KOMMENTAR AM MONTAG

Wetten verloren. Regierung steht.

Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Jetzt bekommt Angela Merkel also ihre Krönung und darf weiter regieren, o Schicksal, SPD sei dank. Für das Land heißt das weder Stillstand noch Erneuerung, sondern ein Weiter-so. Seien wir ehrlich: Uns geht es gut – so gut wie lang nicht mehr, wie noch nie. Wirtschaft: läuft. Export: läuft. Arbeitsmarkt: läuft. Und selbst unsere Branche, die Immobilienwirtschaft, hat schlechtere Jahre gesehen als die vergangenen.

Was ist also los im Hause D.? Es ist das Unbehagen, der Frust, das Bauchgefühl des Stillstands.

Beispiel Annegret Kramp-Karrenbauer, der ich es persönlich zutraue, die Geschicke unseres Landes zu leiten – Alter: 57 Jahre. Damit ist die neue Generalsekretärin der CDU vier Jahre jünger als Angela Merkel. Zum Vergleich: Als Angela Merkel 57 Jahre alt war, war sie zum zweiten Mal Kanzlerin, hatte bereits eine Große Koalition hinter sich, hatte nach Fukushima den Atomausstieg beschlossen und Karl-Theodor zu Guttenberg ihr Vertrauen ausgesprochen.

Beispiel Jens Spahn. Jung, dynamisch, konservativ und offen homosexuell. Die vergangenen Jahre hat Jens Spahn regelmäßig zum Italiener in die Berliner Torstraße geladen, um das vorzubereiten, was er jetzt zu ernten beginnt: die stille Revolutionskoalition. Seine Ernte, freilich heißt Gesundheit. Und wenn ich mit den Damen und Herren aus der Pflegewirtschaft rede, weiß ich, dass er diesen Feldzug nicht gewinnen kann. Der Pflegenotstand kommt – so wie wir jetzt im Wohnungsdebakel leben.

Spahn und AKK, darin liegt der Schachzug. Angela Merkel hat gleich zwei Nachfolger benannt, und da zeigt sich die Managerin. Sie überlässt den Kampf den beiden Kontrahenten und potenziellen Nachfolgern und kann genüsslich von der Tribüne = Kanzleramtsterrasse beobachten, wie sich die drei gegenseitig foulen. Die drei? Ja, es gibt noch die Julia Klöckner, designierte Landwirtschaftsministerin – sie würde so gern.

Sie haben übrigens richtig gelesen: Ich habe nicht eine, sondern mehrere Wetten verloren. Ich hatte gehofft. Ich hatte gedacht, die SPD schafft den Spagat – die meisten meiner Bekannten aus der SPD haben auch gegen die Koalition gestimmt. Nicht weil sie gegen Merkel sind. Sondern weil sie gegen die Extreme sind. Was kommt, wird schon nicht schlecht sein – aber es wird nicht ausreichen, um die Unzufriedenheit zu besiegen – mit der AFD als stärkster Oppositionsfraktion. Unsere Regierung verwaltet und allein in dieser Verwaltung liegt ihr Regierungsziel. Vor lauter externen Unsicherheiten täte uns ein wenig Ideal auch gut.

Mein Schluss: Dass sich vor lauter Trubel übrigens ein vierter freuen wird, darauf bin ich bereit, weiter zu wetten – sein Name: Peter Altmaier.

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MARKT-NEWS

Pro und kontra GroKo

Über die Einstellung der Immobilienbranche zur Großen Koalition, dem Koalitionsvertrag und der Frage, ob eine Jamaika-Koalition nicht doch die bessere Lösung gewesen wäre, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 1.3. ausführlich. Auf dem Immobilienkongress Quo Vadis habe Prof. Dr. Lars Feld von der Universität Freiburg und dem Walter Eucken Institut an den im Koalitionsvertrag formulierten Plänen kritisiert, dass die genannten Maßnahmen sich teils widersprächen, und anstelle eines Abbaus regulatorischer Hürden eine noch stärkere Regulierung angestrebt werde. „So wie wir in der Politik immer hin- und hergeschoben werden, wird es jedenfalls schwierig, die Leute für uns zu begeistern“, habe Andreas Muschter von der Commerz Real bemängelt. Er wünsche sich, dass die Branche stärker auf sich aufmerksam mache, sehe aber derzeit keine Möglichkeit, „die Besonderheit, die Genialität von Immobilien zu transportieren“, und das, obwohl die Branche sich ausgezeichneter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erfreue. Ein Problem sei aber der Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft. Jürgen Michael Schick vom IVD sieht in seinem Kommentar in der AIZ 3/2018 ebenfalls die Mängel des Koalitionsvertrages, gibt aber zu bedenken, dass die Branche hier durchaus auch Erfolge erzielt hat. So sei es dem IVD gelungen, die Aufnahme gleich mehrerer Forderungen und Ideen in den Koalitionsvertrag zu erreichen, wie etwa den für dieses Jahr geplanten Wohngipfel oder die Maßnahmen zur Förderung von Wohneigentum.

Vorfreude auf die MIPIM

Welche Themen dieses Jahr in Cannes die wichtigsten sein werden, erzählt MIPIM-Direktor Ronan Vaspart im Interview mit der IMMOBILIEN ZEITUNG vom 1.3. Ein Schwerpunkt seien diesmal Hotels und Tourismus, ein weiterer Gesundheitsimmobilien. Anders als in den Vorjahren wolle man nicht einzelne Länder, sondern die großen, umfassenden Themen in den Vordergrund stellen, die die gesamte Branche länderübergreifend bewegten. Hier sei das große Thema eine Kartografie der globalen Metropolen der Zukunft und die Frage, wie die Infrastruktur solcher Megacities gestaltet werden könne. Priorität sei auch in diesem Jahr, den Besuchern intensive und qualitativ hochwertige Veranstaltungen zu bieten.

Wohnungsbau: Neue Studie zeigt alte Probleme

Über die Ergebnisse einer Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (Arge) und des Pestel-Instituts im Auftrag eines Verbändebündnisses aus Teilnehmern der Immobilienwirtschaft, der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, dem Deutschen Mieterbund und dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) berichtet DIE WELT am 2.3. Es spreche wenig dafür, dass in diesem Jahr mehr als 300.000 Wohnungen gebaut würden; voraussichtlich enstünden wieder weniger, als benötigt. Verantwortlich für die Situation sei vor allem die Politik. Immer neue Anforderungen vor allem an die Energieeffizienz führten zu hohen Neubaupreisen. Das Bündnis fordere die Einführung der Typengenehmigung, außerdem brauche das Parlament einen Bauausschuss.

Berliner Bodenrichtwerte steigen etwas langsamer

Die Berliner Bodenrichtwerte sind zum diesjährigen Stichtag am 1. Januar 2018 weniger stark nach oben korrigiert worden als in den Jahren zuvor, berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 1.3. Den vorläufigen Zahlen des Gutachterausschusses für Grundstückswerte zufolge habe der Anstieg im Jahr 2017 nur in Ausnahmefällen mehr als 50 % betragen. Die Preise für Bauland von Ein- bis Zweifamilienhäuser seien im Mittel um 10 % bis 20 % gestiegen, allerdings habe es deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Lagen gegeben. Im Südwesten Berlins hätten sich die Preise nur um 5 % erhöht, während sie in Marzahn oder Spandau in diesem Segment um bis zu 50 % gestiegen seien. Der Preis für Bauland zum Zweck des Geschosswohnungsbaus seien im gesamten Stadtgebiet um bis zu 40 % angehoben worden.

Der Blick auf die Lage wird perspektivisch

Der Einzelhandelsimmobilienmarkt befindet sich eher auf einem Plateau als auf einem Höhepunkt, sagt Joachim Stumpf von der BBE Handelsberatung und IPH Handelsimmobilien im Gespräch mit Michael Psotta in der FAZ vom 2.3. Der Nachfrageüberhang sei noch ausgeprägter als im Wohn- oder Bürosegment. Ein leichter Rückgang der Spitzenmieten und kürzere Mietvertragslaufzeiten hätten die Managementintensität erhöht. Nach wie vor seien großflächige Objekte mit Nahversorgerfunktion am attraktivsten, doch auch Value-add-Objekte könnten sich lohnen. Ein Wachstumssegment sei der Gastronomiebereich. Die pauschale Beurteilung von Objekten nach ihrer Lage sei abgelöst worden durch eine perspektivische Betrachtungsweise, sage Stumpf: „Das so zeitlose wie simple Mantra ‚Lage, Lage, Lage‘ wird abgelöst durch die perspektivische Lage: Welche 1-a-Lagen innerhalb der Städte gewinnen perspektivisch – und welche Städte im Wettbewerb untereinander?“

Facility Management senkt Kosten und spezialisiert sich

Über erste Ergebnisse des jüngsten ‚Branchenreport Facility Management 2018′, der in wenigen Wochen vom Deutschen Verband für Facility Management GEFMA veröffentlicht wird, berichtet die FAZ am 2.3. Diesem zufolge wachse und schrumpfe die Branche derzeit zugleich, insofern es in den letzten zehn Jahren durch professionelle Betreuung gelungen sei, die Bewirtschaftungskosten von Immobilien um 2,5 % pro Jahr zu senken. Diese Entwicklung werde noch weiter fortschreiten, zumal Kostensenkungen bei der Vergabe von Neuaufträgen oft bereits im Vertrag festgeschrieben würden. Zugleich steige die Nachfrage infolge der guten Konjunktur. Die Digitalisierung werde ebenso wie eine zunehmende Spezialisierung dazu führen, dass einige Großunternehmen und kleine Nischenanbieter im Vorteil seien, während der Mittelbau es schwer haben werde.

Blockchain für die Immobilienbranche

Building Information Modeling (BIM) könnte Prozesse beim Bau und bei der Verwaltung von Immobilien beschleunigen, wird jedoch bislang aufgrund von Bedenken hinsichlich der Datensicherheit kaum genutzt. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 1.3. Eine Studie der Computerexperten Christopher Kinnaird und Matthias Geipel vom Londoner Ingenieurbüro Arup zeige auf, wie sich dieses Problem mittels Blockchain lösen lasse, und welche Möglichkeiten BIM im Baubereich, bei der Vertragsabwicklung, der Logistik oder auch der Gestaltung der Infrastruktur eröffne.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

Unbedenkliche Übernahmen

Eine Auswertung des Wirtschaftsinformationsdienstes Thomson Reuters ergab, dass es im Jahr 2017 rund 3.300 Übernahmen und Zusammenschlüsse börsennotierter Immobilienfirmen im Gesamtwert von rund 313,5 Mrd. Euro gegeben hat. Das schreibt DIE WELT am 28.2. Die Frage sei nun, ob sich damit eine Übertreibung ankündige, zumal auch die Investitionen in Gewerbeimmobilien deutlich gestiegen seien, und zwar laut Peter Schreppel von CBRE um 9,3 % gegenüber 2016. Doch gingen die Experten hiervon nicht aus, zumal die Aktienwerte der Unternehmen unter den Marktwerten ihrer Immobilien notierten, Übernahmen also tatsächlich günstiger seien als der Erwerb von Immobilien am Markt.

Real I.S. stellt ihre Pläne für 2018 vor

DER FONDSBRIEF Nr. 307 vom 2.3. stellt die Pläne der Real I.S. für 2018 vor. In diesem Jahr rechne man mit einem Transaktionsvolumen von rund einer Mrd. Euro, die hauptsächlich in Immobilien in Europa investiert werden sollten. Interessante Immobilienchancen verspreche man sich in Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Portugal, und wolle sich zudem erstmals auch mit Dänemark, Norwegen und Finnland beschäftigen. Bevorzugt würden die Topstandorte der jeweiligen Länder, der Schwerpunkt sei nach wie vor das Segment Büroimmobilien. Daneben wolle man aber auch einen neuen Australienfonds für private Investoren auflegen. Für die kommenden Jahre sei mit deutlich steigenden Mieten für Büros und andere Gewerbeimmobilien zu rechnen, worauf Georg Jewgrafow von Real I.S. hinweise: „Bislang resultierte die Rendite in erster Linie aus dem Wertzuwachs der Immobilien und weniger aus der Mietentwicklung. Das wird sich ändern. Künftig stammt das Potenzial eher aus den Mieteinnahmen.“

Jamestown blickt optimistisch auf die USA

Jürgen Gerber von Jamestown äußert sich im Interview mit der IMMOBILIEN ZEITUNG vom 1.3. zu der Frage, warum es seinem Unternehmen auch mit Donald Trump sehr gut geht, welche Vor- und Nachteile die Steuerreform in den USA für die Jamestown-Fondsanleger hat, und wie das Unternehmen mit dem Anlagedruck umgeht. Um die gewünschten Renditen zu erwirtschaften, sei es wichtig, vor Ankauf einer Immobilie zu prüfen, ob sich mit ihr Werte schaffen und schöpfen ließen. Insgesamt sei es in diesem Jahr nicht schwerer als im letzten, lohnende Investitionsobjekte in den USA zu finden, zumal der Peak bei den Preisen mittlerweile überschritten sei. Zugleich sei die Wirtschaftslage gut und werde infolge der Steuerreform voraussichtlich noch besser werden.

US-Investments für Family Offices

Wie auch Family Offices von US-Wohnimmobilien profitieren können, erklärt Thomas Gütle von der US Treuhand auf GLOBAL INVESTOR am 28.2. Da es ihnen vor allem um Werterhalt gehe, seien risikoarme Investments gefragt. US-Wohnimmobilien böten sich als solche an, da gerade die Preise für Core-Objekte am deutschen Immobilienmarkt sehr stark gestiegen seien. Deshalb seien US-Immobilien attraktiv zur Diversifizierung des Portfolios, zumal die Wirtschaftslage in den USA gut, die Arbeitslosenquote historisch niedrig und die Prognosen positiv seien. Insbesondere Apartmentanlagen mit Mietwohnungen seien interessant, da die Eigentumsquote in den USA seit 2004 deutlich zurückgegangen sei, und zudem die US-Steuerreform diesen Bereich unterstütze, insofern infolge dieser Eigentum teurer werde. Bei Büroinvestments solle auf Flexibilität und Nachhaltigkeit geachtet werden, da dies von den Unternehmen stark nachgefragt werde. Wichtig sei in jedem Fall, auf eine optimale Strukturierung des Portfolios zu achten, um eine hohe Besteuerung und die Verpflichtung zu einer Steuererklärung in den USA zu vermeiden.

d.i.i. setzt auf Institutionelle

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG, das DEAL MAGAZIN und weitere Medien online am 1.3. schreiben, will d.i.i. in Deutschland sein Geschäft mit institutionellen Investoren weiter ausbauen. 65 % der im Jahr 2017 investierten 220 Mio. Euro seien auf Investitionen für institutionelle Anleger entfallen. „Seit 10 Jahren liegt unser Fokus auf Investitionen in B-Städte – hier gibt es erhebliches Potenzial. Das haben auch institutionelle Anleger erkannt und greifen zunehmend auf unsere Expertise zurück“, sage Frank Wojtalewicz von d.i.i.

VERSCHIEDENES

Erfolgreich im Umland

Worauf beim Verkauf von Immobilien um Umland großer Städte zu achten ist, erklärt Nedeljko Prodanovic von Stonehedge in der AIZ 3/2018. Entscheidend sei für Käufer heutzutage vor allem eine gute Infrastruktur, und zwar nicht nur eine schnelle Anbindung an die Metropole mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern etwa auch gute Fahrradwege, das Vorhandensein von Abholstationen und ein stabiles Funknetz. Um dieses gewährleisten zu können, sei es entscheidend, dass alle Beteiligten, also Projektentwickler, Makler und Käufer, offen miteinander kommunizierten.

Ist C noch C?

Über das Potenzial sogenannter C-Lagen schreibt John Bothe von Silverlake Real Estate in der AIZ 3/2018. Entscheidend sei immer der relative Vorteil, d. h., es sei sinnvoll, Standorte zu wählen, die im Vergleich zu anderen Standorten derselben Stadt über ein größeres Entwicklungspotenzial verfügten. Vor allem ehemals schwierige Innenstadtlagen wie etwa das Gebiet rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof böten sich an, zumal Innenstadtlagen inzwischen ebenso hohe Mieten erzielten wie die vermeintlich besseren, weil ruhigeren Stadtteile. Gerade junge Familien zögen eine sehr gute Infrastruktur und die Möglichkeit, Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zu bewältigen, dem Reihenhäuschen mit Garten im Vorort der Metropole vor.

Gute Aussichten dank BER

Auch wenn er derzeit nur für Negativschlagzeilen sorgt, ist der BER der verborgene Joker im Ärmel der Hauptstadt, schreibt Einar Skjerven von der Skjerven Group am 1.3. in der IMMOBILIEN ZEITUNG. Denn wenn es endlich so weit sei, werde der BER einen Langstreckenverkehr ermöglichen, der einer Weltmetropole wie Berlin gerecht werde. Dies werde Berlin seinen nächsten wichtigen Wachstumsimpuls geben, da es für Unternehmen mit internationalen Kunden und Mitarbeitern dann noch attraktiver werde, nach Berlin umzuziehen. Daraus wiederum würden sich weitere Preisanstiege bei Wohn- und Gewerbeimmobilien ergeben. Sorgen bzgl. Überhitzungstendenzen seien unbegründet, wenn man diesen Aspekt bei seinen Überlegungen berücksichtige.

Barrierefreiheit fast zum Nulltarif

Dr. Michael Held von Terragon plädiert am 26.2. auf SGP REPORT dafür, die Landesbauordnung in NRW zu überarbeiten und für das Thema Barrierefreiheit weitsichtige Lösungen zu finden. Nötig sei vor allem eine genaue Definition dessen, was als barrierefrei im Sinne der Landesbauordnung gelte, da ohne eine solche Definition die Gefahr bestehe, dass ersatzweise die DIN 18040 herangezogen und stets ein Maximalstandard umgesetzt werde, den aber nur die wenigsten Menschen benötigten. Zweitens sei es wichtig, barrierefreie Wohnungen nicht nur für Gebäude vorzuschreiben, die gemäß § 37 Abs. 7 der Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen Aufzüge haben, sondern die Vorschrift dahingehend zu erweitern, dass sie für alle Gebäude, bei denen aus anderen Gründen ein Aufzug vorgesehen sei, ebenfalls gelte. Denn der größte Kostenfaktor beim barrierefreien Bauen sei eben der Aufzug; sei dieser aber ohnehin geplant, sei Barrierefreiheit fast zum Nulltarif möglich.

Mieten oder kaufen?

Wann ein Immobilienkauf lohnender ist, als zur Miete zu wohnen, und wann man von einem Kauf besser Abstand nehmen sollte, erklärt Ioannis Moraitis von Hedera Bauwert auf BUSINESS INSIDER am 28.2. Wichtig sei, sich über den Nutzungszeitraum im Klaren zu sein, der mind. acht Jahre betragen sollte, und über ausreichend Eigenkapital zu verfügen. Zu beachten seien auch die Höhe der Kaufpreise in der jeweiligen Stadt und vor allem die Frage, ob die Preissteigerungen moderat seien oder sich die Preise von den Mieten entkoppelt hätten. Um diese Faktoren richtig einschätzen zu können, sei es sinnvoll, die Erschwinglichkeitsberechnung des IVD zurate zu ziehen. Diesem zufolge sei Wohneigentum im Vergleich zu den anderen Metropolen Deutschlands in Berlin am erschwinglichsten.

Termine

BERLINER IMMOBILIENRUNDE in Kooperation mit der IREBS Immobilienakademie

Sonderveranstaltung Basisseminar: Projektentwicklung

ZIELGRUPPEN
Das Seminar richtet sich insbesondere an neue Mitarbeiter bei Projektentwicklungsunternehmen, die aus anderen Bereichen (oder direkt von der Uni) kommen und sich an zwei Tagen einen Gesamtüberblick über die Tätigkeit eines Projektentwicklers verschaffen wollen. Es richtet sich aber auch an Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (besonders solche, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Mitarbeiter von Generalunternehmern/Bauunternehmen. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.

THEMEN
Erster Tag: „Grundlagen der Projektentwicklung und Projektmanagement“: Projektentwicklung/Projektmanagement (Ablauf und Leistungsbilder); Standortanalyse/Due Diligence (Baurecht; Grundstücksanalyse); Planungskonzepte (Untersuchung vorhandener Bausubstanz; Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung; Bildung von Gebäudemodellen); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI; Baukostenplanung in der Projektentwicklung; Rahmenterminplanung); Start der Projektmanagementaktivitäten (360°-Analyse als Einstieg; Objektplanung – durch wen? Projektorganisation – ist alles geregelt?

Zweiter Tag: „Die Arbeit eines Projektentwicklers und einfache Developerrechung“: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen; Definition; klassische Aufgaben); idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (prozessuale Aspekte; idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung); der Markt für Projektentwickler (Typen; Strategien; Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse; Wettbewerbsanalyse; Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (von der „Bierdeckel-Kalkulation“ zur dynamischen Developer-Rechnung).

REFERENTEN
Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer und Carsten Sellschopf, formart GmbH & Co. KG. Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 11. und 12. April im Maritim Hotel Berlin statt. Informationen zu Programm und Kosten sowie das Anmeldeformular finden Sie unter: www.tvs-berlin.de/downloads/Einladung26091701.pdf

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Immobilien-Transaktionsrecht

ZIELGRUPPEN
Diese Veranstaltung, die wir bereits zum neunten Mal durchführen, richtet sich an alle Marktteilnehmer, die professionell Immobilien kaufen und verkaufen. Sie vermittelt an zwei Tagen sowohl Grundlagen als auch Wissen zu aktuellen Entwicklungen im Immobilien-Transaktionsrecht. Kommen sollten Projektentwickler, Bauträger, Investoren, Asset-Manager, Geschäftsführer von Immobilienunternehmen, Transaktionsberater, Makler, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

REFERENTEN
Dr. Peter Decker ist Rechtsanwalt und Partner von Gibson, Dunn & Crutcher LLP und berät in nationalen und internationalen Immobilientransaktionen. Er ist qualifiziert als Chartered Surveyor (MRICS) und leitet die Real Estate Praxis im Münchner Büro von Gibson Dunn, eine der führenden internationalen Anwaltskanzleien.

Dr. Christian Schmidt ist Rechtsanwalt und seit 2014 Mitarbeiter in der Steuerabteilung der Deutschen Pfandbriefbank AG. Zuvor war er 14 Jahre als Rechtsanwalt für die internationale Anwaltssozietät Shearman & Sterling LLP und Gibson, Dunn & Crutcher LLP auf dem Gebiet des nationalen und internationalen Steuerrechts tätig. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten gehört u.a. das Immobiliensteuerrecht.

Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

THEMEN
1. Tag: Steuerliche Strukturierung der Transaktion: Asset Deal; Steuerliche Aspekte einer Immobilientransaktion; Asset Deal aus Sicht des Veräußerers (Veräußerungsgewinnbesteuerung); Asset Deal aus Sicht des Erwerbers (Abschreibung der Anschaffungskosten); Grunderwerbsteuer (Grunderwerbsteuerpflichtige Rechtsgeschäfte, Bemessungsgrundlage, Steuerausnahmen); Umsatzsteuer (Geschäftsveräußerung im Ganzen, Umsatzsteueroption); Haftung (Betriebssteuern, Grundsteuer, Haftungsregelung im Kaufvertrag). Steuerliche Strukturierung der Transaktion – Share Deal: Share Deal aus Sicht des Veräußerers (Veräußerungsgewinnbesteuerung); Share Deal aus Sicht des Erwerbers (Abzugsfähigkeit der Akquisitionsfinanzierung, Schicksal der Verlust- und Zinsvorträge); Besteuerung mit Auslandsbezug; Umsatzsteuer (Umsatzsteuerfreiheit des Share Deals); Grunderwerbsteuer (Grunderwerbsteuerpflichtigkeit der Anteilsübertragung und Anteilsvereinigung; gem. §§ 1 Abs. 2a, Abs. 3 und Abs. 3a GrEStG, Strukturierungsmöglichkeiten); Haftung (Steuerklausel im Kaufvertrag); Geplante Änderungen zur Grunderwerbsteuer bei Share Deals – wie können Investoren ggf. vorausschauend darauf reagieren? Vereinbarungen im Vorfeld der Transaktion: Letter of Intent, Memorandum of Understanding, Term Sheet, Exklusivitätsvereinbarung; Vertraulichkeitsvereinbarung. Due Diligence: Käufer Due Diligence/Verkäufer Due Diligence; Red Flag List; Executive Summary; Report; Datenraumanforderungen. Asset Deal: Kaufgegenstand (Bestimmtheit, Dingliche Belastungen, Bauverpflichtung); Kaufpreis (Gestaltung, Fälligkeit, Sicherstellung, Verkäuferdarlehen); Dingliche Sicherung der Kaufpreisfinanzierung (Belastungsvollmacht, Sicherstellung der Löschung); Übergang von Vertragsverhältnissen (Mietverhältnisse, Service Verträge, Versorgungsverträge, Nachvereinbarungen); Garantiehaftung versus Haftungssystem des BGB; Rechtsfolgen der Haftung (Basket, Cap, Selbstbehalt, Vertragsstrafen); Übergang von Nutzen und Lasten; Rücktrittsrechte (Verzug des Käufers, Nichteintritt der Fälligkeitsvoraussetzungen, Rechtsfolgen); Auflassungsvormerkung und Auflassung; Kostenregelung; Zusammenschlusskontrolle.

2. Tag: Share Deal – Ankauf einer Immobilie: Abgrenzung zum Asset Deal; Anwendbares Recht; Sprache der Transaktionsdokumente; Erforderlichkeit der notariellen Beurkundung; Kaufpreisgestaltung, Ablösung von Verbindlichkeiten und Kaufpreisanpassung; Physisches Closing versus reales Closing; Haftungssystematik beim Share Deal; Optionsvereinbarungen. Joint Venture für ein Immobilienprojekt: Arten von Immobilien-Joint Ventures; Wirtschaftliche Grundlagen von Joint Ventures (Objektbeschaffung, Asset Management, Exit, Budget); die Joint Venture Vereinbarungen (Master Vereinbarung, gesellschaftsrechtliche Vereinbarungen, Geschäftsbesorgungsverträge, Leistungsverträge); die Master Vereinbarung, gesellschaftsrechtliche Regelungen (Kapitalausstattung, Stimmrechte, Tag along, Drag along, Vorkaufsrechte, Gewinnverteilung); Geschäftsbesorgungsverträge (Verwaltung des Joint Ventures, Beschaffung, Verwaltung, Wertschöpfung, Finanzierung, Verkauf).

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 18. und 19. April 2018 im Steigenberger Hotel in Berlin statt. Fordern Sie weitere Informationen zu Programm und Kosten sowie das Anmeldeformular an unter: info@immobilienrunde.de