Besuchen Sie unseren Stand auf der Expo Real 2018
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Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Liebe Leserinnen und Leser,

Wohneigentum und Sharing Economy – darüber habe ich heute Vormittag auf dem 39. Tag der Immobilie der HfWU gesprochen. Mein Fazit: Eigentum wird es auch in Zukunft geben, aber wir werden immer mehr Teilbereiche des Wohnens aus dem Eigentum ausgliedern und – als Mitglieder im Eigentümerclub – „sharen“. Die Voraussetzung dafür: digitale Infrastruktur, und an der hapert es in Deutschland. Das tut es, wie ich erfahren durfte, nicht nur in der Fläche, sondern auch in den Metropolen. Auf dem Weg vom Flughafen Stuttgart in die Innenstadt meldete sich mein Freund, das Funkloch, wieder. Vom Fernsehturm bis zum Bopser ist selbst Telefonieren nicht möglich; vom ländlichen Raum mag ich gar nicht erst sprechen. Wenn wir wollen, dass deutsche Mittelzentren überleben und nicht wie, laut FAZ, das malerische Städtchen Celle enden, dann brauchen wir dringend eine digitale Flächeninfrastruktur. Breitband Ja / Nein darf sich nicht an der bestehenden Nachfrage orientieren, sondern gehört zur Grundversorgung wie Wasser und Strom.

Ihr

Josef Girshovich

Digitale Transformation beginnt in der Chefetage

Über die Möglichkeiten und Konsequenzen der Digitalisierung sprach Gerald Kremer, Senior Manager bei EY Real Estate, mit RAUM & mehr. Sei es bei der Auswertung von Verträgen oder bei der Bewirtschaftung einer Immobilie, von künstlicher Intelligenz (KI) kann die Immobilienwirtschaft auf ganzer Linie profitieren. Insbesondere beim intelligenten Vertragsmanagement sowie der Rechnungslegung und Datenerfassung können selbstlernende Programme schon heute vielseitig eingesetzt werden. Aber auch in der Gebäudetechnik gibt es Einsatzbereiche für KI-Anwendungen. So erkennt das Gebäude in Zukunft beispielsweise selbst einen Wartungsbedarf und organisiert die Instandsetzung gleich mit. Allerdings kommen solche Anwendungen noch sehr selten vor. Um die Entwicklung voranzutreiben, empfiehlt Gerald Kremer neue Formen der Aus- und Weiterbildung für Mitarbeiter. Wichtig sei außerdem, dass der Prozess der digitalen Transformation von höchster Stelle im Unternehmen ausgeht: vom CEO, der gegebenenfalls einen CDO – Chief Digital Officer – zur Unterstützung ernennt.

Wie wichtig diese Einstellung in Zeiten der Digitalisierung ist, betonte Philipp Depiereux von EY im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Selbsteinschätzung deutscher Unternehmen in Hinblick auf digitale Themen sei absolut nicht ausreichend. Die meisten Unternehmen unterschätzten die Herausforderungen, die die Digitalisierung auch für ihr Geschäftsmodell mit sich bringen könne, und zögen die falschen Schlüsse. Es komme nicht darauf an, smarte Technik sofort in jedem Bereich einzusetzen. Vorrangig sei die Einstellung der Unternehmen, auch ihren Mitarbeitern gegenüber. Digitale Transformation bezieht sich genauso auf neue Technologien wie auf moderne Arbeitsprozesse und ein Management, das sich auf diese Entwicklungen einlässt.

Kunden zögern noch beim Smart Home

Bei der Nutzung von smarter Gebäudetechnik legen Kunden vor allem Wert auf die Interkonnektivität der Komponenten. Vor diesem Hintergrund berichtet die Immobilien Zeitung von der diesjährigen „Light + Building“-Messe. Möglichst viele unterschiedliche Bauteile verschiedener Hersteller möchten die Nutzer über die jeweilige Anwendung ihrer Wahl steuern. Um den Wünschen der Kunden gerecht zu werden, müssen Smart-Home-Bauteile heutzutage also mit Google Home, Alexa und Co. kompatibel sein. Die erhöhte Benutzerfreundlichkeit könnte die Verwendung von moderner Gebäudetechnik um einiges populärer machen.

Von einer umfassenden „smarten Revolution“ sind die meisten deutsche Haushalte jedoch noch weit entfernt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung anmerkt. Vor allem Bedenken in Sachen Sicherheit sorgen noch für Zurückhaltung gegenüber der weitreichenden Implementierung von Smart-Home-Technologie. Derzeit ziehen Verbraucher die mobile Steuerung von Haushaltsgeräten noch der völligen Umrüstung auf Digitaltechnik vor.

FinTechs weiterhin auf Wachstumskurs

Digitale Finanzierungsplattformen für Immobilieninvestments und Crowdfunding konzentrieren sich zunehmend auf ihr Investmentangebot. Über die Expansionsstrategien der rund 20 Plattformen auf dem deutschen Markt berichtete Haufe Immobilien. Insgesamt wollen Bergfürst, iFunded, Exporo und Co. sich ein breiteres Publikum schaffen. So sollen neben Kleinanlegern inzwischen auch verstärkt private und semi-institutionelle Anleger als Kunden gewonnen werden. Auch etablierte Finanzhäuser suchen inzwischen die Kooperation mit digitalen Anbietern. Marktexperte Benedikt Huber von EY Real Estate geht allerdings davon aus, dass sich langfristig höchstens drei bis vier der 20 Plattformen am Markt halten werden. Noch kennen die FinTechs nur Zeiten des Booms, geben Branchenexperten zu bedenken. Der wahre Test für die jungen Unternehmen und deren Geschäftsmodell wird das Durchlaufen eines vollen Immobilienzyklus sein.