KOMMENTAR

Viele Fragen um "die neue Lieblings-Drogerie"

Dietmar Meister Partner EY Real Estate

Die öffentliche Reaktion reicht von der Vorfreude auf potenzielle neue Lieblingsshops bis zum Verlächeln der Idee als ökonomischen Unsinn – die Rede ist vom Angriff einer vergleichsweise kleinen Hamburger Drogeriekette auf die großen Marktführer. Gemeinsam mit einem Lebensmitteleinzelhändler sind bis zu 1.500 Filialen geplant. Die bislang dominierenden beiden Drogerieketten haben in der Summe rund 4.000 Filialen in Deutschland. Aus Sicht der Immobilienbewertung stellt sich die Frage: Welchen Effekt haben die möglichen neuen Drogeriemärkte auf den jeweiligen Immobilienwert?

Qualität des Cashflow
Grundsätzlich gilt, dass nicht nur die Höhe der Miete, sondern auch die Stabilität des Mieters eine wichtige Rolle spielt. Quantität und Qualität des Kapitalflusses greifen ineinander. Ist es aus Eigentümersicht überhaupt ratsam, an die neuen Drogerien zu vermieten? Werden die neuen Shops zum Liebling der Vermieter? Um in der Immobilienbewertung die entsprechenden Risiken zu quantifizieren, empfiehlt sich ein Blick auf das Geschäftsmodell bis hin zu der Frage, wo die Alleinstellungsmerkmale liegen sollen.

Der E-Commerce als Wettbewerber
Auch die Stellung zum Online-Handel ist besonders zu würdigen. Im E-Commerce ist der Drogeriemarkt als Branche zwar ein Nachzügler. Ein Großteil des Sortiments hat schlicht und ergreifend zu geringe Preise und Margen. Niemand würde eine Zahnpasta und Rasierschaum online kaufen, die Versandkosten lägen über dem Warenwert. Aber in Teilbereichen mit größeren Margen haben sich spezialisierte Online-Anbieter als Wettbewerber durchaus etabliert. Kosmetik, Windeln, Parfüm oder Tierbedarf seien hier als Beispiele genannt.

Kein eigener Frequenzbringer
Hinzu kommt, dass die großen digitalen Marktplätze generell weiter an Bedeutung gewinnen werden. Hier gibt es ebenfalls durchaus relevante Warensegmente, die den Umsatz einer Vor-Ort-Drogerie womöglich reduziert. Außerdem gilt: Einem allgemein boomenden E-Commerce wird der potenzielle Effekt zugesprochen, die Passantenfrequenzen in den Einkaufsstraßen und Shopping Centern zu reduzieren. Dies hätte auch Auswirkungen auf den Drogeriemarkt. Denn Drogerien gelten ohnehin nicht als Frequenzbringer für den jeweiligen Standort. Sie sind darauf angewiesen, dass Standorte beziehungsweise das Umfeld die Frequenz bereits mitbringen.

Markenstärke
Zudem stellt sich die Frage, unter welchem Markendach die Filialen geführt werden. Rund 60 neue Filialen pro Jahr seien geplant, möglicherweise auch in Form einer Zweimarken-Strategie: Die regionale Kette würde in diesem Fall voraussichtlich zehn neue Standorte pro Jahr eröffnen, die Lebensmittelkette unter eigener Marke dann die übrigen 50. Beschaffung, Verwaltung und Logistik würden in jedem Fall gemeinsam verantwortet. Die Kostenvorteile für beide Seiten lägen auf der Hand. Die Markenstärke wäre unterschiedlich zu würdigen – und mit ihr die Aussicht, ob sich die Filialen dauerhaft halten können.

Kein Copy-Paste
Fest steht wohl: Bloße Kopien der herkömmlichen Konzepte dürfte es hier nicht geben. Die Hamburger Kette hatte im vergangenen Jahr konstatiert: In der Zukunft wird es den Drogeriemarkt in seiner heutigen Form nicht mehr geben. Bereits im kommenden Jahr sollen die ersten neuen Filialen eröffnet werden. Es ist dabei auch Aufgabe der Immobilienwirtschaft, zu bewerten, ob die neuen Konzepte zukunftssicher sind.

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen?

Dann schreiben Sie an den Leiter unserer Redaktion Dr. Josef Girshovich.

MARKT-NEWS

Die begehrtesten Standorte der Bundesrepublik

Das HANDELSBLATT schreibt am 30.6. im Rahmen einer Serie ausführlich über die begehrtesten Standorte der Bundesrepublik. In der Wochenendausgabe werden Berlin, Frankfurt und Hannover besonders detailliert betrachtet. Berlin gelte im internationalen Vergleich noch immer als preiswert, Beobachter seien uneins, ob es hier eine Preiskorrektur geben werde. Nach exklusiven Berechnungen von VDP Research hätten die Preissteigerungen im vergangenen Jahr für Eigentum bzw. Miete im Durchschnitt der Stadt bei 11,4 % bzw. 6 % gelegen, in zentralen Lagen auch höher. Seit Jahren sei die Zahl der Zuzügler höher als die derjenigen, die aus Berlin wegzögen. Derzeit habe Berlin rund 3,5 Mio. Einwohner, jährlich kämen rund 40.000 neue hinzu, die Flüchtlinge nicht eingerechnet. Das Angebot werde vor allem in zentralen Lagen immer knapper, die Neubautätigkeit reiche nicht aus. Wer sich die zentralen Lagen nicht mehr leisten könne, weiche zunehmend in die Randlagen aus. Die Bandbreite der Preise in Berlin sei sehr groß, die Mikrolage entscheidend. „Das Interesse an einer Eigentumswohnung in Berlin ist nach wie vor groß“, sage Thomas Zabel von Zabel Property. Obwohl Berlin, anders als andere Großstädte, noch immer über enorme Flächenpotenziale verfüge, mangele es an verfügbaren Grundstücken, deren Preise entsprechend gestiegen seien. „Es gibt noch jede Menge Grundstücke, oft Brachen“, erläutere Zabel, „das Problem ist nur, dass sie häufig nicht verkauft werden.“ Grundstücke würden oft mehrfach weitergereicht. Mittlerweile bewegten sich „einige Akteure am Markt, die Grundstücke erwerben und Baurecht erwirken, um diese im Anschluss mit Aufschlag weiterzuverkaufen“, erkläre Alexander Harnisch von Diamona & Harnisch. Solche spekulativen Praktiken trieben die Grundstückspreise zusätzlich in die Höhe. In Frankfurt habe sich der Preisanstieg im vergangenen Jahr beschleunigt. Laut VDP Research seien Eigentumswohnungen um 9,1 % teurer geworden und kosteten nun durchschnittlich 4.480 Euro/qm, nachdem die Steigerung im Jahr zuvor noch bei 6,3 % gelegen habe. Die Mieten hätten sich mit 5 % im Jahr 2016 weniger stark verteuert, und lägen bei im Schnitt 13,70 Euro/qm. Auch in Frankfurt werde noch immer zu wenig gebaut, obwohl die Baugenehmigungs- und die Baufertigstellungszahlen zuletzt gestiegen seien. Laut Schätzungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft müsste Frankfurt bis 2020 pro Jahr 7.800 Wohnungen neu bauen, um den Bedarf zu decken, doch seien 2016 nur 3.466 fertiggestellt worden. Hannover sei nach Hamburg das zweitwichtigste norddeutsche Wirtschafts- und Verwaltungszentrum, in dem große Arbeitgeber angesiedelt seien und eine Universität und ein robuster Mittelstand weitere Zuzügler anlockten. Der Immobilienmarkt habe sich in den letzten zwölf Jahren gedreht, auch hier könne der Bestand die Nachfrage kaum decken.

Immomat macht politische Positionen transparent

Die IMMOBILIEN ZEITUNG schreibt am 29.6. ausführlich darüber, was die Immobilienbranche von den Parteien nach der Bundestagswahl zu erwarten hat. In Anlehnung an den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung hätten der ZIA und die IMMOBILIEN ZEITUNG die Parteien zu 32 Aussagen Stellung nehmen lassen und auf dieser Grundlage den Immomat erstellt, der es den Teilnehmern der Immobilienbranche erlaube, ihre eigenen Positionen mit denen der Parteien abzugleichen. So planten die CDU/CSU eine Sonder-AfA für energetische Gebäudesanierung. Die SPD wolle die Mietpreisbremse verschärfen, ebenso Grüne und Linke, wobei letztere sich für das Verbot von Share-Deals ausgesprochen hätten. Die FDP fordere eine bundeseinheitliche Grunderwerbsteuer und sehe die Bautätigkeit durch die zahlreichen Regulierungen behindert. Der Immomat zeige, dass es auch parteiübergreifenden Konsens gebe. So seien CDU/CSU, SPD und FDP ausdrücklich für eine bundeseinheitliche Musterbauordnung, Grüne und Linke seien zumindest nicht dagegen.

Deutsche Mieter sind sehr zufrieden

Über die repräsentative Mieterstudie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag von Wertgrund schreiben die FAS am 25.6. und die IMMOBILIEN ZEITUNG am 29.6. Mehr als 80 % der Mieter in Deutschland seien mit ihren Wohnverhältnissen zufrieden bis sehr zufrieden. Dieses Ergebnis widerspreche anderen Untersuchungen, doch erklärten Thomas Meyer von Wertgrund und Dr. Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach dies dahingehend, dass für andere Untersuchungen zwar viele Daten analysiert worden seien, jedoch nie bei den Mietern direkt nachgefragt worden sei. Dies habe Allensbach im Dezember 2016 nachgeholt und bei einer Umfrage unter 1.459 Personen festgestellt, dass das negative Image, das dem deutschen Mietmarkt vor allem in den Medien anhafte, unbegründet sei. Grund dafür sei, dass fast ausschließlich auf die Neuvermietungen geachtet werde, während die deutschen Mieter aber seit elf Jahren nicht mehr umgezogen seien. Zur Miete zu wohnen betrachteten Viele auch als Vorteil, schreibt die FAS am 25.6. Etwa die Hälfte aller Deutschen wohne zur Miete, die andere Hälfte im Eigentum. In den Städten herrschten Mietwohnungen vor. Im ländlich geprägten Rheinland-Pfalz und im Saarland sei die Eigentumsquote mit etwa 60 % am höchsten, in Berlin liege die Eigentumsquote bei 15 %. Seit der Jahrtausendwende steige die Eigentumsquote langsam an. 77 % aller Mieter in Mehrfamilienhäusern lebten auf durchschnittlich 73 qm, bei einer Warmmiete von 673 Euro.

Kein Sachkundenachweis für Makler und Verwalter

Wie die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 30.6. berichtet, hat sich der Bundestag dagegen entscheiden, einen Sachkundenachweis für Verwalter und Makler einzuführen. Die Regierungsparteien hätten sich auf eine sogenannte Erlaubnispflicht für Verwalter geeinigt, d. h., wer den Beruf ausüben wolle, müsse Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse und eine Berufshaftpflichtversicherung nachweisen. Außerdem müssten sich die Verwalter regelmäßig fortbilden, ansonsten drohe ein Bußgeld. Bestimmte Berufsgruppen, so etwa staatlich anerkannte Immobilienkaufleute, seien in den ersten drei Jahren wohl von dieser Pflicht befreit. Die Branche sei hiermit nicht zufrieden. Eine ausreichende Qualifikation werde gerade angesichts des Umbruchs, in dem sich die Branche befinde, immer wichtiger, denn die Anforderungen an die Verwalter stiegen. Jürgen Michael Schick vom IVD sage, dass sich Makler in Zukunft fortbilden müssten, sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch nicht genug. In anderen Ländern sei eine solch laxe Regelung undenkbar. Die Dringlichkeit einer Berufszulassungsregelung für Makler liege auf der Hand, bilde doch die Beratung durch einen Immobilienmakler die Entscheidungsgrundlage für große Investitionen, erkläre Schick: „Damit die Entscheidung nicht auf Sand gebaut wird und erhebliche Vermögensschäden aufgrund einer fehlerhaften Beratung verhindert werden, ist ein Mindestmaß an Berufsqualifikation erforderlich.“ Nach der Entscheidung des Bundestags in der vergangenen Woche müsse noch der Bundesrat zustimmen. 2018 trete das Gesetz dann wahrscheinlich in Kraft.

Berliner Speckgürtel wird immer attraktiver

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 29.6. schreibt, kostet laut einer Untersuchung von Immodaten.net eine durchschnittliche Berliner Eigentumswohnung 2.900 Euro/qm und somit 69 % mehr als 2011. In 28 Stadtteilen Berlins lägen die Preise über dem Durchschnitt, wobei Mitte mit Kaufpreisen von im Schnitt 5.300 Euro/qm den Spitzenplatz einnehme. Die Angebotsmieten lägen in 21 Berliner Stadtteilen über dem Durchschnitt von 9,47 Euro/qm. Auch hier nehme Mitte den Spitzenplatz ein (14,50 Euro/qm), gefolgt von Prenzlauer Berg, Grunewald und Friedrichshain. Die höchsten Steigerungen seit 2011 seien in Waidmannslust (+ 100 %), Moabit (+ 65 %) sowie Neukölln und Wedding mit 63 % festzustellen gewesen. Im Zuge dieser Entwicklung seien auch die Renditen spürbar gesunken. Die Bautätigkeit bleibt hinter der Nachfrageentwicklung zurück. Die meisten Wohnungen seien im vergangenen Jahr in Treptow-Köpenick und Pankow fertiggestellt worden. Da mittlere und untere Einkommensklassen in die vergleichsweise noch preiswerten Ränder auswichen, sei der Bau von Wohnungen mit einer guten Verkehrsanbindung außerhalb des S-Bahnrings für Investoren und Projektentwickler attraktiv.

Büroflächenmangel bietet Chancen

Über die zunehmende Knappheit von Büroflächen schreiben die IMMOBILIEN ZEITUNG am 29.6. und IMMOBILIEN AKTUELL 1-2017. In den Top-7-Städten liege die Leerstandsquote laut bulwiengesa im Mittel bei nur noch 5 %, in München, Berlin und Stuttgart herrsche praktisch Vollvermietung. Entsprechend würden auch spekulativ neue Projekte entwickelt. „Das Vertrauen in Deutschland wächst. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass einer, der jetzt baut, 2019 keinen Mieter findet“, sage Ken Kuhnke von HIH Real Estate. Sein Unternehmen entwickle derzeit im Hamburger Nikolaiviertel spekulativ 6.000 qm. Laut Carsten Ape von CBRE bietet die Situation auch Nebenlagen Chancen, da Büroflächen Betriebsmittel seien, von denen man zur Not nehme, was da sei. Altflächen, die die technischen Anforderungen nicht mehr erfüllten, seien zwar nicht mehr vermittelbar. „Aber es gibt ja auch noch Nebenstandorte wie Eschborn, auch hier wird vermietet, wenn die Immobilie revitalisiert wurde“, erläutere Ape mit Blick auf Frankfurt. Zwar sei die Bautätigkeit im Vergleich zu den vergangenen Jahren gestiegen, die Angebotssituation könne trotzdem nicht entspannt werden, sage Marc Vollmer von CBRE, wie IMMOBILIEN AKTUELL 1-2017 schreibt. „In der Pipeline für 2017 befinden sich noch etwa 170.000 qm, wovon derzeit nur 35 % spekulativ sind“, berichte Vollmer weiter. Entsprechend sei im weiteren Jahresverlauf mit einem Anstieg der Spitzenmiete in allen Lagen zu rechnen. CBRE zufolge liege die erzielbare Spitzenmiete im Vergleich zum Vorquartal unverändert bei 27,50 Euro/qm, was gegenüber dem Vorjahresquartal eine Steigerung um 10 % darstelle.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

Aquila Capital baut Immobiliengeschäft weiter aus

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 29.6. schreibt, baut der auf Sachwerte spezialisierte Investmentmanager sein Immobiliengeschäft weiter aus. Neben europäischen Logistikobjekten stehe das Wohnungsbauträgergeschäft in zwei spanischen Metropolen im Fokus. Dies sei eine lukrative, weil bislang wenig besetzte Nische, sage Rolf Zarnekow von Aquila Capital.

Publikumsfonds werden sich immer ähnlicher

Über das Phänomen, dass die Ratingnoten von Scope diesmal alle in einem engen Korridor zwischen aa und bbb- bleiben, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 29.6. Vor allem zwischen den großen Publikumsfonds mit Anlageschwerpunkt Europa gebe es offenbar kaum noch Unterschiede. „Früher konnte sich eine Union Investment mit ihren Einzelhandels- und Hotelimmobilien noch vom Mainstream ein wenig abheben. Aber heute machen das die anderen ja auch alle“, sage Sonja Knorr von Scope. Der Hintergrund sei, dass alle Fonds vor demselben Problem stünden, dass große, gut gelegene und vermietete Büroimmobilien unter Core-Investoren besonders hart umkämpft seien. Entsprechend würden die sehr ähnlich aufgestellten Fonds UniImmo Europa, Deka-ImmobilienEuropa, grundbesitz europa, UniImmo Europa und KanAm Leading Cities Invest alle mit einem a+ bewertet. Mit Blick auf das Jahr 2017 ziehe Scope für die Fondsbranche ein gemischtes Fazit und gehe davon aus, dass die Mittelzuflüsse wohl unter denen des Vorjahres bleiben würden.

Crowdinvesting wird immer beliebter

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 29.6. schreibt, ist mit sarego.de eine weitere Crowdinvesting-Plattform online gegangen. iFunded zufolge hätten Crowdinvesting-Plattformen im H1 2017 (Stichtag 12. Juni) 45,8 Mio. Euro bei Anlegern eingesammelt und damit mehr als im gesamten Vorjahr (41 Mio. Euro). Seit 2012 seien damit 117,6 Mio. Euro in Crowdinvesting-Projekte geflossen, von denen Wohnimmobilien mit 95,6 Mio. Euro den größten Anteil hätten. Knapp zwei Drittel der Summe sei in Neubauprojekte (74 Mio. Euro) geflossen, und nur etwa ein Fünftel in Bestandsimmobilien (25 Mio. Euro). Michael Stephan von iFunded betrachte dies als Problem: „Für Anleger ist das Risiko bei Neubauprojekten wesentlich höher als bei Bestandsimmobilien.“ Stephan wünsche sich deshalb eine größere Auswahl an Bestandsimmobilien auf den Crowdinvesting-Plattformen.

VERSCHIEDENES

Zum Umgang mit Immobilien-Marken

Immobilienentwickler sollten sich über die Langzeitwirkung ihres Immobilien-Brandings Gedanken machen, sagt Einar Skjerven von der Skjerven Group im Interview mit DIE IMMOBILIE am 29.6. Es komme darauf an, wofür die Marke geschaffen worden sei. Ein Markenname, der auf eine bestimmte Lage Bezug nehme, könne verschwinden, wenn die Marke ihren Dienst getan habe und ein anderes Projekt verwendet werde. Das Branding eines bestimmten Produktes wie zum Beispiel Mikroapartments hingegen solle während des gesamten Lebenszyklus‘ der Immobilie erhalten bleiben und auch an andere Orte mit dem gleichen Produkt transferiert werden.

Was bringt die Mietpreisbremse?

Zu der Frage, ob und was die Mietpreisbremse bringt, stellt der FOCUS 26/17 verschiedene Meinungen zusammen. Heiko Maas befürworte sie grundsätzlich, da sie ein Instrument darstelle, das für mehr Gerechtigkeit sorge. Doch müsse sie verschärft werden. Franz-Georg Rips vom Deutschen Mieterbund halte das Gesetz in der derzeitigen Form für unbrauchbar. Jürgen Michael Schick vom IVD warnt vor den negativen Begleiterscheinungen der Mietpreisbremse, insbesondere, sollte sie noch verschärft werden. Wohnungsbau werde für Investoren unattraktiv und verkompliziere das Mietrecht für Menschen, die etwa für die Altersvorsorge in eine Wohnung investieren wollten. Die Entstehung bezahlbaren Wohnraums lasse sich nicht durch noch mehr Regulierung befördern. Vielmehr müsse der Bund die Kommunen verpflichten, mehr Baugrundstücke zu bereitzustellen und die Preissteigerungen am Bau eindämmen.

Wohnraum günstig erwerben

Otto Kiebler schreibt am 29.6. auf BUSINESS INSIDER über die Möglichkeit, mittels des Nießbrauchrechts Wohnraum zum deutlich vergünstigten Preis zu kaufen. Nach dem Nießbrauchrecht erhalte der Verkäufer der Immobilie eine einmalige Zahlung und dürfe dann weiterhin in seinem Haus oder seiner Wohnung wohnen. Auch Miete müsse er nicht zahlen, denn der sogenannte Nießbrauchwert werde vom Kaufpreis abgezogen, was für den Käufer in einem entsprechend günstigeren Kaufpreis bedeute.

Demografiefeste Wohnungen sind langfristig attraktiv

Die Immobilienmärkte boomen, doch wer langfristig denkt, muss sich mit zahlreichen Unsicherheiten wie dem demografischen Wandel auseinandersetzen, schreibt Dr. Michael Held von Terragon Investment am 29.6. auf CASH.ONLINE. Abgesehen von der Urbanisierung und der Zuwanderung müsse ein Investor innerhalb seines Planungshorizonts auch mit Trendwenden rechnen. Daher sei es sinnvoll, auf Wohnimmobilien zu setzen, die auch in einem verschlechterten Marktumfeld bestehen könnten. Barrierefreiheit werde dabei mehr und mehr zu einem Pluspunkt auf dem Wohnungsmarkt. Planer, Architekten und Bauherren seien durchaus in der Lage, Wohnungen zu bauen, die durch ihre barrierefreie Gestaltung einen Komfortgewinn für alle Jahrgänge schafften. Eine Studie von Terragon zu den Kosten habe ergeben, dass Barrierefreiheit im Neubau bei guter Planung so gut wie keine zusätzlichen Kosten verursache. Bezogen auf die Gesamtinvestitionskosten beliefen sich die Mehrkosten auf 0,83 %.

Gute Gründe gegen das Bestellerprinzip

Laut Jürgen Michael Schick vom IVD gibt es sechs Gründe, warum die Senkung der Erwerbsnebenkosten beim Immobilienkauf über das Bestellerprinzip die falsche Strategie ist, berichtet CASH.ONLINE am 27.6. Erstens stiegen die Kaufpreise, da der Verkäufer die Maklerprovision einpreise. Zweitens profitiere die öffentliche Hand von der dadurch gestiegenen Bemessungsgrundlage der Grunderwerbssteuer. Drittens sei der Käufer im Ankaufsprozess völlig auf sich allein gestellt, da der Makler mit Interessenten keinen Vertrag abschließen dürfe. Viertens seien Käufer nicht in gleicher Weise schutzbedürftig wie wohnungssuchende Mieter, sondern begegneten dem Verkäufer auf Augenhöhe. Fünftens sei die Einführung des Bestellerprinzips für die Bundesländer ein Anlass, die Grunderwerbssteuer weiter zu erhöhen, um am Kauf weiter mitzuverdienen. Sechstens verstoße das Bestellerprinzip gegen die Vertragsfreiheit, denn grundsätzlich sei die Provision in Deutschland frei verhandelbar und werde in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.

Zur weiteren Entwicklung des Immobilienmarktes

Über die möglichen Risiken auf dem Wohnimmobilienmarkt und welche Kräfte auf diesen einwirken, schreibt Jürgen Michael Schick vom IVD in der IMMOBILIEN AKTUELL 1-2017. In den USA sei die Zinswende bereits eingeläutet, dass die Europäische Zentralbank folgen und den Leitzins wieder anheben werde, sei vor dem Hintergrund ausgemacht. Außerdem verzeichneten die Metropolen seit einigen Jahren ein hohes Bevölkerungswachstum, das aber erheblich vom starken Zuzug aus dem Ausland abhänge. Das Wanderungssaldo der Inländer sei in Berlin und München bereits negativ. Darüber hinaus dürfe der negative Einfluss des Gesetzgebers auf die Marktentwicklung nicht unterschätzt werden. In der nächsten Legislaturperiode sei mit einer Mietrechtsreform zu rechnen, mit der die Pflicht des Vermieters zur Offenlegung der Vormiete oder die Verlängerung des Bezugszeitraumes zur Erstellung des Mietspiegels von vier auf acht oder sogar zehn Jahre kommen würden.

Termine

HAMBURGER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Wohnungsprojekte in Hamburg - und besondere Chancen in der Metropolregion

ZIELGRUPPEN
Das Seminar richtet sich insbesondere an Institutionelle Investoren und Family Offices, die bzw. der Hamburger Metropolregion in den Wohnungsneubau investieren wollen, weitere Bauträger/Projektentwickler, Banken und andere Finanzierer, Makler/Transaktionsberater/Vertriebe und Architekten

THEMEN
Die Referenten stellen aktuelle und geplante Wohnungs-Neubau-Projekte in Hamburg und der Metropolregion vor und sprechen über folgende Themen: Welches sind die Alleinstellungsmerkmale der Projekte / Besonderheiten der Architektur / Grundrisse etc.? Wie verliefen die Genehmigungsprozesse bzw. die Abstimmung mit den Behörden? Wer sind die Käufer? Selbstnutzer, Anleger, institutionelle Investoren? Wie erfolgt die Vermarktung? Welche Preise sind erzielbar? (qm-Preise, Faktoren bei Forward-Deals) Wann erfolgte der Grundstückskauf? Wann gab es das Baurecht? Wie schnell erfolgt der Abverkauf? Außerdem geht es um die Inanspruchnahme von Fördermitteln / Förderprogramme sowie Fragen zu Kommunikation / PR und Marketing. Begrüßung und Einführung durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

REFERENTEN
Einleitender Vortrag durch Dr. Joseph Frechen (bulwiengesa AG): Aktuelle Marktentwicklung, Preise und Mieten am Hamburger Wohnungsmarkt. Projektvorstellungen von Mark Tommes (Bonava Deutschland GmbH), Torsten Lietz (Waterbound Real Estate GmbH (WBRE)), Fabian von Köppen / Georg Nunnemann (Garbe Immobilien-Projekte GmbH), Achim Nagel (PRIMUS developments GmbH), Torsten Rieckmann (SENECTUS GmbH), Ludger Inholte (LIP Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH), Peter Jorzick (Hamburg Team Gesellschaft für Projektentwicklungen GmbH), Henrik Diemann (Metropol Grund GmbH), Konstantin Klein (PROJECT Immobilien Hamburg GmbH), Davis Liebig / Joachim Rieder (MAGNA Immobilien AG), Albrecht Sonnenschein (Instone Real Estate Development GmbH & Co. KG)

TERMIN
Die Sonderveranstaltung findet am 12. September 2017 im Steigenberger Hotel in Hamburg statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE in Kooperation mit der IREBS Immobilienakademie

Sonderveranstaltung Basisseminar: Projektentwicklung

Zielgruppen:
Das Seminar richtet sich insbesondere an neue Mitarbeiter bei Projektentwicklungsunternehmen, die aus anderen Bereichen (oder direkt von der Uni) kommen und die sich an zwei Tagen einen Gesamtüberblick über die Tätigkeit eines Projektentwicklers verschaffen wollen. Es richtet sich aber auch an Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (besonders solche, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Mitarbeiter von Generalunternehmern / Bauunternehmen. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.

Referenten:
Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer und Carsten Sellschopf, formart GmbH & Co. KG

Themen:
Erster Tag: „Grundlagen der Projektentwicklung und Projektmanagement“: Projektentwicklung / Projektmanagement (Ablauf und Leistungsbilder); Standortanalyse / Due Diligence (Baurecht; Grundstücksanalyse); Planungskonzepte (Untersuchung vorhandener Bausubstanz; Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung; Bildung von Gebäudemodellen); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI; Baukostenplanung in der Projektentwicklung; Rahmenterminplanung) Start der Projektmanagementaktivitäten (360°-Analyse als Einstieg; Objektplanung – durch wen? Projektorganisation – ist alles geregelt? Zweiter Tag: „Die Arbeit eines Projektentwicklers und einfache Developerrechung“: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen; Definition; Klassische Aufgaben); Idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (Prozessuale Aspekte; Idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung); Der Markt für Projektentwickler (Typen; Strategien; Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse; Wettbewerbsanalyse; Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (Von der „Bierdeckel-Kalkulation“ bis zur dynamisches Developer-Rechnung). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Termin.
Die Sonderveranstaltung findet am 26. und 27. September 2017 im Steigenberger Hotel Hamburg statt. Weitere Informationen zum Programm und den Kosten sowie Anmeldeformular unter: hier