Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Liebe Leserinnen und Leser,

während Warren Buffett auf Bitcoin schimpft und sich mit der Crypto-Welt anlegt, bereitet Facebook den nächsten großen Schritt in Richtung Blockchain vor. Bezahlsystem? Verschlüsselungsoptimierungen? Wer weiß, was da auf uns uns zukommt. Noch ist es erst ein Think Tank, den Mark Zuckerberg installiert hat. Immerhin aber mit Messenger-CEO David Marcus an der Spitze. Und doch habe ich bereits ein Bild vor Augen: Stellen Sie sich vor, Sie könnten an Ihre LinkedIn-, XING- und Facebook-Kontakte direkt „Geld“ senden? Und zwar ohne zusätzliche Informationen angeben zu müssen, weil die sozialen Netzwerke sich autonom die Daten ziehen würden. Und wenn dann bei Fragen auch noch eine erschreckend menschliche Stimme von Google Duplex mit Ihnen diskutiert… Ich hoffe, Sie hatten einen erholsamen und nicht zu stürmischen Feiertag – Himmelfahrt vel Vatertag,

Ihr

Josef Girshovich

Daten Interdisziplinär einsetzen

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sprach Alexander von Erdély, CEO Deutschland von CBRE, über Digitalisierung in der Immobilienbranche und die Gewinnung und Verwendung von Daten. Wichtig sei vor allem, gewonnene Daten – etwa bezüglich der Nutzung einer Immobilie – übergreifend nutzbar zu machen, so auch bei der Planung und Umsetzung neuer Projekte. Oft fehlten hierbei Schnittstellen zwischen einzelnen Datensätzen, die eine effiziente Auswertung von Daten ermöglichen würden. Es müssen gemeinsame Standards zur Datengewinnung und -auswertung eingeführt werden, um auch mit zukünftig wachsenden Informationsströmen aus dem IoT („Internet of Things“) umgehen zu können, fordert Alexander von Erdély. So können gewonnene Daten über den Lebenszyklus einer Immobilie hinweg genutzt werden. Und ohne Tonnen an Aktenordnern.

Crowdfunding 2.0

Jetzt können auch Kleinanleger Immobilienanteile per Blockchain handeln. Das berichtet die Immobilien Zeitung. Das Spanische Proptech Brickblock bietet seit Kurzem Anteile an einem 2,2 Millionen Euro schweren Revitalisierungsprojekt in Wiesbaden-Dotzheim an. Anleger können bereits ab einer Investitionssumme von 100 Euro Mindereigentümer werden und bekommen die erworbenen Anteile per Blockchain zugeteilt. Damit umgeht Brickblock die herkömmlichen bürokratischen Hürden, die den Grundbucheintrag bei Immobilienverkäufen über eine Blockchain betreffen. Lediglich die Projektgesellschaft selbst wird grundbuchamtlich eingetragen, die einzelnen Anleger werden nicht vermerkt. Brickblock verwendet eine Ethereum-Blockchain. Anleger erwerben mithin zunächst Einheiten der Kryptowährung Ether, die sie dann mittels Smart Contract gegen Anteile an der Projektentwicklung eintauschen. So können Investoren ihre Anteile in der Folge auch unkompliziert über die Blockchain weiterverkaufen. Hoffen wir das mal zumindest.

Immobilienbranche kann digitalen Wandel vorantreiben

Im Interview mit der Immobilien & Finanzierung sprachen Susanne Bonfig und Dr. Florian Stadlbauer von Commerz Real über potenzielle und bereits umgesetzte Möglichkeiten zur Digitalisierung und Automatisierung in der Immobilienbranche. Im Bereich des Asset-Managements gebe es viele Aufgaben, die mithilfe digitaler Prozesse einfacher und effizienter ablaufen werden. Das Smart Metering, also die digitale Erfassung und Auswertung von Verbrauchsdaten, ermögliche Kunden beispielsweise einen schnelleren und genaueren Überblick über Kosten und Energieverbrauch, erklärt Susanne Bonfig. Hauptanlass für die digitale Transformation seien veränderte Kundenbedürfnisse, auf die Unternehmen eingehen müssen.

Steuern auf Digitale Devisen

Wer Bitcoins als Zahlungsmittel einsetzt oder damit handelt, muss davon ausgehen, dass die Gewinne steuerpflichtig sind. Das berichtete der BVI auf seiner Webseite. Da die digitalen Münzen derzeit nicht als offizielle Währung gelten, unterliegen sie rechtlich der Spekulationsfrist von einem Jahr. Darunter fallen auch Käufe, die mittels Bitcoin getätigt werden. Wie die Frankfurter Rundschau anmerkte, hat die Steuerpflicht aber nicht nur Nachteile: Verzeichnet ein Privatanleger innerhalb eines Jahres Verluste durch Bitcoins, müssen auch diese steuerlich berücksichtigt werden.