Kommentar

Prof. Dr. Michael Voigtländer Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Die kluge Else von der Wohnungswirtschaft

Wäre die Wohnungswirtschaft ein Märchen der Gebrüder Grimm, dann mit Sicherheit das von der klugen Else. Da schluchzt die Else vor dem Bierfass unten im Keller, während der Hans oben in der Stube um sie freit: „Wenn ich den Hans kriege, und wir kriegen ein Kind, und das ist groß, und wir schicken das Kind in den Keller, dass es hier soll Bier zapfen, so fällt ihm die Kreuzhacke auf den Kopf und schlägt’s tot.“ Magd, Knecht, Mutter und Vater sehen die Else weinen und weinen mit, denken sie sich doch, „ach, was für eine kluge Else.“

Ähnlich lese ich das aktuelle Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen: Wenn der Zuzug in die Städte komplett nachlässt, wenn die Zinswende mit aller Macht kommt, wenn die Konjunktur in Deutschland einbricht – wenn all dies geschieht, dann könnte es zu Preiskorrekturen am Wohnungsmarkt kommen. Gewiss, derartige Prognosen zu stellen, erregt Aufsehen, denn sie werden meist verkürzt wiedergegeben ohne die radikalen theoretischen Kausalitäten, die sie erst bedingen – mehr aber auch nicht. Ein sich an Erfahrungswerten (Empirie) und Faktenlage orientierender Blick auf den Wohnungsmarkt wirkt da beinahe wie ein reinigender Regen.

Eine Eigentumswohnung zu kaufen, lohnt sich. Viele Menschen, die in Wohneigentum ziehen, kennen das: Statt Miete zu überweisen und so jeden Monat Geld an Dritte zu verlieren, zahlen sie fortan in ihr Eigentum ein. Das ist nicht nur ein gutes Gefühl, sondern auch erwiesenermaßen finanziell von Vorteil. Im Vergleich zu den Mietkosten je Quadratmeter sind die Selbstnutzerkosten in Berlin und Hamburg etwa um bis zu 45 % niedriger, in traditionell hochpreisigen Regionen wie Stuttgart und München sind es immer noch mehr als 30 % – im Durchschnitt ist es um 41 % günstiger, eine Wohnung zu kaufen, als zu mieten. Von den Vorteilen, die ein Vermögensaufbau – auch vor dem Hintergrund des immer dringenderen Themas Altersvorsorge – mit sich bringt, ganz zu schweigen. Statt mit herbeigeredeten Blasen den Eigentumserwerb zu bremsen, täte also Anschubhilfe gut – denn was vielen Haushalten fehlt, die angesichts des anhaltenden Niedrigzinsniveaus ihr Eigentum ohne Mehrbelastung vollständig entschulden könnten, ist der notwendige Eigenkapitalanteil.

Nicht nur ist der Bedarf an Wohnungen weiterhin groß, sondern das, was gebaut wird, entsteht häufig am Bedarf vorbei. Der Zuzug in die Metropolen, in die Ballungszentren, in die B-Städte, in die Universitätsstädte – habe ich etwas ausgelassen? – hält an. Die Region Frankfurt am Main ist musterbeispielhaft. Die Leerstandsquote an Wohnungen liegt inzwischen bei 0,5 % (2015), bis 2030 werden mindestens 90.000 Neubauwohnungen benötigt; Frankfurt pirscht sich bevölkerungsmäßig immer näher an Köln heran. In der Stadt und Region werden neue Wachstumskonzepte in die Breite diskutiert – jahrelang in Deutschland undenkbar. Ob indes bedarfsgerecht gebaut wird, steht auf einem anderen Blatt. Populär sind derzeit Mikroappartements, weil sie als praktische Anlage gelten und daher sowohl bei privaten als auch institutionellen Investoren im Trend liegen. Oder aber es wird großflächiges Wohneigentum gebaut – schick, weitläufig, hochpreisig. Aber hilft das, da doch Zwei- und Dreizimmerwohnungen benötigt werden: um dem Zuzug von immer mehr jüngeren Menschen (auch aus ganz Europa) und der alternden Gesellschaft (Paare nach der Familienzeit) gerecht zu werden?

Ich befürchte, dass mit Diskussionen um mögliche theoretische Immobilienblasen nicht die Preise gebremst, sondern die Wohnungs- und Finanzwirtschaft sowie die Kommunen verschreckt werden. Dann werden letztlich noch weniger Wohnungen gebaut, was bei weiter wachsendem Bedarf nur zu noch mehr Preisanstiegen führen wird. Damit wäre dann niemandem geholfen. Ganz so wie in dem Märchen von der klugen Else, von der es heißt, dass sie zum fort zum Dorf hinauslief und nie wieder ward gesehen.

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MARKT-NEWS

Vielfältiger Widerspruch gegen Fazit des Frühjahrsgutachtens

Über die Reaktionen auf die Aussage des Frühjahrsgutachtens von ZIA und empirica schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.2. ausführlich. So distanziere sich bulwiengesa, die an der Seite von empirica im Rat der Immobilienweisen für den Gewerbeimmobilienpart zuständig gewesen sei, in einer offenen Stellungnahme. Zwar befänden sich die Wohnungsmärkte durchaus in einer Abkühlungsphase, doch an die prognostizierten Wertkorrekturen glaube man nicht, habe doch die Deutsche Bundesbank für das vergangene Jahr ebenfalls Preisübertreibungen bei städtischen Eigentumswohnungen ausgemacht, diese aber mit 15 % bis 30 % deutlich geringer einschätzt. Auch sei Andreas Schulten von bulwiengesa zufolge die Aussage wissenschaftlich nicht ausreichend unterfüttert. Ebenfalls zu einer gegensätzlichen Einschätzung sei wenige Wochen zuvor auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln gekommen. So lasse sich ein Nachlassen der Nachfrage nach Wohnraum in den großen Metropolen einer IW-Studie zufolge nicht feststellen, vielmehr werde die Nachfrage weiterhin nicht adäquat bedient. Vor allem in Berlin mangele es an Zwei- bis Dreizimmerwohnungen. Zwar sehe auch das IW Köln einen Rückgang der Binnenwanderung, komme aber zu dem Schluss, dass dieser durch „hohe Arbeitsplatzmigration aus den EU-Ländern“ ausgeglichen werde. DIE IMMOBILIE stellt am 20.2. online Einschätzungen aus der Immobilienbranche zusammen. Patrick Herzog-Smethurst von der DKW-Gruppe sage, er sehe weder eine Blasengefahr noch einen rapiden Rückgang der Preissteigerung. Im Zuge der Globalisierung sei die internationale Nachfrage in den großen deutschen Städten so sehr gestiegen, dass aufgrund des zu geringen Angebots die Preise stiegen. Und da der deutsche Immobilienmarkt, anders als in anderen Ländern, stark von den Banken reguliert werde, werde die Blasengefahr sehr wirkungsvoll gedämpft. Jakob Mähren von der Mähren AG mahnt zu einer differenzierten Betrachtung und weist darauf hin, dass gerade in Berlin die Dynamik anhalte. Die Bevölkerung wachse Jahr für Jahr spürbar, die Wirtschaftszahlen entwickelten sich positiv. Die Mietpreise bewegten sich zwar auf einem mittlerweile höheren Niveau, doch in Randlagen könne man immer noch für sechs bis acht Euro/qm mieten. In den Szenekiezen führe ein geographisch begrenztes Angebot bei sehr großer Nachfrage zu entsprechend höheren Mieten. Das aber sei vollkommen normal für ein attraktives Stadtquartier und Ergebnis eines funktionierenden Mietmarktes. Jacopo Mingazzini von Accentro Real Estate AG weise ebenfalls auf den hohen Zuzug in die deutschen Metropolen hin, der nach Meinung vieler Experten weiter anhalten werde. Auch wenn der Neubau in vielen Städten deutlich zugenommen habe, werde es noch vier bis fünf Jahre dauern, um den Bedarf zu decken. Er gehe weiterhin von einer positiven Marktentwicklung aus. Ulrich Jacke von Dr. Lübke & Kelber gebe zu, dass an Top-Standorten mit laufender Objektrendite unter 2 % das Risiko bestehe, dass bei gegenläufiger Marktentwicklung Preise zurückgehen könnten. Jedoch gebe es aktuell keine Anzeichen für eine derartige Marktveränderung. Michael Schlatter von CBRE Deutschland verweist auf die Verschärfung der Angebotsknappheit auch durch die fehlenden Investmentalternativen, die dazu führten, dass Eigentümer ihre Immobilie nicht veräußern wollten. Deutschland und insbesondere Berlin sei für die global weiterhin liquiden Investoren unverändert sehr attraktiv. Dr. Henrik Baumunk von CBRE Deutschland betone, dass in Berlin hinsichtlich der Mieten und Kaufpreise noch immer Luft nach oben sei. Einar Skjerven von der Skjerven Group sagt in eigener Meldung: „Der Preisanstieg auf dem Berliner Wohnimmobilienmarkt der vergangenen Jahre basiert gerade nicht auf Spekulation, sondern auf einer soliden positiven Entwicklung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fundamentaldaten: Die Bevölkerung wächst, die Beschäftigung und die Löhne ebenfalls. Von einer Blase kann daher keine Rede sein; zumal nichts dafür spricht, dass sich diese positive Entwicklung in naher Zukunft umkehren würde.“ Der Neubau komme dem Bedarf nicht hinterher, der sich daraus ergebende Nachfrageüberhang führe automatisch zu weiter steigenden Preisen.

Der Preisanstieg geht weiter

Wie die BÖRSEN ZEITUNG, die FAZ, das HANDELSBLATT und DIE WELT am 21.2. schreiben, berichtet die Bundesbank von einer anhaltenden Dynamik am deutschen Immobilienmarkt. Zwar hätten die Immobilienpreise in attraktiven Großstädten das Niveau überstiegen, das durch demographische und wirtschaftliche Fundamentaldaten gerechtfertigt sei, sodass es dort gemäß aktuellen Schätzergebnissen zu Preisübertreibungen gekommen sei. Doch von einer Blase sei keine Rede, zumal auch die Mieten deutlich zugelegt hätten. Auch die Deutsche Bank gehe davon aus, dass die Immobilienpreise weiter steigen. Die amtlichen Gutachterausschüsse sprächen zwar von deutlichen Überhitzungen in bestimmten Städten, hielten es aber nicht für absehbar, dass das Investitionsvolumen zurückgehen werde. 2016 hätten Immobilien für schätzungsweise mehr als 210 Mrd. Euro den Besitzer gewechselt. Die Gefahr einer Immobilienblase würden aber auch die Ausschüsse noch nicht erkennen.

Überfällige Bausparverträge dürfen gekündigt werden

Die Kündigung hochverzinster Bausparverträge ist laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Dienstag zulässig, wenn der Kunde das Bauspardarlehen zehn Jahre nach der Zuteilungsreife noch nicht abgerufen hat. Das schreiben die BÖRSEN ZEITUNG, die FAZ, das HANDELSBLATT und DIE WELT am 22.2. sowie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.2. Einen Bausparvertrag über diesen Zeitraum hinaus als Sparanlage laufen zu lassen, widerspreche dem Zweck dieser Geldanlageform.

Gebäudeenergiegesetz läuft Wirtschaftlichkeitsgebot zuwider

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.2. schreibt, hat das Bundeskabinett den Entwurf für ein Gebäudeenergiegesetz (GEG) anders als geplant noch nicht verabschiedet. Acht Parlamentarier der Unionsfraktion hätten „erheblichen Diskussions- und Änderungsbedarf“ angemeldet und u. a. moniert, dass der in dem Entwurf definierte Niedrigstenergiestandard dem Ziel des bezahlbaren Bauens widerspreche. Es müsse sichergestellt werden, dass das Wirtschaftlichkeitsgebot auch nach Verabschiedung des GEG einzuhalten sei. Der ZIA gehe davon aus, dass dies nun erst in der nächsten Legislaturperiode, also nach der Bundestagswahl geschehen werde.

Diskussionen über Lärmobergrenze

Die Einführung der neuen Baugebietskategorie ‚Urbane Gebiete‘ vor der Bundestagswahl könnte laut Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesbauministerium, gegebenenfalls scheitern, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.2. Die Baugesetzbuchnovelle habe das Kabinett passiert und sei mit den Verbänden bei einer Anhörung im Bundestag beraten worden. Doch gebe es vonseiten einiger Länder Bedenken bzgl. der nächtlichen Lärmobergrenze. Hinsichtlich eines möglichen Kompromisses noch vor der Bundestagswahl sei Adler „getragen von Optimismus“, wolle sich aber nicht festlegen.

Interesse an Büros jenseits der Top-7-Städte steigt

Laut einer Analyse von 76 deutschen Bürostandorten durch Catella Research sind die Bruttoanfangsrenditen für Bürohäuser in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten an A-Standorten deutlich und an C- und D-Standorten nur leicht zurückgegangen. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.2. Die stärksten Zuwächse bei den Mieten im Bürospitzensegment seien an B-Standorten zu verzeichnen gewesen. Es sei damit zu rechnen, dass in den nächsten Monaten wesentlich mehr Transaktionen in C- und D-Städten erfolgen würden. Die Eigentümer würden verkaufswilliger, Investoren interessierten die attraktiven Renditen. Die Bruttoanfangsrenditen im jeweiligen Spitzensegment lägen in A-Städten derzeit im Schnitt bei 3,67 % (53 Basispunkte weniger als Anfang 2016), wobei München mit 3,3 % am teuersten sei. Erstmals seien die Bruttoanfangsrenditen in allen Top-7-Städten unter 4 % gesunken. Die Bürospitzenmieten im jeweiligen Topsegment seien in den Top-7-Städten um 4,4 % gegenüber Anfang 2016 gestiegen und lägen nun bei durchschnittlich 28,50 Euro/qm. Spitzenreiter bei den Quadratmetermieten sei Frankfurt mit 39 Euro, gefolgt von München mit 36 Euro. B-Städte wie Nürnberg, Essen, Hannover, Münster oder Freiburg kämen im Schnitt auf 14,58 Euro (+ 5,3 %), C-Städte wie Dresden, Leipzig oder Heilbronn im Schnitt auf 12,51 Euro (+ 1,3 %). An D-Standorten sei im Durchschnitt erstmals die Zehn-Euro-Marke überschritten worden (+ 2,7 % auf 10,25 Euro).

Dem Gewerbeimmobilienmarkt geht es gut

Der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt steuert auf ein weiteres Rekordjahr zu, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.2. Nur das limitierte Angebot verhindere noch größere Umsätze. Das Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen zeichne für den deutschen Immobilienmarkt, abgesehen von den umstrittenen Aussagen zum Wohnungsmarkt, weiterhin ein positives Bild. Zwar gebe es politische Risiken, deren Auswirkungen nur schwer abzuschätzen seien, doch spreche vieles dafür, dass die deutsche Immobilienwirtschaft die „starke Wachstumsphase“ fortsetzen werde. Die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien bleibe hoch und das Angebot knapp. In der Folge sei mit einem weiteren Rückgang der Leerstände und einem Anstieg der Spitzenmieten zu rechnen. Dass das Transaktionsvolumen im laufenden Jahr wohl nicht über 60 Mrd. Euro steigen, sondern eher zwischen 45 Mrd. und 50 Mrd. Euro liegen werde, sei wohl ausschließlich auf den Angebotsmangel zurückzuführen. Denn die Rahmenbedingungen seien nahezu ideal, da es der deutschen Wirtschaft sehr gut gehe, wie der Wirtschafts- und Immobilienweise Lars Feld sage. Sorgen bzgl. einer Preisblase seien weiterhin unbegründet. Kritisch sehe Feld hingegen die geplanten Regulierungsbestrebungen der Bundesregierung, insbesondere was den Finanzmarkt angehe.

Interesse an seriellem Bauen steigt

Laut einer Umfrage des GdW interessieren sich mehr als 70 % der befragten Mitglieder für „Typenbau und Typengenehmigung“, schreibt das HANDELSBLATT am 24.2. Einigkeit bestehe darüber, dass die neuen in Serie gebauten Wohnungen anders aussehen sollten als Plattenbausiedlungen wie Marzahn-Hellersdorf in Berlin oder Mümmelmannsberg in Hamburg. Über alles andere werde diskutiert, so über die Definition von „seriellem“ und „modularem“ Bauen“, Vor- und Nachteile oder die Zeit- und Kostenersparnis. GdW-Präsident Axel Gedaschko kritisiere die unterschiedlichen Regelungen in den Länderbauordnungen, die zu den größten Hindernissen für serielles Bauen gehörten, und fordere eine bundeseinheitliche Musterbauordnung. Christoph Gröner von der CG Gruppe weise darauf hin, welche Produktivitätsfortschritte sich erzielen ließen, wenn ein in seiner Bauart genehmigtes Produkt in Serie gefertigt werden könne. So sei ein VW Golf heute trotz besserer Ausstattung nur 8,5-mal so teuer wie ein VW Käfer früher, wohingegen die Miete für eine 70-Quadratmeter-Wohnung 28-mal so hoch sei. Serielles Bauen bewirke einen Produktivitätsfortschritt, der es ermögliche, billiger zu bauen.

Fonds- und Finanz-News

Immobilienfonds

BVI: Wie die BÖRSEN ZEITUNG am 22.2. schreibt, hat die deutsche Fondsbranche im zurückliegenden Turnus ein gemischtes Vertriebsergebnis erzielt. Spezialfonds hätten mit 96,3 Mrd. Euro netto das zweitbeste Absatzjahr in Deutschland erzielt, wohingegen das Neugeschäft von Publikumsfonds mit 6,5 Mrd. Euro weniger als ein Zehntel des Vorjahreswertes ausgemacht habe. Gründe hierfür seien die schwachen Börsen zu Jahresbeginn, die Brexit-Entscheidung, der knappe US-Wahlsieg und das italienische Referendum zur Verfassungsreform. Vor diesem Hintergrund sei das Ergebnis der Branche mehr als respektabel.

Indirekte Immobilienanlagen: Wie THOMAS DAILY am 22.2. schreibt, haben laut Barkow Consulting deutsche Fonds und Immobilien-AGs im Jahr 2016 19,4 Mrd. Euro eingeworben. Das seien noch einmal 5 % mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015. Maßgeblich dazu beigetragen habe der unerwartet hohe Wert von 6,5 Mrd. Euro im Q4 2016 (+ 36 % mehr als im Vorjahresquartal). Hier hätten insbesondere die offenen Spezialfonds mit 4,9 Mrd. Euro (+ 60 %) gut abgeschnitten, die im Gesamtjahr 9,7 Mrd. Euro eingesammelt hätten (+ 13 % gegenüber 2015). Offene Privatfonds hätten um 103 % auf 7,4 Mrd. Euro zugelegt. Nur bei den börsennotierten Immobiliengesellschaften sei der Mittelzufluss um 63 % auf 2,43 Mrd. Euro gesunken.

Immo-AGs

TAG Immobilien: Der Hamburger Wohnungskonzern zeigt sich nach einer starken zweiten Jahreshälfte 2016 noch optimistischer, schreibt die BÖRSEN ZEITUNG am 24.2. 2016 habe TAG Immobilien vor allem dank höherer Mieten und weniger Leerstand gut ein Drittel mehr verdient als 2015 und damit sowohl die Konsensschätzung der Analysten als auch die eigenen Erwartungen übertroffen. Die Prognose für die FFO in diesem Jahr sei auf 110 Mio. bis 112 Mio. Euro angehoben worden. Neben höheren Mieteinnahmen und geringeren Leerständen sollten im laufenden Turnus deutlich niedrigere Finanzierungskosten zum Gewinnzuwachs beitragen.

Beos: Der Investmentmanager für Unternehmensimmobilien ist mit dem Softwareunternehmen Architrave eine strategische Partnerschaft eingegangen. Ziel sei zum einen, Dokumente, Daten und Prozesse im Asset-Management weiter zu digitalisieren und zu optimieren. Das schreibt DIE IMMOBILIE am 21.2. online. Zum anderen sollten die bereits bestehenden Datenraumlösungen von Architrave im Rahmen der Zusammenarbeit durch das immobilienwirtschaftliche Know-how von Beos weiterentwickelt werden. Projektpartner von Beos und langfristig auch Mieter und Investoren sollten über die neuen Lösungen auf gemeinsame Funktionen, Workflows und relevante Daten zugreifen können, um alle denkbaren Abläufe, beispielsweise Ankaufs- und Verkaufsprozesse, zu beschleunigen und zu optimieren.

Deutsche Wohnen: Die Wohnungsgesellschaft hat im Zuge zweier großer Kapitalmaßnahmen 1,3 Mrd. Euro aufgenommen, um Finanzierungen abzulösen, Akquisitionen zu finanzieren und weitere Portfolios zu erwerben, darunter das Pegasus-Pflegeheim-Portfolio und ein „mittelgroßes Wohnimmobilienportfolio in bestehenden Core+ Standorten“. Das schreibt THOMAS DAILY am 22.2. Zum einen sei eine siebenjährige Wandelanleihe über 800 Mio. Euro mit einem Kupon von 0,325 % zu 100 % des Nennbetrages platziert worden. Der Wandlungspreis liege 53 % über dem Platzierungspreis. Zum anderen seien 17,2 Mio. neue Aktien für insgesamt 545 Mio. Euro ausgegeben worden. Der FFO I sei 2016 von 304 Mio. Euro auf 384 Mio. Euro gestiegen, der Wert des Unternehmensportfolios von 11,9 Mrd. Euro auf 16 Mrd. Euro.

Aktuelle Projektentwicklungen

Frankfurt: Die FAS schreibt am 19.2. ausführlich über Wohnhochhäuser in Frankfurt. So seien etwa direkt hinter der Einkaufsmeile drei Wohntürme mit einer Höhe von 44 m, 60 m und 85 m geplant, die bis zu 500 neuen Miet- und Eigentumswohnungen Raum geben könnten. Der derzeitige Projektname ‚Drei Schwestern‘ werde noch gegen einen internationaleren Namen ausgetauscht, um die Vermarktung zu erleichtern. Der Bauherr Becken Development setze auf kleinere, kompakte und gut geschnittene Wohnungen, um trotz der zu erwartenden hohen Quadratmeterpreise die Zahl derjenigen, für die eine solche Wohnung interessant sei, zu erhöhen. Bei den erforderlichen 30 % geförderten Wohnungen handele es sich nicht um klassische Sozialwohnungen, sondern um Angebote für Haushalte mit mittlerem Einkommen. Mit dem Bau solle schon in diesem Jahr begonnen werden.

Rainer Zitelmann

Dr. Dr. Rainer Zitelmann www.rainer-zitelmann.de

Feindbild: Manager - Das Achtfache des Durchschnittseinkommens?

SPD, Linke und Grüne wollen die Managergehälter begrenzen. Merkel verfährt nach ihrer alten Devise, sozialdemokratische Forderungen aufzunehmen, um der SPD ein Wahlkampfthema wegzunehmen. „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“ – Erich Honecker könnte mit seiner Prophezeiung Recht behalten.

Der Sozialpopulist Schulz will das Thema „soziale Gerechtigkeit“ als Neid- und Hasskampagne gegen Reiche, Unternehmer und Manager zuspitzen. Ein entsprechendes Neidgesetz bereitet derzeit SPD-Parteivize Thorsten Schäfer-Gümbel vor: „Überhöhte, unangemessene und damit unanständige Vergütungen, Boni und Renten sind aus unserer Sicht nicht gerecht.“ Konkret will die SPD mit zwei Methoden dagegen vorgehen:

1. Unternehmen sollen nur noch Vorstandsgehälter bis zu 500.000 Euro p. a. steuerlich als Betriebsausgaben geltend machen dürfen.

2. Es soll ein Maximalverhältnis zwischen der Vergütung von Vorständen und dem Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer festgelegt werden.

Begrenzung der steuerlichen Abzugsfähigkeit

Eine Umsetzung der ersten Forderung würde unmittelbar gar nichts an der Höhe der Gehälter ändern. Die Folge wäre lediglich eine wirtschaftliche Belastung von Unternehmen, da sich die Steuerlast entsprechend erhöhen würde. Steuersystematisch ist das unsinnig und ein reiner Willkürakt, so dass die Hoffnung besteht, dass der Bundesfinanzhof oder das Bundesverfassungsgericht solche Gesetze kassieren würde.

Die „Hoffnung“, dass ein Konzern wie Daimler wegen der nach einem solchen Gesetz höheren Steuerbelastung bei Gehältern über 500.000 Euro geringere Vorstandsvergütungen bezahlen würde, ist abwegig. Denn wegen einigen Millionen Euro mehr Steuerbelastung wird ein Konzern mit Milliardenumsätzen nicht Gehälter zahlen, mit denen es unmöglich ist, entsprechend qualifizierte Vorstände anzuheuern.

Maximalverhältnis

In einem SPD-Papier zum Thema heißt es: „Wer ein Vielfaches des durchschnittlichen Arbeitnehmers in einem Betrieb verdient, muss sich fragen und fragen lassen, ob er auch ein Vielfaches der Leistung erbringt oder an Verantwortung trägt.“ Die SPD hat diese Frage indes schon beantwortet: Sie folgt einem alten Vorschlag der Linkspartei und will gesetzlich ein Maximalverhältnis der Vergütung von Managern zum Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer festlegen. Die Linke fordert einen Faktor von 20, d.h. kein Manager darf mehr verdienen als das Zwanzigfache des niedrigsten Gehaltes im Unternehmen.

SPD-Parteivize Schäfer-Gümbel, der bei der SPD für das Thema zuständig ist, wollte sich noch nicht auf einen Faktor festlegen, nannte kürzlich jedoch als Beispiel ein Unternehmen aus Süddeutschland, dass seine Manager-Einkommen auf das Achtfache des Durchschnittsverdienstes begrenzt hat.
Wenn der Postbote bei Daimler 30.000 Euro im Jahr bekommt, dürfte der Vorstandsvorsitzende Zetsche bei einem Faktor von 20 künftig maximal 600.000 Euro verdienen. Zetsche hat 2015 9,7 Millionen Euro bekommen, sein Gehalt würde demnach um neun Millionen Euro gekürzt. Überträgt man das auf den Fußball, dann hieße das doch, dass ein Spieler wie Thomas Müller vom FC Bayern nach der Linken nur noch 600.000 Euro im Jahr verdienen dürfte, denn der Platzwart bekommt ja nur 30.000 Euro im Jahr.

Der große Gerechtigkeits-Irrtum

Wer über das Thema diskutiert, dem wird vorgehalten, ob ein Top-Manager wirklich so viel mehr „leiste“ wie ein einfacher Arbeiter. Unklar bleibt dabei, was mit „Leistung“ gemeint ist. Wie viele Stunden er arbeitet? Wie sehr er sich anstrengt? Das Gehalt wird jedoch weder durch den Grad der Anstrengung bestimmt noch durch die Zahl der Arbeitsstunden, sondern am Markt durch Angebot und Nachfrage – ebenso wie bei hochbezahlten Fußballspielern. Würde man die Einkommen von Fußballspielern des FC Bayern entsprechend begrenzen, würde der Verein bald nur noch in der 2. Bundesliga spielen – und vielleicht nicht einmal das.

Warum Merkels Taktik scheitern wird

Merkel, beunruhigt über den Aufstieg des Sozialpopulisten Schulz, hat bereits Entgegenkommen signalisiert. Ihr Statthalter Unionsfraktionschef Kauder donnerte auf einer CDU-Fraktionssitzung, bei der sich Widerstand regte: „Ich werde im Wahlkampf 10-, 11-, 12-Millionen-Gehälter nicht verteidigen. So, jetzt ist der Fall gegessen!“ Merkel pflichtete bei: „Meine Wählerschaft interessieren die Managergehälter auch.“

Merkels Strategie war schon immer, Forderungen von Grünen, Linken und SPD zu übernehmen (Mindestlohn, Mietpreisbremse, Quotenregelungen), um denen damit den Wind aus den Segeln zu nehmen. Funktioniert hat das meist nicht. So verfügte sie die Abschaltung der Atomkraftwerke nach der Reaktorkatastrophe in Japan, um einen Sieg der Grünen bei den damals unmittelbar bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg zu verhindern. Die Wähler wählten jedoch lieber das grüne Original als die Nachahmer-CDU.

Beim Thema „soziale Gerechtigkeit“ funktioniert diese Merkel-Strategie ohnehin nicht. Denn was immer beschlossen wird – die linke Konkurrenz setzt noch eins drauf und hat noch radikalere Forderungen parat. Sollte die Union ein Gesetz zur Begrenzung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Managergehältern vorlegen, dann wird die SPD kontern, dies sei zu wenig und man müsse auch ein Maximalverhältnis festlegen. Sollte sich die Union sogar darauf einlassen, dann wird die linke Konkurrenz kontern, der Faktor sei zu hoch.

Lesen Sie auch Rainer Zitelmanns Kommentare auf Wallstreet-Online.

Zitat der Woche

„Versuche, deinen Fehlern, also dir selbst, ins Gesicht zu sehen! Wir können uns nur in der Leistung steigern, wenn wir uns gründlich mit unseren Schwächen auseinandersetzen. Tüchtige, aktive Menschen machen die meisten Fehler; aber sie unterscheiden sich von den unfähigen dadurch, dass sie sich mit ihren Fehlern auseinandersetzen.“

Werner Otto, deutscher Unternehmer und Milliardär

Eigene Fehler zu erkennen ist nicht immer einfach, weil es uns naturgemäß schwerfällt, „objektiv“ gegenüber uns selbst zu sein. Eine gute Methode ist es deshalb, andere aktiv aufzufordern, uns auf unsere Fehler und Schwächen aufmerksam zu machen. Die meisten Menschen werden uns nicht von sich aus auf Fehler aufmerksam machen, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass das meistens unerwünscht ist und schlecht ankommt. Deshalb müssen Sie andere aktiv darum bitten, Ihre Fehler ungeschminkt zu benennen. Hören Sie zu! Unterdrücken Sie den Drang, sich zu erklären und zu rechtfertigen! Und wenn der andere seine Kritik vorgetragen hat, dann bohren Sie noch weiter: Gibt es weitere Punkte, wo Sie sich verbessern könnten und sollten? Schreiben Sie auf, was der andere Ihnen sagt. Und dann denken Sie darüber nach: Was kann ich aus meinen Fehlern lernen? Kann ich vielleicht künftig bestimmte Dinge, die mir selbst offenbar nicht so sehr liegen, an andere delegieren? Starten Sie ein Selbstverbesserungsprogramm, so wie das viele erfolgreiche Menschen vor Ihnen getan haben.

Wenn die Kritik in dem einen oder anderen Nebenpunkt ungerechtfertigt ist, dann machen Sie nicht den Fehler, darauf „herumzureiten“ und es aufzubauschen. Das ist kein Zeichen von Souveränität. Und selbst wenn die Kritik gänzlich ungerechtfertigt sein sollte – und dann sollten Sie natürlich widersprechen -, ist es dennoch gut, dass Sie den anderen zur Kritik aufgefordert haben. Denn erstens hätte es ja sein können, dass er einen berechtigten Punkt vorzutragen hat, und zweitens wissen Sie jetzt in jedem Fall, was er wirklich denkt.

140 weitere Zitate und Kommentare finden Sie in dem Buch „Worte des Erfolges“ von Dr. Dr. Rainer Zitelmann. Bestellen Sie das Buch bei info@zitelmann.com

Interessante Artikel

Immobilienblase: Trotz der rasanten Entwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt im vergangenen Jahr sind keine Voraussetzungen für eine Immobilienblase zu erkennen, schreibt Michael Schlatterer von CBRE am 23.2. in der IMMOBILIEN ZEITUNG. Die drastischen Warnungen passten nicht zu den ökonomischen Rahmenbedingungen. Die Entwicklung der Einkommen sowie der Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahlen werde nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie das Wachstum des BIP. Dem Blasenindex von empirica zufolge könne es bedrohlich werden, wenn es zu einer nachhaltigen Zinswende in Verbindung mit einer Konjunkturflaute komme. Jedoch seien eine Zinswende oder eine Rezession derzeit weit entfernt.

Nachverdichtung: Nachverdichtungsmaßnahmen sind sinnvoll, um neuen Wohnraum in Ballungsgebieten zu schaffen, reichen jedoch allein nicht aus, schreibt Till Schmiedeknecht von BGP Asset Management am 21.2. auf CAPITAL.DE. Große Wohnungsbaukonzepte seien kontrovers, mit dem richtigen Konzept lasse sich jedoch das Risiko von Geisterstädten und Ghettos minimieren. Zudem biete sich die Chance, neue ökologisch und sozial nachhaltige Ideen umzusetzen. Ohne großflächige Lösungen im Verbund mit privaten Investoren werde sich der angespannte Wohnungsmarkt in Zukunft weiter verschärfen.

Pflege-Konzepte: Ambulante Pflege ermöglicht mehr Freiheit und Selbstbestimmung für Senioren und entlastet die kommunalen Kassen, sei aber nicht in jedem Fall realisierbar, schreibt Dr. Michael Held von Terragon Investment am 20.2. auf WALLSTREET ONLINE. Der Markt müsse für unterschiedliche Lebenssituationen im Alter differenzierte Wohn- und Betreuungsangebote bereithalten. Nötig seien daher sowohl ambulante als auch stationäre Lösungen. Neben gesundheitlichen Aspekten seien die finanziellen Möglichkeiten älterer Menschen bei der Diversifizierung des Wohnangebots zu berücksichtigen. Sicher sei, dass das heute verfügbare Angebot den Bedarf weder quantitativ noch qualitativ decke. Daher brauche es vermehrt Neubau.

New-Work-Konzepte: Flexible Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle sind nicht mehr nur in den Metropolen und für Start-Ups und Freelancer zu finden, schreibt Holger Matheis von BEOS am 18.2. auf HEUER DIALOG. Innovatives Arbeiten fördere die Produktivität und sei entscheidend im digitalen Wettlauf der Unternehmen. Flexible Räumlichkeiten ließen sich nicht nur in Neubauten, sondern auch in Bestandsgebäuden umsetzen. Unternehmen, die solche Räumlichkeiten mieteten, seien zudem finanziell flexibler bei der Standortwahl. Der nächste Schritt sei die Öffnung der Arbeitsorganisation hin zu wechselnden Arbeitsplätzen, mehr Selbstständigkeit und mobilem Arbeiten.

Ferienimmobilien: Viele Besitzer von Ferienimmobilien fürchten, dass ihre Objekte die meiste Zeit brachliegen könnten, schreibt Andreas Fohrenkamm von Bonava am 22.2. auf BUSINESS INSIDER. Doch seien Vermietungen von neun bis zehn Monaten im Jahr durchaus keine Seltenheit, wenn Lage und Ausstattung stimmten. Allein die typische Ferienzeit im Sommer plus Feier- und Brückentage summierten sich auf 100 Tage im Jahr. Zudem steige die Zahl der Übernachtungen in Ferienwohnungen und -häusern seit Jahren. Und das gelte nicht nur für die Ferienzeit, da Senioren, Familien mit kleinen Kindern und Studenten gerne außerhalb der Hauptsaison buchten.

Neubau: Der Wohnungsneubau wird auf die grüne Wiese wandern, prognostiziert Jürgen Kelber von Dr. Lübke & Kelber im Gespräch mit der IMMOBILIEN ZEITUNG vom 23.2. Neubau im Umland der Metropolen werde interessant und sei nötig, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Entscheidend sei eine gute Anbindung. Deshalb sei damit zu rechnen, dass sich rund um die Endhaltestellen der S-Bahn-Stationen der sogenannte Speckgürtel verbreitern werde. In den Metropolen sei Neubau nur noch begrenzt möglich. Umwandlungen und Revitalisierungen erforderten Kreativität und Fingerspitzengefühl. Das propagierte organische Wachstum durch Verdichtungen und Dachaufstockungen stoße vermutlich schnell an seine Grenzen.

Termine

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Ankaufskriterien von Investoren für Projektentwicklungen im Wohnungsneubau (Forward-Deal)

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich deutschlandweit an Projektentwickler im Bereich Wohnungs-Neubau und weitere Investoren, die in den Wohnungsneubau investieren.

Referenten: Lutz Wiemer (HanseMerkur Grundvermögen AG), Maik Rissel (Family Office Bank Marcard, Stein & Co AG), Florian Mundt (Deutsche Investment Kapitalanlagegesellschaft mbH), Christoph Geirhos (Bayerische Versorgungskammer), Jochen Worringen (CORPUS SIREO / Swiss-Life-Fonds), Martin Eberhardt FRICS, Bouwfonds Investment Management), Thomas Meyer (WERTGRUND Immobilien AG), Nikolas Jorzick CFA MBA (HAMBURG TEAM Investment Management GmbH), Christoph Thumm (Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH), Fabian Klingler (Aberdeen Asset Management Deutschland AG). Begrüßung und Einführung durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Themen: Die wichtigsten Investoren aus ganz Deutschland stellen sich bei dieser Veranstaltung vor. Sie nennen ihre Ankaufskriterien (Lagen, Projektvolumen, Einkaufsfaktoren etc.), zeigen Beispiele von bereits durchgeführten Transaktionen und geben Informationen zur Abwicklung von Forward-Deals.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 4. Mai 2017 im Steigenberger Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Immobilien-Transaktionsrecht

Zielgruppen: Diese Veranstaltung, die wir bereits zum achten Mal durchführen, richtet sich an alle Marktteilnehmer, die professionell Immobilien kaufen und verkaufen. Sie vermittelt an zwei Tagen sowohl Grundlagen als auch Wissen zu aktuellen Entwicklungen im Immobilien-Transaktionsrecht. Kommen sollten Projektentwickler, Bauträger, Investoren, Asset-Manager, Geschäftsführer von Immobilienunternehmen, Transaktionsberater, Makler, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer

Referenten: Dr. Peter Decker ist Rechtsanwalt und Partner von Gibson, Dunn & Crutcher LLP und berät in nationalen und internationalen Immobilientransaktionen. Er ist qualifiziert als Chartered Surveyor (MRICS) und leitet die Real Estate Praxis im Münchner Büro von Gibson Dunn, eine der führenden internationalen Anwaltskanzleien mit Sitz in Los.

Dr. Christian Schmidt ist Rechtsanwalt und seit 2014 Mitarbeiter in der Steuerabteilung der Deutschen Pfandbriefbank AG. Zuvor war er 14 Jahre als Rechtsanwalt für die internationale Anwaltssozietät Shearman & Sterling LLP und Gibson, Dunn & Crutcher LLP auf dem Gebiet des nationalen und internationalen Steuerrechts tätig. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten gehört u.a. das Immobiliensteuerrecht.

Themen: 1. Tag: Steuerliche Strukturierung der Transaktion: Asset Deal; Steuerliche Aspekte einer Immobilientransaktion; Asset Deal aus Sicht des Veräußerers (Veräußerungsgewinnbesteuerung); Asset Deal aus Sicht des Erwerbers (Abschreibung der Anschaffungskosten); Grunderwerbsteuer (Grunderwerbsteuerpflichtige Rechtsgeschäfte, Bemessungsgrundlage, Steuerausnahmen); Umsatzsteuer (Geschäftsveräußerung im Ganzen, Umsatzsteueroption); Haftung (Betriebssteuern, Grundsteuer, Haftungsregelung im Kaufvertrag). Steuerliche Strukturierung der Transaktion – Share Deal: Share Deal aus Sicht des Veräußerers (Veräußerungsgewinnbesteuerung); Share Deal aus Sicht des Erwerbers (Abzugsfähigkeit der Akquisitionsfinanzierung, Schicksal der Verlust- und Zinsvorträge); Besteuerung mit Auslandsbezug; Umsatzsteuer (Umsatzsteuerfreiheit des Share Deals); Grunderwerbsteuer (Grunderwerbsteuerpflichtigkeit der Anteilsübertragung und Anteilsvereinigung; gem. §§ 1 Abs. 2a, Abs. 3 und Abs. 3a GrEStG, Strukturierungsmöglichkeiten); Haftung (Steuerklausel im Kaufvertrag); Mögliche Änderungen zur Grunderwerbsteuer bei Share Deals – wie können Investoren ggf. vorausschauend darauf reagieren? Vereinbarungen im Vorfeld der Transaktion: Letter of Intent, Memorandum of Understanding, Term Sheet, Exklusivitätsvereinbarung; Vertraulichkeitsvereinbarung. Due Diligence: Käufer Due Diligence/Verkäufer Due Diligence; Red Flag List; Executive Summary; Report; Datenraumanforderungen. Asset Deal: Kaufgegenstand (Bestimmtheit, Dingliche Belastungen, Bauverpflichtung); Kaufpreis (Gestaltung, Fälligkeit, Sicherstellung, Verkäuferdarlehen); Dingliche Sicherung der Kaufpreisfinanzierung (Belastungsvollmacht, Sicherstellung der Löschung); Übergang von Vertragsverhältnissen (Mietverhältnisse, Service Verträge, Versorgungsverträge, Nachvereinbarungen); Garantiehaftung versus Haftungssystem des BGB; Rechtsfolgen der Haftung (Basket, Cap, Selbstbehalt, Vertragsstrafen); Übergang von Nutzen und Lasten; Rücktrittsrechte (Verzug des Käufers, Nichteintritt der Fälligkeitsvoraussetzungen, Rechtsfolgen); Auflassungsvormerkung und Auflassung; Kostenregelung; Zusammenschlusskontrolle.

2. Tag: Share Deal – Ankauf einer Immobilie: Abgrenzung zum Asset Deal; Anwendbares Recht; Sprache der Transaktionsdokumente; Erforderlichkeit der notariellen Beurkundung; Kaufpreisgestaltung, Ablösung von Verbindlichkeiten und Kaufpreisanpassung; Physisches Closing versus reales Closing; Haftungssystematik beim Share Deal; Optionsvereinbarungen. Joint Venture für ein Immobilienprojekt: Arten von Immobilien-Joint Ventures; Wirtschaftliche Grundlagen von Joint Ventures (Objektbeschaffung, Asset Management, Exit, Budget); Die Joint Venture Vereinbarungen (Master Vereinbarung, gesellschaftsrechtliche Vereinbarungen, Geschäftsbesorgungsverträge, Leistungsverträge); die Master Vereinbarung. Fortsetzung Joint Venture bezogen auf ein Immobilienprojekt: Gesellschaftsrechtliche Regelungen (Kapitalausstattung, Stimmrechte, Tag along, Drag along, Vorkaufsrechte, Gewinnverteilung); Geschäftsbesorgungsverträge (Verwaltung des Joint Ventures, Beschaffung, Verwaltung, Wertschöpfung, Finanzierung, Verkauf). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 10. und 11. Mai im THE WESTIN GRAND in Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Praxis-Seminar: Welche Wohnungsgrundrisse und welche Extras sind bei Käufern heute gefragt? Erfahrungsberichte von Projektentwicklern

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an Projektentwickler, Investoren im Wohnungsneubau, Vertriebe und Architekten und finanzierende Banken. Lernen Sie aus der Praxis, was sich bewährt hat – und was nicht. Erfahrene Projektentwickler berichten anhand von Beispielen, was gut funktioniert hat – und was nicht.

Referenten:
Henrik Diemann (Metropol Grund GmbH), Raimund Adameck (PANDION AG), Manuel Skorbier (ISARIA Wohnbau AG), Helmut Kunze, (Bonava Deutschland GmbH), Fabian von Köppen (GARBE Immobilien-Projekte GmbH), Claus Baumgartl / Lars Neubauer (Investa Projektentwicklungs- und Verwaltungs GmbH), Marcus Keller (BPD Immobilienentwicklung GmbH), Markus Feldt (Zabel Property AG), Alexander Happ (BUWOG Group), Carsten Sellschopf (formart GmbH & Co. KG), Christoph Gröner (CG Gruppe AG), Roderick Rauert, (LBBW Immobilien). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Themen: Die Referenten stellen am Beispiel von zwei bis drei Projekten dar: Erfahrungen mit Grundrissen – was hat sich bewährt, was nicht? Welche Extras (Energie, Haustechnik, Smart Home etc.) kamen im Vertrieb gut an, welche nicht? Abverkaufszeiten, Erfahrungen mit Sonderwunschmanagement und Lehren für künftige Projekte.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 16. Mai im Intercontinental Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

IREBS Immobilienakademie - BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Basisseminar: Projektentwicklung

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an (neue) Mitarbeiter von Projektentwicklern / Bauträgern / Projektsteuerern, Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (v. a. jene, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Mitarbeiter von Generalunternehmern / Bauunternehmen. Wenn Sie mehr als drei Mitarbeiter Ihres Unternehmens anmelden, erhalten Sie ab dem vierten Mitarbeiter einen Rabatt von 30 %. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.

Referenten: Dr. Philipp Feldmann (Cilon GmbH) und Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer. Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Themen: Am ersten Tag werden folgende Themen behandelt: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen, Definition, klassische Aufgaben); idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (prozessuale Aspekte); der Markt für Projektentwickler (Typen, Strategien, Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse, Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (von der „Bierdeckel-Kalkulation“ bis hin zur dynamischen Developer-Rechnung). Am zweiten Tag geht es um Standortanalyse/Due Diligence (Baurecht, Grundstücksanalyse, Untersuchungen vorhandener Bausubstanz); Planungskonzepte (Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung, Bildung von Gebäudemodellen, Gebäudeplanung); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI, Baukostenplanung in der Projektentwicklung, Rahmenterminplanung); Management von Bauprojekten (Projektanalyse als Einstieg, Projektorganisation, Leistungsbilder).

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 31. Mai und 1. Juni im The Westin Grand Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Intensivseminar: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Immobiliensteuerrecht (Schwerpunkt Grunderwerbsteuer- / Grundsteuer-Reform)

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an Projektentwickler, Rechtsanwälte / Steuerberater und Geschäftsführer von Immobilienunternehmen, wird zum 14. Mal durchgeführt und bekam stets Bestnoten von den Teilnehmern. Es können beide Tage einzeln oder auch zusammen gebucht werden.

Referenten: Hans-Joachim Beck, Vorsitzender Richter Finanzgericht Berlin-Brandenburg a. D. / Leiter Abteilung Steuern IVD und Dr. Kai Tiede, Richter am Finanzgericht Berlin-Brandenburg

Themen: Dieses Mal werden zwei besonders wichtige und aktuelle Themen behandelt. Am ersten Tag werden die Reform der Grundsteuer (die Systematik der Grundsteuererhebung und die Bewertung der Grundstücke) und die geplante Reform der Grunderwerbsteuer (Überblick über die der Grunderwerbsteuer unterliegenden Erwerbsvorgänge und die aktuelle Rechtsprechung zur Grunderwerbsteuer, Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer, Grunderwerbsteuer bei Share Deals – die derzeitigen Regelungen sowie Fragen wie: Unter welchen Voraussetzungen wird derzeit Grunderwerbsteuer ausgelöst, wenn Anteile an grundbesitzenden Gesellschaften übertragen werden? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es, um solche Anteile ohne Belastung mit Grunderwerbsteuer zu übertragen? Welche Steuerbefreiungen können in Anspruch genommen werden? Wie wird der Grundstückswert ermittelt? Welche Änderungen für Share Deals werden derzeit diskutiert? Wie kann in Verträgen bei Forward-Deals vorbeugend auf mögliche geplante Änderungen reagiert werden?) behandelt. Auch geht es um die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen bzgl. Wohnimmobilienkreditrichtlinie, aktuelle Rechtsprechung zum Immobiliensteuerrecht und aktuelle Verwaltungsanweisungen zum Immobiliensteuerrecht. Am zweiten Tag geht es um die Einkommensteuer (Anschaffung eines Grundstücks, Vermietung des Grundstücks, Modernisierung, Gewerblicher Grundstückshandel, Verlustausgleichsbeschränkung (§ 15 b EStG), Erhöhte Absetzungen bei Immobilien unter Denkmalschutz und im Sanierungsgebiet, Finanzierungskosten, Geschlossene Fonds, um den § 23 EStG – Gewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften, u, die Gewerbesteuer (die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG)), die Umsatzsteuer (Das Prinzip der Umsatzsteuer, Vermietung des Grundstücks, aktuelle Probleme bei der Aufteilung der Vorsteuern, Veräußerung eines Grundstücks, § 13 b UStG, reverse charge) und die Erbschaft- und Schenkungsteuer (Bewertung des Grundbesitzes, Verschonung des Betriebsvermögens, sachliche Befreiung für das Familienwohnheim, gemischte Schenkung, Kritik des BVerfG und geplante Änderungen). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 19. und 20. Juni im Maritim Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de