Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Liebe Leserinnen und Leser,

international tätige Immobilienkonzerne wie BNP Paribas veröffentlichen naturgemäß viele Pressemitteilungen – eine davon machte besonders neugierig: Darin kündigte BNP den Soft Launch seines Holoportation-Projekts auf der diesjährigen MIPIM in Cannes an. Dieses ermöglicht Live-Besuche von Objekten aus dem BNP-Vertrieb auf Basis von Virtual Reality. Grund genug, bei Kevin Cardona, dem Innovationsdirektor von BNP, vorbeizuschauen und eines dieser virtuellen Objekte zu begehen. Auf dem Foto schaue ich mir gerade eine Neubauwohnung in London an. Auch wenn das Programm nach wie vor einige Kinderkrankheiten aufweist, ist klar, wohin die Reise geht. Bis Ende des Jahres sollen 50 Projekte in ganz Europa virtuell und live besichtigt werden können, und das von mehreren Ländern aus. Drei Holoports in Paris sowie je eines in London und Hongkong sind in Planung. Mein Fazit: Wir beschreiten das nächste digitale Kapitel in der weltweiten Immobilienvermarktung.

Ihr

Josef Girshovich

Erster Krypto-Fonds zugelassen

Die liechtensteinische Finanzmarktaufsicht (FMA) hat vor Kurzem den weltweit ersten nach europäischen Richtlinien regulierten alternativen Investmentfonds zugelassen, dessen aktiv gemanagtes Portfolio ausschließlich aus Krypto-Assets besteht. Das berichtete das Private Banking Magazin. Sämtliche Vermögensgegenstände des Postera Fund — Crypto I basieren auf der Blockchain-Technologie, die auch das Grundgerüst für die Digitalwährung Bitcoin bildet. Der AIF ist auf professionelle Anleger ausgerichtet. Laut Fondsunterlagen sollen mindestens 51 Prozent des Fondsvermögens in Kryptowährungen und Tokens investiert werden. Allerdings werden laut Produktblatt hierfür nur qualitativ hochwertige Tokens in Betracht gezogen, die entsprechend investierbar sind. Der AIF wird nach liechtensteinischem Recht von IFM Independent Fund Management mit Sitz in Vaduz verwaltet.

Smart Building wird grün

Die fortschreitende Digitalisierung geht Hand in Hand mit den Entwicklungen in den Bereichen Elektromobilität und Klimaschutz. Als ein gutes Beispiel stellt das Handelsblatt das Quartier ‚Brucklyn‘ in der Universitätsstadt Erlangen vor. Dort wurden auf einem Areal neben Coworking-Flächen auch ein Gründerzentrum und Studentenapartments digital geplant und energieeffizient umgesetzt. Alle Anlagen werden mit lokal erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien betrieben. Außerdem sind die Gebäude und Einrichtungen optimal vernetzt und mit Smart-Building-Technologie ausgestattet, sodass Verbrauchsdaten effizient erfasst werden können. Dadurch ist ein noch besseres Energiemanagement möglich. Das ‚Brucklyn‘ zeigt einen Trend, den viele Mitglieder der Immobilienbranche bereits erkannt haben. So stimmten 80 Prozent der befragten Immobilieninvestoren, Banken und Wohnungsgesellschaften in einer Umfrage von EY Real Estate der These zu, dass „die Bewirtschaftung von Immobilien durch intelligente Smart-Real-Estate-Technologien effizienter, nachhaltiger und kostengünstiger wird“.

Bitcoin-Boom auf der Vulkaninsel

In Island herrscht ein regelrechter Bitcoin-Goldrausch. Dass das Land über reichlich erneuerbare Energiequellen wie Erdwärme und Wasserkraft verfügt und Strompreise folglich relativ günstig sind, bietet besonders für Bitcoin-Miner einen großen Anreiz. Wie PC Welt.de schreibt, sind auf der Insel daher in den vergangenen Monaten zahlreiche Hochleistungs-Rechenzentren entstanden, die ausschließlich mit der Produktion der Krypto-Münzen beschäftigt sind. Im vergangenen Jahr verbrauchten diese Bitcoin-„Minen“ erstmals mehr Strom als die isländischen Privathaushalte. Island vergibt die Erlaubnis für die Eröffnung neuer Rechenzentren aufgrund der Stromversorgung nur noch selten. Auf der anderen Erdhälfte boomt die Bitcoin-Produktion noch stärker: In China wird der günstige Strom allerdings von Kohlekraftwerken produziert.

Das französische Startup Qarnot versucht aus dem Energieverbrauch und der Abwärme von Mining-PCs nun einen Nutzen zu schaffen: in Form einer Heizung. Wie t3n.de berichtet, werden Bestellungen für die QC-1 bereits angenommen. Das Gerät ist mit zwei Grafikkarten zum Mining und einem Heizkörper versehen. Kunden können 100 Prozent der geschürften Kryptowährung behalten. Geht man von Ether aus, könnte der Heizkörper etwa 100 Euro im Monat erwirtschaften. Allerdings ist der Stromverbrauch hier noch nicht eingerechnet.

Girokonten aus dem Hause Amazon

Nach der Amazon-Kreditkarte hat der E-Commerce Riese nun offenbar neue Pläne. Einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge, der sich auf einen Bericht des Wall Street Journal bezieht, soll in Kooperation mit etablierten Banken wie beispielsweise JP Morgan ein girokontoähnliches Produkt für Amazon-Kunden angeboten werden. Die genauen Eigenschaften sind noch unklar, genau wie die Frage, ob es je zu einer marktreifen Dienstleistung kommen wird. Die Zielgruppe steht jedoch bereits fest: vor allem jüngere Menschen und Digital Natives. Mit Zugriff auf den gesamten Zahlungsverkehr seiner Kunden könnte der Konzern seinen enormen Datenvorrat noch vergrößern.