Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

kennen Sie das Portal Kleingeldhelden? Da haben sich ein paar junge Journalisten zusammengetan und ein wirklich gutes Blogformat aufgebaut. Alles rund um moderate Geldanlagen, vieles davon unterhaltsam und gut durchdacht. Vor einigen Tagen schrieben die Helden über Fußballkryptowährungen – und das just zur WM. Das kann ich nur empfehlen, vielleicht nicht gerade für die deutschen Spieler, aber sicher für Ronaldo. Mit persönlichen Kryptowährungen lassen sich demnach nicht nur Fanartikel kaufen, sondern auch der Marktwert einzelner Spieler steigern – und davon profitieren am Ende dann (auch) die Vereine. Eine clevere Idee, die uns zeigt: Jeder von uns ist seine eigene Währung. In der großen Liga spielen die Stars und Sternchen, in der kleinen kann jeder von uns mitmischen: mit seinen Ideen, Informationen und Daten. Damit ist die Demokratisierung der Währung nichts weiter als eine Individualisierung und Autonomisierung. Kein Wunder, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel da auf den Gedanken kommt, Informationen und Daten zu besteuern. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Ihr
Josef Girshovich

Urheberrechtsreform: Droht Zensur?

Der EU-Rechtsausschuss stimmte kürzlich mehrheitlich für den neuen Gesetzesentwurf zur Urheberrechtsreform. Über Kritik und mögliche Konsequenzen berichtete gruenderszene.de. Der Entwurf sieht vor, Online-Plattformen in Zukunft zu verpflichten, sämtliche Uploads ihrer Nutzer auf urheberrechtlich geschütztes Material zu überprüfen und gegebenenfalls den Upload zu verhindern. Profitieren sollen davon vor allem Künstler. Allerdings könnten sowohl Memes als auch Satiren oder Parodien urheberrechtlich geschützter Inhalte von einer solchen Upload-Sperre betroffen sein. Unklar ist außerdem, wie Nutzer, die über eine Erlaubnis oder Verbreitungslizenz verfügen, den Nachweis über diese unkompliziert erbringen können. Für kleinere Unternehmen oder Start-ups könnte eine Gesetzesänderung negative Folgen haben. Viele könnten aus finanziellen Gründen gezwungen sein, ihre Dienste komplett einzustellen. Noch ist der Entwurf nicht rechtskräftig. Eine Abstimmung im EU-Parlament wird voraussichtlich am 4. oder 5. Juli stattfinden. Bis dahin wollen verschiedene Bürgerrechtsgruppen und Netzaktivisten für bessere Aufklärung sorgen und die Reform verhindern.

Analysetool Calibrate als Best-Practice-Innovation ausgezeichnet

Das von CBRE entwickelte Analysetool Calibrate wurde im ZIA-Innovationsbericht als Best-Practice-Innovation ausgezeichnet. Darüber berichtete die Online-Plattform konii. Calibrate wertet das Einkaufverhalten von Konsumenten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika anonym aus und liefert unter anderem Informationen über Demografie, Hotspots in Einkaufsgegenden und die Bedeutung von Tourismus an bestimmten Standorten. Das Tool stellt für Händler und Investoren wichtige Daten zum Centermanagement sowie zur Standortwahl bereit. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) begründete die Entscheidung für die Auszeichnung mit dem bedeutenden Mehrwert, den Calibrate für Retailer und die Immobilienwirtschaft darstellt.

Große Partner für gemeinsames FinTech mit Start-up Auto

Die Gebrauchtwagenplattform Auto1.com hat sich für die Gründung eines FinTechs, über das Händler den Kauf gebrauchter Fahrzeuge refinanzieren können, zwei namhafte Partner an Bord geholt. Darüber berichtete crowdfundinsider.com. Zusammen mit der Allianz Versicherung und der Deutschen Bank wurde eine Art Autobank für Gebrauchtwagenhändler entwickelt. Co-Gründer und -Chef Hakan Koç stellte „Auto1 Fintech“ auf der Berliner Digitalkonferenz Noah vor. Ziel der digitalen Plattform sei es, Refinanzierungen unkomplizierter und schneller zu gestalten und somit die Liquidität der Händler zu erhöhen. Auto1 ist das wertvollste nicht-börsennotierte Start-up Europas. Die Deutsche Bank sieht in der Partnerschaft einen wichtigen strategischen Schritt und plant nach eigener Aussage, auch zukünftig in Technologieunternehmen zu investieren.

Studie: Frankfurter Start-ups fangen eher klein an

Das kalifornische Gründerinstitut Start-up Genome hat Daten von 100.000 GründerInnen in 45 Start-up-Metropolen weltweit analysiert. Die Finanzzentrum Frankfurt am Main hat demnach noch Aufholbedarf. Darüber berichtete gruenderszene.de. Der Studie zufolge will nur ein kleiner Anteil der Frankfurter Start-ups von Beginn an hoch hinaus. Nur etwa 27 Prozent von ihnen verfolgen eine „Global Market First“-Strategie. Zum Vergleich: In Berlin beträgt der Anteil etwa 59 Prozent. Der Bericht zeigt außerdem, dass auch die Finanzierung den Start-ups in Frankfurt holprig vonstattengeht. So kommt auf 38.000 GründerInnen in der Mainmetropole nur ein Business Angel. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sollen hier nachhelfen. Bereits im Februar waren Pläne bekannt gegeben worden, Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet bis 2020 zu einer international führenden Region für Start-ups zu machen. Besonders FinTechs sollen im Zuge der Initiative gefördert werden. Die Herausgeber der Studie rieten an, neben Hochschulen auch große Konzerne in die Start-up-Förderung einzubinden, um Frankfurt gründerfreundlicher zu machen.