiben, bleibt Deutschland laut Zahlen von Cushman & Wakefield auch im Q1 2017 größter europäischer Markt für gewerbliche Immobilientransaktionen. Cushman & Wakefield zufolge summierten sich alle Transaktionen am gewerblichen Immobilienmarkt in Deutschland in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 auf einen Wert von 16 Mrd. Euro, in Großbritannien auf 11,3 Mrd. Euro. Bereits im vergangenen Jahr habe Deutschland den britischen Markt von Platz eins verwiesen. Laut Cushman & Wakefield zögen Investoren ihr Geld ab, um es vor allem in Deutschland zu investieren. Alexander Eggert von Warburg-HIH Invest zufolge sei zwar tatsächlich eine Korrektur am Londoner Immobilienmarkt zu beobachten. Langfristig spreche jedoch nichts gegen ein Investment in London. Die „City“ sei europäischen Städten in Hinsicht auf Transparenz und der Marktgröße bei den Top-Flächen überlegen. Andreas Schultz von Warburg-HIH, zuständig für das Transaktionsmanagement im Ausland, sage: „Der Kapitalfluss vor allem aus nicht europäischen Staaten in den britischen Markt ist zu stabil, um einen drastischen Rückgang bei den Preisen oder Transaktionen erwarten zu können.“ Zudem sei allein London im Vergleich zu vielen anderen Standorten schlicht zu groß: „Der Immobilienmarkt in London-City hat ein Gesamtvolumen von grob gesagt 25 Mio. bis 27 Mio. Quadratmetern. Selbst wenn nun im Zuge der Verlagerung von Arbeitsplätzen in der Finanzindustrie 10.000 Mitarbeiter abgezogen werden, würden vielleicht 100.000 qm frei werden – also nur ein Bruchteil. Das reicht nicht, um das Vertrauen der Investoren zu beschädigen.“

Paris und London sind wichtig für die deutsche Immobilienwirtschaft

Michael Psotta schreibt in der FAZ vom 12.5. über die große Bedeutung der bevorstehenden Unterhauswahl in Großbritannien und der abgeschlossenen Präsidentenwahl in Frankreich für die Immobilienwirtschaft. In Frankreich sei mit der Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten immerhin ein großer Schritt getan worden, um die Desintegration der Europäischen Union zu verhindern. Erzielte Theresa May nun einen überzeugenden Sieg, bestünde weiterhin Hoffnung, dass die Beziehungen Deutschlands zu zweien seiner wichtigsten Handelspartner einigermaßen intakt blieben. Das sei wichtig, denn entscheidend für die deutsche Immobilienwirtschaft sei der allgemeine Zustand der deutschen Wirtschaft, der aber in London und Paris mitgeprägt werde.

Asset-Manager wollen Leistungsspektrum ausbauen

Über die diesjährige Asset-Management-Umfrage von EY Real Estate berichten die BÖRSEN ZEITUNG am 11.5. und die IMMOBILIEN ZEITUNG online am 10.5. Für die zum achten Mal durchgeführte Studie wurden 35 Asset-Management-Unternehmen befragt, die insgesamt 95 Mrd. Euro verwalten und damit 80 % des Marktes in Deutschland repräsentierten. Die Befragten seien sich einig, dass Asset-Management weiter an Bedeutung gewinnen werde, um auch in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld alternative Wertschöpfungspotenziale im Bestand zu heben. Nahezu alle Umfrageteilnehmer seien zudem überzeugt, dass die Digitalisierung signifikanten Einfluss auf ihr Geschäftsmodell habe. Laut Umfrage würden etwa 60 % der Befragten erwarten, dass Asset-Manager künftig auch Investmentmanagement-Leistungen anbieten werden. „Während immer mehr Asset-Manager ihr Leistungsspektrum auf das Investment Management ausrichten, gab auch deutlich über die Hälfte der befragten Unternehmen an, Property und Facility Management inhouse darstellen zu wollen“, zitiert der IMMOBILIEN MANAGER online am 10.5. Dietmar Fischer, für die Studie verantwortlicher Partner bei EY Real Estate. Diese Ausweitung des Leistungsspektrums quasi in beide Richtungen sei nicht allein durch organisches Wachstum realisierbar, weshalb rund 80 % der befragten Asset-Manager mit einer fortschreitenden Konsolidierung ihrer Branche durch weiter zunehmende Fusionen und Akquisitionen rechneten.

Heiko Maas will Mietpreisbremse deutlich verschärfen

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat in einem Interview mit der Rheinischen Post vom 6.5. gefordert, Vermieter gesetzlich dazu zu verpflichten, Wohnungsinteressenten die Höhe der Vormiete zu nennen und die zulässige Höhe der Modernisierungsumlage zu senken. Das schreibt DIE WELT am 8.5. Wie die DIE IMMOBILIE online am 8.5. schreibt, kritisiert Jürgen Michael Schick vom IVD dies: „Eine Verschärfung des Gesetzes zur Mietpreisbremse soll offenbar von der schlechten wohnungspolitischen Bilanz der Bundesregierung ablenken. Augenscheinlich ist für Wohnungssuchende keine Erleichterung eingetreten, weil die Regierung es nicht geschafft hat, den Neubau ausreichend anzukurbeln. Um das Problem städtischer Wohnungsmarktengpässe zu lösen, muss die Politik mit Sachverstand agieren, anstatt ein ohnehin schon kontraproduktives Gesetz durch weitere Regulierungen zu verschlimmern.“

Wohnimmobilienkreditrichtlinie wird weiter überarbeitet

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz will die in der Wohnimmobilienkreditrichtlinie festgelegten Hürden für Anschlussfinanzierungen und Umschuldungen senken, berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 11.5. Bei den erneuten Bonitätsprüfungen für einen neuen Kreditvertrag sollten Kreditgeber unerwartete Veränderungen der Lebenssituation wohlwollend berücksichtigen. Eigentümer sollten davor geschützt werden, „in privat schwierigen Situationen ihr Zuhause zu verlieren“, sage Staatssekretär Gerd Billen. Im Fall von Umschuldungen sollten Banken nicht daran gehindert werden, finanziell unter Druck befindlichen Darlehensnehmern entgegenzukommen. Das liege auch im Interesse der Kreditinstitute. Für die vorgesehene Überarbeitung der WIKR-Vorgaben habe das Justizministerium die Erlaubnis der EU-Kommission eingeholt und von ihr Hinweise zu Gestaltungsmöglichkeiten erhalten.

Politik gegen Verschärfung der EnEV

Bei einer Diskussionsrunde des GdW haben sich die Wohnungsexperten von CDU, SPD, Grünen und Linke einhellig gegen eine weitere Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) ausgesprochen, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 11.5. Denke man die Aussagen der Politiker konsequent weiter, sei damit zu rechnen, dass KfW 55 auch nach der Bundestagswahl nicht zum Wohnungsbaustandard werden werde. Darüber, dass staatliche Eingriffe auf dem gesamten Sektor des Wohnungsbaus notwendig seien, etwa beim Thema Bauland, sei sich die Diskussionsrunde aber ebenfalls einig gewesen.

Kritik am Gesetzentwurf für Mieterstrom

Obwohl das geplante Gesetz zur Förderung des sogenannten Mieterstroms grundsätzlich befürwortet wird, wird es im Detail kritisiert, berichtet das HANDELSBLATT am 12.5. Bemängelt werde, dass der Vermieter Gewerbesteuer zahlen müsse, wenn er seinem Mieter Strom liefere, und das nicht nur für das Stromgeschäft, sondern auch für das zuvor gewerbesteuerfreie Vermietergeschäft. Ferner werde kritisiert, dass die Förderung auf Solarstrom begrenzt sei und zudem nur Anlagen für Einzelhäuser, nicht aber für ganze Quartiere gefördert werden sollten.

Büroflächen stark nachgefragt

Einem Bericht von Colliers International zufolge haben deutsche Firmen im Q1 2017 rund 960.000 qm und damit 20 % mehr als im Vorjahresquartal angemietet. Das schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 12.5. Deutsche Unternehmen bewerteten ihre wirtschaftliche Lage positiv, viele von ihnen suchten nach neuen Büros, um zu wachsen, Standorte zusammenzulegen oder in eine andere Lage zu ziehen. Die meisten Flächen seien mit 260.000 qm in München vermietet worden, Berlin belege in der Rangliste mit 190.000 qm den zweiten Platz. In den Top-7-Städten habe der Büroleerstand mit 4,8 % einen neuen Tiefstand erreicht, es stünden rund 480.000 qm weniger leer als ein Jahr zuvor.

Hochhausneubau ‚Alexander' in Berlin soll kommen

Karl J. Zeller von Bewocon und Sergey Ambartsumyan von der MonArch-Gruppe haben unlängst ein positives Gespräch mit Senatorin Lompscher geführt und hoffen, bis zum Frühsommer die Genehmigung für den Bau des 150 m hohen Wohnturms ‚Alexander‘ am Alexanderplatz zu bekommen. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 11.5. Das Projekt mit einem Volumen von 280 Mio. Euro solle vom Untergeschoss bis zum zweiten Obergeschoss Raum für Handelsflächen und bis zum vierten Stock Platz für Büros sowie einen Wellness-, Spa- und Fitnessbereich mit Schwimmbad bieten. In der fünften Etage ist eine Residence Lounge vorgesehen. Die Bewohner können hier rund um die Uhr über einen Concierge verfügen. In den darüber liegenden Etagen seien, anders als ursprünglich vorgesehen, ausschließlich Wohnungen geplant. Deren Größe werde zwischen 30 qm und 390 qm liegen, für die oberste Etage seien zwei Penthouse-Wohnungen vorgesehen. Auch einen Anteil mietpreisgebundener Wohnungen schaffen zu müssen, schrecke Zeller nicht. „In London ist es schon seit einiger Zeit üblich, einen Anteil von bezahlbaren Wohnungen bei Neubauten wie dem Quartier One Tower Bridge einzuplanen“, sage Zeller. Die Firmengruppe MonArch gehöre in Russland zu den größten Bau- und Immobilienunternehmen. Für die Realisierung und Vermarktung des ‚Alexander‘ habe der Konzern die Berliner Bewocon als Partner ins Boot geholt.

Rund um den BER wird fleißig gebaut

Über die rege Bautätigkeit rund um den neuen Berliner Flughafen BER schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG ausführlich am 11.5. Laut dem neuen Chef der Flughafengesellschaft hätten sich bereits mehr als 2.400 Firmen und Institutionen in der Region niedergelassen. Es entstünden Flächen für Büros, Hotels, Logistik und Gewerbe, aber auch Wohnraum. In der Gemeinde Schönefeld etwa errichte Bonava 1.000 Wohnungen. „Wir profitieren von der Lage nahe des BER und liegen dennoch außerhalb der Lärmzone“, sage Nils Olov Boback von Bonava. Neun der Mehrfamilienhäuser mit über 200 Wohnungen habe sein Unternehmen bereits an Industria Wohnen weiterverkauft.

Umsatzrekord und Flächenmangel am Berliner Logistikmarkt

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 11.5. schreibt, sind im Q1 2017 in Berlin laut CBRE mehr als 140.000 qm Logistikfläche umgesetzt worden. Das sei das höchste bislang erzielte Ergebnis. Colette Bodendorf von CBRE erwarte für den Jahresverlauf „eine konstant hohe Nachfrage, die aufgrund des Flächenmangels in einem Flächenumsatz im langjährigen Mittel von rund 350.000 qm resultieren wird.“ Aufgrund des Flächenmangels hätten sich so gut wie alle umgesetzten Flächen mit einer Größe von mehr als 5.000 qm außerhalb des Berliner Stadtgebietes befunden, sage Rainer Koepke von CBRE. Es müsse dringend gebaut werden.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

TLG will WCM übernehmen

Über die geplante Übernahme der Frankfurter WCM durch die Berliner TLG Immobilien schreiben die BÖRSEN ZEITUNG, DIE WELT, das HANDELSBLATT und die FAZ am 12.5. Der TLG-Vorstand sehe die rund 450 Mio. Euro schwere Übernahme als Zwischenschritt an. Laut Niclas Karoff von TLG wolle sein Unternehmen in diesem Jahr weitere Immobilien hinzukaufen. Nach erfolgter Fusion würden die beiden bisherigen SDax-Gesellschaften über ein Immobilienportfolio im Wert von rund drei Mrd. Euro verfügen, die addierte Marktkapitalisierung werde dann gut 1,8 Mrd. Euro betragen. Damit habe das fusionierte Unternehmen eine realistische Chance, in den MDax aufzusteigen. Das Fusionskarussell im Gewerbeimmobiliensektor nimmt Fahrt auf, kommentiert Ulli Gericke von der BÖRSEN ZEITUNG am 11.5. Man dürfe sicher sein und gespannt, was noch folgen werde.

Union Investment startet offenen Wohnimmobilienfonds

Union Investment hat angekündigt, Ende Juli dieses Jahren einen offenen Wohnimmobilienfonds für Privatanleger aufzulegen. Das schreibt die IMMOBILIEN WIRTSCHAFT 05-2017. Das dazu notwendige Know-How liefere die Erlanger Zentral Boden Immobilien (ZBI), mit der Union Investment eine Partnerschaft vereinbart habe. „Das ist eine sinnvolle strategische Entscheidung“, sage Sonja Knorr von Scope zu dem Vorhaben: „Das Know-How über eine langfristige Kooperation abzubilden, kann Synergieeffekte heben.“ Der neue Fonds werde Wohnimmobilien im mittleren Preissegment fokussieren.

DIC Asset legt neuen Spezialfonds auf

Wie die BÖRSEN ZEITUNG am 6.5. schreibt, hat DIC Asset mit dem Spezialfonds ‚DIC Office Balance V‘ einen neuen Büro-Spezialfonds aufgelegt. Angestrebt werde ein Volumen von 300 Mio. Euro bis 350 Mio. Euro. Der Fonds ‚DIC Office Balance III‘ sei mit elf Immobilien und einem Portfoliovolumen von 327 Mio. Euro ein Jahr nach dem Start platziert. Damit beliefen sich die gesamten Assets, die das Frankfurter Gewerbeimmobilienunternehmen unter Verwaltung habe, zum Q1 2017 auf 1,3 Mrd. Euro. Die FFO aus Management- und Beteiligungserträgen beliefen sich auf 3,9 Mio. Euro.

VERSCHIEDENES

Mehr Mut zu Wohnhochhäusern

Hochhäuser sind eine Wohnform der Zukunft und zugleich eine Herausforderung, schreibt Karl Jürgen Zeller von BEWOCON Berliner Wohnbau Consult am 5.5. in DIE IMMOBILIE. Die hohen Grundstückspreise machten den Gang in die Vertikale notwendig, doch es fehle an innovativen Konzepten. Originelle Wohnturmideen aus den USA würden zwar bewundert, doch setzte man hierzulande weiterhin auf den klassischen Geschosswohnungsbau mit max. sechs Etagen. Doch sei es sowohl eine ökonomische als auch eine gestalterische Pflicht, verstärkt in die Höhe zu bauen. Hinzu komme der Anspruch, mit einem einzigen neuen Gebäude die Skyline einer ganzen Stadt langfristig zu prägen.

Mittelständler müssen um Mitarbeiter kämpfen

Für wachsende mittelständische Betriebe stellt der Personalmangel ein immer größer werdendes Problem dar, schreibt Hendrik von Paepcke von APOprojekt in der IMMOBILIEN WIRTSCHAFT 05-2017. Gerade in der Baubranche ziehe es viele Architekten und Ingenieure zu den Großkonzernen, das Gehalt spiele nicht mehr die entscheidende Rolle. Wichtiger seien weiche Faktoren wie Flexibilität und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Mittelständler aber hätten den Vorteil, ihren Mitarbeitern mehr Freiheit und Verantwortung geben zu können. Dadurch identifizierten sich die Mitarbeiter mit dem Unternehmen, und Mund-zu-Mund-Propaganda sorge für effizientes und vertrauenswürdiges Recruiting.

Skaleneffekte in der Wohnungswirtschaft haben Nachteile

Viele Immobiliengesellschaften setzen auf Zusammenschlüsse und Standardisierung, um Skaleneffekte zu realisieren, schreibt Thomas Meyer von Wertgrund Immobilien in der WOHNUNGSWIRTSCHAFT HEUTE Mai 2017. Das sei jedoch nicht immer von Vorteil, da bei standardisierten Prozessen das aktive Mietermanagement oft vernachlässigt werde. Gesellschaften mit mehr als 100.000 Wohneinheiten könnten laut einer Studie von Green Street Advisors so gut wie keine Sparpotenziale mehr ausreizen, da sich Effizienzgewinne hauptsächlich aus der besseren Auslastung lokaler Büros ergäben. Hier seien kleinere Gesellschaften im Vorteil, die nicht nur bei der Objektauswahl, sondern auch beim Mietermanagement durch Spezialisierung und gebündeltes Know-How eine größere Wertschöpfung erzielten.

Wohnungspolitik nur für Geringverdiener

Jacopo Mingazzini von Accentro kritisiert in HAUFE.DE 05-2017 die Berliner Wohnungspolitik als investorenfeindlich und kontraproduktiv. Derzeit sei alles auf die Förderung von Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen ausgelegt, der Durchschnittsverdiener werde vernachlässigt. Die Behörden forderten von Investoren Selbstbeschränkungen und erließen Auflagen, die dazu führten, dass niemand in Immobilienbestand investieren wolle und Milieuschutzgebiete verwahrlosten. Auch Wohneigentum werde nicht gefördert, obwohl 70 % der Deutschen der Meinung seien, dass Immobilienbesitz eine gute Altersvorsorge sei.

WLAN-Konzepte im Einzelhandel müssen besser werden

Markus Wotruba von der BBE Handelsberatung stellt in HANDELSIMMOBILIEN HEUTE vom 5.5. eine Studie seines Hauses zu WLAN-Verbindungen im Einzelhandel vor. Das Ergebnis sei ernüchternd, es gebe erheblichen Nachholbedarf. Oft habe jedes Geschäft ein eigenes WLAN, das kurz hinter der Eingangstür ende. Somit müsse sich der Kunde bei einer Einkaufstour in jedem Laden neu einwählen. Es sei erwiesen, dass Kunden sich in Geschäften mit gutem WLAN wesentlich länger aufhielten und dadurch die Kaufwahrscheinlichkeit steige. Ein einheitliches Konzept und ein gemeinsamer, flächendeckender WLAN-Zugang seien der richtige Ansatz. Untersucht worden seien elf Einzelhandelsstandorte und Fußgängerzonen in München, doch sei das Ergebnis beispielhaft für alle Städte.

Online-Handel erfordert neue Konzepte für Logistikimmobilien

Andreas Fleischer von Segro schreibt in der Aprilausgabe von LOGISTIK HEUTE darüber, wie der Anstieg der Paketvolumina und des innerstädtischen Verkehrs bewältigt werden können. Nötig sei eine Aufteilung der City-Logistikflächen in dezentrale Einheiten. Zusammen mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr werde dies Verkehrsknotenpunkte entlasten und den Liefer- und Pendelverkehr auf weniger frequentierte Straßen umleiten. Deshalb sei auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklern, den Kommunen und den Nutzern notwendig. Damit die Kommunen die nötigen Flächen vergäben, sollten die Immobilien nicht nur hochfunktional und architektonisch ansprechend sein, sondern durch gemischte Nutzungskonzepte auch einen Mehrwert für Mieter und Anwohner schaffen.

Rainer Zitelmann

Zitat der Woche

„Wer wirklich Autorität hat, wird sich nicht scheuen, Fehler zuzugeben.“

Bertrand Russell, britischer Philosoph

Wenn Sie aufgrund Ihres Fachwissens und Ihrer Persönlichkeit wahre Autorität genießen – und nicht nur wegen eines Titels -, dann sollte es Ihnen leichtfallen, Fehler zuzugeben. Sie wissen, wer Sie sind und was Sie können. Deshalb haben Sie auch keine Angst, Ihre Autorität könnte dadurch untergraben werden, dass Sie offen und freimütig Fehler eingestehen. Dadurch wird Ihre Autorität sogar steigen. Sie sollten dies auch deshalb tun, um als Vorbild für Ihre Mitarbeiter zu wirken. Denn wenn Sie von Ihren Mitarbeitern erwarten, dass diese ihre Fehler offen und freimütig eingestehen, Sie selbst das jedoch nicht tun, sondern Ihre Fehler verbergen, dann werden Sie Ihre Mitarbeiter nur schwer dazu erziehen können.

140 weitere Zitate und Kommentare finden Sie in dem Buch „Worte des Erfolges“ von Dr. Dr. Rainer Zitelmann. Bestellen Sie das Buch bei info@pb3c.com

Termine

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Praxis-Seminar: Welche Wohnungsgrundrisse und welche Extras sind bei Käufern heute gefragt? Erfahrungsberichte von Projektentwicklern

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an Projektentwickler, Investoren im Wohnungsneubau, Vertriebe und Architekten und finanzierende Banken. Lernen Sie aus der Praxis, was sich bewährt hat – und was nicht. Erfahrene Projektentwickler berichten anhand von Beispielen, was gut funktioniert hat – und was nicht.

Referenten: Henrik Diemann (Metropol Grund GmbH), Raimund Adameck (PANDION AG), Manuel Skorbier (ISARIA Wohnbau AG), Helmut Kunze, (Bonava Deutschland GmbH), Fabian von Köppen (GARBE Immobilien-Projekte GmbH), Claus Baumgartl / Lars Neubauer (Investa Projektentwicklungs- und Verwaltungs GmbH), Marcus Keller (BPD Immobilienentwicklung GmbH), Markus Feldt (Zabel Property AG), Alexander Happ (BUWOG Group), Carsten Sellschopf (formart GmbH & Co. KG), Christoph Gröner (CG Gruppe AG), Roderick Rauert, (LBBW Immobilien). Begrüßung und Einführung durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Themen: Die Referenten stellen am Beispiel von zwei bis drei Projekten dar: Erfahrungen mit Grundrissen – was hat sich bewährt, was nicht? Welche Extras (Energie, Haustechnik, Smart Home etc.) kamen im Vertrieb gut an, welche nicht? Abverkaufszeiten, Erfahrungen mit Sonderwunschmanagement und Lehren für künftige Projekte.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 16. Mai im Intercontinental Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

IREBS Immobilienakademie
BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Basisseminar: Projektentwicklung

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an (neue) Mitarbeiter von Projektentwicklern / Bauträgern / Projektsteuerern, Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (v. a. jene, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Mitarbeiter von Generalunternehmern / Bauunternehmen. Wenn Sie mehr als drei Mitarbeiter Ihres Unternehmens anmelden, erhalten Sie ab dem vierten Mitarbeiter einen Rabatt von 30 %. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.

Referenten: Dr. Philipp Feldmann (Cilon GmbH) und Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer. Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Themen: Am ersten Tag werden folgende Themen behandelt: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen, Definition, klassische Aufgaben); idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (prozessuale Aspekte); der Markt für Projektentwickler (Typen, Strategien, Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse, Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (von der „Bierdeckel-Kalkulation“ bis hin zur dynamischen Developer-Rechnung). Am zweiten Tag geht es um Standortanalyse/Due Diligence (Baurecht, Grundstücksanalyse, Untersuchungen vorhandener Bausubstanz); Planungskonzepte (Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung, Bildung von Gebäudemodellen, Gebäudeplanung); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI, Baukostenplanung in der Projektentwicklung, Rahmenterminplanung); Management von Bauprojekten (Projektanalyse als Einstieg, Projektorganisation, Leistungsbilder).

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 31. Mai und 1. Juni im The Westin Grand Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung Intensivseminar: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Immobiliensteuerrecht (Schwerpunkt Grunderwerbsteuer- / Grundsteuer-Reform)

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an Projektentwickler, Rechtsanwälte / Steuerberater und Geschäftsführer von Immobilienunternehmen, wird zum 14. Mal durchgeführt und bekam stets Bestnoten von den Teilnehmern. Es können beide Tage einzeln oder auch zusammen gebucht werden.

Referenten: Hans-Joachim Beck, Vorsitzender Richter Finanzgericht Berlin-Brandenburg a. D. / Leiter Abteilung Steuern IVD und Dr. Kai Tiede, Richter am Finanzgericht Berlin-Brandenburg

Themen: Dieses Mal werden zwei besonders wichtige und aktuelle Themen behandelt. Am ersten Tag werden die Reform der Grundsteuer (die Systematik der Grundsteuererhebung und die Bewertung der Grundstücke) und die geplante Reform der Grunderwerbsteuer (Überblick über die der Grunderwerbsteuer unterliegenden Erwerbsvorgänge und die aktuelle Rechtsprechung zur Grunderwerbsteuer, Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer, Grunderwerbsteuer bei Share Deals – die derzeitigen Regelungen sowie Fragen wie: Unter welchen Voraussetzungen wird derzeit Grunderwerbsteuer ausgelöst, wenn Anteile an grundbesitzenden Gesellschaften übertragen werden? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es, um solche Anteile ohne Belastung mit Grunderwerbsteuer zu übertragen? Welche Steuerbefreiungen können in Anspruch genommen werden? Wie wird der Grundstückswert ermittelt? Welche Änderungen für Share Deals werden derzeit diskutiert? Wie kann in Verträgen bei Forward-Deals vorbeugend auf mögliche geplante Änderungen reagiert werden?) behandelt. Auch geht es um die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen bzgl. Wohnimmobilienkreditrichtlinie, aktuelle Rechtsprechung zum Immobiliensteuerrecht und aktuelle Verwaltungsanwei­sungen zum Immobiliensteuerrecht. Am zweiten Tag geht es um die Einkommensteuer (Anschaffung eines Grundstücks, Vermietung des Grundstücks, Modernisierung, Gewerblicher Grundstückshandel, Verlustausgleichsbeschränkung (§ 15 b EStG), Erhöhte Absetzungen bei Immobilien unter Denkmalschutz und im Sanierungsgebiet, Finanzierungskosten, Geschlossene Fonds, um den § 23 EStG – Gewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften, u, die Gewerbesteuer (die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG)), die Umsatzsteuer (Das Prinzip der Umsatzsteuer, Vermietung des Grundstücks, aktuelle Probleme bei der Aufteilung der Vorsteuern, Veräußerung eines Grundstücks, § 13 b UStG, reverse charge) und die Erbschaft- und Schenkungsteuer (Bewertung des Grundbesitzes, Verschonung des Betriebsvermögens, sachliche Befreiung für das Familienwohnheim, gemischte Schenkung, Kritik des BVerfG und geplante Änderungen). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 19. und 20. Juni im Maritim Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de