Besuchen Sie uns in Halle A1 Stand 022 auf der Expo Real 2018
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Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Liebe Leserinnen und Leser,

der Intermediär ist ein scheues Wesen. Er agiert im Interesse seiner Kunden und a conto seiner selbst. Genau da setzt die digitale Vernetzung an. Der politische Vertreter war stets ein Repräsentant seiner Wähler, aber wozu brauchen wir noch Mandate, wenn jeder jeden auf Twitter direkt erreichen kann? Die Bank war und ist – dank strenger Regulierung – der Verwahrer und Treuhänder von Anlegergeldern, aber wozu brauchen wir noch die Bank, wenn wir mittels Blockchain ebenso sicher direkte Investitionen vornehmen können? Dass viele Intermediäre aus der Scheu eine Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit entwickeln, mag berechtigt sein. Dass Angst aber nicht in Panik ausarten darf, zeigen die aktuellen Entwicklungen am Aktienmarkt: Die Disruption klassischer Brancheninvestments steht erst am Anfang, wir stehen am Anfang einer digitalen Konsolidierung.

Bleiben Sie wachsam,

Ihr JG

Hohe Ziele bei Wirecard

Nach jüngsten Kursturbulenzen hat der Zahlungsdienstleister Wirecard, der zuletzt anstelle der Commerzbank Einzug in den Deutschen Aktienindex gehalten hatte, einen neuen Langfristplan bekanntgegeben. Wie das Handelsblatt berichtet, will das Unternehmen seinen Umsatz bis 2025 auf mehr als zehn Milliarden Euro steigern, und dabei Zahlungen im Wert von 710 Milliarden Euro abwickeln. Verglichen mit einem Umsatz von 1,49 Milliarden Euro noch in 2017 ist also ein enormer Wachstumsschub geplant. Das Unternehmen zielt hier nach eigenen Aussagen auf Wachstumsbereiche im E-Commerce, beispielsweise auf den Einkauf über Voice-Assistenten wie Alexa, sowie auf den zukünftigen Ausbau digitaler Bezahllösungen im Einzelhandel ab. Die meisten Analysten sind derzeit zuversichtlich, dass Wirecard mit seinen Prognosen richtig liegt. Laut dem Informationsdienst Bloomberg empfehlen zwei Drittel der von ihnen erfassten Analysten die Wirecard-Aktie zum Kauf. Markus Friebel von Independent Research befürchtet jedoch einen Kurssturz von derzeit 179 Euro auf rund 140 Euro pro Aktie.

Google wehrt sich gegen EU-Urteil

Im Juli war vonseiten der EU-Kartellaufsicht eine Rekordstrafe von 4,3 Milliarden Euro gegen Google verhängt worden. Nun geht das Unternehmen dagegen vor, wie Reuters berichtet. Dem Urteil zufolge hat Google beispielsweise Hersteller, die ein Android-Betriebssystem für die von ihnen produzierten Geräte nutzen, gezwungen, Google-Suchmaschinen und Browser auf den Geräten vorzuinstallieren. Damit seien konkurrierende Dienste unrechtmäßig eingeschränkt worden. Im Rahmen des Widerspruchs gegen dieses Urteil, den Google nun beim Gericht der Europäischen Union eingereicht hat, verweist das Unternehmen auf Aussagen von CEO Sundar Pichai, laut dem das Betriebssystem Android Kunden mehr Flexibilität ermögliche, und sie nicht etwa beschränke. Der hochkomplexe Fall könnte noch Jahre andauern und bis zum Europäischen Gerichtshof getragen werden, bevor ein endgültiges Urteil beschlossen wird.

Deutsche eher kritisch gegenüber Digitalisierung

Nicht einmal 50 Prozent der Deutschen bewerten ihre Einstellung zur Digitalisierung positiv oder eher positiv – das geht aus einem Bericht der Welt zu einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor. Die Studie erfasste in neun Ländern Asiens, Nordamerikas und Europas die Einstellung zur Digitalisierung in der Bevölkerung. Demnach gibt es nur ein Land, das das Thema Digitalisierung noch kritischer betrachtet als die Bundesrepublik. Während in Deutschland nur 48 Prozent die Digitalisierung positiv sehen, sind es in Großbritannien sogar nur 47 Prozent. Dagegen ist die Einstellung in asiatischen Ländern um einiges zuversichtlicher. So gaben in Indien fast 90 Prozent eine positive Einstellung an, in China waren es 83 Prozent. Aber auch in Bulgarien konnte ein großer Anteil (etwa 75 Prozent) positiv antworten. Generell scheinen aufstrebende Nationen die Digitalisierung eher als Chance, nicht als Bedrohung wahrzunehmen. Diese Haltung steht einer Grundangst vor Automatisierung und damit verbundenem Stellenabbau, etwa in der deutschen Bevölkerung, gegenüber. In weiten Teilen Asiens wurden viele Jobs hingegen erst durch die Digitalisierung geschaffen, was den Optimismus in der Bevölkerung hebt.

Start für IBMs Blockchain-basierten Food Tracker

Wie cointelegraph.com berichtet, hat der Tech-Gigant IBM nach einer 18-monatigen Testphase nun sein Blockchain-basiertes Lebensmittel-Trackingsystem „Food Trust“ an den Start gebracht. Schon im Jahr 2016 hatte sich IBM zur Arbeit an einer Blockchain-Lösung geäußert, die verschiedene Unternehmen in der Lebensmittelindustrie vernetzen soll. Während der Testphase arbeitete die Tech-Firma mit vielen namhaften Branchenvertretern – darunter Nestle, Unilever oder Driscolls – zusammen, um Millionen einzelner Produkte über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg nachzuverfolgen. Der Supermarktriese Walmart gehörte zu den ersten Firmen, die zusammen mit IBM im Bereich Blockchain experimentierten. Vor rund einem Monat hat Walmart die gemeinsame Arbeit mit einem Gemüseproduzenten an einem Farm-to-Store-Tracker bekanntgegeben, der ebenfalls auf IBM-Systemen basiert. Weltweit ist IBM zusammen mit dem chinesischen E-Commerce-Unternehmen Alibaba führend, was die Anzahl der Blockchain-basierten Patente beider Firmen betrifft.