Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt sie, die zweite, die digitale Welt, und sie existiert parallel und zunehmend unabhängig von der analogen. Woran man das merkt? Facebook macht Bitcoin mundtot, das soziale Netzwerk nimmt keine Werbeanzeigen mehr für Kryptowährungen an. Mitbekommen tut man das aber nur in der digitalen Welt. Facebook übernimmt und übersetzt damit ganz klassische Funktionen des ehemaligen Zeitungswesens, in dem heutzutage ohnehin kaum noch Werbungen und Anzeigen geschaltet werden. Wer gesehen werden will in der digitalen Welt, der muss zahlen. Wer nicht gesehen werden soll, erhält Paria-Status und wird zensiert. Die digitalen Netzwerke sind so zur fünften Macht im Staate respektive in der Welt geworden. Man könnte auch mit dem Geschichtsunterricht argumentieren – wir sind mittendrin in einer zweiten „translatio imperii“.

Ihr

Josef Girshovich

Facebook verbietet Werbung für Bitcoin & Co.

Mehrere Änderungen beim größten Online-Netzwerk der Welt: Die digitalen Währungen Bitcoin, Ethereum und Co. dürfen in Zukunft auf Facebook nicht mehr beworben werden, berichtet die FAZ. Das Verbot bezieht sich außerdem auf Werbeanzeigen für ICOs. Der Konzern wolle mit dem Verbot irreführende oder betrügerische Finanzprodukte und Dienstleistungen sperren, wird Facebook-Produktmanager Rob Leathern in dem Bericht zitiert. Facebook wolle Usern allerdings weiterhin neue Produkte näherbringen. Daher bestehe die Möglichkeit, das Verbot in Zukunft zu lockern, um ehrliche Anzeigen im Zusammenhang mit Digitalwährungen wieder zuzulassen. Außerdem werden Nutzer in Zukunft weniger Beiträge von Medien und Unternehmen auf ihren Newsfeeds sehen. Das geht aus einem Bericht von Internet World Business hervor, der sich auf einen Post des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg vom 12.01.2018 bezieht. Genuine-Postings von Unternehmen sollen in Zukunft danach ausgewählt werden, ob sie „zu bedeutungsvollen Interaktionen ermutigen“, so Zuckerberg. Die organische Reichweite der Posts von Medien und Unternehmen wird damit eingeschränkt.

PropTech ist nicht alles

Im Gespräch mit der Immobilien Zeitung analysiert Gerald Kremer, Digitalexperte bei EY Real Estate, den Fortschritt der Digitalisierung in der deutschen Immobilienbranche. Die Investition in PropTechs ist demnach nicht die einzige Option, um Unternehmen mit neuen Technologien zu verbinden. Vor allem wird es zunehmend schwieriger, wirklich innovative PropTechs auszumachen, die die eigene Strategie bereichern, sagt Kremer. Neben der Möglichkeit einer kooperativen Beteiligung an einem jungen Unternehmen sollten Immobilienfirmen insbesondere an der internen Digitalstrategie arbeiten. Dabei sei es besonders wichtig, mit regelmäßigem Feedback und aktivem Ideenmanagement das Potenzial der eigenen Mitarbeiter und Kunden zu nutzen. In der Branche ist noch großer Entwicklungsbedarf mit Sicht auf digitale Prozesse vorhanden, zeigt Gerald Kremer auf. Ausdrücklich bezieht sich die Digitalisierung nicht nur auf IT-Themen, es handle sich um eine umfassende strategische Aufgabe. Eine Modernisierung und Absicherung der IT-Systeme wirkt sich wiederum impulsgebend für übergeordnete Innovationsprozesse innerhalb des Unternehmens aus.

Kryptowährungen sind mehr als eine Modeerscheinung

Durch Blockchain-Technologie gestützte Digitalwährungen beziehungsweise dezentrale Ledger werden einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge für die Immobilienbranche in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Während auf deutschen Immobilienportalen die Option zur Zahlung in Bitcoin noch sehr selten angeboten wird, geben ausländische Plattformen regelmäßig die Möglichkeit, rein digital zu bezahlen. Vorteile von Bitcoin-Zahlungen sind vor allem die eingebundene Authentifizierung und Konsolidierung des Kaufvorgangs. Hierzulande spielen Kryptowährungen noch keine große Rolle, doch die Entwicklung sollte im Auge behalten werden, wie der Zentrale Immobilien Ausschuss angibt. Trotz einiger Unklarheiten sind Kryptowährung kein flüchtiges Phänomen.

Immobilien-Boom bei Crowdinvestments

Im vergangenen Jahr hat sich das Volumen neuer Crowdinvestments in der Bundesrepublik mehr als verdoppelt, wie die Börsen-Zeitung berichtet. Bei einem Gesamtvolumen von circa 330 Millionen Euro entfallen mehr als zwei Drittel der Investments auf Immobilienprojekte. Deren Volumen ist im selben Jahreszeitraum sogar um 227 Prozent gestiegen. Crowdinvestments in Start-ups erfuhren einen Zuwachs von 66 Prozent. Auf Anbieterseite haben sich die Pionierplattform Seedmatch und Companisto als Marktführer etabliert. Besonders im Start-up-Segment gibt es zwar Ausfälle, Investoren sind sich der Risiken allerdings bewusst. Insgesamt hat der durchschnittliche Crowdinvestor solide Anlageerfahrung.