KOMMENTAR AM MONTAG

Peter Altmaier zu Gast bei PB3C

Beim ersten politischen Abend von PB3C am 15. Juni trafen 15 geladene Entscheider aus der Immobilienwirtschaft auf Bundesminister Peter Altmaier MdB und den Immobilienexperten der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag Dr. Jan-Marco Luczak MdB.

Die Gäste des Abends nutzten die einmalige Gelegenheit, mit Statements und Anregungen auf Peter Altmaier zuzugehen – unter der Moderation von PB3C-Redaktionsleiter Dr. Josef Girshovich entstand eine lebhafte und zugleich unterhaltsame Diskussion zu unterschiedlichen Fragestellungen der Immobilienwirtschaft mit Blick auf die Positionierung der CDU im Bundestagswahlkampf.

Das rege Interesse von Bundesminister Peter Altmaier für die Belange der Immobilienwirtschaft bestätigt, dass die Branche noch stärker mit der Politik ins Gespräch kommen muss. Der nächste Abend im exklusiven Kreis ist bereits in Planung.

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen?

Dann schreiben Sie an den Leiter unserer Redaktion Dr. Josef Girshovich.

MARKT-NEWS

Stabilitätsfaktor Immobilienbranche

Dem Gutachten ‚Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017′ von Michael Voigtländer vom IW-Immobilienkompetenzzentrums und Tobias Just, Professor an der Universität Regensburg, zufolge ist der deutsche Immobilienmarkt nicht nur ein Stabilitätsfaktor der deutschen Volkswirtschaft, sondern wirtschaftlicher Anker für ganz Europa und kann als Vorbild für die mögliche künftige ökonomische Entwicklung in Europa gelten. Das schreibt das HANDELSBLATT am 14.6. online. Gründe für diese Einschätzung seien die vielschichtige Eigentümerstruktur im Wohnungsmarkt, das Vorhandensein mehrerer starker Städte mit attraktiven Gewerbeimmobilienmärkten und die auf Sicherheit bedachte Art, Immobilienerwerb zu finanzieren. Die Gefahr einer Spekulationsblase hielten die Autoren für entsprechend gering, die Preisanstiege seien gut erklärbar und das Finanzierungsverhalten habe sich kaum geändert. Die Immobilienwirtschaft vereinige zusammen mit der Bauwirtschaft und den Hypothekenbanken 18 % der deutschen Wirtschaftsleistung (500 Mrd. Euro), womit dieser Wirtschaftszweig deutlich größer sei als die Automobilwirtschaft oder der Einzelhandel. In Auftrag gegeben worden sei die Studie von der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (gif), den Verbänden BID und Haus & Grund sowie dem Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV).

ZIA und bsi gehen zusammen

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 15.6. schreibt, wird der ZIA auf seiner Mitgliederversammlung am 21. Juni die Übernahme des Fondsverbands bsi beschließen und die bsi-Mitglieder und -Mitarbeiter zum 1. Januar 2018 integrieren. Die bsi-Ombudsstelle werde fortgeführt. Eine Übernahme der bsi GmbH sei nicht vorgesehen, doch sollten Mitglieder des bsi-Vorstands, so etwa Jochen Schenk von Real I.S., ins ZIA-Präsidium einziehen.

Die Asset-Management-Branche spezialisiert sich

Über den diesjährigen Bell-Report schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 15.6. Diese Ergebnisse seien nicht komplett vergleichbar mit den Rankings der Vorjahre, da eine Reihe von Anbietern sich beteiligt habe, die zuvor im Bell-Report keine Rolle gespielt hätten, während einige weitere, die bislang dabei gewesen seien, nicht mehr teilgenommen hätten. Der aktuelle Report beruhe auf den Angaben von 48 Firmen. Anscheinend spezialisierten sich die Asset-Management-Anbieter zunehmend. 17 der teilnehmenden Firmen hätten angegeben, in bis zu drei Asset-Klassen weniger als im Vorjahr aktiv zu sein. Der Durchschnitt der betreuten Nutzungsformen liegt bei drei (nach vieren im Vorjahr). Der Einzelhandel dominiere das diesjährige Ranking mit 55,8 Mrd. Euro, von denen mehr als die Hälfte im Rahmen von Non-Captive-Mandaten betreut würden. 45,3 Mrd. Euro des in der Studie erfassten Bestandes entfielen auf Büroimmobilien. Wichtigste Zielkunden der Branche seien in diesem Jahr die deutschen Institutionellen, die erstmals seit sechs Jahren ausländische Investoren knapp von der Spitze verdrängt hätten.

Richtlinie für Mietflächenberechnung überarbeitet

Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) hat die Richtlinie zur Berechnung der Mietfläche für gewerblichen Raum an die Neuerungen der DIN 277-1 angepasst. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 15.6. Die angepasste Richtlinie gelte für Mietflächenberechnungen, die auf der neuen DIN 277-1 beruhten. Berechnungen, die nach den alten Regularien vorgenommen worden seien, behielten ihre Gültigkeit.

Begrenzung der Grunderwerbsteuer auf Baukosten festgelegt

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 16.6. schreibt, hat der Bundesfinanzhof präzisiert, wann beim Kauf eines Grundstücks und dessen anschließender Bebauung eine wesentliche Änderung des Bauvertrages vorliegt, also kein einheitliches Vertragswerk gegeben ist und somit auch keine Grunderwerbsteuer auf die Bauleistung fällig wird. Als ein Indiz für einen solchen Fall werteten die Richter eine Abweichung bei Flächengröße oder Baukosten von mehr als 10 %, oder auch, wenn ein zusätzliches Gebäude errichtet werde, das für das Bauvorhaben prägend sei.

Nordrhein-Westfalen will Freibetrag für Grunderwerbsteuer durchsetzen

Wie das HANDELSBLATT und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 16.6. schreiben, wollen CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen nach ihrer Regierungsübernahme eine Bundesratsinitiative zur Überarbeitung der Grunderwerbssteuer unternehmen. So solle ein Freibetrag bei der Steuer von 250.000 Euro pro Privatperson eingeführt werden, um Verbrauchern den Erwerb von Immobilien zu erleichtern. Um die Finanzierung zu ermöglichen, solle die Möglichkeit von Share Deals abgeschafft werden.

Die Vorteile einer Bodenwertsteuer

Über den großen Zuspruch, den die Idee einer Bodenwert- statt Grundsteuer von den unterschiedlichsten Seiten erfährt, schreibt das HANDELSBLATT am 12.6. Das arbeitgeberfinanzierte Institut der deutschen Wirtschaft (IW) habe sich mit Mieterbund und Naturschutzverbänden zusammengetan, um mit der Initiative ‚Grundsteuer: Zeitgemäß!‘ für eine Bodenwertsteuer zu werben. Auch die meisten Ökonomen befürworteten deren Einführung. Anders als die derzeitige Grundsteuer werde eine Bodenwertsteuer nur auf den Grundstückswert erhoben, nicht aber auf den Wert der darauf befindlichen Gebäude. Da es sich hierbei um leistungsloses Einkommen handele, bringe eine solche Steuer keine Anreizprobleme für den Besitzer mit sich, die seine Investitionsfreude bremsen könnten. Eine Bodenwertsteuer könne außerdem positive Anreizeffekte auf Kommunen haben, Grundstücke zu erschließen und aufzuwerten, da sie mittels einer Bodenwertsteuer den Ertrag dieser öffentlichen Investitionen zumindest teilweise an sich ziehen könnten.

Gute Renditechancen bei Studentenapartments

Die Zahl der Studierenden ist rückläufig, doch noch immer lassen sich mit Studentenapartments in den Top-7-Städten Renditen von bis zu 4 % erzielen. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 15.6. Trotz engagierter privater Investoren sei die Nachfrage größer als das Angebot, im vergangenen Jahr hätten nach Zahlen von Savills rund 1,5 Mio. Studierende um 1,1 Mio. erschwingliche Wohnungen konkurriert. Im Wintersemester (WS) 2016/2017 sei die Anzahl der Studierenden gegenüber dem WS 2015/2016 um 1,8 % gewachsen, was die niedrigste Zuwachsrate seit zehn Jahren sei. Der Fokus der Investoren liege vermehrt auf dem gehobenen Preissegment bei All-in-Mieten von mindestens 450 Euro im Monat. Die höchsten All-in-Mieten seien derzeit in Freiburg (670 Euro), Frankfurt (632 Euro), München (569 Euro) und Berlin (552 Euro) realisierbar.

Facility-Manager wachsen so stark wie seit Jahren nicht mehrn

Über die Entwicklungen auf dem Markt für Facility-Management schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 16.6. ausführlich. Im vergangenen Geschäftsjahr sei laut dem Marktforschungsunternehmen Lünendonk der Umsatz mit externen FM-Dienstleistungen so stark wie seit 2008 nicht mehr gestiegen. 2016 habe die Branche in Deutschland 52,6 Mrd. Euro erwirtschaftet und damit 4,1 % mehr als im Vorjahr. Von dieser Summe hätten die zehn leistungsstärksten Facility-Manager zusammen 16,5 % erwirtschaftet, womit sie gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Mrd. Euro auf 8,6 Mrd. Euro zugelegt hätten. Der Anteil der 25 leistungsstärksten Unternehmen liege bei 23 %, was einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um zwei Mrd. Euro auf rund 12,1 Mrd. Euro darstelle. Erstmals lägen drei Unternehmen oberhalb von einer Mrd. Euro. Apleona HSG, ehemals Bilfinger, belege weiterhin Platz eins, gefolgt von SPIE und WISAG. Gründe für diese Entwicklung seien sowohl organisches Wachstum als auch Übernahmen. Der Konsolidierungstrend am Markt für Facility-Management werde sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen.

Einzelhandel steht in Mittelstädten unter Druck

Einer Studie von BBE und dem Deutschen Institut für Urbanistik zufolge wird der kleine, nicht filialisierte Einzelhandel in Klein- und Mittelstädten der hauptsächliche Verlierer des Strukturwandels im Einzelhandel sein. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 15.6. Joachim Stumpf von BBE rate dem stationären Handel, in einem Zusammenspiel von Handel, Kommune, Gastronomie und Immobilieneigentümern seinen Mehrwert zu bewahren. Der Einzelhandel in den Großstädten werde von dieser Entwicklung weniger stark betroffen sein. Für die nächsten zehn Jahre sei im Einzelhandel mit nur wenig Wachstum zu rechnen, während der Marktanteil des Online-Handels voraussichtlich auf 20 % anwachsen werde.

Neues Bauvertragsrecht bringt Bauherren mehr Sicherheit

Einen Überblick über das neue Bauvertragsrecht, das der Bundestag nun beschlossen hat und das ab dem kommenden Jahr in Kraft treten wird, gibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 16.6. Von den Änderungen könnten vor allem Verbraucher, die schlüsselfertig bauten, profitieren. So etwa werde der Bauherr Anspruch auf eine Baubeschreibung haben, in der wesentliche Eigenschaften des Objekts klar beschrieben sein müssten. Die Qualitätsstandards sollten ebenso wie eventuelle Qualitätslücken klar erkennbar sein. Auch müssten etwa Planungsunterlagen vor Baubeginn dem Kunden vorgelegt und ein verbindlicher Fertigstellungstermin genannt werden. Zudem werde das Widerrufsrecht überarbeitet.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

Sehr gute Stimmung in der Fondsbranche

Einer Umfrage von Scope unter 13 Anbietern offener Immobilienpublikums- und Spezialfonds zufolge ist die Stimmung in der Branche so gut, wie sie besser kaum sein könnte, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 15.6. 60 % der Befragten rechneten mit „deutlichen Geldzuflüssen“, wobei aber nur 40 % davon ausgingen, auch entsprechend mehr Geld in Immobilien zu investieren. Alle Anbieter wollten neue Produkte auflegen, was den Wünschen der Anleger entgegenkomme.

Commerz Real setzt auf Transaktionen

Commerz Real will sein bisheriges Ankaufvolumen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahreswert auf 2,4 Mrd. Euro verdoppeln und schafft deshalb einen neuen Bereich für Transaktionen. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 15.6. Allein in den ersten drei Monaten 2017 habe die Fondsgesellschaft insgesamt rund 354 Mio. Euro von Anlegern für den Fonds ‚hausInvest‘ eingesammelt. Das Verkaufsvolumen im Q1 2017 liege bei 66,8 Mio. Euro.

Real I.S. kündigt neuen Fonds an

Nachdem sein Vorgänger voll platziert ist, kündigt Real I.S. nun den ‚Themenfonds Deutschland II‘ an, berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 15.6. Angestrebt würden mind. eine Mrd. Euro Zielvolumen, um ein Portfolio an Büro-, Handels-, Hotel-, Logistik- und Wohnimmobilien der Risikoklassen Core und Core-plus aufzubauen. Die maximale Fremdkapitalquote des Fonds liege bei 50 %, die Haltedauer solle zehn bis zwölf Jahre betragen.

US-Wirtschaft lässt sich von Tagespolitik nicht beeinflussen

Der Investmentstandort USA profitiert von positiven Langzeitentwicklungen, ungeachtet einzelner Verunsicherungen durch die Tagespolitik, schreibt Dr. Jürgen Gerber von Jamestown in der WIRTSCHAFTSWOCHE am 10.6. Das Bruttoinlandsprodukt sei im Q1 2017 um 0,7 % gewachsen, insgesamt rechne man mit 2,1 % für das gesamte Jahr. Im vergangenen Jahr seien 170.000 neue Jobs entstanden, wobei die Baubranche einer der wichtigsten Motoren sei. Mit 4,4 % habe die Arbeitslosenquote im April einen historischen Tiefstand erreicht. Anstehende Maßnahmen zur Sanierung der Infrastruktur gäben Wachstumsimpulse, insbesondere für die Immobilienwirtschaft. Die Angebotsmieten für Büroimmobilien seien laut Colliers in Innenstadtlagen im Q4 2016 pro Quadratfuß um 4,1 % und in Randlagen um 2,7 % gestiegen, Ähnliches sei bei Einzelhandelsimmobilien zu erkennen.

VERSCHIEDENES

Die Auswirkungen von IFRS 16

Florian Schwalm von EY Real Estate schreibt im IMMOBILIENMANAGER 6/7 2017 über die Auswirkungen der neuen Bilanzierungsvorschrift IFRS 16 auf die Unternehmen. Die IFRS 16 sehe vor, dass ab 2019 die Nutzungsrechte an Immobilien in Form von Mietverträgen zu aktivieren seien. Damit werde die Anmietung von Immobilien erstmals ein signifikanter Aktivposten in der Konzernbilanz. Es müssten mehr Daten als bislang erhoben werden. Auch verlange IFRS 16 eine Bilanzierung sämtlicher Nutzungsrechte an sogenannten identifizierten Vermögenswerten, nicht nur der Mietverträge, sondern auch der Erbbaurechte und bestimmter Grunddienstbarkeiten. Die neue Bilanzierung werde dazu beitragen, dass sich das Portfoliomanagement aufseiten der Nutzer professionalisieren werde.

Immobilien- und Energiewirtschaft rücken enger zusammen

Durch das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende verstärken sich zwei Trends in Deutschland gegenseitig und bringen die Immobilien- und Energiewirtschaft näher zusammen, schreiben Matthias Domke und Rainer Stiller von Preuss Valteq (CBRE) im IMMOBILIENMANAGER 6/7-2017. Der Einsatz von Smart Metern habe nicht nur Auswirkungen auf die Planung von Neubauten aller Asset-Klassen, sondern werde sich auch auf die Bewirtschaftung von Bestandsgebäuden auswirken. Mit intelligenten Messsystemen könnten der Energieverbrauch an die -produktion gekoppelt und so Kosten für Endverbraucher gespart werden. Von den Verbrauchsdaten, die ein Smart Meter in Echtzeit übermittle, profitierten nicht nur die Stromanbieter, sondern auch die Immobilieneigentümer und Nutzer, die genauere Abrechnungsmöglichkeiten und einen Überblick über den eigenen Stromverbrauch erhielten.

Kunden zählen leicht gemacht

Eine einheitliche WLAN-Strategie kann nicht nur die Aufenthaltsqualität der Kunden verbessern, sondern auch wichtige empirische Daten für den Einzelhandel liefern, schreibt Markus Wotruba von der BBE Handelsberatung in der ACROSS 3-2017. Die WLAN-Funktion sei bei vielen Smartphones permanent eingeschaltet und könne ohne individuellen Login erfasst werden, was es erlaube, die Zahl der Kunden einfach und schnell zu ermitteln.

RAINER ZITELMANN

Dr. Dr. Rainer Zitelmann www.rainer-zitelmann.de

Warum ich gegen den Grunderwerbsteuer-Freibetrag bin

Es klingt auf den ersten Blick so, als könnte sich die Immobilienbranche freuen: Es soll einen Freibetrag für den Kauf selbst genutzter Immobilien geben. Anfangen will damit jetzt NRW. Warum ich dagegen bin.

Aus den Koalitionsverhandlungen in NRW wurde bekannt: Bei der Grunderwerbsteuer möchten CDU und FDP beim Kauf selbst genutzter Immobilien einen Freibetrag von 250.000 Euro pro Erwachsenem sowie einen noch nicht bezifferten Freibetrag für Kinder einführen. Das kann ein Land allein nicht beschließen, daher soll eine Bundesratsinitiative gestartet werden. Der Pferdefuß: Zur „Gegenfinanzierung“ schlagen die Verhandlungspartner massive Verschlechterungen bei den Share Deals vor.

Unerwünschte Nebenwirkungen
Als Argument für einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer wird von Immobilienverbänden und der FDP angeführt, damit werde die Wohneigentumsbildung erleichtert. Das ist richtig und spricht in der Tat für diesen Plan. Aber wie bei einem wirksamen Medikament sollte man auf die unerwünschten Nebenwirkungen achten. Und diese sind aus Sicht der Immobilienbranche weit größer als die Vorteile.

Denn bei Umsetzung dieser Pläne wird es künftig argumentativ noch einfacher, die Grunderwerbsteuer zu erhöhen, die ohnehin seit der Föderalismusreform in fast allen Bundesländern massiv gestiegen ist. Bisher konnten Gegner einer Grunderwerbsteuer-Erhöhung stets wie folgt argumentieren: „Getroffen wird davon der kleine Immobilienkäufer, dem die Eigentumsbildung erschwert wird. Große Investoren sind von Grunderwerbsteuer-Erhöhungen weniger betroffen, weil sie häufig Share Deals machen, bei denen die Grunderwerbsteuer vermieden wird, weil nicht direkt eine Immobilie, sondern Gesellschaftsanteile verkauft werden.“

Genau diese Argumentation wird künftig nicht mehr möglich sein, wenn das umgesetzt wird, was jetzt in NRW geplant ist: Wenn einerseits Share Deals massiv erschwert bzw. steuerlich unattraktiv gemacht werden und andererseits ein Freibetrag für Selbstnutzer bzw. Ersterwerber eingeführt wird, dann werden Befürworter einer Grunderwerbsteuer-Erhöhung künftig argumentieren, man könne hier mit gutem Gewissen noch kräftiger zulangen, weil der einfache Wohnungskäufer schließlich nicht getroffen werde, sondern nur die großen Investoren.

Zweistellige Grunderwerbsteuer
Es ist eine Illusion zu glauben, mit 6,5 % Grunderwerbsteuer sei das Ende der Fahnenstange erreicht. Als ich vor etwa 20 Jahren meine erste Immobilie kaufte, zahlte ich 2 % Grunderwerbsteuer. Seitdem hat sie sich in den meisten Bundesländern verdreifacht! Keine andere Steuer ist so stark gestiegen. Wer ist so naiv zu glauben, dass die Politik damit zufrieden sein wird?

Meine Prognose: Die Politik wird keine Hemmungen haben, eine zweistellige Grunderwerbsteuer zu beschließen. NRW mit einer FDP-Beteiligung wird das zwar sicher nicht machen. Aber in anderen Bundesländern werden alle Hemmungen fallen, wenn die Bundesratsinitiative erfolgreich sein sollte. Denn wenn es einen Freibetrag für Ersterwerber gibt, dann werden die Politiker argumentieren, die dadurch entstehenden „Steuerausfälle“ müssten durch eine generelle Erhöhung (die den kleinen Erwerber dann ja nicht mehr trifft) wieder hereingeholt werden. Nach der Logik der Politiker, denen es um Stimmenmaximierung geht, ist die ganze Sache für sie vorteilhaft: Der Freibetrag kann als soziale Wohltat verkauft werden und die Maßnahmen gegen Share Deals als Beseitigung angeblicher „Steuerschlupflöcher für Immobilienhaie“. Und mit der Beseitigung der Ausweichmöglichkeit „Share Deals“ wird die Begehrlichkeit der Politiker, die Grunderwerbsteuer massiv anzuheben, noch einmal verstärkt – denn niemand kann ihr dann noch entrinnen.

Lesen Sie auch Rainer Zitelmanns Kommentare auf Wallstreet-Online.

Zitat der Woche

„Ich meine, dass die Gesundheit uns glücklich macht, aber das Umgekehrte tut auch seine Wirkung. Ich glaube, dass ein glücklicher Mensch weniger leicht erkrankt als ein unglücklicher.“

Bertrand Russell, britischer Philosoph

Krankheiten sind oft einfach ein Zeichen, dass unser Leben aus der Balance geraten ist. Die Krankheit will uns sagen, dass wir in unserem Leben etwas verändern sollten. Ich weiß nicht, ob es statistische Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen positiver Einstellung und Gesundheit gibt, aber wir alle kennen diesen Zusammenhang aus unserer Erfahrung: Unglückliche Menschen, die immer schwarzsehen und sich Sorgen machen, schwächen damit ihr Immunsystem und sind deshalb viel anfälliger für Krankheiten. Die moderne Medizin weiß, dass sehr viele Krankheiten psychosomatisch bedingt sind. Das trifft für viele Hauterkrankungen ebenso zu wie für Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, für Herz- und Kreislaufkrankheiten oder für Kopfschmerzen. Und selbst bei jenen Krankheiten, die nicht psychisch bedingt sind, ist die Heilung in hohem Maße von unserer mentalen Verfassung abhängig.

140 weitere Zitate und Kommentare finden Sie in dem Buch „Worte des Erfolges“ von Dr. Dr. Rainer Zitelmann. Bestellen Sie das Buch bei info@pb3c.com

Termine

Scope Analyst Conference Call

zur Marktstudie und zu den neuen Ratings der offenen Immobilienfonds

Zielgruppen:
Beim Scope Analyst Conference Call können sich Investoren, Produktentscheider und Berater über die wichtigsten Parameter aktueller Fondsanalysen und Studien informieren. Die Analysten stehen im Anschluss an eine kurze Präsentation für Fragen zur Verfügung.
Thema:
Marktstudie und Ratings offener Immobilienfonds
Referenten:
Am 20. Juni veröffentlicht die Rating-Agentur Scope die neuen Ratings der offenen Immobilienfonds. Sonja Knorr und Frank Netscher werden die Ergebnisse der aktuellen Marktstudie in einer Telefon- und Web-Konferenz präsentieren.
Termin:
Die Telefon- und Webkonferenz findet am 20. Juni um 10:00 Uhr statt. Bitte melden Sie sich an unter: www.anmelden.org/scope_ratings/

Informationsveranstaltung des TÜV Rheinland

Herausforderungen für Immobilieneigentümer und Betreiber. Mit Fingerspitzengefühl Risiken minimieren und Fehler vermeiden

Zielgruppen:
Diese Veranstaltung richtet sich an alle, die sich über die herausfordernden Zukunftsthemen in der Immobilienbranche informieren wollen. Es freut uns, dass wir nicht nur namhafte Referenten für diese Veranstaltung gewinnen konnten, sondern zugleich einen Veranstaltungsort ausfindig gemacht haben, der sich durch sein besonderes Ambiente und sein Nachhaltigkeitskonzept auszeichnet. Für Ihr leibliches Wohl wird gesorgt.
Vorträge und Referenten:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Inform. Joachim W. Hohmann, CFM, (Technische Universität Kaiserslautern): Digitalisierung – BIM & CO – Wo stehen wir in Deutschland?
Für die Entwicklung der Industrie 4.0 ist Digitalisierung ein wesentlicher Faktor. Das Immobilien- und Facility-Management gehört in Deutschland zu den Branchen mit den niedrigsten IT-Ausgaben in Relation zu ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Im Zentrum stehen die Fragen „Wo stehen wir bei dem Thema Digitalisierung?“ und „Wie erfolgt die Transformation des Hypes in die Realität?“
Götz Winter (Winter Rechtsanwälte): Europa ist da – die Auswirkungen der Bauprodukteverordnung auf die am Bau Beteiligten.
Bauproduktzulassungsrechtliche Regelungen ziehen direkt Folgen für die Nachweisführung nach sich; eine unvollständige Nachweisführung kann zu Bußgeldern oder Baustopps führen; zudem können fehlerhafte oder nicht vorhandene Nachweise Baumängel darstellen. Das bestehende nationale System und das europäische System der CE Kennzeichnung sind nur bedingt kompatibel. Die Komplexität des Themas erfordert vertieftes Wissen, um bei Planung, Ausführung und Überwachung von Bauleistungen nicht in Haftungsfallen zu geraten.
Jörg Schielein, LL.M. (Rechtsanwalt & Partner; Rödl & Partner): Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung – der AK Recht von GEFMA positioniert sich.
Die überarbeitete Betriebssicherheitsverordnung (2016) verpasst die Chance, klärungsbedürftige Details in der FM-Praxis zu beseitigen. Dies führt zu zahlreichen, unnötigen Beauftragungen an Dienstleister. Rödl & Partner begleitet die Themen der Facility Management Branche seit Jahren aktiv und wirkt im Arbeitskreis Recht bei GEFMA mit. Ziel ist es, ein Problembewusstsein für die offenen Punkte der Betriebssicherheitsverordnung zu schaffen und sachgerechte Lösungen zu erarbeiten.
Dipl.-Ing. Britta Birkner (ifes GmbH): GEFMA 160 – Benchmark für Betreiber.
Die GEFMA-Zertifizierung ermöglicht eine ganzheitliche und strukturierte Beurteilung des nachhaltigen Betriebs verschiedener Gebäudetypen. Mit dem Bewertungssystem GEFMA 160 – Nachhaltigkeit im Facility Management soll die Nachhaltigkeitsqualität von Facility Services während der Nutzungs- und Betriebsphase von Gebäuden transparent und vergleichbar gemacht werden. Durch den zugrunde liegenden Bewertungsansatz ist das Bewertungssystem gleichzeitig auch als Benchmarking-System für Facility Management Dienstleister einsetzbar.
Begrüßung und Einführung von Jana Darnstädt und Frank Ehlert.
Termin:
Die Informationsveranstaltung findet 28. Juni in der BMW Welt in München statt. Programm und Anmeldeformular finden Sie unter: hier

BERLINER IMMOBILIENRUNDE in Kooperation mit der IREBS Immobilienakademie

Sonderveranstaltung Basisseminar: Projektentwicklung

Zielgruppen:
Das Seminar richtet sich insbesondere an neue Mitarbeiter bei Projektentwicklungsunternehmen, die aus anderen Bereichen (oder direkt von der Uni) kommen und die sich an zwei Tagen einen Gesamtüberblick über die Tätigkeit eines Projektentwicklers verschaffen wollen. Es richtet sich aber auch an Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (besonders solche, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Mitarbeiter von Generalunternehmern / Bauunternehmen. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.
Referenten:
Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer und Carsten Sellschopf, formart GmbH & Co. KG
Themen:
Erster Tag: „Grundlagen der Projektentwicklung und Projektmanagement“: Projektentwicklung / Projektmanagement (Ablauf und Leistungsbilder); Standortanalyse / Due Diligence (Baurecht; Grundstücksanalyse); Planungskonzepte (Untersuchung vorhandener Bausubstanz; Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung; Bildung von Gebäudemodellen); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI; Baukostenplanung in der Projektentwicklung; Rahmenterminplanung) Start der Projektmanagementaktivitäten (360°-Analyse als Einstieg; Objektplanung – durch wen? Projektorganisation – ist alles geregelt? Zweiter Tag: „Die Arbeit eines Projektentwicklers und einfache Developerrechung“: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen; Definition; Klassische Aufgaben); Idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (Prozessuale Aspekte; Idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung); Der Markt für Projektentwickler (Typen; Strategien; Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse; Wettbewerbsanalyse; Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (Von der „Bierdeckel-Kalkulation“ bis zur dynamisches Developer-Rechnung). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.
Termin.
Die Sonderveranstaltung findet am 26. und 27. September 2017 im Steigenberger Hotel Hamburg statt. Weitere Informationen zum Programm und den Kosten sowie Anmeldeformular unter: hier