KOMMENTAR AM MONTAG

Thomas Zabel Zabel AG

Diese Woche wird die britische Premierministerin Theresa May das Austrittverfahren des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union nach Artikel 50 des EU-Vertrags auslösen. Ein Gewinner des Brexit steht für viele schon fest – Frankfurt am Main. Lesen Sie dazu:

Standort Frankfurt: Gewinner des Brexit

Um ihren sogenannten Passport für Dienstleistungen in der gesamten EU behalten zu können, benötigen internationale Banken und Versicherer einen Sitz in einem EU-Mitgliedsland. Inzwischen ist für viele Institute klar, dass durch den Austritt des Vereinigten Königreiches aus dem europäischen Binnenmarkt ihre Passporting-Rechte nicht erhalten bleiben werden. Insbesondere US-amerikanische und asiatische Banken, deren erster europäischer Anlaufpunkt lange Zeit London war, dürften ihre Blicke nun auf Frankfurt richten.

Frankfurt könnte am stärksten vom Brexit profitieren

Laut einer Befragung von Ernst & Young (EY) unter internationalen Immobilienexperten rechnen 70 % der Teilnehmer damit, dass die Mainmetropole am stärksten vom Brexit profitieren wird. Diese Prognose könnte sich bewahrheiten: Schon im Dezember gab die Schweizer Großbank UBS Pläne bekannt, 20 % bis 30 % ihrer 5.000 Beschäftigten aus London in Frankfurt ansiedeln zu wollen. Weitere Größen wie Goldman Sachs kündigten ähnliche Vorhaben für Teile ihrer Londoner Belegschaft an. Damit liegt die größte Stadt Hessens als neuer Top-Finanzplatz Europas im Rennen weit vorn – und überflügelt Mitstreiter wie Paris oder Dublin.

„Mainhattan“ ist nicht nur für Banken eine angenehme Heimat

Frankfurt ist als wichtigster Finanzplatz Deutschlands bereits seit Langem etabliert. Mit einem der größten Flughäfen der Welt und einem Bahnhof, der zu den verkehrsreichsten in Europa zählt, ist die Stadt ein wichtiger internationaler Verkehrsknotenpunkt und bietet sich wie keine andere als neues europäisches Bankenzentrum an. Die ausgezeichneten Voraussetzungen sorgen angesichts des Brexit-Votums für Vorfreude in der Frankfurter Immobilienbranche. Laut der ‚Emerging Trends in Real Estate‘-Studie von PwC für 2017 liegt London nur noch auf Platz 27 von insgesamt 30 bewerteten Immobilienstandorten. Die Studie zeigt, dass Deutschland den Platz des Vereinigten Königreichs als sicherer Anlegerhafen in der EU eingenommen hat. Frankfurt am Main belegt europaweit Platz drei – und bildet mit Berlin und Hamburg die Spitze. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt das einen sensationellen Sprung: 2016 lag Frankfurt noch auf Rang 14. Außerdem lässt es sich dort gut leben: So liegt die Mainmetropole auf Rang sieben des aktuellen ‚Mercer Quality of Life Index‘, der die Lebensqualität in 230 Städten weltweit bewertet.

Immobilienbranche kann vom Brexit profitieren

Die Zeichen stehen gut für internationale Investoren. Bei Wohnungen und Wohnhäusern in Frankfurt rechnet das Deutsche Wirtschaftsinstitut sowie 86 % der durch EY befragten Experten für die Zukunft mit steigenden Preisen. Im Zuge der Standortverlagerung vieler Banken werden auch zahlreiche Mitarbeiter ihren Wohnort wechseln. Lange hat die deutsche Wohnimmobilienbranche geschlafen, auch in Frankfurt am Main und dessen Ballungsraum. Die Neubautätigkeit war größtenteils auf Büroimmobilien fokussiert. Aber eine Chance wie diese wird es so nicht wieder geben: Nun muss attraktiver und qualitativ hochwertiger Wohnraum für Arbeitskräfte internationaler Top-Unternehmen geschaffen werden. Denn für einen Großteil derer, die ihren Beruf zukünftig in Frankfurt antreten, wird die Stadt auch eine neue Heimat.

Dieser Beitrag erschien bereits am 9.3. auf CASH ONLINE.

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MARKT-NEWS

Rückblick auf die MIPIM

Die IMMOBILIEN ZEITUNG schreibt am 23.3. einen ausführlichen Rückblick auf die MIPIM. Im Großen und Ganzen sei es um die gleichen Themen gegangen wie im Vorjahr, Risiken würden diskutiert, doch sei die Branche zuversichtlich. „Die Kunden sind hinter Immobilien her wie der Teufel hinter der armen Seele“, formuliere es Peter Schreppel von CBRE. Schreppel glaube, dass sich daran 2017 und 2018 nichts Grundlegendes ändern werde, zumal das Marktumfeld in Deutschland zu positiv sei. Insbesondere Berlin sei gefragt. Den MIPIM-Award in der Kategorie Wohnimmobilien habe mit dem Berliner Ensemble ‚li01′ ein deutsches Projekt gewonnen und dabei Projekte aus Tschechien, Frankreich und Brasilien hinter sich gelassen.

Kompromiss für geplante Kreditregelungen gefunden

Wie das HANDELSBLATT am 22.3. und die BÖRSEN ZEITUNG am 23.3. schreiben, haben sich Union und SPD darauf verständigt, dass es statt der zunächst geplanten vier Instrumente, die der Bafin für den Fall einer drohenden Überhitzung des Immobilienmarktes an die Hand gegeben werden sollen, nur zwei geben wird. So solle die Bafin eine Obergrenze für die Darlehenshöhe bezogen auf den Immobilienwert festgelegen können und eine Vorgabe machen dürfen, in welchem Zeitraum der Kredit getilgt werden müsse. Die zunächst geplante Grenze für das Verhältnis zwischen Schuldendienst und Einkommen entfalle ebenso wie die Obergrenze für die Gesamtverschuldung. Darlehen bis 50.000 Euro sollten von den neuen Regelungen ausgenommen werden, ebenso Darlehen bis 200.000 Euro, wenn der Beleihungswert unter 80 % liege und Darlehen bis 400.000 Euro mit einem Beleihungswert von 60 %. Der Kompromiss solle in der kommenden Woche im Finanzausschuss des Bundestags beraten und anschließend verabschiedet werden. Die Immobilienwirtschaft begrüße dies, doch „sollte genau geprüft werden, ab wann die geplanten makroprudenziellen Instrumente wirklich greifen sollen“, wie Burkhard Dallosch vom ZIA laut der BÖRSEN ZEITUNG sage: „Der Zeitpunkt für solch einen Markteingriff wird entscheidend sein.“ Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) gehe nach wie vor davon aus, dass der hiesige Immobilienmarkt mit seinen konservativen Kreditvergabestandards bereits wirksam gegen systemische Risiken geschützt sei.

Zusammenarbeit für bezahlbares Wohnen und Bauen geht weiter

Das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen nimmt seine Arbeit wieder auf, schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.3. In einem gemeinsamen Brief hätten die in der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) zusammengeschlossenen Verbände und der Eigentümerverband Haus & Grund Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) angeboten, dem Bündnis wieder beizutreten, wenn an Vorschlägen gearbeitet werde, wie die CO2-Einsparziele flexibel und kostengünstig umgesetzt werden könnten. Das habe das Bundesbauministerium zugesichert. So würden „wirtschaftliche Ansätze für eine technologieoffene Minderung von Treibhausgasen“ entwickelt und es sei festgelegt worden sei, dass eine sozialverträgliche Klimaschutzpolitik auch eine aktive Förderpolitik bedeute und steuerliche Anreize mitbedacht werden müssten.

ZIA fordert Förderung energetischer Gebäudesanierung auch bei niedrigerem Standard

Andreas Mattner vom ZIA fordert eine Förderung für die energetische Gebäudesanierung auch von Wohnhäusern, die nach der Sanierung nicht wie bisher verlangt mind. den KfW-Standard 115 erfüllen, sondern nur den KfW-Standard 145. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.3. „Man muss nicht aus jeder Bestandsimmobilie eine Thermopulle machen“, begründe Mattner seine Forderung. Das Bundesbauministerium wäge nun u. a. ab, ob durch eine solche Förderung netto tatsächlich mehr Klimaschutz erreicht werden könne. Abgesehen davon befürworte der ZIA mindestens vier Änderungen des Gebäudeenergiegesetzes: Eine Einzelgebäude- anstelle einer Quartiersbetrachtung bei der Wärmeversorgung sowie eine Senkung des zusätzlich verlangten Wärmeschutzes bei Immobilien von 15 % auf 10 %. Zudem fordere der ZIA einer Verbesserung der Möglichkeiten, den Einsatz von Photovoltaikanlagen bei der Energiebilanz von Immobilien anzurechnen, und die Einberechnung der abseits von Gebäuden erzeugten Energie aus Biomasse in die Bilanz.

Wohneigentum lohnt sich trotz steigender Preise

Die Preise für Immobilien steigen weiter, doch der Erwerb von Eigentum ist nach wie vor günstiger als eine Mietwohnung. Das berichtet die FAZ am 21.3. Laut einer Studie der Sparda-Banken unter Mitwirkung des IW und des Instituts für Demoskopie Allensbach liege der Kostenvorteil im Mittel bei 41 % deutschlandweit. Im Vergleich zu Mietern sparten Käufer in München 34 %, in Hamburg 47 % und in Berlin 45 %. Im Durchschnitt werde eine Summe von 242.000 Euro für eine Immobilie ausgegeben. Wohneigentum stelle nach wie vor eine lohnenswerte Investition dar. In der Altersgruppe bis 50 Jahre plane ein Viertel den Erwerb einer Wohnimmobilie.

Mit der Entfernung sinkt der Kaufpreis

242.000 Euro hätten die Deutschen laut der Sparda-Studie ‚Wohnen in Deutschland 2017′ im Durchschnitt im vergangenen Jahr für den Kauf der eigenen vier Wände gezahlt, schreiben die FAZ und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 24.3. Im Bundesdurchschnitt entspreche dies einer Wohnfläche von 126 qm. In München bekämen Käufer nach Angaben der Sparda-Bank 44 qm, in Berlin und Köln durchschnittlich doppelt so viel, wobei die Unterschiede lokal noch einmal deutlich seien: Für die Summe von 242.000 Euro seien in gefragten Berliner Stadtteilen wie Grunewald oder Dahlem rund 42 qm Wohnfläche erhältlich, in peripheren, einfacheren Lagen hingegen ca. das Dreifache. Der Postbank-Studie ‚Wohnatlas 2017′ zufolge müssten Käufer in München für eine 100-Quadratmeter-Wohnung am meisten aufbringen, nämlich 21 durchschnittliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen. Eine Umfrage des IW Consult und des IfD Allensbach im Januar habe darüber hinaus ergeben, dass die Deutschen nicht weiter als 30 km vom Arbeitsplatz entfernt leben wollten. In Berlin müssten Käufer für eine Wohnung mit 90 qm zum Preis von 242.000 Euro etwa 15 km zum Arbeitsplatz pendeln, in Hamburg seien es 18 km und in Frankfurt 12 km. Zudem habe die Studie ergeben, dass Wohneigentümer zufriedener mit ihrer Wohnsituation seien als Mieter.

Kein Rückgang der Berliner Immobilienpreise in Sicht

Laut Jürgen Allerkamp von der Berliner Investitionsbank (IBB) ist in Berlin keine Immobilienblase zu befürchten, vielmehr wird die hohe Einwohner- und Beschäftigungsdynamik die Nachfrage nach Wohnungen weiter erhöhen. Das schreibt die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.3. Von 2005 bis 2015 sei die Berliner Bevölkerung um 6,9 % gewachsen, für 2016 sei mit schätzungsweise 65.000 Neuberlinern zu rechnen. Um den Bedarf an Wohnraum zu decken, müssten rund 20.000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden, doch habe es im Jahr 2015 nur 10.722 Baufertigstellungen gegeben. Für 2016 rechne die IBB mit knapp 14.500 fertiggestellten Wohnungen, was einem Zuwachs von einem Drittel entspreche. Aufgrund der langen Zeitspanne zwischen Baugenehmigung und Fertigstellung, durch Engpässe beim Genehmigungsverfahren und Verzögerungen bei der Projektrealisierung durch langwierige öffentliche Debatten, durch Fachkräftemangel, komplexe Bauvorschriften und fehlende Grundstücke werde sich die Lücke nicht kurzfristig schließen lassen. Mit einem nachhaltigen Anstieg des Zinsniveaus, der zunehmend Druck auf die Berliner Preise ausüben könnte, sei derzeit nicht zu rechnen, auch nicht bei einem leichten Anstieg der US-Zinsen. Auch Spekulationsblasen seien in Berlin nicht zu befürchten, da sich die Finanzierung mit Krediten im Rahmen halte und die Nachfrage bei einer Leerstandsquote von unter 1 % bei Wohnungen hoch sei. Vor diesem Hintergrund erwarte die IBB keinen Rückgang der Immobilienpreise und widerspreche den gegenteiligen Aussagen im Frühjahrsgutachten von empirica ausdrücklich. Nur wenn die Preisentwicklung auf dem Berliner Wohnungsmarkt sich in einem sehr raschen Tempo fortsetzen und in begehrten innerstädtischen Lagen über das Ziel hinausschießen werde, seien lokal Rückschläge möglich. Im internationalen Vergleich seien Wohnungen in der deutschen Hauptstadt keinesfalls zu teuer. „30 % Wohnungs-Crash: Unverantwortlicher Alarmismus oder reale Gefahr?“: Zu diesem Thema findet am 27. April 2017 im Grand Hyatt Berlin Hotel eine Sonderveranstaltung der BERLINER IMMOBILIENRUNDE statt. Fordern Sie das Programm unter: info@immobilienrunde.de

Genehmigungsrekord in Frankfurt

Wie die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.3. schreibt, hat die Frankfurter Bauaufsicht mit der Genehmigung von insgesamt 5.581 Wohnungen im vergangenen Jahr einen Rekord aufgestellt. Die Zahl der genehmigten Wohnungen sei damit gegenüber dem Vorjahr um 19 % angestiegen. Das Investitionsvolumen für Wohnprojekte liege bei 480 Mio. Euro und betrage rund 45 % des Gesamtvolumens. Am Büromarkt habe das Volumen 2016 um 14 % bzw. 152 Mio. Euro zugelegt, was die Bauaufsicht begrüße, da 2015 zu wenig Bürofläche genehmigt worden seien und Nutzermix wichtig sei. Den Kampf gegen die illegale Nutzung von Wohnraum habe die Bauaufsicht fortgesetzt und insgesamt 310 nichtgenehmigte Ferienwohnungen wieder dem regulären Wohnungsmarkt zugeführt.

Wertverlust von Immobilien bei Fahrverbot in Stuttgart befürchtet

Haus & Grund Stuttgart befürchtet einen Wertverlust von Immobilien an betroffenen Standorten infolge eines Fahrverbots für Dieselfahrzeuge, berichtet die IMMOBILIEN ZEITUNG am 23.3. Wie die Landesregierung beschlossen habe, solle die Nutzung von Dieselfahrzeugen, die nicht der Euro-6-Norm genügten, ab 2018 im Talkessel Stuttgarts und auf den Bundesstraßen 10, 27 und 295 in Zuffenhausen und Feuerbach und ab 2020 dann im gesamten Stadtgebiet verboten werden. Laut Haus & Grund schieße die Stadt damit in einer „unverhältnismäßigen und undurchdachten Panikreaktion“ „weit über das Ziel hinaus“. Nicht nur gefährde dieses Verbot den Wirtschaftsstandort und das Image der Landeshauptstadt, sondern bringe die Gefahr einer Entwertung von Immobilien in den betroffenen Gebieten mit sich. Als Kompromiss schlage Haus & Grund vor, Dieselfahrzeuge mit Stuttgarter Kennzeichen von der Regelung auszunehmen.

Gesetzliche Regelung der Qualifikation von Immobilienverwaltern gefordert

Laut dem Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) entstehen jährlich etwa 25 Mio. Euro Schaden durch unprofessionelle und fehlerhafte Immobilienverwaltung. Das schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG am 24.3. Weitere 55 Mio. Euro koste die Aufarbeitung mangelhafter Unterlagen von Wohneigentümer-Gemeinschaften (WEG) bei der Übernahme durch eine neue Verwaltung. Für WEGs werde es zunehmend schwieriger, eine professionelle Verwaltung zu finden, da mehr als 80 % der befragten 400 Unternehmen sich nicht aktiv bei Wohnungseigentümergemeinschaften bewürben. 74 % der Befragten befürchteten ein zu hohes Konfliktpotenzial oder zu niedrige Vergütungen. Knapp 34 % der Unternehmen lehnen WEGs wegen unqualifizierten Vorverwaltungen ab, wobei unkorrekte Buchführung (76 %) sowie Instandhaltungs-und Sanierungsstau (75 %) am häufigsten als Fehlerquellen genannt worden seien. Ursache dafür könne die mangelnde Qualifikation einiger Verwalter sein, für deren Tätigkeit es bislang keine gesetzlichen Mindestanforderungen gebe. Angesichts der technischen Fortentwicklungen der Immobilienwirtschaft stünden die Verwalter vor neuen Herausforderungen. Nachdem die Bundesregierung bereits im vergangenen Jahr einen Gesetzesentwurf vorgelegt habe, der die Qualifikation von Immobilienverwaltern regeln solle, wolle der DDIV nun mit seiner Umfrage den Handlungsbedarf unterstreichen. Am 29. März solle es dazu eine öffentliche Anhörung im Deutschen Bundestag geben.

Neue Regelungen für Bau-, Architekten- und Ingenieurverträge

Wie die FAZ am 24.3. schreibt, sollen am 1. Januar 2018 das reformierte Bauvertragsrecht und die Änderungen der kaufrechtlichen Mängelhaftung in Kraft treten. Die neuen Regelungen sollten die bisherigen, eher allgemein gehaltenen Regelungen des Werkvertragsrechtes ergänzen und für die Baubranche sowie den Bauwilligen spezifizieren. Bis dahin gölten noch die bisherigen Regelungen des Werkvertragsrechtes des Bürgerlichen Gesetzbuches. Nur Bau- und Architektenverträge, die nach dem 31.12.2017 begründet würden, fielen unter die neuen gesetzlichen Regelungen. Mit der Novellierung des Kaufvertragsrechtes würden insbesondere diejenigen Unternehmer geschützt, die zur Erfüllung ihrer werkvertraglichen Verpflichtung etwa Bauprodukte oder Einbaumaterialien erwürben.

Unternehmensimmobilien freisetzen lohnt sich

Karim Rochdi von BEOS nennt am 21.3. in der WIRTSCHAFTSWOCHE gute Gründe für den Verkauf von selbstgenutzten Immobilien deutscher Unternehmen, die nicht in der Immobilienwirtschaft tätig sind. Die meisten Firmen nutzten ihren Immobilienbestand nicht optimal. Die Immobilieneigentumsquote aller deutschen Unternehmen liege bei etwa 70 %, wodurch im Schnitt 10 % des Kapitals gebunden seien. Zudem gebe es einen Abschlag von durchschnittlich 17 % auf den Substanzwert des Unternehmens bei einem hohen Anteil eigengenutzter Immobilien. Durch einen gezielten Verkauf sei es möglich, eine höhere Bewertung des Unternehmens zu erzielen und Kapital freizusetzen, zumal Unternehmensimmobilien eine begehrte Assetklasse seien.

Mehr Integration und Vernetzung in der Baukultur

Alexander Knälmann von APOprojekt schreibt in MANAGEMENT & BERATUNG 3-2017 über den Wandel der Baukultur hin zu mehr Integration und Vernetzung der am Bau beteiligten Unternehmen. Ein partnerschaftlicher Umgang rücke das Bauvorhaben selbst wieder in den Mittelpunkt und vermeide Interessenkonflikte zwischen allen Beteiligten. Ein frühzeitiges Einbeziehen und eine Risikoakzeptanz aller Projektbeteiligten, im Idealfall schon vor Baubeginn, optimierten den Bauprozess. Das Design-&-Build-Verfahren sei ein guter Ansatz, um Baukultur auch während der Planungs- und Bauphase zu pflegen. Wichtig sei auch die Übernahme von Risiken durch alle Beteiligten, da die Gesetze in Deutschland echte Festpreise nicht vorsähen.

Mangel an Pflegeimmobilien in Berlin

Bis 2030 werden rund 11.800 zusätzliche stationäre Pflegeheimplätze in Berlin benötigt, schreibt Dr. Michael Held von Terragon Investment in der Themenbroschüre BERLINS BAU- UND IMMOBILIENWIRTSCHAFT des Vereins ‚berliner wirtschaftsgespräche‘ im März 2017. Laut dem ‚Pflegeheimatlas 2016′ sei mit einer Nachfrage nach bundesweit rund 255.000 zusätzlichen Betten zu rechnen. Der tatsächliche Bedarf falle regional unterschiedlich aus, Berlin führe jedoch die Liste unterversorgter Standorte an. Allerdings gebe es auch in der Hauptstadt viele ungenutzte Flächenpotenziale. Die demographische Situation beflügle den Investmentmarkt für Pflegeimmobilien. Das Transaktionsvolumen habe in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 420 Mio. Euro und im Jahr 2016 dann bereits im H1 bei 750 Mio. gelegen. Zwar verlagere sich das Geschehen infolge des scharfen Wettbewerbs um Bauland zunehmend in die Peripherie, doch sei auch das innerstädtische Potenzial noch nicht ausgeschöpft.

Einzelhandel sollte Kunden digital entgegenkommen

Die zum E-Commerce abwandernden Kunden geben dem stationären Handel zu denken, schreibt Andreas Malich von CBRE in HANDELSIMMOBILIEN HEUTE am 21.3. Um Kunden halten zu können, müsse der klassische Einzelhandel sich entsprechend inszenieren und den Kaufvorgang optimieren, etwa mit digitaler Vernetzung vor Ort. Initiativen wie ‚Die digitale Innenstadt‘ von Ebay machten es lokalen Händlern einfacher, eine Online-Präsenz aufzubauen. Solche Maßnahmen seien von großer Wichtigkeit für deren Wachstum, da Angebote, die sowohl online als auch offline verfügbar seien, den Kunden keine Verhaltensweise aufzwängen und dadurch attraktiver seien.

FONDS- UND FINANZ-NEWS

BVI Investmentstatistik

Laut der BVI INVESTMENTSTATISTIK zum Stichtag 31.1.2017 sind im Januar 2017 4,7 Mrd. Euro an neuen Geldern in offene Publikumsfonds geflossen. Das schreibt der BVI in eigener Mitteilung am 21.3. Davon seien auf offene Immobilienfonds 1,2 Mrd. Euro entfallen, womit sie den zweiten Platz hinter den Mischfonds einnähmen.

Crowdinvesting noch relativ unbekannt

Wie die FAZ und die BÖRSEN ZEITUNG am 23.3. und das HANDELSBLATT am 24.3. schreiben, sind laut der ‚Marktanalyse Immobilien-Crowdfunding 2016′ des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag von iFunded sind im Jahr 2016 auf diesem Weg 41 Mio. Euro in Immobilien investiert worden. Doch gebe es noch viel Potenzial, da die Anlageform noch nicht jedem bekannt sei. Laut der im Januar 2017 unter 1.441 Bundesbürgern ab 16 Jahren durchgeführten Umfrage hätten 45 % schon von Crowdfunding gehört, 17 % sei bekannt, dass so auch in Immobilien investieren könne, und 13 % könnten sich vorstellen, dies zu tun. Die Vorbehalte seien laut iFunded in erster Linie auf Unkenntnis zurückzuführen. Mehr als drei Viertel derer, die einem Investment offen gegenüberstünden, hätten als positiv angemerkt, dass man auch ganz kleine Beträge investieren könne. Das deckt sich auch mit den Aussagen zu möglichen Anlagebeträgen. Mehr als die Hälfte der Befragten würde nur maximal 500 Euro in ein Projekt stecken. Michael Stephan von iFunded erkläre: „Es gibt zwei Gruppen von Anlegern: diejenigen, die in der Regel das Modell sehr gut kennen und im Durchschnitt um die 4.000 Euro investieren, und diejenigen, die es noch nicht kennen und zunächst einmal eine kleine Summe investieren und das Crowdfunding ausprobieren. Schon bei Folgeprojekten investieren diese größere Summen.“

Deutsche Wohnen unter den Erwartungen

Wie die BÖRSEN ZEITUNG am 22.3 berichtet, ist der Gewinnzuwachs von Deutsche Wohnen deutlich zurückgegangen. Stiegen die FFO für 2016 noch um 80 Mio. Euro auf 384 Mio. Euro, prognostiziere das Unternehmen für 2017 „nur“ noch ein Plus von 41 Mio. Euro auf 425 Mio. Euro. Für das vergangene Jahr werde eine Dividende von 74 Cent je Aktie avisiert, ein Drittel mehr als im Jahr davor. Für das laufende Jahr rechne die Deutsche Wohnen mit einem Mietwachstum von 3,5 %. Der Wert der rund 160.000 Wohnungen wachse voraussichtlich um einen Rekordwert von 2,7 Mrd. Euro.

Fusion von CA Immo und Immofinanz steht auf der Kippe

Die österreichische CA Immo stellt sich darauf ein, dass die Fusion mit Immofinanz platzen könnte. Das berichtet die BÖRSEN ZEITUNG am 23.3. Pläne, wonach Immofinanz zunächst sein angeschlagenes Russlandgeschäft verkaufen müsse (eine Bedingung für den Zusammenschluss) lägen derzeit auf Eis. Bis Jahresende wolle CA Immo die Fusionspläne daher nochmal kritisch überprüfen. Unterdessen lägen die Ergebnisse von CA Immo im abgelaufenen Geschäftsjahr über den Erwartungen. Die FFO sei von 81 Mio. Euro in 2015 auf 92 Mio. Euro in 2016 gestiegen. Grund seien vor allem die gut laufenden Portfolios in Deutschland.

RAINER ZITELMANN

Dr. Dr. Rainer Zitelmann www.rainer-zitelmann.de

Buchtipp: Vorsicht Staat! Deutschland im Vorschriftenwahn

Alexander Neubacher, Total beschränkt. Wie uns der Staat mit immer neuen Vorschriften das Denken abgewöhnt, Goldmann Verlag, München 2015.

Dies ist eine flammende und mit zahllosen Fakten untermauerte Streitschrift gegen den in Deutschland grassierenden Vorschriftenwahn, gegen zunehmende Reglementierung und Gedankenkontrolle. Ich gebe jedoch zu, dass ich bei der Lektüre selbst eine Fantasie für eine Vorschrift hatte: Für jeden Politiker sollte dieses Buch Pflichtlektüre sein, und nach der Lektüre sollte er einen Besinnungsaufsatz darüber schreiben, was er aus dem Buch für Folgerungen zieht. Diese Vorschrift wäre jedenfalls sehr viel sinnvoller als viele der 246.944 Bundesvorschriften (S. 13) und der zahllosen weiteren Vorschriften und Regelungen, die ein Bürger dieses Landes zu beachten hat. Darunter sind beispielsweise diese:

– Der Oberbürgermeister und das Amt für Verkehrsmanagement der Stadt Düsseldorf haben einen ausführlichen Leitfaden herausgegeben, in dem auf acht Seiten erklärt wird, wie man als Fußgänger richtig über die Ampel geht. Unter der Überschrift „Die Ampel springt auf Grün“ wird erläutert, dies sei „der ideale Zeitpunkt für alle Fußgänger, jetzt loszugehen“ (S. 57).

– Laut § 22 StVO müssen sich Hunde im Auto anschnallen, Katzen dagegen nicht. Dafür dürfen Hunde vom Fahrrad aus geführt werden, für Katzen ist das untersagt (§ 28) (S. 58).

– Bei der Mülltrennung blickt keiner mehr richtig durch. Laut der „Sechsten Verordnung zur Änderung der Verpackungsverordnung“ muss ein Kleiderbügel, der mit einem Kleidungsstück gekauft wurde, im gelben Sack entsorgt werden, während der Kleiderbügel, der getrennt von Kleidungsstücken erworben wurde, in die Restmülltonne gehört (S. 201). Das ist nur eines von vielen Beispielen: Inzwischen ist die Sache mit der Mülltrennung so kompliziert, dass nicht einmal der Pressesprecher der Berliner Stadtreinigung wusste, wohin welcher Abfall kommt.

– Wer in Hamburg ein Haus baut, hat insgesamt etwa 30 Verordnungen zu beachten, von der Garagenverordnung GarVO bis zur ÜTVO, der „Verordnung über die Überwachung von Tätigkeiten mit Bauprodukten und bei Bauarten“ (S. 77).

– Ein Fischhändler in Hamburg wurde vom Amtsgericht Altona zu einem schriftlichen Hinweis verdonnert: „Wir müssen Sie darauf hinweisen, dass im Fisch Gräten vorkommen können.“ Ein Kunde hatte sich beim Verzehr an einer Gräte verschluckt und auf Körperverletzung geklagt (S. 80).

– Auf Bügeleisen findet man den Warnhinweis „Kleidung nicht am Körper bügeln“. Hersteller von Erdnussverpackungen müssen, wenn sie keine entsprechenden Prozesse riskieren wollen, auf der Verpackung darauf hinweisen: „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ (S. 80).

– Lebensmittelherstellern wird durch die EU-Richtlinie 79/693/EEC vorgeschrieben, dass als „Marmelade“ nur Erzeugnisse bezeichnet werden dürfen, die aus Orangen und Zitronen hergestellt werden. Produkte, die beispielsweise aus Erdbeeren oder Pflaumen hergestellt werden, dürfen nicht „Marmelade“ genannt werden, sondern „Konfitüre“ (S. 29).

– Bankkunden müssen ausführliche Beratungsprotokolle unterschreiben, die eine sachgerechte Beratung garantieren sollen – tatsächlich jedoch eher den Kreditinstituten zur Abwehr von Klagen wegen Beratungshaftung dienen (S. 87).

– Ebenfalls auf eine EU-Vorschrift zurück geht die Vorgabe, dass sich Menschen, die mit einem Presslufthammer arbeiten, an Grenzwerte für „Hand-, Arm- und Ganzkörperschwingungen“ zu halten haben, berechnet nach folgender Formel: „Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate der Effektivwerte der frequenzbewerteten Beschleunigung in den drei orthogonalen Richtungen“ (Richtlinie 2002/44) (S. 30).

– Genau vorgeschrieben ist auch die höchstzulässige Zahl von Astlöchern in Regalbrettern (S. 33).

– Die Stadt Fürth kassiert für das Aufstellen von Verkaufsautomaten, die weiter als 15 cm in den Raum ragen, „Luftsteuer“ (S. 42).

– Eine quasi staatliche Namensberatungsstelle an der Universität Leipzig weist junge Eltern darauf hin, dass man sein Kind Calibra, Alfa oder Romeo nennen darf, aber nicht Manta, Skoda oder Fiat (S. 48).

– Der Bundesgerichtshof befasste sich mehrere Monate mit der ebenso wichtigen wie komplizierten Frage, welche sogenannte Laubrente einem Gartenbesitzer als Entschädigung dafür zusteht, dass er im Herbst die herübergewehten Blätter des Nachbarn wegharken muss (S. 48).

– Eine Grabsteinrüttelverordnung legt in einigen Kommunen fest, dass Grabsteine auf Friedhöfen regelmäßig auf ihre Standfestigkeit getestet werden müssen, um zu verhindern, dass sie umfallen (S. 55).

– In Berlin und vielen anderen Kommunen bekommen Eltern nach der Geburt eines Kindes Kontrollbesuche vom Amt. Die Beamten müssen feststellen, ob zu Hause auch alles in Ordnung ist (S. 100).

– Arbeitsschutzverordnungen enthalten immer detailliertere Vorschriften, so u. a. auch dazu, wie die Toilette im Pausenraum beschaffen sein muss: Die Beleuchtung muss mindestens 100 Lux, die Raumtemperatur mindestens 21 Grad und die Belüftung mindestens 15 Kubikmeter Frischluft pro Stunde betragen (S. 102).

– Die Flensburger Arbeitsschutzbehörde wollte einen Fotografen zwingen, ein Fenster in seine Dunkelkammer einzubauen (S. 103).

– In Berlin gibt es keinen Karnevalsumzug mehr, weil die Behörde festlegte, dass die Karnevalisten nur noch mit einer Lautstärke von maximal 75 Dezibel durch die Straßen ziehen dürfen (S. 107). Für andere Umzüge, wie etwa den Christopher Street Day, galt dies jedoch nicht.

– In Berlin werden in öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus Unisex-Toiletten aufgestellt, damit „Transgender“ und andere Personen, die nicht so genau wissen, ob sie Mann oder Frau sind bzw. sein wollen (oder keines von beiden) eine eigene Toilette haben (S. 165).

-An vielen Hochschulen werden Studierende (Studenten darf man nicht mehr sagen, da dies diskriminierend wäre) verpflichtet, Seminar- und Abschlussarbeiten in „geschlechtsneutraler Sprache“ zu verfassen (S. 167).

– Die Bundesregierung hat sich in § 42, Abs. 5 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien zu einer „geschlechtersensiblen Sichtweise“ verpflichtet. In § 25 der Straßenverkehrsordnung ist daher beispielsweise nicht mehr vom „Fußgänger“ die Rede, sondern von „wer zu Fuß geht“, und der „Fahrzeugführer“ mutierte in § 23 zu „wer ein Fahrzeug führt“ (S.168 f.)

– Das Antidiskriminierungsgesetz führt zu absurden Blüten: Ein Diplom-Verwaltungswirt bekam bereits acht Mal vor dem Verwaltungsgericht Recht, weil er klagte, dass er nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden war. Er führte das auf seine Behinderung zurück. Jeder Arbeitgeber, der ihn nicht zum Bewerbungsgespräch einlud und dann vor Gericht unterlag, musste drei Monatsgehälter Schadenersatz zahlen (S. 188).

– In München bekommen alle Haushalte Briefe der Behörden mit dem Hinweis, dass es streng untersagt sei, den Müllmännern zu Weihnachten oder zum Jahresende Trinkgelder zu geben, weil damit gegen Compliance-Vorschriften verstoßen werde (S. 196).

Die Liste der Beispiele ließe sich fortsetzen. Es handelt sich nicht um kuriose Einzelfälle, sondern in diesen Beispielen wird eine bestimmte Mentalität deutlich, die Neubacher kritisiert: Der Staat glaubt, besser zu wissen, was gut für die Menschen ist als die Menschen selbst. Der Gesetzgeber und der Beamte in seiner Amtsstube nimmt den Menschen das Denken ab, entscheidet, welcher Lebenswandel der richtige ist. Neubacher behauptet keineswegs, dass Menschen stets wie mündige Verbraucher handeln. Aber erstens weist er nach, dass sich Politiker und Beamte mit ihren Vorgaben ebenso häufig irren wie die Bürger, denen sie ihren Lebenswandel vorschreiben wollen. Und zweitens vertritt er die liberale Grundhaltung, dass jeder das tun und lassen soll, was er möchte, solange er keinem anderen damit schadet.

Man kann nicht alle Menschen vor unvernünftigem Verhalten schützen, ohne einen extrem bevormundenden Kontroll- und Vorschriftenstaat zu etablieren. Soll der Staat Menschen vor unvernünftigen Geldanlagen schützen? Nein, so der Autor: „Wer sein Geld auf den grauen Kapitalmarkt trägt anstatt zum Festgeldkonto seiner Sparkasse, weiß, was er tut. Und falls nicht, ist ihm nicht zu helfen.“ (S. 91)

Vieles könnte der Markt regeln – ohne staatliche Vorgaben. Beispiel Rauchverbot: Der Staat, so Neubacher, habe es den Gastronomen zu überlassen, ob sie ihren Gästen das Rauchen erlauben oder nicht. Die Gäste sollten entscheiden, wo sie einkehren wollen. Sie bestimmen, welches gastronomische Konzept sich durchsetzt. „Und sollte sich dabei herausstellen, dass die Tage der Raucherkneipe tatsächlich gezählt sind, weil niemand mehr im Qualm sitzen möchte, wäre das auch in Ordnung.“ (S. 123) Dann haben das die Verbraucher eben so entschieden – und nicht der Staat.

Neubacher wendet sich nicht nur gegen staatliche Bevormundung, sondern beispielsweise auch gegen den Gedanken, dass die Krankenkassen ihre Beitragszahler durch Belohnung und Strafe von Verhaltensweisen abhalten sollten, mit denen sie sich selbst schädigen – zum Beispiel das Rauchen. Vor der Lektüre des Buches war ich in dieser Hinsicht anderer Meinung als Neubacher: Warum sollen Menschen, die gesünder leben, mit ihren Beitragszahlungen das gesundheitsschädliche Verhalten von Übergewichtigen und Rauchern finanzieren? Der Autor hat mich jedoch überzeugt, dass dieses Argument an den Tatsachen vorbeigeht: Da Raucher und Übergewichtige deutlich früher sterben, kosten sie die Versichertengemeinschaft nicht mehr, sondern sogar weniger: Die durchschnittlichen Gesundheitskosten eines schlanken Nichtrauchers liegen zwischen dem 20. Lebensjahr und dem Lebensende bei 281.000 Euro, die eines Übergewichtigen bei 250.000 Euro und die eines Rauchers bei 220.000 Euro. Grund: Der Raucher wird im Schnitt 77,4 Jahre, während der schlanke Nichtraucher eine Lebenserwartung von 84,4 Jahren hat (S. 151).

Zur Freiheit, so Neubacher, gehört auch, sich gegen eine gesunde Lebensführung zu entscheiden. „Der Bürger ist nicht verpflichtet, sich den Vorstellungen des Staates von einem gelingenden Leben zu unterwerfen. Es gibt ein Recht auf Gesundheit, aber keine Pflicht zur Gesundheit. Solange wir keinem anderen schaden, dürfen wir gute und medizinisch wertvolle Ratschläge ignorieren.“ (S. 124) Neubacher zitiert den treffenden Ausspruch von John Stuart Mill: „Alle Irrtümer, die ein Mensch wider besseren Rat und Warnung begehen kann, sind bei weitem nicht so schlimm wie Verhältnisse, in denen andere ihn zu etwas zwingen können, das sie für gut halten.“ (S. 269).

Eine Aussage des Autors würde ich indes durch einen wichtigen Zusatz ergänzen: „Wir sollten heilfroh darüber sein“, so Neubacher, „dass unsere Gesellschaft nicht nur aus Alphatieren, High-Potentials und Effizienzwundern besteht, sondern auch aus Drückebergern, Spinnern und angeblichen Minderleistern.“ (S. 275) Dem würde ich zustimmen, wenn es nicht tatsächlich so wäre, dass diese „Minderleister“ dann dennoch unter dem Stichwort „soziale Gerechtigkeit“ darauf dringen, staatlich bezuschusst und alimentiert zu werden und die „Mehrleister“ mit Neid und Missgunst überziehen, weil diese eben entsprechend mehr haben.

Gesellschaftlicher Fortschritt, da stimme ich dem Autor zu, entsteht durch Trial and Error, durch den Wettbewerb neuer Ideen und Technologien, durch Experimentierfreudigkeit und Neugier – und nicht durch eine Verbotskultur. Wären die Menschen schon immer so gewesen wie es insbesondere (aber nicht nur) wir Deutschen heute sind, dann wären vermutlich das Feuer, die Elektrizität, das Auto oder das Flugzeug nie erfunden worden, weil Bedenkenträger die (unstrittig vorhandenen) Risiken als Argument für ein Verbot dieser gefährlichen Erfindungen ins Feld geführt hätten. Zum Glück scheint es nicht so gewesen zu sein, dass sich bei Erfindung des Feuers eine Gruppe von Urmenschen mit einer Unterschriftensammlung (auf Steine geritzt) durchgesetzt hat, die dringend vor unvermeidlich drohenden Brandkatastrophen warnte.

Rundum: Ein sehr lesenswertes Buch mit einer Fülle von Beispielen für eine gesellschaftliche Fehlentwicklung. Leider beschränkt sich diese nicht nur auf Deutschland. In den USA ist es teilweise noch schlimmer: Kein Haltegriff in der U-Bahn oder dem Bus ohne eingehende Belehrungen über die Risiken, was alles passieren könnte, wenn man sich nicht festhält. Und wenn ich in Deutschland eine Wohnung kaufe, passt der Vertrag in einen schmalen Schnellhefter, während die Kaufdokumente für eine einzelne Wohnung, die ich in New York erwarb, zweieinhalb dicke Leitzordner füllen.

In einer Neuauflage könnte der Autor noch ein Kapitel über staatliche Pläne zur Internetzensur bzw. zu Gesetzen gegen Fake-News ergänzen. Zudem wäre ein Kapitel interessant, das den Widerspruch zwischen einerseits immer rigideren und detaillierteren Regulierungen und Vorschriften und andererseits dem permanenten Verstoß gegen Recht und Gesetz durch die Regierung aufzeigt. In der EU-Rettungspolitik, beim Abschalten der Kernkraftwerke und in der Flüchtlingspolitik wurde durch die Regierung massiv gegen elementare Rechtsvorschriften bzw. völkerrechtlich bindende Verträge verstoßen. Hat der Bürger Verständnis für immer rigidere Detailvorschriften, wenn der Staat sich selbst nicht an grundlegende Gebote rechtsstaatlichen Handelns hält? Statt eines Wahlprogramms sollte die FDP vielleicht einfach dieses Buch verteilen und zu ihrem Manifest für die Freiheit erklären.

Weitere Besprechungen von interessanten Wirtschaftsbüchern finden Sie unter www.empfohlene-wirtschaftsbuecher.de

Zitat der Woche

„Den Gewinn zu beschützen bedarf es so viel Kraft, wie ihn erst zu erwerben.“

Ovid, römischer Dichter

Viel zu verdienen ist nur ein Schlüssel zum Reichtum. Mindestens ebenso wichtig ist es, zu lernen, wie man das verdiente Geld richtig anlegt, um es zu vermehren. Das Vermögen von einer Million zu bewahren ist ebenso schwer, wie eine Million zu verdienen, für viele Menschen ist es sogar noch schwerer. Es ist schon eine hohe Kunst, das Geld so anzulegen, dass es nicht weniger wird. Wer sein Geld vermeintlich „sicher“ aufs Sparbuch legt, wird es früher oder später verlieren, denn was ihm die Steuer nicht nimmt, verliert er durch die Inflation. Selbst eine moderate Geldentwertung lässt jedes Vermögen schneller schmelzen, als die meisten Menschen denken. Wie schwierig es ist, das Geld zu erhalten, zeigt die Geschichte von Lottogewinnern, von denen die allermeisten wenige Jahre nach dem Gewinn ärmer sind als zuvor. Viele Künstler und Sportler, die viel verdient haben, verloren ihr gesamtes Geld, weil sie auf falsche Berater gehört und sich für die Geldanlage überhaupt nicht interessiert haben. Beginnen Sie deshalb schon früh – lange bevor Sie wirklich reich sind -, sich intensiv mit Geldanlagethemen zu beschäftigen, lesen Sie viel darüber und sprechen Sie darüber mit Menschen, die Ihnen keine Geldanlage verkaufen wollen, aber selbst bewiesen haben, dass sie etwas davon verstehen. R.Z.

140 weitere Zitate und Kommentare finden Sie in dem Buch „Worte des Erfolges“ von Dr. Dr. Rainer Zitelmann. Bestellen Sie das Buch bei info@zitelmann.com

Termine

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

30 % Wohnungs-Crash: Unverantwortlicher Alarmismus oder reale Gefahr?

Zielgruppen: Wohnungs-Projektentwickler, Investoren am Wohnungsmarkt, Banken und andere Finanzierer sowie Vertriebe von Wohnungen aus ganz Deutschland.
Thema: Die Warnungen des ZIA-Frühjahrsgutachtens der Immobilienweisen vor möglichen massiven Preisrückgängen bei Wohnimmobilien haben zu einer intensiven Debatte in der Immobilienwirtschaft geführt. Hat empirica mit der Analyse falschen Alarm geschlagen oder auf verdrängte Risiken aufmerksam gemacht? Professor Dr. Simons von empirica begründet seine Analyse und stellt sich der Diskussion. Martin Steininger, Chefökonom von bulwiengesa stellt seine Analyseergebnisse vor. Weitere führende Experten aus dem Immobilien-Research und der Praxis werden die Chancen und Risiken am deutschen Wohnungsmarkt diskutieren. Ziel der Veranstaltung ist es, dass ausführlich alle Zahlen und Argumente diskutiert und gewogen werden – und zwar von Researchern wie auch von führenden Projektentwicklern aus ganz Deutschland.
Referenten: Vorträge von Martin Steininger (Chefökonom bulwiengesa AG): ‚Immobilienmarktprognose auf Basis von Realwirtschaft‘ und Jürgen Michael Schick MRICS (Präsident Immobilienverband IVD / Inhaber MICHAEL SCHICK IMMOBILIEN GmbH & Co. KG):‚ Welche Strategien bleiben noch?‘ Es folgt eine Podiumsdiskussion, geleitet von Prof. Dr. Tobias Just IREBS (Immobilienakademie GmbH) und den Diskussionsteilnehmern: Prof. Dr. Harald Simons (empirica ag), Martin Steininger (Chefökonom bulwiengesa AG), Jürgen Michael Schick MRICS (Präsident Immobilienverband IVD / Inhaber MICHAEL SCHICK IMMOBILIEN GmbH & Co. KG), Jacopo Mingazzini (ACCENTRO Real Estate AG), Michael Haupt (ISARIA Wohnbau AG), Carsten Sellschopf (formart GmbH & Co. KG), Fabian von Köppen (Garbe Immobilien-Projekte GmbH), Reinhold Knodel (PANDION AG), Dr. Dr. Rainer Zitelmann, Gerd Kropmanns, (DIE WOHNKOMPANIE NRW GmbH), Dr. Jürgen Leibfried (BAUWERT AG), Alexander Happ (BUWOG Group), Thomas Meyer, WERTGRUND Immobilien AG. Begrüßung und Einführung durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.
Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 27. April 2017 im Grand Hyatt Berlin Hotel statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de. Wegen des zu erwartenden großen Teilnehmerinteresses bitten wir um rasche Anmeldung.

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Ankaufskriterien von Investoren für Projektentwicklungen im Wohnungsneubau (Forward-Deal)

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich deutschlandweit an Projektentwickler im Bereich Wohnungs-Neubau und weitere Investoren, die in den Wohnungsneubau investieren.

Referenten: Lutz Wiemer (HanseMerkur Grundvermögen AG), Maik Rissel (Family Office Bank Marcard, Stein & Co AG), Florian Mundt (Deutsche Investment Kapitalanlagegesellschaft mbH), Christoph Geirhos (Bayerische Versorgungskammer), Jochen Worringen (CORPUS SIREO / Swiss-Life-Fonds), Martin Eberhardt FRICS, Bouwfonds Investment Management), Thomas Meyer (WERTGRUND Immobilien AG), Nikolas Jorzick CFA MBA (HAMBURG TEAM Investment Management GmbH), Christoph Thumm (Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH), Fabian Klingler (Aberdeen Asset Management Deutschland AG). Begrüßung und Einführung durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Themen: Die wichtigsten Investoren aus ganz Deutschland stellen sich bei dieser Veranstaltung vor. Sie nennen ihre Ankaufskriterien (Lagen, Projektvolumen, Einkaufsfaktoren etc.), zeigen Beispiele von bereits durchgeführten Transaktionen und geben Informationen zur Abwicklung von Forward-Deals.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 4. Mai 2017 im Steigenberger Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Sonderveranstaltung: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Immobilien-Transaktionsrecht

Zielgruppen: Diese Veranstaltung, die wir bereits zum achten Mal durchführen, richtet sich an alle Marktteilnehmer, die professionell Immobilien kaufen und verkaufen. Sie vermittelt an zwei Tagen sowohl Grundlagen als auch Wissen zu aktuellen Entwicklungen im Immobilien-Transaktionsrecht. Kommen sollten Projektentwickler, Bauträger, Investoren, Asset-Manager, Geschäftsführer von Immobilienunternehmen, Transaktionsberater, Makler, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer

Referenten: Dr. Peter Decker ist Rechtsanwalt und Partner von Gibson, Dunn & Crutcher LLP und berät in nationalen und internationalen Immobilientransaktionen. Er ist qualifiziert als Chartered Surveyor (MRICS) und leitet die Real Estate Praxis im Münchner Büro von Gibson Dunn, eine der führenden internationalen Anwaltskanzleien mit Sitz in Los.

Dr. Christian Schmidt ist Rechtsanwalt und seit 2014 Mitarbeiter in der Steuerabteilung der Deutschen Pfandbriefbank AG. Zuvor war er 14 Jahre als Rechtsanwalt für die internationale Anwaltssozietät Shearman & Sterling LLP und Gibson, Dunn & Crutcher LLP auf dem Gebiet des nationalen und internationalen Steuerrechts tätig. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten gehört u.a. das Immobiliensteuerrecht.

Themen: 1. Tag: Steuerliche Strukturierung der Transaktion: Asset Deal; Steuerliche Aspekte einer Immobilientransaktion; Asset Deal aus Sicht des Veräußerers (Veräußerungsgewinnbesteuerung); Asset Deal aus Sicht des Erwerbers (Abschreibung der Anschaffungskosten); Grunderwerbsteuer (Grunderwerbsteuerpflichtige Rechtsgeschäfte, Bemessungsgrundlage, Steuerausnahmen); Umsatzsteuer (Geschäftsveräußerung im Ganzen, Umsatzsteueroption); Haftung (Betriebssteuern, Grundsteuer, Haftungsregelung im Kaufvertrag). Steuerliche Strukturierung der Transaktion – Share Deal: Share Deal aus Sicht des Veräußerers (Veräußerungsgewinnbesteuerung); Share Deal aus Sicht des Erwerbers (Abzugsfähigkeit der Akquisitionsfinanzierung, Schicksal der Verlust- und Zinsvorträge); Besteuerung mit Auslandsbezug; Umsatzsteuer (Umsatzsteuerfreiheit des Share Deals); Grunderwerbsteuer (Grunderwerbsteuerpflichtigkeit der Anteilsübertragung und Anteilsvereinigung; gem. §§ 1 Abs. 2a, Abs. 3 und Abs. 3a GrEStG, Strukturierungsmöglichkeiten); Haftung (Steuerklausel im Kaufvertrag); Mögliche Änderungen zur Grunderwerbsteuer bei Share Deals – wie können Investoren ggf. vorausschauend darauf reagieren? Vereinbarungen im Vorfeld der Transaktion: Letter of Intent, Memorandum of Understanding, Term Sheet, Exklusivitätsvereinbarung; Vertraulichkeitsvereinbarung. Due Diligence: Käufer Due Diligence/Verkäufer Due Diligence; Red Flag List; Executive Summary; Report; Datenraumanforderungen. Asset Deal: Kaufgegenstand (Bestimmtheit, Dingliche Belastungen, Bauverpflichtung); Kaufpreis (Gestaltung, Fälligkeit, Sicherstellung, Verkäuferdarlehen); Dingliche Sicherung der Kaufpreisfinanzierung (Belastungsvollmacht, Sicherstellung der Löschung); Übergang von Vertragsverhältnissen (Mietverhältnisse, Service Verträge, Versorgungsverträge, Nachvereinbarungen); Garantiehaftung versus Haftungssystem des BGB; Rechtsfolgen der Haftung (Basket, Cap, Selbstbehalt, Vertragsstrafen); Übergang von Nutzen und Lasten; Rücktrittsrechte (Verzug des Käufers, Nichteintritt der Fälligkeitsvoraussetzungen, Rechtsfolgen); Auflassungsvormerkung und Auflassung; Kostenregelung; Zusammenschlusskontrolle.

2. Tag: Share Deal – Ankauf einer Immobilie: Abgrenzung zum Asset Deal; Anwendbares Recht; Sprache der Transaktionsdokumente; Erforderlichkeit der notariellen Beurkundung; Kaufpreisgestaltung, Ablösung von Verbindlichkeiten und Kaufpreisanpassung; Physisches Closing versus reales Closing; Haftungssystematik beim Share Deal; Optionsvereinbarungen. Joint Venture für ein Immobilienprojekt: Arten von Immobilien-Joint Ventures; Wirtschaftliche Grundlagen von Joint Ventures (Objektbeschaffung, Asset Management, Exit, Budget); Die Joint Venture Vereinbarungen (Master Vereinbarung, gesellschaftsrechtliche Vereinbarungen, Geschäftsbesorgungsverträge, Leistungsverträge); die Master Vereinbarung. Fortsetzung Joint Venture bezogen auf ein Immobilienprojekt: Gesellschaftsrechtliche Regelungen (Kapitalausstattung, Stimmrechte, Tag along, Drag along, Vorkaufsrechte, Gewinnverteilung); Geschäftsbesorgungsverträge (Verwaltung des Joint Ventures, Beschaffung, Verwaltung, Wertschöpfung, Finanzierung, Verkauf). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 10. und 11. Mai im THE WESTIN GRAND in Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Praxis-Seminar: Welche Wohnungsgrundrisse und welche Extras sind bei Käufern heute gefragt? Erfahrungsberichte von Projektentwicklern

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an Projektentwickler, Investoren im Wohnungsneubau, Vertriebe und Architekten und finanzierende Banken. Lernen Sie aus der Praxis, was sich bewährt hat – und was nicht. Erfahrene Projektentwickler berichten anhand von Beispielen, was gut funktioniert hat – und was nicht.

Referenten: Henrik Diemann (Metropol Grund GmbH), Raimund Adameck (PANDION AG), Manuel Skorbier (ISARIA Wohnbau AG), Helmut Kunze, (Bonava Deutschland GmbH), Fabian von Köppen (GARBE Immobilien-Projekte GmbH), Claus Baumgartl / Lars Neubauer (Investa Projektentwicklungs- und Verwaltungs GmbH), Marcus Keller (BPD Immobilienentwicklung GmbH), Markus Feldt (Zabel Property AG), Alexander Happ (BUWOG Group), Carsten Sellschopf (formart GmbH & Co. KG), Christoph Gröner (CG Gruppe AG), Roderick Rauert, (LBBW Immobilien). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Themen: Die Referenten stellen am Beispiel von zwei bis drei Projekten dar: Erfahrungen mit Grundrissen – was hat sich bewährt, was nicht? Welche Extras (Energie, Haustechnik, Smart Home etc.) kamen im Vertrieb gut an, welche nicht? Abverkaufszeiten, Erfahrungen mit Sonderwunschmanagement und Lehren für künftige Projekte.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 16. Mai im Intercontinental Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

IREBS Immobilienakademie - BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Basisseminar: Projektentwicklung

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an (neue) Mitarbeiter von Projektentwicklern / Bauträgern / Projektsteuerern, Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Architekten, Finanzierer, Investoren (v. a. jene, die Forward-Deals von Projektentwicklern kaufen), Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Mitarbeiter von Generalunternehmern / Bauunternehmen. Wenn Sie mehr als drei Mitarbeiter Ihres Unternehmens anmelden, erhalten Sie ab dem vierten Mitarbeiter einen Rabatt von 30 %. Alle Teilnehmer bekommen eine Teilnahmebestätigung der IREBS Immobilienakademie.

Referenten: Dr. Philipp Feldmann (Cilon GmbH) und Prof. Dr. Ulrich Schütz, Drees & Sommer. Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Themen: Am ersten Tag werden folgende Themen behandelt: Aufgaben eines Projektentwicklers (Grundlagen, Definition, klassische Aufgaben); idealtypischer Ablauf einer Projektentwicklung (prozessuale Aspekte); der Markt für Projektentwickler (Typen, Strategien, Marktfaktoren); Machbarkeitsstudien (Standort- und Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse, Analyse des Nutzungskonzepts); Kalkulationsmodelle in der Projektentwicklung (von der „Bierdeckel-Kalkulation“ bis hin zur dynamischen Developer-Rechnung). Am zweiten Tag geht es um Standortanalyse/Due Diligence (Baurecht, Grundstücksanalyse, Untersuchungen vorhandener Bausubstanz); Planungskonzepte (Nutzungskonzepte/Bedarfsplanung, Bildung von Gebäudemodellen, Gebäudeplanung); Kosten- und Terminplanung (Grundleistungen nach HOAI, Baukostenplanung in der Projektentwicklung, Rahmenterminplanung); Management von Bauprojekten (Projektanalyse als Einstieg, Projektorganisation, Leistungsbilder).

Termin:
Die Sonderveranstaltung findet am 31. Mai und 1. Juni im The Westin Grand Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de

BERLINER IMMOBILIENRUNDE

Intensivseminar: Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Immobiliensteuerrecht (Schwerpunkt Grunderwerbsteuer- / Grundsteuer-Reform)

Zielgruppen: Diese Veranstaltung richtet sich an Projektentwickler, Rechtsanwälte / Steuerberater und Geschäftsführer von Immobilienunternehmen, wird zum 14. Mal durchgeführt und bekam stets Bestnoten von den Teilnehmern. Es können beide Tage einzeln oder auch zusammen gebucht werden.

Referenten: Hans-Joachim Beck, Vorsitzender Richter Finanzgericht Berlin-Brandenburg a. D. / Leiter Abteilung Steuern IVD und Dr. Kai Tiede, Richter am Finanzgericht Berlin-Brandenburg

Themen: Dieses Mal werden zwei besonders wichtige und aktuelle Themen behandelt. Am ersten Tag werden die Reform der Grundsteuer (die Systematik der Grundsteuererhebung und die Bewertung der Grundstücke) und die geplante Reform der Grunderwerbsteuer (Überblick über die der Grunderwerbsteuer unterliegenden Erwerbsvorgänge und die aktuelle Rechtsprechung zur Grunderwerbsteuer, Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer, Grunderwerbsteuer bei Share Deals – die derzeitigen Regelungen sowie Fragen wie: Unter welchen Voraussetzungen wird derzeit Grunderwerbsteuer ausgelöst, wenn Anteile an grundbesitzenden Gesellschaften übertragen werden? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es, um solche Anteile ohne Belastung mit Grunderwerbsteuer zu übertragen? Welche Steuerbefreiungen können in Anspruch genommen werden? Wie wird der Grundstückswert ermittelt? Welche Änderungen für Share Deals werden derzeit diskutiert? Wie kann in Verträgen bei Forward-Deals vorbeugend auf mögliche geplante Änderungen reagiert werden?) behandelt. Auch geht es um die aktuelle Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen bzgl. Wohnimmobilienkreditrichtlinie, aktuelle Rechtsprechung zum Immobiliensteuerrecht und aktuelle Verwaltungsanweisungen zum Immobiliensteuerrecht. Am zweiten Tag geht es um die Einkommensteuer (Anschaffung eines Grundstücks, Vermietung des Grundstücks, Modernisierung, Gewerblicher Grundstückshandel, Verlustausgleichsbeschränkung (§ 15 b EStG), Erhöhte Absetzungen bei Immobilien unter Denkmalschutz und im Sanierungsgebiet, Finanzierungskosten, Geschlossene Fonds, um den § 23 EStG – Gewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften, u, die Gewerbesteuer (die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG)), die Umsatzsteuer (Das Prinzip der Umsatzsteuer, Vermietung des Grundstücks, aktuelle Probleme bei der Aufteilung der Vorsteuern, Veräußerung eines Grundstücks, § 13 b UStG, reverse charge) und die Erbschaft- und Schenkungsteuer (Bewertung des Grundbesitzes, Verschonung des Betriebsvermögens, sachliche Befreiung für das Familienwohnheim, gemischte Schenkung, Kritik des BVerfG und geplante Änderungen). Einführung und Moderation durch Dr. Dr. Rainer Zitelmann.

Termin: Die Sonderveranstaltung findet am 19. und 20. Juni im Maritim Hotel Berlin statt. Programm anfordern unter: info@immobilienrunde.de