Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Liebe Leserinnen und Leser,

Berlin macht seinem Ruf alle Ehre. Andere Städte nehmen weltweit an Ausschreibungen teil und bewerben sich, um Investoren anzulocken. Berlin hingegen kämpft mit aller Macht darum, Geldgeber, Digitalisierung, Forschung und Fortschritt von sich fernzuhalten. Leider mit Erfolg, wie sich jetzt wieder gezeigt hat. Welcher Bürgermeister würde nicht frohlocken, wenn Google ankündigte, in seiner Stadt ein Zukunfts- und Startup-Labor anzusiedeln? Just das hatte der US-Konzern in Berlin-Kreuzberg geplant. Ein Campus auf 3000 m² in einem ehemaligen Umspannwerk, um digitale Kreativität und Unternehmertum zu fördern. Berlin aber reagiert allergisch auf solche Vorhaben. Freier Markt bedeutet in Berlin Gentrifizierung, Fortschritt heißt immer nur Renditen, Wohlstand kann nur eines sein: Kapitalismus. Angesichts von über 700.000 Transferleistungsempfängern (Berlin hat damit mehr Transferleistungsempfänger als ganz Bayern) sollte es die Bundeshauptstadt besser wissen. So wie jetzt wird es jedenfalls nicht funktionieren mit dem Anschluss an die Digitalisierung. Und nicht mehr lang, dann wird aus dem Berlin, das mal vorgab, arm, aber sexy zu sein, eine Stadt, die arm und verbraucht ist.

Bleiben Sie aufmerksam,

Ihr Josef Girshovich

Google-Campus in Berlin wird doch nicht eröffnet

Nach langjährigem Streit um die geplante Eröffnung des Google-Campus für Startups in Berlin Kreuzberg hat der Tech-Gigant das Projekt nun vorerst gekippt. Wie gruenderszene.de berichtet, soll im Umspannwerk in der Ohlauer Straße in Kreuzberg stattdessen ein „Haus für soziales Engagement“ entstehen. Am Mittwochvormittag hatte Google gemeinsam mit der Online-Spendenplattform Betterplace und dem Kinder-Nothilfe-Verein Karuna eine entsprechende Meldung veröffentlicht. Schon ab Frühjahr 2019 sollen auf dem etwa 3.000 Quadratmeter großen Areal Räume für gemeinnützige Projekte zur Verfügung gestellt werden. Die Kosten von ca. 14 Millionen Euro für Umbau, Ausstattung, Miete und Nebenkosten werden von Google getragen. Statt des Startup-Campus in Kreuzberg will sich das Unternehmen nun in neuen Büros in Berlin Mitte für junge Gründer engagieren.

Kursschub für Bitcoin: Fidelity steigt in Krypto-Geschäft ein

Nachdem der Bitcoin-Kurs in den letzten Wochen aufgrund von Schwankungen am Aktienmarkt um etwa fünf Prozent abgesackt war, folgte vergangenen Montag ein umso stärkeres Hoch. Wie t3n.de berichtet, hat der US-Vermögensverwalter Fidelity Investments die Gründung einer Tochterfirma für den Handel mit Kryptowährungen bekanntgegeben. Die Nachricht sorgte für einen sprunghaften Kursanstieg von elf Prozent. Die Tochter des Finanzriesen, Fidelity Digital Asset Services, soll nach Angaben des Unternehmens den Handel mit Bitcoins und anderen Blockchain-basierten Währungen für Investoren erleichtern. Langfristig ist geplant, eine Handelsplattform zu schaffen, über die vor allem institutionelle Anleger mit Bitcoin oder Ether handeln können.

Deutsche Fintechs erhalten Rekordsummen

In den ersten drei Quartalen 2018 haben deutsche Finanz-Startups bereits mehr Geld von Investoren eingesammelt als im gesamten Jahr davor. Das berichtete Business Insider. Die Zahlen gehen aus einer aktuellen Studie der Comdirect Bank hervor. Den jungen Unternehmen flossen in den ersten neun Monaten des letzten Jahres demnach 778 Millionen Euro zu – 2017 waren es insgesamt 713 Millionen Euro. Vor allem Vergleichs- und Investmentportale erfreuten sich großer Beliebtheit. Zahlungsdienstleister erhielten hingegen nur einen Bruchteil der Investitionssumme. Laut Comdirect-Chef Arno Walter zeigt die insgesamt hohen Summe an Wagniskapital, dass Fintechs an Professionalität gewinnen. Auch die Zahl der Kooperationen von Finanz-Startups mit etablierten Banken ist seit dem vergangenen Jahr stark angestiegen. Laut einer kürzlich erschienen PwC-Studie gibt es hierzulande inzwischen rund 850 Partnerschaften zwischen Fintechs und etablierten Unternehmen wie Versicherungen oder Banken. 2017 waren es noch 506.

Nach Branson-Kritik: Saudi-Arabien stoppt Hyperloop-Projekt

Die Kontroverse um das Verschwinden des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi schlägt weltweit Wellen. Nachdem Saudi-Arabien dessen Tod eingeräumt hatte und erste Berichte zu einer möglichen Ermordung des Journalisten laut geworden waren, übte der Milliardär und Virgin-Group-Gründer Richard Branson Kritik an Saudi-Arabien und kündigte an, die geplanten Partnerschaften mit dem Land zunächst auszusetzen. Das geht aus einem Bericht von wired.de hervor. Laut Branson sagten auch Virgin-Hyperloop-CEO Rob Lloyd sowie zahlreiche weitere Vertreter internationaler Unternehmen die Teilnahme an der FII (Future Investment Initiative) des saudischen Kronprinzen ab. Auf der Wirtschaftskonferenz, die vom 23. bis 25. Oktober in Riad stattfindet, hätte der Vertrag über den Bau einer geplanten Hyperloop-Strecke quer durch die Wüste feierlich unterzeichnet werden sollen. Saudi-Arabien hat den Vertrag nun aufgekündigt. Die genauen Umstände von Khashoggis Tod sind weiterhin unklar.