KOMMENTAR AM MONTAG

Dr. Josef Girshovich PB3C GmbH

Degentrifiziert Euch!

Kennen Sie den Begriff „Degentrifizierung“? Laut Bohemian Browser Ballet ist das die „gezielte Abwertung attraktiver Wohngebiete bei gleichbleibender Lebensqualität“. Der SWR-YouTube-Kanal hat sich der wachsenden Nachfrage nach Wohnungen in den deutschen Großstädten und der entsprechend steigenden Mieten angenommen und ein Video mit Ratschlägen veröffentlicht: So kämpfen Sie um Ihren Kiez.

Entstanden ist ein kurzweiliges Satire-Stück, gedreht rund um den Kollwitzplatz in Berlin-Prenzlauer Berg. Da wird empfohlen, Autowracks zu kaufen und im Kiez aufzustellen. Oder man möge Kunstblut auf den Straßen verschütten. Oder zur „inversen Kehrwoche“ greifen: Wöchentlich wechselnd wirft ein Nachbar seinen Hausmüll vom Balkon. Oder man möge einen der zahlreichen arbeitslosen Schauspieler mit Riesen-Lolli an einem Spielplatz postieren – zum Schrecken der Eltern. All dies würde helfen, so das Video, um potentielle Zuzügler mit gutem Einkommen davon abzubringen, in den Kiez ziehen. Kiez gerettet, Mietsteigerungen verhindert.

Unabhängig davon, dass diese Maßnahmen allesamt nicht das Problem der Wohnungsknappheit bekämpfen, werde ich als Kommunikationsstratege bei Satire hellhörig. Denn Satire – das ist nicht nur gesunder Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen und Finger-in-die-Wunde-Legen. Satire ist stets auch eine Warnung an die beteiligten Akteure. Erstens: Die politisch gepriesenen Maßnahmen greifen nicht. Zweitens: Diese Maßnahmen sind nicht (länger) glaubwürdig. Und drittens hat die Bevölkerung die ersten beiden Punkte verstanden und miteinander verknüpft.

Die größte Gefahr freilich besteht darin, dass der Immobilienwirtschaft der gesamte Diskurs abhandenkommt. Denn hat sich erst einmal die Satire eines Themas angenommen, bekommen selbst die besten Argumente weiche Knie. Das Video, das Sie hier sehen können, ist also ein Warnschuss – vierzehn (!) Wochen vor der Bundestagswahl:

Umso wichtiger ist es, dass die Immobilienwirtschaft jetzt mit einer Stimme spricht.

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen?

Dann schreiben Sie an den Leiter unserer Redaktion Dr. Josef Girshovich.

MARKT-NEWS

Der Markt kommt wieder ins Gleichgewicht

Scope zufolge ist von einem langsam abflachenden Boom auf dem Wohnimmobilienmarkt innerhalb der kommenden fünf Jahre auszugehen. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 8.6. Mit zunehmender Bautätigkeit werde der Markt in ein größeres Gleichgewicht finden und die Mieten und Preise sich wieder dem langfristigen Trend annähern. Ein Crash sei keinesfalls zu erwarten, da die Rahmendaten wie Bevölkerungs-, Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklungen hierfür zu robust seien.

Besucherrekord beim IVD

Über den Deutschen Immobilientag des IVD schreiben die IMMOBILIEN ZEITUNG am 8.6. und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 9.6. Rund 1.680 Besucher hätten sich zu Vorträgen und Workshops zum digitalen Wandel eingefunden. Vor allem aber sei deutliche Kritik an der Politik geübt worden, von deren Seite nur Staatssekretär Gunther Adler in Vertretung von Barbara Hendricks erschienen sei. Jürgen Michael Schick vom IVD habe die Gelegenheit genutzt, eindringlich vor einer neuerlichen Verschärfung der Mietpreisbremse zu warnen, insbesondere vor der geplanten Verlängerung des Betrachtungszeitraums zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete von vier auf acht Jahre: „Sollten diese Pläne umgesetzt werden, dann würden die Bestandsmieten in Deutschland effektiv eingefroren. Das wäre ein Mietspiegelmanipulationsgesetz“, sage Schick. Eine solche Überregulierung würde dringend benötigte Investitionen in Bestand und Neubau von Mietwohnungen gänzlich abwürgen. Ein Investitionsstopp würde für Wohnungssuchende verheerende Folgen haben. Auch die geplante Herabsetzung der Modernisierungsmieterhöhung von 11 % auf 8 % sei nicht zielführend: „Damit werden der altersgerechte Umbau und die energetische Sanierung der deutschen Wohnungsbestände quasi unmöglich“, habe der IVD-Präsident gewarnt. Auch beim Thema Wohneigentumsförderung sei ein Umdenken dringend nötig. Angesichts der drohenden Rentenlücke müsse die Politik die Förderung von bezahlbarem Wohneigentum als gesellschaftspolitische Aufgabe begreifen.

Politik behindert bauwillige Investoren

Entwickler und Investoren sind zunehmend enttäuscht von den politischen Entscheidern, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 8.6. So werde in Frankfurt viel zu wenig Bauland ausgewiesen, zugleich klage die Politik über Wohnungsnot. Mangelnder politischer Gestaltungswillen trage nicht dazu bei, die angespannten Wohnungsmärkte zu entspannen. In Berlin habe Christoph Gröner von der CG-Gruppe, der seit fünf Jahren versuche, auf einer Brache in Berlin-Friedrichshain 133 Wohnungen zu bauen und dafür auch schon eine Baugenehmigung habe, an den Senat geschrieben: „Verwaltungsmitarbeiter und Politiker positionieren sich öffentlichkeitswirksam gegen geltende Gesetze oder Vorschriften, Regelungen im Baugesetz werden als ‚undemokratisch‘ gebrandmarkt, es gab Vorstöße zur Enteignung, und nach dem Vorliegen einer Baugenehmigung wurde nun noch der Versuch unternommen, dort eine Schule zu errichten. Vor fünf Jahren hat niemand in Politik oder Verwaltung diese Idee gehabt. Verwaltungshandeln und politisches Agieren wird von kurzfristigen Stimmungen und Gefühlen einzelner abhängig gemacht.“

Kritik an geplanter Mieterstromförderung

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 8.6. schreibt, kritisieren IVD und ZIA den Gesetzentwurf des Bundeskabinetts zur Förderung von Mieterstrom. „In seiner jetzigen Form ist er nur ein weiterer unklarer Punkt im Förderdschungel“, sage Markus Jugan vom IVD. Es müsse gewährleistet werden, dass keine Gewerbesteuerpflicht für Einkünfte aus der Wohnungsvermietung entstehe, wenn Fotovoltaikanlagen installiert würden. Zudem dürfe die Förderung nicht auf Modelle beschränkt werden, bei denen der Strom in dem Gebäude abgenommen werde, in dem er auch erzeugt werde, sondern solle auch Lösungen einbeziehen, die das gesamte Quartier betreffen. Und schließlich solle die Förderung auch auf Gewerbeimmobilien ausgeweitet werden, da das Potenzial für den Einsatz erneuerbarer Energien im Gewerbesektor ebenso hoch sei.

Wohnhochhäuser gewinnen an Bedeutung

Die Bedeutung von Wohnhochhäusern in Deutschland wird bald deutlich zunehmen, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 8.6. unter Berufung auf den Wohnhochhausreport von Zabel Property und JLL. Angesichts des immer knapper werdenden Raums in den Metropolen habe es ein Umdenken der Stadtplaner gegeben, die Städte seien zunehmend bereit, auch in den Zentren in die Höhe zu bauen. Insbesondere die Umwandlung leer stehender Bürotürme oder die Wohnturmbebauung ehemaliger Industrieareale würden begrüßt. Bis Ende 2016 seien in den Metropolen Berlin, Frankfurt, München, Stuttgart und Düsseldorf mind. 17 Wohnhochhäuser errichtet oder grundsaniert worden. Rund 30 weitere Projekte befänden sich im Bau, 20 im Planungsstadium.

Berliner Gebrauchtwohnungen verteuern sich weiter

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 8.6. schreibt, sind die Angebotspreise für gebrauchte Eigentumswohnungen in Berlin laut aktuellem LBS-Kaufpreisspiegel und empirica im Q1 2017 deutlich gestiegen (+ 12,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Die Auswertung von Inseraten in Berliner Tageszeitungen und Online-Portalen habe einen mittleren Standartpreis von 3.375 Euro/qm ergeben. Durchschnittlich am teuersten seien Gebrauchtwohnungen in Friedrichshain-Kreuzberg, wo jede zweite gebrauchte Einheit für mind. 3.938 Euro/qm angeboten werde, gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte. Der höchste durchschnittliche Anstieg der Angebotspreise sei binnen eines Jahres mit 16,3 % in Tempelhof-Schöneberg festgestellt worden. Nur in Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Reinickendorf, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf und Pankow sei es noch lohnenswert, zu kaufen.

Kölner Preise steigen weiter

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 8.6. schreibt, ist laut einer aktuellen Untersuchung der Immobilienmärkte in und um Köln durch KSK-Immobilien die jährliche Steigerung der Kaufpreise in Köln bei Eigentumswohnungen aus dem Bestand mit im Schnitt 9,4 % am stärksten. Eine mind. fünf Jahre alte Wohnung in Köln koste derzeit im Durchschnitt 2.914 Euro/qm. Etwas weniger stark sei die prozentuale Steigerung der Mieten in den untersuchten Märkten. In Köln seien sie jährlich um rund 3,9 % gestiegen. In der Kölner Innenstadt würden derzeit im Schnitt 12,69 Euro/qm gezahlt. Im gesamten Stadtgebiet liege der durchschnittliche Mietpreis bei 10,50 Euro/qm und damit um 0,50 Euro/qm höher als vor einem Jahr. Die Entwicklung der Einwohnerzahl und der Kaufkraft sowie die zu geringe Bautätigkeit sprächen dafür, dass dieser Trend weiter anhalten werde.

Rentable Immobilien außerhalb der Metropolen

In 45 der 402 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte gibt es noch Immobilien mit guten Wertsteigerungsmöglichkeiten, schreibt die FAZ am 8.6. Dies sei das Ergebnis einer Studie von der Postbank und dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut. In Kreisen und Städten mit einem Preisanstieg von 0,5 % bis 2030 und einem Kaufpreis von weniger als 22,5 Jahresnettokaltmieten könnten die Anlagechancen als gut angesehen werden. In München, Hamburg und Berlin lägen sie bei rund 30 Jahresnettokaltmieten. Kaufinteressierte sollten sich vor allem außerhalb der Metropolen umsehen, aber auch im Umfeld der Metropolen gebe es noch gute Kaufangebote, so etwa im Main-Taunus-Kreis nahe Frankfurt.

In Frankfurt könnte es eng werden

Einer Marktuntersuchung von Savills zufolge hat Frankfurt zwar mit rund 10 % eine der höchsten Büroleerstandsquoten in Deutschland, zugleich aber mangele es an modernen, hochwertigen und zusammenhängenden Flächen im Bankenviertel. Das schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 9.6. Sollten in Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU tatsächlich Banken und andere Finanzdienstleister ihre Aktivitäten nach Frankfurt verlegen wollen, könne das zu einem Engpass in Frankfurt führen.

Hotels sind so begehrt wie nie

Mit einem Investitionsvolumen von 1,15 Mrd. im Q1 2017, die CBRE für den deutschen Hotelmarkt ermittelt hat, ist das Transaktionsvolumen des Vorjahreszeitraums um 55 % übertroffen worden, schreibt DIE WELT am 7.6. Einer neuen Studie von Catella zufolge seien in den letzten beiden Jahren europaweit insgesamt 41,5 Mrd. Euro in Hotels angelegt worden. Investitionen in Hotelobjekte seien so begehrt wie noch nie. Der Grund hierfür seien die deutlichen Preisanstiege bei den klassischen Anlageobjekten an den Gewerbeimmobilienmärkten und das dadurch bedingte Absinken der Renditen. Die Renditen für Spitzenhotels hingegen lägen „in erstklassigen Lagen weiterhin bei 4,5 %“, sage Olivia Kaussen von CBRE. In guten und mittleren Lagen könnten sogar 5,5 % oder mehr erzielt werden.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

Patrizia startet neuen Fonds

Patrizia GrundInvest hat den Vertrieb des sechsten geschlossenen Publikums-AIF binnen eineinhalb Jahren gestartet. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 8.6. Der neue Fonds ‚Mainz Rheinufer‘ habe ein Investitionsvolumen von 118,6 Mio. Euro, wovon 65,5 Mio. Euro auf Eigenkapital (inkl. Agio) entfielen, das nun eingesammelt werde. Er investiere in das Büro- und Geschäftshaus Malakoff Passage an der Rheinstraße in Mainz.

Investieren in den weltgrößten Immobilienmarkt

Die USA sind und bleiben ein verlockendes Investmentziel, schreibt Volker Arndt von der US Treuhand in der EURO AM SONNTAG 22-2017. Einige wichtige Punkte solle dabei jeder kennen und beachten. So etwa handele es sich nicht um einen einzigen Markt, sondern um eine Vielzahl örtlicher Teilmärkte, die deutlich unterschiedliche Zyklen durchliefen. Zudem unterschieden sich die steuerlichen und gesetzlichen Regelungen je nach Bundesstaat. Information und Diversifikation seien deshalb entscheidend.

VERSCHIEDENES

Berlin ist vielseitig

Berlin hat mehr zu bieten als nur die Friedrichstraße und Unter den Linden, schreibt Einar Skjerven von der Skjerven Group auf CASH.ONLINE am 6.6. Die Wahrnehmung vieler Menschen vom teuren Immobilienmarkt der Hauptstadt ergebe sich aus dem hohen Preisniveau im Bezirk Mitte. Jedoch könne man eine Großstadt wie Berlin nicht nach einem einzigen Ortsteil bewerten. Unternehmer, Akademiker und Künstler werteten Lagen wie Friedrichshain-Kreuzberg, Schöneberg, aber auch Moabit auf. Der Berliner Immobilienmarkt habe noch viel Luft nach oben.

Kunst ist mehr als nur Fassade

Anja Gröner von Miracle Room schreibt in der AIZ 6-2017 über die Integration von Kunstwerken in architektonische Konzepte. Kunstwerke in oder an der Bausubstanz böten mehr als nur eine optische Abwechslung. Sie verliehen der Immobilie einen Wiedererkennungswert und erzählten eine Geschichte. Dadurch steigerten sie das Lebensgefühl der Bewohner. Manchmal werde das Gebäude selbst zum Kunstwerk, wie die Tango-Türme in Hamburg oder das Vierzylinder-Verwaltungsgebäude von BMW in München. So könnten Akzente im Stadtbild gesetzt und Identifikationsmöglichkeiten geschaffen werden.

Pflegeheime lohnen sich

Um die Versorgungslücke bei Pflegeplätzen zu schließen, müssen dringend neue Heime gebaut werden, schreibt Michael Held von Terragon auf CAPITAL ONLINE am 7.6. Alle Hoffnungen ruhten auf Privatinvestoren. Nicht zu verkennen sei für diese die Chance auf überdurchschnittliche Rendite. Bei Pflegeheimen liege sie derzeit bei 5 % bis 6 % und damit deutlich über den Perspektiven, die gewöhnliche Wohnungsinvestments böten.

Drei Shopping-Typen und wie man auf sie eingeht

Über die drei Kundengruppen, die inzwischen die Handelswelt bestimmen, schreibt Marcus Neumann von Warburg-HIH Invest Real Estate GmbH auf ACROSS online am 7.6. Zum einen gebe es den klassischen Shopper, der die Produkte sehen und anfassen wolle. Dem Online-Monitor des Handelsverbands Deutschland zufolge recherchierten jedoch 41 % der Käufer im Internet, bevor sie etwas in einem Geschäft kauften. Dies seien die sogenannten hybriden Online-Offline-Shopper. Die überzeugten Online-Shopper hingegen genössen die riesige Auswahl im Netz, dank der sie Preise vergleichen und Zeit sparen könnten. Die Vorliebe für Geschäfte sei demnach emotional motiviert. E-Commerce oder stationärer Handel funktionierten nicht jeweils allein, sondern müssten ihre Vorteile kombinieren. Stationäre Einzelhändler könnten Online-Bestellungen mit Abholungen vor Ort verbinden, und Online-Händler auf den Einkaufsstraßen den direkten Kundenkontakt suchen.

Mehr Innovation, weniger Ideologie

Innovationskraft darf nicht zugunsten von Bequemlichkeit vernachlässigt werden, sagt Jürgen Michael Schick vom IVD im Interview mit der IMMOBILIEN WIRTSCHAFT 6-2017. Vielen Immobilienunternehmen gehe es derzeit gut, das aber könne zu Trägheit führen. Dabei sei jetzt der richtige Zeitpunkt, an den zwei großen Themen der Immobilienbranche zu arbeiten. Die Digitalisierung solle nicht als Gefahr, sondern als Chance verstanden werden. Gefährlich werde sie nur jenen, die sie nicht berücksichtigten. Das zweite große Thema sei die Gesetzgebung. In der Politik müsse man ideologiefrei über die Bedürfnisse der Wohnungsmärkte sprechen. Forderungen, die zu weniger Investitionsbereitschaft in Bestandsimmobilien oder Neubauten führten, müsse widersprochen werden.

Zu wenig Fortschritte bei Digitalisierung

Wie Markus Reinert von der IC Immobilien Gruppe im Interview mit der FAZ am 9.6. sagt, liegt die Immobilienwirtschaft bei der Digitalisierung noch sehr weit zurück. Merkliche Fortschritte gebe es bislang nur im Bereich der Vermarktung, dabei könne man insbesondere Schnittstellenproblematiken durch die Digitalisierung vereinfachen. Doch zu oft falle das Thema im Tagesgeschäft unter den Tisch. Auch der ökonomische Nutzen werde bezweifelt, da Investitionen nötig seien, die sich nicht direkt auf die Rendite auswirkten. Außerdem fehle der ökonomische Druck, da es der deutschen Immobilienwirtschaft im internationalen Vergleich gut gehe.

Wohneigentum in Deutschland muss stärker gefördert werden

Obwohl es gute Gründe gibt, die staatliche Eigentumsförderung anzukurbeln, wohnen nur etwa 45 % der Deutschen in den eigenen vier Wänden, schreibt Jürgen Michael Schick vom IVD in der AIZ 6-2017. Deutschland investiere laut einer OECD-Studie nur 0,017 % des BIP in Eigentumsförderung, was etwa 500 Mio. Euro entspreche und einer der niedrigsten Beiträge aller 26 OECD-Staaten sei. Dabei garantiere Wohneigentum Freiraum, fördere den Zusammenhalt der Gesellschaft und die Sparquote und reduziere das Armutsrisiko. Die aktuelle Immobilienpolitik sei lediglich eine Mieterschutzpolitik. Es bleibe zu hoffen, dass sich dies bald ändere.

Logistik rückt zunehmend in die Städte

Die Gewerbe- und Logistikhallen verändern sich durch die zunehmende Digitalisierung, schreibt Andreas Fleischer von Segro im LT-MANAGER 3-2017. Der Onlinehandel fordere neue Logistikimmobilien-Lösungen. Diese müssten kompatibel für neue Technologien sein, sowohl was die Nutzung der Lagerflächen als auch die Zustellfahrzeuge angehe. Neben grundlegenden Dingen, wie etwa genügend Lademöglichkeiten für elektrische Zustellfahrzeuge, rückten auch Multi-Level-Lösungen mit flexiblen Einheiten in den Fokus. Diese seien insbesondere für den wachsenden Bedarf von City-Logistiklösungen von Bedeutung.

Geförderter Wohnungsbau ist nicht attraktiv genug

Geförderter Mietwohnraum wird dringend benötigt, ist in seiner jetzigen Form jedoch zum Scheitern verurteilt, schreibt Ulrich Jacke von Dr. Lübke & Kelber in der AIZ 6-2017. Die Eigenkapitalrendite im geförderten Wohnungsbau liege im Schnitt 40 % unter der Rendite eines frei finanzierten Neubaus. Die kommunale Förderung gleiche diesen Nachteil nicht aus. Dennoch seien Investoren bereit, in den sozialen Wohnungsbau zu investieren. Denn soziale Wohnbauprojekte erweiterten das Mieterpotenzial und hätten ein geringes Vermietungsrisiko. Baukostenzuschüsse und die Umstellung von Objekt- auf Subjektförderung könnten Anreize für Investoren schaffen. Die unterschiedlichen Förderprogramme müssten einander angeglichen werden.

RAINER ZITELMANN

Dr. Dr. Rainer Zitelmann www.rainer-zitelmann.de

Buchtipp: Warum man für seinen Job nicht brennen muss

Volker Kitz: Feierabend! Warum man für seinen Job nicht brennen muss. Eine Streitschrift für mehr Gelassenheit und Ehrlichkeit im Arbeitsleben, Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017, 93 Seiten.

Als ich das Buch vor einigen Tagen im Kaufhaus sah, war ich sofort neugierig, weil der Titel nahelegt, dass der Autor eine Gegenthese zu meinem eigenen Buch („Wenn du nicht mehr brennst, starte neu!“) vertritt. Ich lese manchmal gerne Texte, die genau das Gegenteil dessen vertreten, was ich denke. Manchmal wird dann allerdings ein Buchverriss daraus, so wie etwa jüngst bei dem Buch von Justizminister Maas.

Doch dieses Buch hat keinen Verriss verdient. Ganz im Gegenteil. Es enthält viele wichtige, kritische Gedanken über unsere Arbeitswelt, über die Selbstdarstellung von Unternehmen und zu den wirklichkeitsfremden Vorstellungen vieler Arbeitnehmer. Die zentrale These des Autors: Die Meinung, jeder Job müsse den, der ihn ausübt, mit Begeisterung erfüllen, jeder müsse seine Arbeit mit Leidenschaft tun und seinen Beruf als Berufung empfinden, für die er brennt, ist unrealistisch. Sie führt zu überzogenen Erwartungshaltungen und damit zur Unzufriedenheit, die gar nicht sein müsste, wenn sich die Menschen dazu entschließen würden, das Berufsleben realistischer zu sehen. „Nicht die Arbeit macht Menschen unglücklich, sondern die Lügen, die wir uns darüber erzählen.“ (S. 9).

Arbeiten gehöre nun einmal für die meisten Menschen nicht zu den Tätigkeiten, die sie am glücklichsten machten. Die Glücksforschung zeige, dass sich Menschen am glücklichsten fühlen (in dieser Reihenfolge), wenn sie Sex haben, mit anderen Menschen gesellig sind, essen und Sport treiben. „Arbeiten steht auf der Liste nicht vorne, sondern hinten.“ (S. 9).

Nach Umfragen des Gallup Institutes identifizieren sich nur 15 % aller Beschäftigten mit ihrem Unternehmen, brennen also für ihren Job. Diese Zahlen seien seit etwa 15 Jahren unverändert. Doch die Unternehmen verstrickten sich mit ihren „Employer Branding“-Kampagnen in immer unrealistischere Versprechen, die zu überzogenen Erwartungshaltungen führten und damit eine Quelle der Frustration seien.

„Leidenschaft“
Überall heißt es, man solle seinen Job mit „Leidenschaft“ ausüben. Dabei zeige jede Folge von „Deutschland sucht den Superstar“, was Leidenschaft mit der Frage zu tun habe, ob jemand seine Arbeit gut mache: nichts (S.22). Viele Startups zeigten, dass Leidenschaft nicht unbedingt ein Erfolgsgarant sei. „Zwei Dinge sind bei ihnen ausgeprägt: die Leidenschaft – und die Floprate. Gründer brennen für ihre Idee, ihr Projekt ist ihr Leben.“ Und die Gründer merken oft vor lauter Leidenschaft nicht, dass sie ein Produkt anbieten, dass niemand braucht – oder das schlecht ist (S. 24 f.). Leidenschaft sei jedenfalls keine Voraussetzung, um seine Arbeit gut zu verrichten – oft sei sie sogar eher ein Hinderungsgrund. Unternehmen und Mitarbeiter machten sich etwas vor, wenn sie so tun, als sei Leidenschaft bei der Arbeit der Normalfall und der Idealfall zugleich.

„Herausforderung“
In Stellenanzeigen wird gerne mit dem Wort „Herausforderung“ geworben. Bei den meisten Berufen bestünden jedoch 95 % der Tätigkeiten nicht aus Herausforderungen, sondern aus Routine. „Einsteiger erleben einen Schock, wenn sie erfahren, wie sich der Arbeitsalltag von dem unterscheidet, was sie aus Ausbildung und Medien kennen. Statt sich mit der Normalität anzufreunden, leiden sie und sind sicher, dass sie den falschen Beruf gewählt haben.“ (S. 31) Das kommt mir plausibel vor, denn ich habe es in meiner ehemaligen Firma zu oft erlebt, dass wir junge Menschen einstellten, die frisch von der Uni kamen und die völlig unrealistische Vorstellungen davon hatten, was ihnen ein Job zu bieten habe. Vorstellungen, die beim Aufeinandertreffen mit der Wirklichkeit des Arbeitslebens notwendigerweise zur Frustration führen mussten. Der Autor hat also Recht mit dieser These.

„Gestalten“
Eine andere Phrase ist die vom Anspruch, mit oder in seiner Arbeit etwas „gestalten“ zu wollen. Unter „gestalten“ werde dabei verstanden, dass man die Arbeit im Großen und Ganzen nach den eigenen Vorstellungen und Ideen ausführen könne. Auch das sei eine unrealistische Vorstellung vom Arbeitsleben, das keineswegs darin bestehe, dass alle ständig ihre eigenen Vorstellungen auslebten. „Dass es in einer Organisation um Anweisungen und Ausführung geht, um Hierarchie und Gehorsam, um Über- und Unterordnung, dass nicht einfach alle machen können, wonach ihnen der Sinn steht – dieser Gedanke ist unsexy und bleibt ungesagt. Kein Mensch richtet sich gern nach Anweisungen; deshalb möchte keine Führungskraft durch Anweisungen führen. Das gilt als altmodisch. So ignorieren wir, dass es in jeder Organisation Personen geben muss, die Entscheidungen treffen – und solche, die sie ausführen.“ (S. 42) Durch diese falschen Vorstellungen vom Arbeitsleben werde wiederum Frustration erzeugt, denn „schon bei Berufseinsteigern brandet Widerstand auf, wenn ihnen jemand etwas ‚vorschreiben‘ will“ (S. 42).

„Sinn“
Die Arbeit soll sinnvoll sein. Wer will dem widersprechen. Sinnvoll ist jedoch, so der Autor, mehr oder minder alles, was wir tun, denn wir befriedigen mit unserer Arbeit das Bedürfnis von Konsumenten. Dies sei aber heute nicht mit „Sinn“ gemeint. „Sinnvoll“ erschienen uns nur noch Tätigkeiten, mit denen wir die Welt im großen Stil verändern, und zwar möglichst unkommerziell: „Das Medikament erfinden, das Krebs spontan heilt, für keine anderen Zwecke missbraucht werden kann und der Weltbevölkerung kostenlos zur Verfügung steht. Die erschwingliche Powersolarzelle bauen, die das Energieproblem löst. Irgendwas in Afrika, egal was. Solange nicht das Erdenschicksal von unserem Fingerzeig abhängt, erscheint uns eine Tätigkeit zu klein-klein, um ‚sinnvoll‘ zu sein.“ (S. 47). Auch das habe ich beobachtet: Universitätsabgänger fühlen sich nicht selten berufen, irgendetwas zu tun, was mit „Nachhaltigkeit“ zu tun hat. Produkte die nicht aus „fairem Handel“ stammten (was auch immer das sein soll), sind ihnen suspekt und sie wollen sich nicht zum Komplizen derjenigen machen, die daran verdienen.

Die tanzende Putzfrau
Das Idealbild, das von Motivationsgurus verkündet wird, ist die „tanzende Putzfrau“. Ein Forscherteam in den USA fand heraus, dass es neben Reinigungskräften in Krankenhäusern, die einfach nur ihren Job tun, auch solche gibt, die sich um Patienten kümmern, für sie tanzen, sie zum Lachen bringen, ihren die Angst vor der Untersuchung nehmen, Bilder an die Wand hängen und mit den Besuchern plaudern. Die Botschaft: Wenn die Putzfrau das kann, dann kann jeder seinen Job interessant machen und mit Begeisterung ausfüllen. Der Autor widerspricht: „Das Krankenhaus käme ohne die paar Reinigungskräfte zurecht, die nebenbei tanzen; womöglich wäre die Stimmung weniger ausgelassen. Ohne die vielen aber, die ‚nur‘ ihre Arbeit machen und putzen, könnte es keine drei Tage bestehen. Hygiene ist für ein Krankenhaus und seine Patienten überlebenswichtig. Wer sie am Leben und den Laden am Laufen hält, sind nicht die tanzenden Reinigungskräfte, sondern die reinigenden Reinigungskräfte. Es ist die Masse der normalen Leute, die ihre normale Arbeit normal erledigen.“ (S. 64 f.)

Die Minderheit, die „brennt“
Der Autor hat nichts gegen Menschen wie mich – mein Motto war stets: Ich muss für meine Arbeit brennen, sonst suche ich mir eine neue Arbeit. So habe ich mein Leben lang gehandelt. Ich gehöre zu den Menschen, für die es viel zu wenig ist, „zufrieden“ mit der Arbeit zu sein, sondern die viel höhere Maßstäbe anlegen. Der Autor bestreitet nicht, dass es solche Menschen gibt, aber: „Es handelt sich um eine winzige Gruppe mit besonderen Voraussetzungen.“ (S. 16 f.) Es sei nur falsch, so zu tun, als seien eine solche Einstellung und Lebenspraxis normal. Falsch sei die Botschaft: „Wenn deine Arbeit dich nicht von ganzem Herzen erfüllt, wenn du nicht für sie brennst, wenn deine Arbeit nicht dein ‚Selbst‘ ist, ist etwas nicht in Ordnung. Dann fehlt deinem Leben ein wichtiges Vitalsignal.“ (S. 78) Für die Mehrheit der Menschen bedeute die Arbeit nicht das große Glück. „Aber sie sind mit ihrer Arbeit ganz zufrieden. Das beschreibt die Gefühlslage fast aller Arbeitenden in Deutschland.“ (S. 81)

Realistische Ansprüche
Die Menschen seien glücklicher, wenn sie einige Tatsachen akzeptierten, z. B.: „Dieser Betrieb wurde nicht erfunden, um euch mit der Arbeit zu beglücken, sondern um ein Produkt oder eine Dienstleistung für die Gesellschaft hervorzubringen – und damit euren und unseren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Was ihr zu tun habt, ist im Großen und Ganzen vorgegeben. Es geht um ein gemeinsames Ergebnis, nicht darum, dass jeder seine Vorstellungen umsetzt. Eure Arbeit ist meist Routine, sie wiederholt sich. Deshalb seid ihr gut darin. Eure Arbeit hat einen Sinn für die Gesellschaft. Es ist nicht die Aufgabe der Arbeit, eurem Leben einen Sinn einzuhauchen, den es ohne die Arbeit nicht hat. Für den Sinn eures Lebens seid ihr verantwortlich.“ (S. 84 f).

Fazit
Ich teile die Meinung des Autors, dass die Mehrheit der Menschen vermutlich besser beraten ist, von solchen realistischen Sichtweisen auszugehen als überzogene Erwartungshaltungen an ihren Job zu legen, die nur Quelle von Frustration sind. Andererseits: Es gäbe kein Aufstiegsstreben in Unternehmen und in der Gesellschaft, keine Unternehmensneugründungen und keine neuen Ideen – und somit überhaupt keinen gesellschaftlichen und technischen Fortschritt, wenn es nicht eine Minderheit gäbe, die das vollkommen anders sieht. Die eben mit Routinearbeit nicht „zufrieden“ ist (und diese daher lieber von anderen Menschen erledigen lässt, die es sind), die nicht die Anweisungen von anderen umsetzen möchten, sondern lieber eigene Ideen entwickeln und anderen Anweisungen geben, wie diese umzusetzen sind, denen es angesichts der Tatsache, dass sie den größten Teil ihres wachen Lebens mit Arbeit verbringen, viel zu wenig ist, wenn sie nicht „völlig zufrieden“ sind.

Lesen Sie auch Rainer Zitelmanns Kommentare auf Wallstreet-Online.

Zitat der Woche

„Wer damit anfängt, dass er allen traut, wird damit enden, dass er einen jeden für einen Schurken hält.“

Christian Friedrich Hebbel, deutscher Schriftsteller und Dramatiker

Wir wissen, dass die intolerantesten Nichtraucher gar nicht so selten ehemalige Kettenraucher sind, die glühendsten Atheisten sind nicht selten ehemals streng Gläubige und die strammsten Antikommunisten waren oftmals in ihrer Jugend Kommunisten. So ist es auch mit von Grund auf misstrauischen Menschen, die, bevor sie dies wurden, oftmals allzu naive Leichtgläubige waren. Wer mit einer arglos-kindlichen Naivität jedermann vertraut und allen Menschen alles glaubt, muss früher oder später bitter enttäuscht werden. Und dann ersetzt er seine bisherige pauschale Leichtgläubigkeit durch ein ebenso pauschales Misstrauen seinen Mitmenschen gegenüber. Die beste und realistischste Grundhaltung ist, dass Sie grundsätzlich anderen Menschen trauen, aber auch eine sensible An-tenne für solche Zeitgenossen entwickeln, bei denen Sie von dieser Grundhaltung abweichen müssen.

140 weitere Zitate und Kommentare finden Sie in dem Buch „Worte des Erfolges“ von Dr. Dr. Rainer Zitelmann. Bestellen Sie das Buch bei info@pb3c.com

Termine

Informationsveranstaltung des TÜV Rheinland

Herausforderungen für Immobilieneigentümer und Betreiber. Mit Fingerspitzengefühl Risiken minimieren und Fehler vermeiden

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an alle, die sich über die herausfordernden Zukunftsthemen in der Immobilienbranche informieren wollen. Es freut uns, dass wir nicht nur namhafte Referenten für diese Veranstaltung gewinnen konnten, sondern zugleich einen Veranstaltungsort ausfindig gemacht haben, der sich durch sein besonderes Ambiente und sein Nachhaltigkeitskonzept auszeichnet. Für Ihr leibliches Wohl wird gesorgt.
Vorträge und Referenten:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Inform. Joachim W. Hohmann, CFM, (Technische Universität Kaiserslautern): Digitalisierung – BIM & CO – Wo stehen wir in Deutschland?
Für die Entwicklung der Industrie 4.0 ist Digitalisierung ein wesentlicher Faktor. Das Immobilien- und Facility-Management gehört in Deutschland zu den Branchen mit den niedrigsten IT-Ausgaben in Relation zu ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Im Zentrum stehen die Fragen „Wo stehen wir bei dem Thema Digitalisierung?“ und „Wie erfolgt die Transformation des Hypes in die Realität?“
Götz Winter (Winter Rechtsanwälte): Europa ist da – die Auswirkungen der Bauprodukteverordnung auf die am Bau Beteiligten.
Bauproduktzulassungsrechtliche Regelungen ziehen direkt Folgen für die Nachweisführung nach sich; eine unvollständige Nachweisführung kann zu Bußgeldern oder Baustopps führen; zudem können fehlerhafte oder nicht vorhandene Nachweise Baumängel darstellen. Das bestehende nationale System und das europäische System der CE Kennzeichnung sind nur bedingt kompatibel. Die Komplexität des Themas erfordert vertieftes Wissen, um bei Planung, Ausführung und Überwachung von Bauleistungen nicht in Haftungsfallen zu geraten.
Jörg Schielein, LL.M. (Rechtsanwalt & Partner; Rödl & Partner): Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung – der AK Recht von GEFMA positioniert sich.
Die überarbeitete Betriebssicherheitsverordnung (2016) verpasst die Chance, klärungsbedürftige Details in der FM-Praxis zu beseitigen. Dies führt zu zahlreichen, unnötigen Beauftragungen an Dienstleister. Rödl & Partner begleitet die Themen der Facility Management Branche seit Jahren aktiv und wirkt im Arbeitskreis Recht bei GEFMA mit. Ziel ist es, ein Problembewusstsein für die offenen Punkte der Betriebssicherheitsverordnung zu schaffen und sachgerechte Lösungen zu erarbeiten.
Dipl.-Ing. Britta Birkner (ifes GmbH): GEFMA 160 – Benchmark für Betreiber.
Die GEFMA-Zertifizierung ermöglicht eine ganzheitliche und strukturierte Beurteilung des nachhaltigen Betriebs verschiedener Gebäudetypen. Mit dem Bewertungssystem GEFMA 160 – Nachhaltigkeit im Facility Management soll die Nachhaltigkeitsqualität von Facility Services während der Nutzungs- und Betriebsphase von Gebäuden transparent und vergleichbar gemacht werden. Durch den zugrunde liegenden Bewertungsansatz ist das Bewertungssystem gleichzeitig auch als Benchmarking-System für Facility Management Dienstleister einsetzbar.
Begrüßung und Einführung von Jana Darnstädt und Frank Ehlert.
Termin: Die Informationsveranstaltung findet 28. Juni in der BMW Welt in München statt. Programm und Anmeldeformular finden Sie unter: hier

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung Intensivseminar: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Immobiliensteuerrecht (Schwerpunkt Grunderwerbsteuer- / Grundsteuer-Reform)

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an Projektentwickler, Rechtsanwälte / Steuerberater und Geschäftsführer von Immobilienunternehmen, wird zum 14. Mal durchgeführt und bekam stets Bestnoten von den Teilnehmern. Es können beide Tage einzeln oder auch zusammen gebucht werden.

Referenten: Hans-Joachim Beck, Vorsitzender Richter Finanzgericht Berlin-Brandenburg a. D. / Leiter Abteilung Steuern IVD und Dr. Kai Tiede, Richter am Finanzgericht Berlin-Brandenburg

Themen: Dieses Mal werden zwei besonders wichtige und aktuelle Themen behandelt. Am ersten Tag werden die Reform der Grundsteuer (die Systematik der Grundsteuererhebung und die Bewertung der Grundstücke) und die geplante Reform der Grunderwerbsteuer (Überblick über die der Grunderwerbsteuer unterliegenden Erwerbsvorgänge und die aktuelle Rechtsprechung zur Grunderwerbsteuer, Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer, Grunderwerbsteuer bei Share Deals – die derzeitigen Regelungen sowie Fragen wie: Unter welchen Voraussetzungen wird derzeit Grunderwerbsteuer ausgelöst, wenn Anteile an grundbesitzenden Gesellschaften übertragen werden? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es, um solche Anteile ohne Belastung mit Grunderwerbsteuer zu übertragen? Welche Steuerbefreiungen können in Anspruch genommen werden? Wie wird der Grundstückswert ermittelt? Welche Änderungen für Share Deals werden derzeit diskutiert? Wie kann in Verträgen bei Forward-Deals vorbeugend auf mögliche geplante Änderungen reagiert werden?) behandelt. Auch geht es um die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen bzgl. Wohnimmobilienkreditrichtlinie, aktuelle Rechtsprechung zum Immobiliensteuerrecht und aktuelle Verwaltungsanwei­sungen zum Immobiliensteuerrecht. Am zweiten Tag geht es um die Einkommensteuer (Anschaffung eines Grundstücks, Vermietung des Grundstücks, Modernisierung, Gewerblicher Grundstückshandel, Verlustausgleichsbeschränkung (§ 15 b EStG), Erhöhte Absetzungen bei Immobilien unter Denkmalschutz und im Sanierungsgebiet, Finanzierungskosten, Geschlossene Fonds, um den § 23 EStG – Gewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften, u, die Gewerbesteuer (die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG)), die Umsatzsteuer (Das Prinzip der Umsatzsteuer, Vermietung des Grundstücks, aktuelle Probleme bei der Aufteilung der Vorsteuern, Veräußerung eines Grundstücks, § 13 b UStG, reverse charge) und die Erbschaft- und Schenkungsteuer (Bewertung des Grundbesitzes, Verschonung des Betriebsvermögens, sachliche Befreiung für das Familienwohnheim, gemischte Schenkung, Kritik des BVerfG und geplante Änderungen). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 19. und 20. Juni im Maritim Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE in Kooperation mit der IREBS Immobilienakademie

Sonderveranstaltung Basisseminar: Projektentwicklung

Zielgruppen: Das Seminar richtet sich insbesondere an neue Mitarbeiter bei Projektentwicklungsunternehmen, die aus anderen Bereichen (oder direkt von der Uni) kommen und die sich an zwei Tagen einen Gesamtüberblick über die Tätigkeit eines Projektentwicklers verschaffen wollen. Es richtet sich aber auch an Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (besonders solche, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Mitarbeiter von Generalunternehmern / Bauunternehmen. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.
Referenten: Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer und Carsten Sellschopf, formart GmbH & Co. KG
Themen: Erster Tag: „Grundlagen der Projektentwicklung und Projektmanagement“: Projektentwicklung / Projektmanagement (Ablauf und Leistungsbilder); Standortanalyse / Due Diligence (Baurecht; Grundstücksanalyse); Planungskonzepte (Untersuchung vorhandener Bausubstanz; Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung; Bildung von Gebäudemodellen); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI; Baukostenplanung in der Projektentwicklung; Rahmenterminplanung) Start der Projektmanagementaktivitäten (360°-Analyse als Einstieg; Objektplanung – durch wen? Projektorganisation – ist alles geregelt? Zweiter Tag: „Die Arbeit eines Projektentwicklers und einfache Developerrechung“: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen; Definition; Klassische Aufgaben); Idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (Prozessuale Aspekte; Idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung); Der Markt für Projektentwickler (Typen; Strategien; Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse; Wettbewerbsanalyse; Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (Von der „Bierdeckel-Kalkulation“ bis zur dynamisches Developer-Rechnung). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.
Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 26. und 27. September 2017 im Steigenberger Hotel Hamburg statt. Weitere Informationen zum Programm und den Kosten sowie Anmeldeformular unter: hier