Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Liebe Leserinnen und Leser,

hat „Digital“ eigentlich einen Eigenwert, oder handelt es sich dabei um eine reine Hilfswissenschaft, sind also Blockchain & Co. „nur“ Helfershelfer und Katalogs-Kataloge? Immer häufiger wird künstliche Intelligenz eingesetzt, um Routineaufgaben von Trainees und Associates zu übernehmen. Kanzleien entwickeln mit ihren Mandanten bei großen Verfahren eigenständige Programme, die die Tausenden an Aktenseiten nach möglichen Widersprüchen und Widerhaken durchstöbern. Retailer setzen intelligente Monitoring-Programme ein, um nicht nur die Anzahl an potenziellen Kunden, sondern auch deren Qualität zu messen. Medienkonzerne tüfteln an Schreibrobotern. Und dennoch: Wir werden in den kommenden Jahren eine Diskussion führen darüber, ob dies alles die menschliche Entscheidungsfindung ersetzen kann oder ihr lediglich unterstützend zur Seite steht? Und die Herausforderung wird dann nicht heißen: Gebt uns mehr Information. Sondern: Welche wenigen Informationen brauchen wir?

Ich wünsche eine informative Lektüre!

Josef Girshovich

Start-ups kritisieren Ausmaß deutscher Bürokratie

Es klingt ein wenig wie ein Scherz aus alten Bonner Zeiten, aber aus Sicht von Start-ups gibt es noch immer ein zentrales Hindernis für ihren eigenen Erfolg am Standort Deutschland: die Bürokratie. 63 Prozent haben sich in einer Umfrage des Digital-Branchenverbands Bitkom unzufrieden mit der Abwicklung amtlicher Angelegenheiten gezeigt. Wie Business Insider berichtet, werde die Bundesrepublik als Standort für Gründungen dennoch grundsätzlich positiv bewertet. Lob sprachen die 300 Start-ups, die an der Umfrage teilnahmen, für die Bemühungen der Bundesregierung aus, durch einen Abbau bürokratischer Hürden die Startvoraussetzungen für digitale Jungunternehmer zu verbessern. Im Koalitionsvertrag hat Schwarz-Rot unter anderem einen „One-Stop-Shop“ in Aussicht gestellt, also eine spezielle Anlaufstelle für Gründer, bei der sich die wichtigsten Formalitäten gebündelt erledigen lassen.

Uber und Airbus unterstützen japanische Regierung bei Flugtaxis

Schon innerhalb des nächsten Jahrzehnts sollen fliegende Autos den Straßenverkehr in Tokio entlasten. Laut Bloomberg steigen jetzt zwei weitere große Player aus der Verkehrsbranche in ein von der japanischen Regierung initiiertes Konsortium ein, das die Erforschung und Umsetzung von Flugtaxis zum Ziel hat: Der Fahrdienst Uber und Airbus gesellen sich damit zu 19 weiteren Unternehmen – darunter eine Toyota-Tochter und die zweitgrößte Fluggesellschaft des Landes, Japan Airlines. Zentrale Aufgabe des Projektes sei, zur Schaffung eines gesetzlichen Regulierungsrahmens beizutragen, zitiert Bloomberg das japanische Handelsministerium. Unabhängig davon verfolge Uber selbst ambitionierte Pläne und wolle in einem Forschungszentrum in Paris bis 2023 massentaugliche Flugtaxis entwickeln. In Europa unterhalten dem Bericht zufolge die Autokonzerne Daimler und Volkswagen ähnliche Projekte.

Europäische Investitionsbank fördert 5G-Entwicklung durch Nokia

Der finnische Telekommunikationskonzern Nokia, einer der weltweit größten Netzwerkausrüster, erhält von der Europäischen Investitionsbank einen Kredit 500 Millionen Euro, teilt die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit. Das Unternehmen solle auf diese Weise unterstützt werden, um bei der Entwicklung des nächsten Mobilfunkstandards mit der Konkurrenz aus China und den USA Schritt zu halten. Das „5G“ (Fifth Generation) genannte System solle 50- bis 100-mal schnellere Übertragungsraten erlauben, als gegenwärtig unter dem Standard 4G bzw. LTE möglich. Darüber hinaus könne mit 5G die Vernetzung vieler Gebrauchsgegenstände von Haushaltsgeräten bis zu Autos erfolgen. Weltweit ist der Standard erst in einem Land, dem afrikanischen Königreich Lesotho, im Einsatz, für Deutschland will die Bundesnetzagentur die notwendigen Frequenzen im Frühjahr 2019 versteigern.

JPMorgan Chase: Neue Investment-App mit kostenlosem Trading

JPMorgan Chase, das größte Kreditinstitut der USA, fordert mit einer Investment-Komplettlösung die Konkurrenz heraus. Bereits diese Woche startet ein Angebot auf Basis einer ‚You Invest‘ genannten, neuen App für mobile Geräte, berichtet unter anderem die Neue Zürcher Zeitung. Verbunden damit sind mindestens einhundert gebührenfreie Wertpapier-Trades für alle Kunden. Bisher hatte die Bank eine Gebühr von 24,95 US-Dollar pro Online-Vorgang erhoben – im Frühjahr dieses Jahres jedoch erkannt, damit nicht mehr konkurrenzfähig zu sein, wie das Wall Street Journal den CFO der Bank zitiert. JPMorgan plane eigenen Angaben zufolge mit dem Angebot jedoch keinen Preiskampf gegen Konkurrenten wie den Discount-Trader ‚E-Trade‘. Vielmehr wolle man, ähnlich wie bei Amazon Prime, durch die Bündelung von Zusatzangeboten in einem Paket eine höhere Kundenbindung erzielen.